Vor 1 Stunde
Mammon sang noch die letzten Zeilen und spielte die letzten Töne, ehe seine kleine Showeinlage endete. Oh, wie er es liebte hier an seinem Piano zu sitzen und zu singen. Er liebte es, wie danach das Publikum ihn anjubelte und klatschte. Oh, er liebte es einfach, im Mittelpunkt zu stehen. Doch genauso liebte es Mammon, wenn es nach seiner Pfeife ging. Er machte hier die Regeln. Er spielte und sang, wann und wie lange er wollte und er entschied auch, wenn es endete. Das hier war sein Reich und jeder musste sich an seine Regeln halten. Das galt für die Gäste, aber umso mehr auch für seine Angestellten, die er durchaus auch als Untertanen ansah. So ein großer Unterschied war das nämlich gar nicht. Ok, der Teufelssohn bezahlte sie gut, aber ansonsten… war es doch ähnlich wie bei einem Untertanen. Sie mussten das machen, was er wollte. Deshalb musste jetzt auch das Publikum damit klarkommen, dass Mammon seine kleine Einlage beendete und schließlich in Richtung Bar ging, wo er jemanden entdeckte, den er vor 2 Abenden vermisst hatte. Ja, da stand er, sein bester Barkeeper. Mammon wusste dies durchaus und das war auch mit ein Grund, wieso er diesen nicht sofort gefeuert oder gar gefoltert hatte, als er herausfand, dass dieser heimlich noch nebenbei dealte. Ja, Mammon ließ diesen sogar noch weiter dealen, aber ab da an musste sein Barkeeper auch was vom Gewinn abdrücken.
Doch wie es schien, machte dieser diesmal wirklich seine Arbeit, wofür Mammon ihn angestellt hatte. Drei Damen hatten sich zu diesem gesellt und man musste kein Kenner sein, um zu sehen, dass diese drei Damen vermutlich mindestens einmal zu viel ins Glas geschaut hatten. Störte das Mammon? Keineswegs, denn so war die Chance durchaus hoch, dass sie ihr Geld hier ausgaben. Alkohol vernebelte nicht nur die Sinne, sondern auch das Denken und so war es nicht selten, dass die Leute noch mehr Geld hier ließen, als sie sich ursprünglich vorgenommen hatte.
Wie es schien, kam Mammon aber genau zum richtigen Zeitpunkt zu ihnen, denn er hörte Antares noch sagen: "Ich weiß genau, was du möchtest." Ja, das war definitiv Mammons Stichwort, der nun seine Arme um die Hüften bei zwei von den drei Damen legte. “Natürlich mich.” Meinte Mammon charmant und lächelte alle drei Frauen an, als würde nur ihnen dieses Lächeln gelten. “Ich hoffe, dass mein Barkeeper euch bisher das gegeben hat, was euch glücklich macht.” Schließlich hatte der Teufelssohn lediglich gehört, was Antares gesagt hatte, aber nicht, was zuvor schon gesagt wurde. Die Frauen jedenfalls fingen sofort an, sich an Mammon zu schmiegen. Die Dritte im Bunde war wieder von ihrem Hocker aufgestanden, um nun seitlich von hinten Mammon berühren zu können. “Keine Sorge, Ladys. Es ist genug für euch alle da.” versicherte er, genau im Wissen, dass sie durchaus an mehr interessiert waren. Jedoch erläuterte er nicht weiter, was genau dieser Satz zu bedeuten hatte. Dass es hier nicht zum Vierer kommen würde, musste er ja nicht sagen. Manchmal reichte es ja auch schon aus, wenn die Fantasie im Kopf etwas hervorbrachte. “Aber davor muss ich euch leider fürs Erste wieder verlassen und obendrein ebenso meinen Barkeeper mitnehmen.” Sprach er und sah dabei alle drei Damen entschuldigend an. “Dafür wird sich aber dieser attraktive Mann in der Zwischenzeit euch jeden Wunsch von den Lippen ablesen, was eure Getränkewünsche angeht.” versicherte er diesen, ehe dann zu Antares sah und diesen mit einem Kopfnicken andeutete, dass dieser seinen Arbeitsplatz verlassen und ihm folgen sollte. “Auf ein Wort. Sofort.” Meinte er durchaus scharf zu diesen, nachdem nun die Damen fürs Erste versorgt waren.
Da Mammon davon ausging, dass Antares klug genug war ihm zu folgen, sah er nicht hinter sich, sondern ging weiter an der Bar entlang bis er schließlich zu dem Bereich kam, der sich hinter der Bar befand und zum Aufzug führte, welcher zu seinem Penthouse ging. Doch Mammon hatte nicht vor mit Antares hoch in sein Penthouse zu gehen. Fürs Erste wollte der Teufelssohn lediglich Antworten und diese konnte er auch hier bekommen. So sah er nun seinen Barkeeper eindringlich an. “Also Black-Paw. Gibt es irgendetwas, was ich wissen sollte?” Fragte er diesen und gab ihm damit die Chance, selbst mit der Sprache raus zu rücken.

