02.10.2026, 21:47
Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal so an seine Grenzen gegangen war. Das er seine magischen Fähigkeiten bis zum letzten Deut ausreizte, schwächte ihn auf eine Weise, die Antares nicht kannte. Seine Heilmagie war immer da. Jede durchzechte Nacht auf dem College war am nächsten Morgen praktisch nicht mehr vorhanden. Er litt nicht mal unter Kopfschmerzen, während seine Mitschüler noch die Kloschüssel umarmten. Fühlte er sich dabei stets ein bisschen wie der King? Zugegeben, es war schon vorteilhaft, nichts vom Unterricht zu verlieren, nur weil man sich am Abend vorher nicht beherrschen konnte, oder wollte. Da gab es solche Schwächegefühle nicht. Oder all die Nachtschichten als Barkeeper. Viel Schlaf half, selbstredend. Aber es machte ihm schlichtweg kaum etwas aus. Nein, zum letzten Mal, als er so ähnlich empfand, waren tatsächlich als Jugendlicher seine Versuche mit den Tieren Kontakt aufzunehmen und mehr noch, deren Willen zu beherrschen. Das lag dann aber auch an seiner eigenen Sturheit, nicht aufgeben zu wollen, obwohl seine Magie bereits signalisierte, an ihre Grenzen zu kommen. Doch auch danach dauerte die Erholungsphase nicht so lange. Es war lediglich eine Erinnerung daran, das es auch anders ginge. Jetzt aber war das was ganz anderes. Er fühlte sich hundsmiserabel und es wurde nicht besser! Rein aus Gewohnheit wartete der Dunkelhaarige, dass die Heilung kickte, doch da kam nichts. Es war Maisies Einfluss und sein eigenes Zutun, den letzten Rest, den er noch zur Verfügung hatte, für den Zauber und ja! auch für Syrena herzugeben. Antares hustete kurz und wollte sich dann aber keine Blöße mehr geben. Nicht vor der Hexe, die noch mit im Zimmer war und deren Blick er bereits wieder auf sich spürte. Also zwang er sich aufzustehen. Langsam, mit Bedacht und immer noch mit der Türe als Rückversicherung, nicht wieder zu Boden zu gehen, aber er stand. Irgendwie. Wie ein halb umgefahrenes Verkehrsschild, aber er stand.
Nur um dann allerdings wieder dem Kugelhagel ihrer Worte ausgesetzt zu werden. Konnte dieses Weib nicht einmal für fünf Minuten die Klappe halten? Allerdings war das, was sie ihn wissen ließ, bedenklich.
Also machte der Dunkelhaarige einen Schritt zur Seite um an ihr vorbei in den Spiegel des Badezimmerschrankes blicken zu können. Shit! Das Wort musste er nicht aussprechen, es spiegelte sich, selbst in den kätzischen Augen, überdeutlich wieder. Den Hohn und Spott, den er dafür von ihrer Seite bekam, ignorierte Antares vollkommen. Es sprach deutlich für den Charakter dieser Person, dass sie selbst noch nachtrat, wenn jemand am Boden lag und vor allem, sich dabei auch noch über die eigene Gemeinheit freute. Auch wurde sein Ansatz, wenigstens ein klein wenig Anstand zu zeigen und ihr für den Erfolg zu gratulieren mit Füßen getreten. Nein, er sollte wirklich langsam aufhören, zu denken, mit dieser Frau könnte man wie mit einem Menschen umgehen. Sie war ein Roboter, oder sonst etwas ohne Herz und Seele. Zu guter Letzt maulte sie ihn natürlich auch noch wegen seinen Versuch ihr zu helfen an. "Ein einfaches Dankeschön hätte auch gereicht." Kommentierte er ihre Beschwerde bissig. "Es war nicht für dich. Du solltest nur auf den letzten Metern nicht aufgeben müssen. Die Signatur zu vernichten, hatte oberste Priorität. Also sei beruhigt, es galt wahrlich nicht deiner Person. Und keine Sorge, du wirst jetzt nicht zu Staub zerfallen, weil du mal mit der guten Seite der Macht in Kontakt gekommen bist." Ist doch wahr, sie führte sich auf, weil er dafür sorgte, das der Zauber zu Ende geführt werden konnte. "Und da haust du mir ständig um die Ohren, mein Ego wäre unerreichbar. Was ist dann bitteschön das? Bist beleidigt, weil du es nicht alleine geschafft hast und der Pöbel dir helfen musste." Um seine Ansage noch zu unterstreichen, lehnte Antares sich mit dem Rücken gegen die Türe und hob beide Hände um den letzten Satz in sogenannte Anführungsstriche setzen zu können, in dem er Zeige- und Mittelfinger hob um sie in der Luft abzuknicken.
Im Anschluss dran aber schloss er die Augen. Sollte sich die böse Hexe des Westens doch bitteschön in Luft auflösen, wenn sie so wollte.
Während diese sich um ihre eigenen Verletzungen kümmerte, horchte Antares in sich hinein. Es war gelinde gesagt vernichtend. Ein reines Trümmerfeld, über das sein magisches Tasten glitt. Der Fluch, der trotz allem zum Glück ebenfalls geschwächt, aber eben nicht besiegt war, war die erste Resonanz, die er spürte. Wie immer war er da. Erschreckend deutlich. Was wieder einmal bewies, mit wie viel Bosheit dieser Fluch ausgesprochen worden sein musste. Antares umfasste ihn mit seiner Magie und nutzte dafür auch den Rest, den er aus dem magischen Anhänger zog. Der Stein begann zu leben. Die dunkle Farbe bewegte sich, waberte, formierte sich neu. Eine Reaktion des Zaubers der darin verborgen war und der nun sein Echo in Antares Hilferuf fand. Seine Wangenknochen bewegten sich, so konzentrierte sich der Hexer darauf, den Fluch wieder zu bändigen. Die Kraft, die er eigentlich nicht hatte, aufbringend, lag nun wieder das sanfte Braun in seinen Augen, als er diese erneut öffnete.
Gerade rechtzeitig um von Syrena einen weiteren Auftrag zu bekommen. Die letzten Reste ihrer Magie bekam er noch mit, als sie nun von ihm wollte, dass er die Münze untersuchte. Was? War sie sich plötzlich ihrer Sache nicht mehr sicher? Wo war der Haken? Misstrauisch suchte der Dunkelhaarige ihren Blick. Hatte sie einen neuen Bann auf die Münze gelegt und er verwandelte sich nun in eine Kakerlake, wenn er diese anfasste? Aber... so absurd es sich auch anhörte, war das vielleicht auch einfach ihre Art, um Hilfe zu bitten. Es klang zwar wie ein verdammt guter Witz, aber im Grunde war Antares sehr humorvoll. Also stieß er sich von der Türe ab und kam den einen Schritt auf sie zu, der sie trennte. Die Hand ausstreckend, erwartete er von ihr, dass sie ihm die Münze überreichte. "Ich lasse sie schon nicht fallen!" Aber seine Kraft reichte nicht mehr so weit, er musste sie fühlen und anfassen um sie untersuchen zu können. "Willst du jetzt, dass ich auch prüfe?" Als sie endlich in ihrer unendlichen Güte die Münze auf seine ausgestreckte, flache Hand legte, umschloss er sie daraufhin mit den Fingern. Sein erschöpfter Geist machte sich auf die Suche, wanderte, erkundete, fühlte. Aber da war nichts mehr. Nur noch Reste von Syrenas und seinem eigenen Zauber. Die Münze war wieder das, für was sie ursprünglich einmal erschaffen worden war. Ein Gegenstand fürs Museum. Im Anschluss daran, gab er die Münze ordnungsgemäß zurück, sodass Syrena sie verschwinden lassen konnte. Die Frage, was sie damit nun anstellen würde, verkniff er sich. Ging ihn nichts an und war sicherlich 'ihre Angelegenheit'. Also wartete er wie ein echter Gentleman, bis sie aus dem Badezimmer ging. Denn übergeben musst er sich nicht, aber leider war ihre Einschätzung gar nicht so falsch. Also ließ er sich kaltes Wasser in die hohlen Hände laufen und tunkte im Anschluss sein Gesicht hinein. Etwas, dass dem Kater in ihm, der gerade ziemlich nahe an der Oberfläche kratzte, nicht sonderlich gefiel. Antares nun aber dringend brauchte. Im Anschluss dran, ließ er die nassen Hände über die Haare, bis in seinen Nacken gleiten. Er wollte jetzt am liebsten einfach nur noch ruhen. Aber da draußen war auch noch so etwas wie Verantwortung. Also griff er nach dem Handtuch, rubbelte sein Gesicht und die Haare wieder trocken, glättete letztere mit einem Kamm, der im Badezimmerschrank lag und verpasste sich damit einen beinahe schon streng wirkenden Look. Der aber nur so lange anhielt, bis sein Haar wieder trocknete, denn das schien immer irgendwie ein Eigenleben zu entwickeln.
Zurück im Wohnzimmer, blieb er in respektvollem Abstand zu Syrena stehen und entdeckte nun ebenfalls, was dieser kurz davor schon auffiel. Ohne, dass er es bewusst tat und mehr noch, ohne, das es ihm auffiel, bekam er erneut diesen sanften Ausdruck in den Augen. Und dieser galt wahrlich nicht der Hexe neben ihm. Es war das Mädchen, die sich scheinbar so sicher fühlte, dass sie es zuließ hier bei ihm einschlafen zu können. In Momenten wie diesem hier, stellte Antares sich Amy so fest vor, dass er beinahe zu spüren glaubte, wie sie einen Arm unter den Seinen schob, sich an ihn anlehnte und ihren Kopf gegen seine Schulter legte. So wie sie es oft tat, wenn sie zusammen irgendetwas betrachteten, was ihnen gefiel. Und gegen Ende tat sie das besonders oft, wenn sie im Park eine Mutter mit ihrem Kinderwagen spazieren gehen sahen. Antares wusste, wie sehr sich Amy Kinder wünschte. Nicht sofort, denn damals war sie wahrlich noch etwas jung dafür. Aber vielleicht hätten sie jetzt mittlerweile eines. Der Hexer schluckte den Klos hinunter, der sich in seinem Hals zu bilden drohte und, wie man in dem Moment sagen musste, zum Glück, quäkte nun Syrena ihn wieder von der Seite an.
Die Augen verdrehend, ging er langsam los. Natürlich, wenn etwas wirklich getan werden musste, war er es, den sie vorschickte. Sie erschlug nur jeden mit ihrem Sarkasmus und ihren schnell abgefeuerten Beleidigungen. "Dann nimm das Stofftier." Meinte er ebenfalls leise, ging vor dem Sofa in die Hocke und lächelte erneut als er Maisie nun aus der Nähe betrachtete. Arme Kleine. Vorsichtig nahm er die Decke zur Seite und schob einen seiner Arme unter ihre Beine, während er sie mit dem Anderen am Rücken stützte und hochhob. Als er aufstand, musste er einen Ausfallschritt tun, weil er seine eigenen Kraft überschätzte, aber es passierte nichts. Nur einen Moment innehaltend, um wieder zu Kräften zu kommen, ging er im Anschluss langsam weiter. "Das war nicht das erste Mal, dass du ein paar Tage nichts zu essen gehabt hast, hm?" Sprach er leise mit dem schlafenden Mädchen. Mitnichten hatte Antares ausgiebige Erfahrung, was ein zwölfjähriges Mädchen wiegen sollte. Maisie hier war aber definitiv zu leicht.
Vorsichtig trug er sie ins nebenan liegende Schlafzimmer, wartete bis Syrena die Decke beiseite schlug und legte das Mädchen dann ins Bett. Sie rollte sich erneut fast sofort zusammen, was verdeutlichte, sie hatte mehr Angst, als sie sich anmerken hatte lassen. Betreten stand der Hexer noch eine kurze Weile neben dem Bett und überließ es Syrena, Maisie zuzudecken. Dann wandte er sich ab, verließ das Schlafzimmer und ging hinüber ins Wohnzimmer. Er öffnete die Knöpfe seiner ärmellosen Weste, zog sie aus und ließ sie auf das Sofa fallen. Im Vorbeiweg schnappte er sich die Bierflasche vom Tisch und ließ sich aufs Sofa plumpsen. Er nahm einen großen Schluck, kippte dann den Kopf nach hinten auf die Rückenlehne und schloss die Augen. Den anderen Arm ließ er einfach seitlich auf dem Polster liegen, während die Bierflasche auf seinem Oberschenkel ruhte.
Er musste nicht aufsehen, um zu wissen, wann Syrena wieder anwesend war. Sollte er sie wegen ihrem Kontakt fragen, den sie morgen anrufen wollte? War es sicher? Er traute der Brünetten schließlich nicht. Aber sie meinte es ehrlich mit Maise. Trotz all ihrer Differenzen, wollte er das einfach glauben. Denn wenn sie mit einem Recht hatte, dann damit, dass sie sich nicht nur die Kugeln für das Mädchen einfing. Sie hätte das mit der Signatur auch nicht machen müssen. Diese war nämlich unwiederbringlich weg. Nicht einmal eine Syrena Superwoman konnte sie wieder zurück holen. Und außerdem würde sie ihm sicherlich ohnehin keine Antwort auf jedwede Fragen in diese Richtung geben. Würde er auch nicht tun. "Du kannst jetzt gehen." Ließ Antares sie wissen. Es war alles getan, Maisie schlief und beim Aufräumen half Syrena sicherlich nicht. Die Aussicht, die Jüngere konnte sich dem Einfluss des Mädchens entziehen und wieder zu Kräften kommen, während er den Rest der Nacht nur langsam genesen konnte, war nicht fair und alles in ihm wollte dagegen protestieren. Aber auch er war für das Mädchen da und sogar bereit, gewisse Opfer zu bringen. "Ich kann dir gerne ein Taxi rufen." Okay, das kam dann doch wieder mit einer gewissen Genugtuung.
Nur um dann allerdings wieder dem Kugelhagel ihrer Worte ausgesetzt zu werden. Konnte dieses Weib nicht einmal für fünf Minuten die Klappe halten? Allerdings war das, was sie ihn wissen ließ, bedenklich.
Also machte der Dunkelhaarige einen Schritt zur Seite um an ihr vorbei in den Spiegel des Badezimmerschrankes blicken zu können. Shit! Das Wort musste er nicht aussprechen, es spiegelte sich, selbst in den kätzischen Augen, überdeutlich wieder. Den Hohn und Spott, den er dafür von ihrer Seite bekam, ignorierte Antares vollkommen. Es sprach deutlich für den Charakter dieser Person, dass sie selbst noch nachtrat, wenn jemand am Boden lag und vor allem, sich dabei auch noch über die eigene Gemeinheit freute. Auch wurde sein Ansatz, wenigstens ein klein wenig Anstand zu zeigen und ihr für den Erfolg zu gratulieren mit Füßen getreten. Nein, er sollte wirklich langsam aufhören, zu denken, mit dieser Frau könnte man wie mit einem Menschen umgehen. Sie war ein Roboter, oder sonst etwas ohne Herz und Seele. Zu guter Letzt maulte sie ihn natürlich auch noch wegen seinen Versuch ihr zu helfen an. "Ein einfaches Dankeschön hätte auch gereicht." Kommentierte er ihre Beschwerde bissig. "Es war nicht für dich. Du solltest nur auf den letzten Metern nicht aufgeben müssen. Die Signatur zu vernichten, hatte oberste Priorität. Also sei beruhigt, es galt wahrlich nicht deiner Person. Und keine Sorge, du wirst jetzt nicht zu Staub zerfallen, weil du mal mit der guten Seite der Macht in Kontakt gekommen bist." Ist doch wahr, sie führte sich auf, weil er dafür sorgte, das der Zauber zu Ende geführt werden konnte. "Und da haust du mir ständig um die Ohren, mein Ego wäre unerreichbar. Was ist dann bitteschön das? Bist beleidigt, weil du es nicht alleine geschafft hast und der Pöbel dir helfen musste." Um seine Ansage noch zu unterstreichen, lehnte Antares sich mit dem Rücken gegen die Türe und hob beide Hände um den letzten Satz in sogenannte Anführungsstriche setzen zu können, in dem er Zeige- und Mittelfinger hob um sie in der Luft abzuknicken.
Im Anschluss dran aber schloss er die Augen. Sollte sich die böse Hexe des Westens doch bitteschön in Luft auflösen, wenn sie so wollte.
Während diese sich um ihre eigenen Verletzungen kümmerte, horchte Antares in sich hinein. Es war gelinde gesagt vernichtend. Ein reines Trümmerfeld, über das sein magisches Tasten glitt. Der Fluch, der trotz allem zum Glück ebenfalls geschwächt, aber eben nicht besiegt war, war die erste Resonanz, die er spürte. Wie immer war er da. Erschreckend deutlich. Was wieder einmal bewies, mit wie viel Bosheit dieser Fluch ausgesprochen worden sein musste. Antares umfasste ihn mit seiner Magie und nutzte dafür auch den Rest, den er aus dem magischen Anhänger zog. Der Stein begann zu leben. Die dunkle Farbe bewegte sich, waberte, formierte sich neu. Eine Reaktion des Zaubers der darin verborgen war und der nun sein Echo in Antares Hilferuf fand. Seine Wangenknochen bewegten sich, so konzentrierte sich der Hexer darauf, den Fluch wieder zu bändigen. Die Kraft, die er eigentlich nicht hatte, aufbringend, lag nun wieder das sanfte Braun in seinen Augen, als er diese erneut öffnete.
Gerade rechtzeitig um von Syrena einen weiteren Auftrag zu bekommen. Die letzten Reste ihrer Magie bekam er noch mit, als sie nun von ihm wollte, dass er die Münze untersuchte. Was? War sie sich plötzlich ihrer Sache nicht mehr sicher? Wo war der Haken? Misstrauisch suchte der Dunkelhaarige ihren Blick. Hatte sie einen neuen Bann auf die Münze gelegt und er verwandelte sich nun in eine Kakerlake, wenn er diese anfasste? Aber... so absurd es sich auch anhörte, war das vielleicht auch einfach ihre Art, um Hilfe zu bitten. Es klang zwar wie ein verdammt guter Witz, aber im Grunde war Antares sehr humorvoll. Also stieß er sich von der Türe ab und kam den einen Schritt auf sie zu, der sie trennte. Die Hand ausstreckend, erwartete er von ihr, dass sie ihm die Münze überreichte. "Ich lasse sie schon nicht fallen!" Aber seine Kraft reichte nicht mehr so weit, er musste sie fühlen und anfassen um sie untersuchen zu können. "Willst du jetzt, dass ich auch prüfe?" Als sie endlich in ihrer unendlichen Güte die Münze auf seine ausgestreckte, flache Hand legte, umschloss er sie daraufhin mit den Fingern. Sein erschöpfter Geist machte sich auf die Suche, wanderte, erkundete, fühlte. Aber da war nichts mehr. Nur noch Reste von Syrenas und seinem eigenen Zauber. Die Münze war wieder das, für was sie ursprünglich einmal erschaffen worden war. Ein Gegenstand fürs Museum. Im Anschluss daran, gab er die Münze ordnungsgemäß zurück, sodass Syrena sie verschwinden lassen konnte. Die Frage, was sie damit nun anstellen würde, verkniff er sich. Ging ihn nichts an und war sicherlich 'ihre Angelegenheit'. Also wartete er wie ein echter Gentleman, bis sie aus dem Badezimmer ging. Denn übergeben musst er sich nicht, aber leider war ihre Einschätzung gar nicht so falsch. Also ließ er sich kaltes Wasser in die hohlen Hände laufen und tunkte im Anschluss sein Gesicht hinein. Etwas, dass dem Kater in ihm, der gerade ziemlich nahe an der Oberfläche kratzte, nicht sonderlich gefiel. Antares nun aber dringend brauchte. Im Anschluss dran, ließ er die nassen Hände über die Haare, bis in seinen Nacken gleiten. Er wollte jetzt am liebsten einfach nur noch ruhen. Aber da draußen war auch noch so etwas wie Verantwortung. Also griff er nach dem Handtuch, rubbelte sein Gesicht und die Haare wieder trocken, glättete letztere mit einem Kamm, der im Badezimmerschrank lag und verpasste sich damit einen beinahe schon streng wirkenden Look. Der aber nur so lange anhielt, bis sein Haar wieder trocknete, denn das schien immer irgendwie ein Eigenleben zu entwickeln.
Zurück im Wohnzimmer, blieb er in respektvollem Abstand zu Syrena stehen und entdeckte nun ebenfalls, was dieser kurz davor schon auffiel. Ohne, dass er es bewusst tat und mehr noch, ohne, das es ihm auffiel, bekam er erneut diesen sanften Ausdruck in den Augen. Und dieser galt wahrlich nicht der Hexe neben ihm. Es war das Mädchen, die sich scheinbar so sicher fühlte, dass sie es zuließ hier bei ihm einschlafen zu können. In Momenten wie diesem hier, stellte Antares sich Amy so fest vor, dass er beinahe zu spüren glaubte, wie sie einen Arm unter den Seinen schob, sich an ihn anlehnte und ihren Kopf gegen seine Schulter legte. So wie sie es oft tat, wenn sie zusammen irgendetwas betrachteten, was ihnen gefiel. Und gegen Ende tat sie das besonders oft, wenn sie im Park eine Mutter mit ihrem Kinderwagen spazieren gehen sahen. Antares wusste, wie sehr sich Amy Kinder wünschte. Nicht sofort, denn damals war sie wahrlich noch etwas jung dafür. Aber vielleicht hätten sie jetzt mittlerweile eines. Der Hexer schluckte den Klos hinunter, der sich in seinem Hals zu bilden drohte und, wie man in dem Moment sagen musste, zum Glück, quäkte nun Syrena ihn wieder von der Seite an.
Die Augen verdrehend, ging er langsam los. Natürlich, wenn etwas wirklich getan werden musste, war er es, den sie vorschickte. Sie erschlug nur jeden mit ihrem Sarkasmus und ihren schnell abgefeuerten Beleidigungen. "Dann nimm das Stofftier." Meinte er ebenfalls leise, ging vor dem Sofa in die Hocke und lächelte erneut als er Maisie nun aus der Nähe betrachtete. Arme Kleine. Vorsichtig nahm er die Decke zur Seite und schob einen seiner Arme unter ihre Beine, während er sie mit dem Anderen am Rücken stützte und hochhob. Als er aufstand, musste er einen Ausfallschritt tun, weil er seine eigenen Kraft überschätzte, aber es passierte nichts. Nur einen Moment innehaltend, um wieder zu Kräften zu kommen, ging er im Anschluss langsam weiter. "Das war nicht das erste Mal, dass du ein paar Tage nichts zu essen gehabt hast, hm?" Sprach er leise mit dem schlafenden Mädchen. Mitnichten hatte Antares ausgiebige Erfahrung, was ein zwölfjähriges Mädchen wiegen sollte. Maisie hier war aber definitiv zu leicht.
Vorsichtig trug er sie ins nebenan liegende Schlafzimmer, wartete bis Syrena die Decke beiseite schlug und legte das Mädchen dann ins Bett. Sie rollte sich erneut fast sofort zusammen, was verdeutlichte, sie hatte mehr Angst, als sie sich anmerken hatte lassen. Betreten stand der Hexer noch eine kurze Weile neben dem Bett und überließ es Syrena, Maisie zuzudecken. Dann wandte er sich ab, verließ das Schlafzimmer und ging hinüber ins Wohnzimmer. Er öffnete die Knöpfe seiner ärmellosen Weste, zog sie aus und ließ sie auf das Sofa fallen. Im Vorbeiweg schnappte er sich die Bierflasche vom Tisch und ließ sich aufs Sofa plumpsen. Er nahm einen großen Schluck, kippte dann den Kopf nach hinten auf die Rückenlehne und schloss die Augen. Den anderen Arm ließ er einfach seitlich auf dem Polster liegen, während die Bierflasche auf seinem Oberschenkel ruhte.
Er musste nicht aufsehen, um zu wissen, wann Syrena wieder anwesend war. Sollte er sie wegen ihrem Kontakt fragen, den sie morgen anrufen wollte? War es sicher? Er traute der Brünetten schließlich nicht. Aber sie meinte es ehrlich mit Maise. Trotz all ihrer Differenzen, wollte er das einfach glauben. Denn wenn sie mit einem Recht hatte, dann damit, dass sie sich nicht nur die Kugeln für das Mädchen einfing. Sie hätte das mit der Signatur auch nicht machen müssen. Diese war nämlich unwiederbringlich weg. Nicht einmal eine Syrena Superwoman konnte sie wieder zurück holen. Und außerdem würde sie ihm sicherlich ohnehin keine Antwort auf jedwede Fragen in diese Richtung geben. Würde er auch nicht tun. "Du kannst jetzt gehen." Ließ Antares sie wissen. Es war alles getan, Maisie schlief und beim Aufräumen half Syrena sicherlich nicht. Die Aussicht, die Jüngere konnte sich dem Einfluss des Mädchens entziehen und wieder zu Kräften kommen, während er den Rest der Nacht nur langsam genesen konnte, war nicht fair und alles in ihm wollte dagegen protestieren. Aber auch er war für das Mädchen da und sogar bereit, gewisse Opfer zu bringen. "Ich kann dir gerne ein Taxi rufen." Okay, das kam dann doch wieder mit einer gewissen Genugtuung.

