Gestern, 22:18
Obwohl man sich ja schon länger kannte, lernte Antares Syrena jetzt erst so richtig kennen. Und ihm war immer weniger begreiflich, was Amy an dieser Person für gut befunden hatte. Sicher, sie waren verwandt, doch das war kein Grund. Amy allerdings hatte so ein gutes Herz, dass sie selbst in der Hexe hier irgend etwas gutes sah. Und sei es nur die Art, wie sie die Nase über etwas rümpfen konnte. Er selber lernte die Person vor sich aber in der kurzen Zeit, in der sie nun zusammenarbeiten mussten, immer besser kennen. Und was er da sah, gefiel ihm überhaupt nicht. Es schien, jedes Mal, wenn Syrena nicht die Oberhand über etwas hatte, wurde sie zu einem zickigen Miststück. Oder vielleicht war sie das auch immer und ihm fiel es in diesem Zusammenhang einfach nur verstärkt auf. Sicher war, dass diese Frau jemand war, die er nicht gerne um sich hatte. Sie biss und trat, wann immer es die Gelegenheit ergab.
Als sie ihn bezüglich des Zaubers anpampte, sah der Dunkelhaarige sie einfach nur an. Es war immerhin ein Unterschied, ob man jemandem einen Fluch aufzwang, der ihn für den Rest seines Lebens begleiten würde, oder jemandem half, seine Angst zu überwinden. Aber es war klar, dass Syrena den Unterschied nicht erkannte. Antares vermutete, wenn ihr jemand aus Höflichkeit die Türe aufhielt, würde sie diesen bereits anraunzen, weil er darüber entschied, dass sie die Türe schließlich auch selbst aufmachen konnte. Und stand welche Gottheit auch immer, demjenigen bei, der es sich erlaubte, ihr im Büro einen Kaffee mitzubringen über den sie nicht selbst entscheiden konnte! Kurz gesagt, Syrena konnte man es nie Recht machen. Als er an ihr vorbeiging, meinte Antares nur leise. "Alles gut, das nächste Mal machen wir es wieder auf deine Weise. Wir prügeln die Kleine nieder und schleifen sie an ihren Haaren zurück in ihre Wohnung. Macht sicherlich einen viel besseren ersten Eindruck."
War ja nicht so, dass er sich von der Jüngeren irgend etwas sagen ließ. Zumindest nicht von derjenigen, von der Antares bisher glaubte, sie wäre hier die Gefährlichere. Doch als die Türe ins Schloss fiel, hielt er einen Moment inne. Was war hier los? Er spürte, wie er die Verbindung zu Maisie verlor, seine Magie wirkte nicht mehr. Doch der Schrecken, sie könnte nun gleich ausflippen, weil zwei Fremde vor ihr standen, von denen eine aussah, als hätte sie mit einem Gorilla gekämpft und verloren, blieb aus. Nicht nur, weil dieser erwartete Schrecken nicht eintrat. Antares fühlte etwas anderes. Nämlich ... nichts!
Dieser ständige, leichte Druck auf der Brust, der ihn zwar nicht wirklich beeinträchtigte doch stets daran erinnerte, dass es da einen Zauber gab, gegen den er so gut wie machtlos war, war weg. Verdattert horchte der Hexer in sich hinein aber es blieb dabei. Der Fluch war weg. Für einen kleinen Moment fühlte es sich komisch an, die Anwesenheit des Katers nicht mehr zu spüren. Aber dieser Moment verpuffte wahrlich sehr schnell. Er war frei von Syrena Zwängen. Unmerklich und doch sichtbar, richtete sich Antares etwas weiter auf. Seit vier Jahren, war er endlich wieder er selbst und das war wunderbar. Darüber, ob das nur vorübergehend war, denn ganz offensichtlich hatte die Zwölfjährige etwas damit zu tun, dachte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nach. Es fühlte sich viel zu gut an.
Allerdings sollte er sich mit Freudensprüngen noch etwas zurück halten, denn sie hatten immer noch einen Auftrag und der stand vor ihnen und erklärte gerade, das sie zwei Tage alleine gelassen wurde. Seine Freude wurde von der Wut verdrängt, was er auch hören ließ. Doch natürlich drehte sich Mutter Theresa für Arme zu ihm herum und raunzte ihn erneut an. Klar, er machte ihr Angst. So wie sie aussah war ja vollkommen in Ordnung. Aber der Dunkelhaarige hatte gelernt, es war besser, die Luft nur einmal scheppern zu lassen. Und zwar durch die keifenden Worte der Hexe.
Mit was er aber mal so gar nicht gerechnet hatte, war ihre nächste Reaktion. Brach sie jetzt zusammen oder was sollte das werden? Syrena ging in die Knie und ließ sich auch noch freiwillig von dem Mädchen umarmen? Und das lebte im Anschluss dann auch noch? Sicherlich nur, weil auch die Hexe bezüglich ihrer Magie brach lag. Sah auch aus, als würde sie sich gleich auf den Boden hier verteilen. Was zwar nicht mehr dazu beitragen konnte, die Einrichtung zu ruinieren, aber dennoch ein großer Beitrag für die Menschheit wäre.
Maisie war nichts anderes als freundlich, angesichts dessen, dass zwei Fremde sie überfallen hatten. Als sie dann auch noch mit dem Ärmle ihres ohnehin nicht passenden Pullovers das Blut aus dem Gesicht der Hexe wegwischte, die sie normalerweise mit einem Fingerschnipp umbringen könnte, glaubte Antares endgültig in ein Paralleluniversum eingetreten zu sein.
Allerdings war das Nächste, was die Person, die aussah wie Syrena, sich aber benahm wie deren Zwillingsschwester die ein Herz besaß, an ihn herantrug, dankenswerter Weise ausschlaggebend, dass Antares sicher sein konnte, es war alles beim Alten. Nur etwas anders. "Stimmt, du hast Recht." Nickte er Syrena zu. "Ich habe erst neulich einen Artikel im 'Eltern des Monats' Magazin gelesen. Sein Kind zurückzulassen ist eine neue und sehr beliebte Erziehungsmethode. Wir brauchen uns also um nichts zu sorgen." Und ja, man musste aufpassen, dass man auf dem Sarkasmus nicht auszurutschen drohte, der aus diesen Worten heraustroff. Das Einzige, mit dem sie leider Recht hatte, war die Tatsache, es war nicht klug so etwas vor Maisie zu besprechen.
Gegessen hatte sie seither auch nichts, was Antares hörbar ausatmen ließ. War sicherlich auch vollkommen okay! Aber er verkniff sich jeglichen Kommentar. Im Gegensatz zu Syrena, die sich scheinbar einen Spaß daraus machte, sämtliche Spitzen, die sie fand, gegen ihn abzuschießen. Aber was zum Geier war mit ihr los? Seit wann war sie es, die für das Kind Partei ergriff? Noch dazu, da diese ihr das Wertvollste nahm, das sie besaß und das war bei der Brünetten wahrlich nicht mal das viele Geld.
Aha! Er sollte sich nun nützlich machen. Sie war doch diejenige, die alles unter Kontrolle halten wollte. Was war ihr Plan? Er sollte etwas organisieren und dann fand man seine Leiche in Einzelteile zerlegt über die nächsten Monate verteilt an verschiedenen Orten in der Stadt? Aber gut, der Triumph, dass Miss 'Ich schnauze alles an was bei drei nicht auf den Bäumen ist', ausgerechnet seine Hilfe brauchte, war dann doch zu überragend. Erneut machte er ihr übertrieben den Diener. "Ihr Wunsch ist mir Befehl."
Im Anschluss daran wandte er sich an Maisie. "Wenn du noch etwas mitnehmen möchtest, dann pack mit deiner neuen Freundin hier alles zusammen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange wir wegbleiben." Hilfesuchend sah die Kleine daraufhin zu Syrena und Antares überließ es ihrem neu entdeckten Gewissen oder wie man das bei ihr nannte, was sie damit machte. Er selber drehte sich von den Beiden weg, griff in seine Hosentasche und zog ein brandneues, stylisches Klapphandy heraus. Mit einer gekonnten Bewegung aus dem Handgelenk, öffnete er es und betätigte eine Schnellwahltaste. Es dauerte nicht lange, da ging am anderen Ende der Leitung jemand ran. "Carlos? Hier ist Joshua. Bring Eleanor her." Der Andere schien etwas zu erwidern, worauf sich Antares Tonfall veränderte. Er wurde gefährlicher. "Noch ein Wort und wir haben das letzte Mal Geschäfte miteinander gemacht. - Gut, das wollte ich hören. Schreib dir die Adresse auf." Im Anschluss daran legte er auf und sah sich zu den beiden Frauen um, ob diese sich mittlerweile bis an die Zähne bewaffnet hatten um ihn gleich zu meucheln oder alles zusammen rafften, was Maisie mitnehmen möchte.
Zum Glück dauerte es auch nicht lange, dann konnte man den satten Ton eines geschmeidig schnurrenden V8 Motors hören. "Ihre Kutsche ist da, Madame." Und ja, Antares ging volles Risiko, als er die Wohnungstüre öffnete und damit beiden, auch Syrena den Vortritt gewährte. Sie vor sich zu haben, war zumindest soweit von Vorteil, dass sie ihm nicht in den Rücken fallen konnte. Die ganze Zeit jedoch konnte er sich das amüsierte Schmunzeln nicht verkneifen, denn Maisie ließ Syrenas Hand scheinbar gar nicht mehr los. Etwas, dass er der Hexe sehr wohl gönnte. Hoffentlich bekam sie Druckstellen oder besser noch, Brandblasen an den Stellen. Von zu viel Freundlichkeit! An der Straße parkte ein dunkelblauer Mustang Shelby GT500. Das er für diesen Wagen einen bekannten Filmnamen adaptierte war Antares gelinde gesagt vollkommen egal. In der illegalen Rennszene der Stadt war dieses Auto wahrlich nicht unbekannt. Während er es den Frauen überließ einzusteigen und nur den Beifahrersitz nach vorne klappte, damit Maisie hinten einteigen konnte, drückte er dem Latino, der den Wagen brachte einen Schein in die Hand und verabschiedete sich mit ein paar knappen Worten. Mögliches Gepäck wurde im Kofferraum verstaut.
Als der Hexer hinter das Lenkrad stieg und die Türe schloss, sah er über den Rückspiegel zu dem Mädchen. Syrena hatte ja die Bemutterung übernommen, da brauchte er nicht auch noch groß etwas sagen. Allerdings konnte er nicht niederringen, wie leid ihm die Kleine tat. Vermutlich Waise oder schlichtweg zurück gelassen, musste sie jetzt erstmal damit klar kommen, dass der Alltag, wie sie ihn kannte, vorbei war.
Etwas anderes fiel ihm dabei auch auf. Der magische Stein, den er an einer Kette um den Hals trug um seine eigene Magie zu verstärken und damit gegen den Fluch anzukommen, war fast weiß geworden. Nicht mehr dunkel, beinahe schwarz, wie üblich. Einen kurzen Moment sorgte Antares sich, das die Magie daraus endgültig verloren gegangen sein könnte und er seinen Chef erneut um einen Gefallen bitten musste. Doch darüber wollte er sich erst dann Gedanken machen, wenn es tatsächlich so war.
Die anschließende Fahrt durch die Stadt war rasant, wenngleich nicht auffällig oder gar riskant. Antares liebte es schlichtweg, den Wagen auszufahren. Der Weg führte über einige Umwege, um mögliche Verfolger loszuwerden in Richtung des Industriegebiets am Hafen. Dort fuhr er das Auto in eine Lagerhalle, deren Tor sich automatisch hinter ihnen schloss und er ging den Beiden eine Stahltreppe hinauf voran. Oben angekommen, schloss er die Türe zu einem Loft auf. "Geh ruhig rein, Maisie. Hier bist du sicher." Sprach er der Zwölfjährigen gut zu.
Als sie ihn bezüglich des Zaubers anpampte, sah der Dunkelhaarige sie einfach nur an. Es war immerhin ein Unterschied, ob man jemandem einen Fluch aufzwang, der ihn für den Rest seines Lebens begleiten würde, oder jemandem half, seine Angst zu überwinden. Aber es war klar, dass Syrena den Unterschied nicht erkannte. Antares vermutete, wenn ihr jemand aus Höflichkeit die Türe aufhielt, würde sie diesen bereits anraunzen, weil er darüber entschied, dass sie die Türe schließlich auch selbst aufmachen konnte. Und stand welche Gottheit auch immer, demjenigen bei, der es sich erlaubte, ihr im Büro einen Kaffee mitzubringen über den sie nicht selbst entscheiden konnte! Kurz gesagt, Syrena konnte man es nie Recht machen. Als er an ihr vorbeiging, meinte Antares nur leise. "Alles gut, das nächste Mal machen wir es wieder auf deine Weise. Wir prügeln die Kleine nieder und schleifen sie an ihren Haaren zurück in ihre Wohnung. Macht sicherlich einen viel besseren ersten Eindruck."
War ja nicht so, dass er sich von der Jüngeren irgend etwas sagen ließ. Zumindest nicht von derjenigen, von der Antares bisher glaubte, sie wäre hier die Gefährlichere. Doch als die Türe ins Schloss fiel, hielt er einen Moment inne. Was war hier los? Er spürte, wie er die Verbindung zu Maisie verlor, seine Magie wirkte nicht mehr. Doch der Schrecken, sie könnte nun gleich ausflippen, weil zwei Fremde vor ihr standen, von denen eine aussah, als hätte sie mit einem Gorilla gekämpft und verloren, blieb aus. Nicht nur, weil dieser erwartete Schrecken nicht eintrat. Antares fühlte etwas anderes. Nämlich ... nichts!
Dieser ständige, leichte Druck auf der Brust, der ihn zwar nicht wirklich beeinträchtigte doch stets daran erinnerte, dass es da einen Zauber gab, gegen den er so gut wie machtlos war, war weg. Verdattert horchte der Hexer in sich hinein aber es blieb dabei. Der Fluch war weg. Für einen kleinen Moment fühlte es sich komisch an, die Anwesenheit des Katers nicht mehr zu spüren. Aber dieser Moment verpuffte wahrlich sehr schnell. Er war frei von Syrena Zwängen. Unmerklich und doch sichtbar, richtete sich Antares etwas weiter auf. Seit vier Jahren, war er endlich wieder er selbst und das war wunderbar. Darüber, ob das nur vorübergehend war, denn ganz offensichtlich hatte die Zwölfjährige etwas damit zu tun, dachte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nach. Es fühlte sich viel zu gut an.
Allerdings sollte er sich mit Freudensprüngen noch etwas zurück halten, denn sie hatten immer noch einen Auftrag und der stand vor ihnen und erklärte gerade, das sie zwei Tage alleine gelassen wurde. Seine Freude wurde von der Wut verdrängt, was er auch hören ließ. Doch natürlich drehte sich Mutter Theresa für Arme zu ihm herum und raunzte ihn erneut an. Klar, er machte ihr Angst. So wie sie aussah war ja vollkommen in Ordnung. Aber der Dunkelhaarige hatte gelernt, es war besser, die Luft nur einmal scheppern zu lassen. Und zwar durch die keifenden Worte der Hexe.
Mit was er aber mal so gar nicht gerechnet hatte, war ihre nächste Reaktion. Brach sie jetzt zusammen oder was sollte das werden? Syrena ging in die Knie und ließ sich auch noch freiwillig von dem Mädchen umarmen? Und das lebte im Anschluss dann auch noch? Sicherlich nur, weil auch die Hexe bezüglich ihrer Magie brach lag. Sah auch aus, als würde sie sich gleich auf den Boden hier verteilen. Was zwar nicht mehr dazu beitragen konnte, die Einrichtung zu ruinieren, aber dennoch ein großer Beitrag für die Menschheit wäre.
Maisie war nichts anderes als freundlich, angesichts dessen, dass zwei Fremde sie überfallen hatten. Als sie dann auch noch mit dem Ärmle ihres ohnehin nicht passenden Pullovers das Blut aus dem Gesicht der Hexe wegwischte, die sie normalerweise mit einem Fingerschnipp umbringen könnte, glaubte Antares endgültig in ein Paralleluniversum eingetreten zu sein.
Allerdings war das Nächste, was die Person, die aussah wie Syrena, sich aber benahm wie deren Zwillingsschwester die ein Herz besaß, an ihn herantrug, dankenswerter Weise ausschlaggebend, dass Antares sicher sein konnte, es war alles beim Alten. Nur etwas anders. "Stimmt, du hast Recht." Nickte er Syrena zu. "Ich habe erst neulich einen Artikel im 'Eltern des Monats' Magazin gelesen. Sein Kind zurückzulassen ist eine neue und sehr beliebte Erziehungsmethode. Wir brauchen uns also um nichts zu sorgen." Und ja, man musste aufpassen, dass man auf dem Sarkasmus nicht auszurutschen drohte, der aus diesen Worten heraustroff. Das Einzige, mit dem sie leider Recht hatte, war die Tatsache, es war nicht klug so etwas vor Maisie zu besprechen.
Gegessen hatte sie seither auch nichts, was Antares hörbar ausatmen ließ. War sicherlich auch vollkommen okay! Aber er verkniff sich jeglichen Kommentar. Im Gegensatz zu Syrena, die sich scheinbar einen Spaß daraus machte, sämtliche Spitzen, die sie fand, gegen ihn abzuschießen. Aber was zum Geier war mit ihr los? Seit wann war sie es, die für das Kind Partei ergriff? Noch dazu, da diese ihr das Wertvollste nahm, das sie besaß und das war bei der Brünetten wahrlich nicht mal das viele Geld.
Aha! Er sollte sich nun nützlich machen. Sie war doch diejenige, die alles unter Kontrolle halten wollte. Was war ihr Plan? Er sollte etwas organisieren und dann fand man seine Leiche in Einzelteile zerlegt über die nächsten Monate verteilt an verschiedenen Orten in der Stadt? Aber gut, der Triumph, dass Miss 'Ich schnauze alles an was bei drei nicht auf den Bäumen ist', ausgerechnet seine Hilfe brauchte, war dann doch zu überragend. Erneut machte er ihr übertrieben den Diener. "Ihr Wunsch ist mir Befehl."
Im Anschluss daran wandte er sich an Maisie. "Wenn du noch etwas mitnehmen möchtest, dann pack mit deiner neuen Freundin hier alles zusammen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange wir wegbleiben." Hilfesuchend sah die Kleine daraufhin zu Syrena und Antares überließ es ihrem neu entdeckten Gewissen oder wie man das bei ihr nannte, was sie damit machte. Er selber drehte sich von den Beiden weg, griff in seine Hosentasche und zog ein brandneues, stylisches Klapphandy heraus. Mit einer gekonnten Bewegung aus dem Handgelenk, öffnete er es und betätigte eine Schnellwahltaste. Es dauerte nicht lange, da ging am anderen Ende der Leitung jemand ran. "Carlos? Hier ist Joshua. Bring Eleanor her." Der Andere schien etwas zu erwidern, worauf sich Antares Tonfall veränderte. Er wurde gefährlicher. "Noch ein Wort und wir haben das letzte Mal Geschäfte miteinander gemacht. - Gut, das wollte ich hören. Schreib dir die Adresse auf." Im Anschluss daran legte er auf und sah sich zu den beiden Frauen um, ob diese sich mittlerweile bis an die Zähne bewaffnet hatten um ihn gleich zu meucheln oder alles zusammen rafften, was Maisie mitnehmen möchte.
Zum Glück dauerte es auch nicht lange, dann konnte man den satten Ton eines geschmeidig schnurrenden V8 Motors hören. "Ihre Kutsche ist da, Madame." Und ja, Antares ging volles Risiko, als er die Wohnungstüre öffnete und damit beiden, auch Syrena den Vortritt gewährte. Sie vor sich zu haben, war zumindest soweit von Vorteil, dass sie ihm nicht in den Rücken fallen konnte. Die ganze Zeit jedoch konnte er sich das amüsierte Schmunzeln nicht verkneifen, denn Maisie ließ Syrenas Hand scheinbar gar nicht mehr los. Etwas, dass er der Hexe sehr wohl gönnte. Hoffentlich bekam sie Druckstellen oder besser noch, Brandblasen an den Stellen. Von zu viel Freundlichkeit! An der Straße parkte ein dunkelblauer Mustang Shelby GT500. Das er für diesen Wagen einen bekannten Filmnamen adaptierte war Antares gelinde gesagt vollkommen egal. In der illegalen Rennszene der Stadt war dieses Auto wahrlich nicht unbekannt. Während er es den Frauen überließ einzusteigen und nur den Beifahrersitz nach vorne klappte, damit Maisie hinten einteigen konnte, drückte er dem Latino, der den Wagen brachte einen Schein in die Hand und verabschiedete sich mit ein paar knappen Worten. Mögliches Gepäck wurde im Kofferraum verstaut.
Als der Hexer hinter das Lenkrad stieg und die Türe schloss, sah er über den Rückspiegel zu dem Mädchen. Syrena hatte ja die Bemutterung übernommen, da brauchte er nicht auch noch groß etwas sagen. Allerdings konnte er nicht niederringen, wie leid ihm die Kleine tat. Vermutlich Waise oder schlichtweg zurück gelassen, musste sie jetzt erstmal damit klar kommen, dass der Alltag, wie sie ihn kannte, vorbei war.
Etwas anderes fiel ihm dabei auch auf. Der magische Stein, den er an einer Kette um den Hals trug um seine eigene Magie zu verstärken und damit gegen den Fluch anzukommen, war fast weiß geworden. Nicht mehr dunkel, beinahe schwarz, wie üblich. Einen kurzen Moment sorgte Antares sich, das die Magie daraus endgültig verloren gegangen sein könnte und er seinen Chef erneut um einen Gefallen bitten musste. Doch darüber wollte er sich erst dann Gedanken machen, wenn es tatsächlich so war.
Die anschließende Fahrt durch die Stadt war rasant, wenngleich nicht auffällig oder gar riskant. Antares liebte es schlichtweg, den Wagen auszufahren. Der Weg führte über einige Umwege, um mögliche Verfolger loszuwerden in Richtung des Industriegebiets am Hafen. Dort fuhr er das Auto in eine Lagerhalle, deren Tor sich automatisch hinter ihnen schloss und er ging den Beiden eine Stahltreppe hinauf voran. Oben angekommen, schloss er die Türe zu einem Loft auf. "Geh ruhig rein, Maisie. Hier bist du sicher." Sprach er der Zwölfjährigen gut zu.

