15.09.2026, 22:08
Eine ganze Weile ging er schweigend hinter der Brünetten her und starrte ihr ein Loch in den Hinterkopf. Gerade eben wollte Antares ihr verdeutlichen, wie beschissen es sich anfühlte, wenn jemand anderes über einen bestimmte. Sein Zauber war nie dazu gedacht, von längerer Dauer zu sein. Im Gegensatz zu dem Fluch, mit dem sie ihn belegte. Was ihm in dem Moment wichtig war, war ihr dieses Gefühl zu vermitteln. Doch wenn er auch nur einen Moment glaubte, so etwas wie einen Hauch Einsicht bei ihr zu erreichen, bekam er nichts anderes als gifttriefende Beschuldigungen. Worte die ihn härter trafen, als es jede von Syrena angedrohte Bekanntschaft mit einem der Müllcontainer hätte sein können. Es tat furchtbar weh, wie selbstverständlich sie davon ausging, dass sein Handeln schlichtweg ein schlechter Charakterzug war. Was hatte sie damals bitteschön gesehen, als Amy und er noch zusammen waren? War er in dieser Geschichte immer schon der Bösewicht? Aber warum machte er sich deswegen eigentlich Gedanken? Vielleicht war einen kleiner Moment sogar ein Hauch der Auswirkung ihrer verletzenden Worte in seinen Augen zu erahnen. Allerdings nur für eine sehr kurze Zeitspanne, denn gleich darauf verschloss dich der Hexer wieder. Packte alle Gefühle zurück in die Kiste, die durch den verbalen Angriff kurzzeitig einen spaltbreit aufgestoßen worden war, klappte den Deckel zu und verschloss alles wieder sorgfältig. Den wahren Grund, warum er Amy das antun musste, kannte nur er. Und daran würde sich auch nichts ändern. Er alleine wusste, warum er versuchte, ihr Leben zu retten, indem er sie aus seinem ausschloss. Und er alleine würde für den Rest seines eigenen Daseins mit der Schuld dieses Handelns leben müssen.
Syrena sollte ihn deswegen hassen. Der Fluch war das Ergebnis davon. Doch nichts, was sie ihm hätte antun können, übertraf den tiefen Schmerz, der tagtäglich sein Begleiter war. Stets verborgen hinter der Maske desjenigen, wie sein Umfeld ihn kannte. Keiner wusste, wie es ihm wirklich ging. Oder wie es wirklich in ihm aussah. Und ganz sicherlich würde er bei der Hexe, die mit der Münze in der Hand vor ihm her stiefelte, nicht anfangen sich zu öffnen. Mit ihrem Hass und ihrer Abneigung konnte er hundertmal besser umgehen, als damit, dass sie so etwas wie Verständnis oder gar Mitleid aufbrachte.
Sollte sie überhaupt in der Lage sein, so etwas zu empfinden.
Die Gegend in welche die Münze sie führte, war ein sehr guter Grund, sowohl von den sarkastischen Sticheleien abzulenken wie auch von den Gedanken hinter seiner Stirn, die sich zu verselbständigen drohten. Auch Antares sah sich betreten um. Wer hier wohnte, war kein Teil mehr der Gesellschaft.
Ob sie hier tatsächlich richtig waren? Doch wenn er auch liebend gerne die Qualitäten als Pfadfinderin bei Syrena anzweifeln wollte, hatte auch er das Licht der Münze gesehen, welches stets intensiver wurde, je näher sie sich dem Gebäude hier näherten.
Seine Befürchtungen, die Eltern wollten mit dem Verkauf des Kindes Geld verdienen, schien sich auf schreckliche Art und Weise zu bestätigen. Allerspätestens, als sich die Türe gegen alle vernünftigen Erwartungen öffnete und er in das verdammt junge und verängstigt Gesicht blickte. Aber kein Wunder. Syrena war an ihren guten Tagen bereits keine angenehme Gesellschaft. Doch so wie sie momentan aussah, wäre wohl so mancher Erwachsener vor ihr weggelaufen. Er hätte sie heilen sollen! Nicht um ihr einen Gefallen zu tun. Um genau das Gegenteil zu erreichen, nahm er sich vorhin ein klein wenig ihrer Energie. Nur eine Priese, nicht der Rede wert. Der Dunkelhaarige braucht sie nicht. Und doch erneut ein kleiner Hieb gegen sie, um ihr zu beweisen, sie mochte ihn einmal überrumpelt haben, doch deswegen keinesfalls überlegen zu sein.
Nein, er hätte ihre Erscheinung zu Gunsten des Mädchens verbessern sollen. Zum Einen war dies nun allerdings schon zu spät. Und zum Anderen hätte Syrena den Unterschied sicherlich nicht erkannt und wieder Mordio geschrien, weil er sich anmaßte, über sie zu bestimmen. Musste es also irgendwie anders gehen.
Was Antares aber ehrlich überraschte, war die Welle der Sanftmut die ihn erreichte. Was zum? Zum Glück für alle Beteiligten, stand er schräg hinter der Hexe, sodass diese seinen für einen Moment ehrlich verwunderten Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. Schlug da tatsächlich ein Herz in ihrer Brust? Dies zu klären, musste auf später verschoben werden, denn die Angst des Mädchens überlagerte alles. Und bei dem Verhandlungsgeschick der werten Dame neben ihm, war diese Angelegenheit schnell erledigt. Ein Hydrant auf der Straße war einfallsreicher als Syrena. Wenn ihnen gleich die Türe vor den Nasen zugeknallt wurde, konnten sie entweder unverrichteter Dinge gehen, oder mussten sich mit größerem Aufsehen Zutritt verschaffen. Auf beides hatte Antares keine Lust. Deswegen griff er mental nach den Angstgefühlen. Die Magie war unsichtbar, doch für die andere anwesende Magieanwendende spürbar. "Was die nette Dame damit sagen möchte ist, ob du uns bitte reinlässt. Dann können wir in Ruhe mit dir darüber reden." Es war nur ein Hauch. Kein gewalttätiges Übernehmen ihrer Gefühle. Antares Empathie überlagerte nur die gröbste Angst und vermittelte eine gewisse Sicherheit. Ein Können welches leider nicht immer mit Erfolg gekrönt war. Wäre auch zu schön, wenn er Syrena dazu bringen konnte, den Boden zu küssen, auf dem er ging. Aber hier hatte er es nicht mit einer talentierten Hexe zu tun. Es war ein junges, verängstigtes Mädchen. Antares griff gerade so viel ein, dass sich die Kleine nicht unwohl fühlte. Aber genügend, damit sie nun einen Schritt zurück machte und die Türe für sie beide aufhielt. "Bitte, nach dir." Raunte Antares zu Syrena. Nicht verhehlend, wie grandios sie mit ihrem Annäherungsversuch gescheitert war.
Nachdem beide eingetreten waren, schloss der Dunkelhaarige die Türe hinter sich. Noch immer behielt er den Impuls aufrecht, der dem Mädchen ein besänftigendes Gefühl vermittelte. "Verrätst du uns deinen Namen? Und wie deine Freundin hier schon meinte, wir sind deinetwegen hier. Wir wollen dir helfen. Wie lange sind deine Eltern schon weg?"
Die großen Augen gingen von Syrena zu ihm und wieder zu ihr zurück. Scheinbar glaubte sie in der Hexe diejenige zu sehen, der sie mehr vertrauen konnte. Gern geschehen!
Nachdem sie ihren Namen nannte, sah Antares sich kurz um. Abgelebte Möbel, Farbe die teilweise von der Wand blätterte, der Teppichboden, welcher so schmutzig war, das man die ursprüngliche Farbe gar nicht mehr erahnen konnte. Auf dem niederen Wohnzimmertisch sah man einen leeren Pizzakarton, der da auch nicht erst seit heute Mittag da lag. Hatte sie etwa gar nichts zu essen? "Meine Eltern sind bereits den zweiten Tag weg. Sie kommen aber bestimmt bald wieder." Hinter sich konnte Syrena hören, wie Antares einatmete. "Sie haben sie hier zurück gelassen, damit man sie abholt, wie Schlachtvieh." Da war sie wieder diese Wut welche zum ersten Mal in Club erkennbar wurde. Diesmal unterschwellig aber deswegen nicht weniger deutlich vorhanden. "Was machen wir mit ihr?"
Syrena sollte ihn deswegen hassen. Der Fluch war das Ergebnis davon. Doch nichts, was sie ihm hätte antun können, übertraf den tiefen Schmerz, der tagtäglich sein Begleiter war. Stets verborgen hinter der Maske desjenigen, wie sein Umfeld ihn kannte. Keiner wusste, wie es ihm wirklich ging. Oder wie es wirklich in ihm aussah. Und ganz sicherlich würde er bei der Hexe, die mit der Münze in der Hand vor ihm her stiefelte, nicht anfangen sich zu öffnen. Mit ihrem Hass und ihrer Abneigung konnte er hundertmal besser umgehen, als damit, dass sie so etwas wie Verständnis oder gar Mitleid aufbrachte.
Sollte sie überhaupt in der Lage sein, so etwas zu empfinden.
Die Gegend in welche die Münze sie führte, war ein sehr guter Grund, sowohl von den sarkastischen Sticheleien abzulenken wie auch von den Gedanken hinter seiner Stirn, die sich zu verselbständigen drohten. Auch Antares sah sich betreten um. Wer hier wohnte, war kein Teil mehr der Gesellschaft.
Ob sie hier tatsächlich richtig waren? Doch wenn er auch liebend gerne die Qualitäten als Pfadfinderin bei Syrena anzweifeln wollte, hatte auch er das Licht der Münze gesehen, welches stets intensiver wurde, je näher sie sich dem Gebäude hier näherten.
Seine Befürchtungen, die Eltern wollten mit dem Verkauf des Kindes Geld verdienen, schien sich auf schreckliche Art und Weise zu bestätigen. Allerspätestens, als sich die Türe gegen alle vernünftigen Erwartungen öffnete und er in das verdammt junge und verängstigt Gesicht blickte. Aber kein Wunder. Syrena war an ihren guten Tagen bereits keine angenehme Gesellschaft. Doch so wie sie momentan aussah, wäre wohl so mancher Erwachsener vor ihr weggelaufen. Er hätte sie heilen sollen! Nicht um ihr einen Gefallen zu tun. Um genau das Gegenteil zu erreichen, nahm er sich vorhin ein klein wenig ihrer Energie. Nur eine Priese, nicht der Rede wert. Der Dunkelhaarige braucht sie nicht. Und doch erneut ein kleiner Hieb gegen sie, um ihr zu beweisen, sie mochte ihn einmal überrumpelt haben, doch deswegen keinesfalls überlegen zu sein.
Nein, er hätte ihre Erscheinung zu Gunsten des Mädchens verbessern sollen. Zum Einen war dies nun allerdings schon zu spät. Und zum Anderen hätte Syrena den Unterschied sicherlich nicht erkannt und wieder Mordio geschrien, weil er sich anmaßte, über sie zu bestimmen. Musste es also irgendwie anders gehen.
Was Antares aber ehrlich überraschte, war die Welle der Sanftmut die ihn erreichte. Was zum? Zum Glück für alle Beteiligten, stand er schräg hinter der Hexe, sodass diese seinen für einen Moment ehrlich verwunderten Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. Schlug da tatsächlich ein Herz in ihrer Brust? Dies zu klären, musste auf später verschoben werden, denn die Angst des Mädchens überlagerte alles. Und bei dem Verhandlungsgeschick der werten Dame neben ihm, war diese Angelegenheit schnell erledigt. Ein Hydrant auf der Straße war einfallsreicher als Syrena. Wenn ihnen gleich die Türe vor den Nasen zugeknallt wurde, konnten sie entweder unverrichteter Dinge gehen, oder mussten sich mit größerem Aufsehen Zutritt verschaffen. Auf beides hatte Antares keine Lust. Deswegen griff er mental nach den Angstgefühlen. Die Magie war unsichtbar, doch für die andere anwesende Magieanwendende spürbar. "Was die nette Dame damit sagen möchte ist, ob du uns bitte reinlässt. Dann können wir in Ruhe mit dir darüber reden." Es war nur ein Hauch. Kein gewalttätiges Übernehmen ihrer Gefühle. Antares Empathie überlagerte nur die gröbste Angst und vermittelte eine gewisse Sicherheit. Ein Können welches leider nicht immer mit Erfolg gekrönt war. Wäre auch zu schön, wenn er Syrena dazu bringen konnte, den Boden zu küssen, auf dem er ging. Aber hier hatte er es nicht mit einer talentierten Hexe zu tun. Es war ein junges, verängstigtes Mädchen. Antares griff gerade so viel ein, dass sich die Kleine nicht unwohl fühlte. Aber genügend, damit sie nun einen Schritt zurück machte und die Türe für sie beide aufhielt. "Bitte, nach dir." Raunte Antares zu Syrena. Nicht verhehlend, wie grandios sie mit ihrem Annäherungsversuch gescheitert war.
Nachdem beide eingetreten waren, schloss der Dunkelhaarige die Türe hinter sich. Noch immer behielt er den Impuls aufrecht, der dem Mädchen ein besänftigendes Gefühl vermittelte. "Verrätst du uns deinen Namen? Und wie deine Freundin hier schon meinte, wir sind deinetwegen hier. Wir wollen dir helfen. Wie lange sind deine Eltern schon weg?"
Die großen Augen gingen von Syrena zu ihm und wieder zu ihr zurück. Scheinbar glaubte sie in der Hexe diejenige zu sehen, der sie mehr vertrauen konnte. Gern geschehen!
Nachdem sie ihren Namen nannte, sah Antares sich kurz um. Abgelebte Möbel, Farbe die teilweise von der Wand blätterte, der Teppichboden, welcher so schmutzig war, das man die ursprüngliche Farbe gar nicht mehr erahnen konnte. Auf dem niederen Wohnzimmertisch sah man einen leeren Pizzakarton, der da auch nicht erst seit heute Mittag da lag. Hatte sie etwa gar nichts zu essen? "Meine Eltern sind bereits den zweiten Tag weg. Sie kommen aber bestimmt bald wieder." Hinter sich konnte Syrena hören, wie Antares einatmete. "Sie haben sie hier zurück gelassen, damit man sie abholt, wie Schlachtvieh." Da war sie wieder diese Wut welche zum ersten Mal in Club erkennbar wurde. Diesmal unterschwellig aber deswegen nicht weniger deutlich vorhanden. "Was machen wir mit ihr?"

