Gestern, 21:54
Was war das nur, das Syrena sich ständig reden hören wollte? So lieblich war ihre Stimme auch wieder nicht. Ständig versuchte sie ihn verbal zu überbieten. Weder behauptete er, moralisch besser dazustehen, noch, dass sein Arbeitgeber auch nur in die Nähe von moralischen Vorstellungen kam. Aber scheinbar hielt sie sich für berufen, ihn ständig darauf hinzuweisen. Antares wünschte sich regelrecht die Zeit zurück, als sie ihn aus der Ferne versuchte mit ihren Blicken zu erdolchen, wenn sie ihn zusammen mit Amy sah. Das würde aber auch implizieren, dass seine Freundin wieder lebendig wäre. Für einen kurzen Moment sah der Dunkelhaarige an Syrena vorbei. Jeden gifttriefenden Blick seiner Gegenüber würde er auf sich nehmen, wäre Amy doch nur wieder hier. Syrena könnte sich den Mund fusselig reden, ihn nochmal zweimal verfluchen, es spielte keine Rolle. Wenn Amy nur wieder lebendig würde. Doch all seine Zauberkraft reichte dafür nicht aus. Selbst zusammen mit der von Syrena war es unmöglich. Diese traurige Gemeinsamkeit einte sie leider. Antares würde seinen Stolz hinten anstellen, sogar darum bitten und wenn sie es verlangte auch betteln, wenn dies am Ende nur die von ihnen beiden auf unterschiedliche Weise geliebte Person, wieder zurück bringen würde. Aber selbst all seine Überzeugung seines Könnens und auch die Überschätzen von Syrena halfen nichts. Genauso wenig wie es ihn weiterbrachte, sich in Wunschdenken oder Erinnerungen an vergangene Tage zu verlieren.
Was aber auch nicht weiterhalf war dieses Dauergequatsche der Brünetten. Glaubte sie ernsthaft, ihn würde irgend etwas von dem was sie von sich gab, interessierten? Wollte sie ihn beleidigen? Es war nicht wirklich gut erkennbar, dafür hörte Antares einfach nicht aufmerksam genug zu. Hätte sie vor vier Jahren auch so viel gequatscht, als sie unangemeldet bei ihm vor der Wohnungstür stand, es wäre ihm viel besser möglich gewesen, sich gegen den anstehenden Fluch zu wappnen. Gegen unangemeldet Frauenbesuch war grundsätzlich nichts einzuwenden. Außer es war Syrena. Sie hatte ihn verflucht, ohne sich zu erklären, ohne Vorwarnung und verdammt nochmal ohne jedes Recht.
Eine kleine Genugtuung war ihre Aufforderung, den Zauber von ihr zu nehmen. "Fühlt sich nicht gut an, wenn jemand anderes einem seine Magie und damit seinen Willen aufzwingen, hm?" Kühl aber frei von sonstigen Emotionen, sah er Syrena dabei direkt ins Gesicht. Jetzt war es nur seine Magie, der ihre momentanen Schmerzen verstärkte. Er lebte seit vier Jahren mit dem ihm aufgezwungen Fluch. Aus diesem Grund kam er ihrer Aufforderung auch nicht sofort nach. Allerdings wurde schnell klar, sein eigenes Ego musste Antares zurückstellen, denn das Wohl des Kindes war wichtiger. Dennoch kam er einfach nicht umhin sich diesen kurzen Moment des Triumph zu gönnen. Zumal damit auch sichergestellt wurde, dass er sich genauso wie sie, nicht gerne etwas befehlen ließ. Sie hatte ihn einmal und unumkehrbar erwischt, verflucht und könnte sich daran jeden Tag neu erfreuen, wäre er ihr nicht vollkommen gleichgültig. Sie hielt sich ganz offenbar für die Spitze der magischen Evolution. Und auch, wenn Syrena versuchte, ihn und sein Können anzuzweifeln, war auch er nicht erst seit gestern ein Hexer. Allerdings besaß er von ihnen beiden scheinbar mehr Klasse. Denn ihm war durchaus bewusst, er kam nur gerade so nahe an sie heran, weil sie sich ein paar Schüsse eingefangen hatte. Offen anlegen, wenn sie auf ihrer magischen Höhe war, (die Höhe der geistige Verfassung blieb mal ausgeklammert), würde Antares sich ohne zwingend notwendige Gründe nicht. Denn auch wenn er dies nicht ohne Folter zugeben würde, Antares respektieren ihr Können sehr wohl. Er selber war ja, was das betraf, der beste lebende Beweis. Sagen oder ihr das in irgend einer Weise zu verstehen zu geben, tat er selbstredend nicht. Und wenn sie auch nur einen Moment von ihrem hohen Ross herunter kommen würde, wäre ihr vielleicht auch klar geworden, seine Drohung galt dem Selbstschutz. Aber Madame lebte in ihrer eigenen Welt. Antares sah sich nicht verpflichtet, Syrena darauf hinzuweisen. Stattdessen trat er zurück und nahm damit auch den Zauber von ihr. Nicht ohne, kaum merklich aber am Ende doch spürbar noch eine Kleinigkeit ihre ohnehin schon spärlich vorhandenen Magie abzuziehen. Nur so als finale Racheakt für ihr Gelaber.
Das Mädchen war nun aber wichtiger und so ließ er Syrena vorangehen. Verdrehte nur einmal kurz die Augen auf ihren weiteren bissigen Kommentar und gab den Weg frei. Absichtlich entstand ein kleiner Abstand zwischen ihnen. Die plausible Erklärung war, dass er mit dem laufenden Zombie nicht in Zusammenhang gebracht werden wollte. Ein ganz anderer aber blieb sein Geheimnis. Seit so vielen Jahren lebte Antares mit dem Fluch. Eine kurze Weile nach der erfolgten Verfluchung, fand er darin ein Schlupfloch. Es war sein Können und sein Talent, nur am Rande erwähnt. Aber es kostete Kraft und Konzentration. Selbst jetzt noch, mit dem Talisman, den sein Chef ihm netterweise überreichte. In seiner menschlichen Gestalt zerrte der Fluch an ihm. Stets im Hintergrund und nicht aufdringlich. Aber so penetrant, dass er ihn nie ganz vergessen konnte. Jetzt aber, in unmittelbarer Nähe der Hexe, die ihn ausgesprochen hatte, war der Zauber präsenter. Und das gefiel ihm nicht. Er wollte sich keinesfalls die Blöße geben, nun vor ihr auf seine vier Pfoten zu sinken. Nicht ungewollt. Daher sollte Syrena in dem Glauben voranschreiten, sie habe nun das Zepter übernommen. Tat ihrem Ego sicherlich gut. Wobei Antares sich ernsthaft fragte, wie lange sie noch durchhielt. Vielleicht musste er ja nur genügend Geduld aufbringen und warten, bis sie endgültig in die Knie ging und er konnte die Münze an sich nehmen. Bis dahin sollte sie einfach weiter vor sich hin sticheln. "Dein Ego braucht Platz. Da will ich dich nicht einengen."
Nachdem das geklärt war folgte er tatsächlich ohne weitere Diskussion der Hexe und der Münze, die den Weg vorgaben. Es war immer noch erschreckend, dass es tatsächlich jemanden gab, der diese Art Ortungszauber entwickelte. Diese Hexe oder auch Hexer war wirklich jemand ohne Gewissen. Außer die betreffende Person wusste nicht, was man mit dem Zauber anstellte oder für welchen Zweck man ihn pervertierte. Es war damit beinahe jedem Tölpel möglich, Kinder mit besonderen Fähigkeiten aufzuspüren und sie meistbietend zu verkaufen. Besser er dachte sich nicht noch tiefer in die Materie ein, sonst nahm sein Zorn auf diese Unbekannten überhand und ihm reichte schon das angeschlagene Rumpelstilzchen, welches da vor ihm ging.
Ihr Weg führte sie zu einem Häuschen in einer Stichstraße. Abseits des Trubels der Innenstadt, schien dieses Gebäude zwischen den glanzvollen Bauten drumherum wie aus der Zeit gefallen zu sein. Eine böse Ahnung beschlich Antares. Was, wenn die Eltern des Mädchens sich aus diesem Elend freilaukaufen wollten? Besser er fand das nie heraus.
Das Licht der Münze war nun so hell wie während des ganzen Weges nicht. "Scheinbar hast du den richtigen Weg gefunden." Er deutete auf die Eingangstür. "Bitte, du wolltest das Mädchen finden." Dabei verbarg er aber nicht den musternden Blick, der über ihre Erscheinung glitt. Sie sah aus, wie eine an Halloween entlaufen Schaufensterpuppe. Aber bitte, sie wusste ja, was sie tat. Als Syrena an die Türe trat, kam er hinter ihr her. Nahe, jedoch nicht bedrohlich. Dennoch so, dass er schnell eingreifen könnte, sollte sie nun doch irgend in Ding drehen wollen. Denn der kleine Spaziergang hatte nichts daran geändert, dass er Syrena nicht soweit vertraute, wie er sie am liebsten werfen würde.
Es dauerte nicht lange, da wurde ihnen die Türe geöffnet. Man hörte den Schlüssel, der ihm Schloss herumgedreht wurde und durch einen schalen Spalt blickte ihnen das blasses Gesicht einer Zwölfjährigen entgegen.
Was aber auch nicht weiterhalf war dieses Dauergequatsche der Brünetten. Glaubte sie ernsthaft, ihn würde irgend etwas von dem was sie von sich gab, interessierten? Wollte sie ihn beleidigen? Es war nicht wirklich gut erkennbar, dafür hörte Antares einfach nicht aufmerksam genug zu. Hätte sie vor vier Jahren auch so viel gequatscht, als sie unangemeldet bei ihm vor der Wohnungstür stand, es wäre ihm viel besser möglich gewesen, sich gegen den anstehenden Fluch zu wappnen. Gegen unangemeldet Frauenbesuch war grundsätzlich nichts einzuwenden. Außer es war Syrena. Sie hatte ihn verflucht, ohne sich zu erklären, ohne Vorwarnung und verdammt nochmal ohne jedes Recht.
Eine kleine Genugtuung war ihre Aufforderung, den Zauber von ihr zu nehmen. "Fühlt sich nicht gut an, wenn jemand anderes einem seine Magie und damit seinen Willen aufzwingen, hm?" Kühl aber frei von sonstigen Emotionen, sah er Syrena dabei direkt ins Gesicht. Jetzt war es nur seine Magie, der ihre momentanen Schmerzen verstärkte. Er lebte seit vier Jahren mit dem ihm aufgezwungen Fluch. Aus diesem Grund kam er ihrer Aufforderung auch nicht sofort nach. Allerdings wurde schnell klar, sein eigenes Ego musste Antares zurückstellen, denn das Wohl des Kindes war wichtiger. Dennoch kam er einfach nicht umhin sich diesen kurzen Moment des Triumph zu gönnen. Zumal damit auch sichergestellt wurde, dass er sich genauso wie sie, nicht gerne etwas befehlen ließ. Sie hatte ihn einmal und unumkehrbar erwischt, verflucht und könnte sich daran jeden Tag neu erfreuen, wäre er ihr nicht vollkommen gleichgültig. Sie hielt sich ganz offenbar für die Spitze der magischen Evolution. Und auch, wenn Syrena versuchte, ihn und sein Können anzuzweifeln, war auch er nicht erst seit gestern ein Hexer. Allerdings besaß er von ihnen beiden scheinbar mehr Klasse. Denn ihm war durchaus bewusst, er kam nur gerade so nahe an sie heran, weil sie sich ein paar Schüsse eingefangen hatte. Offen anlegen, wenn sie auf ihrer magischen Höhe war, (die Höhe der geistige Verfassung blieb mal ausgeklammert), würde Antares sich ohne zwingend notwendige Gründe nicht. Denn auch wenn er dies nicht ohne Folter zugeben würde, Antares respektieren ihr Können sehr wohl. Er selber war ja, was das betraf, der beste lebende Beweis. Sagen oder ihr das in irgend einer Weise zu verstehen zu geben, tat er selbstredend nicht. Und wenn sie auch nur einen Moment von ihrem hohen Ross herunter kommen würde, wäre ihr vielleicht auch klar geworden, seine Drohung galt dem Selbstschutz. Aber Madame lebte in ihrer eigenen Welt. Antares sah sich nicht verpflichtet, Syrena darauf hinzuweisen. Stattdessen trat er zurück und nahm damit auch den Zauber von ihr. Nicht ohne, kaum merklich aber am Ende doch spürbar noch eine Kleinigkeit ihre ohnehin schon spärlich vorhandenen Magie abzuziehen. Nur so als finale Racheakt für ihr Gelaber.
Das Mädchen war nun aber wichtiger und so ließ er Syrena vorangehen. Verdrehte nur einmal kurz die Augen auf ihren weiteren bissigen Kommentar und gab den Weg frei. Absichtlich entstand ein kleiner Abstand zwischen ihnen. Die plausible Erklärung war, dass er mit dem laufenden Zombie nicht in Zusammenhang gebracht werden wollte. Ein ganz anderer aber blieb sein Geheimnis. Seit so vielen Jahren lebte Antares mit dem Fluch. Eine kurze Weile nach der erfolgten Verfluchung, fand er darin ein Schlupfloch. Es war sein Können und sein Talent, nur am Rande erwähnt. Aber es kostete Kraft und Konzentration. Selbst jetzt noch, mit dem Talisman, den sein Chef ihm netterweise überreichte. In seiner menschlichen Gestalt zerrte der Fluch an ihm. Stets im Hintergrund und nicht aufdringlich. Aber so penetrant, dass er ihn nie ganz vergessen konnte. Jetzt aber, in unmittelbarer Nähe der Hexe, die ihn ausgesprochen hatte, war der Zauber präsenter. Und das gefiel ihm nicht. Er wollte sich keinesfalls die Blöße geben, nun vor ihr auf seine vier Pfoten zu sinken. Nicht ungewollt. Daher sollte Syrena in dem Glauben voranschreiten, sie habe nun das Zepter übernommen. Tat ihrem Ego sicherlich gut. Wobei Antares sich ernsthaft fragte, wie lange sie noch durchhielt. Vielleicht musste er ja nur genügend Geduld aufbringen und warten, bis sie endgültig in die Knie ging und er konnte die Münze an sich nehmen. Bis dahin sollte sie einfach weiter vor sich hin sticheln. "Dein Ego braucht Platz. Da will ich dich nicht einengen."
Nachdem das geklärt war folgte er tatsächlich ohne weitere Diskussion der Hexe und der Münze, die den Weg vorgaben. Es war immer noch erschreckend, dass es tatsächlich jemanden gab, der diese Art Ortungszauber entwickelte. Diese Hexe oder auch Hexer war wirklich jemand ohne Gewissen. Außer die betreffende Person wusste nicht, was man mit dem Zauber anstellte oder für welchen Zweck man ihn pervertierte. Es war damit beinahe jedem Tölpel möglich, Kinder mit besonderen Fähigkeiten aufzuspüren und sie meistbietend zu verkaufen. Besser er dachte sich nicht noch tiefer in die Materie ein, sonst nahm sein Zorn auf diese Unbekannten überhand und ihm reichte schon das angeschlagene Rumpelstilzchen, welches da vor ihm ging.
Ihr Weg führte sie zu einem Häuschen in einer Stichstraße. Abseits des Trubels der Innenstadt, schien dieses Gebäude zwischen den glanzvollen Bauten drumherum wie aus der Zeit gefallen zu sein. Eine böse Ahnung beschlich Antares. Was, wenn die Eltern des Mädchens sich aus diesem Elend freilaukaufen wollten? Besser er fand das nie heraus.
Das Licht der Münze war nun so hell wie während des ganzen Weges nicht. "Scheinbar hast du den richtigen Weg gefunden." Er deutete auf die Eingangstür. "Bitte, du wolltest das Mädchen finden." Dabei verbarg er aber nicht den musternden Blick, der über ihre Erscheinung glitt. Sie sah aus, wie eine an Halloween entlaufen Schaufensterpuppe. Aber bitte, sie wusste ja, was sie tat. Als Syrena an die Türe trat, kam er hinter ihr her. Nahe, jedoch nicht bedrohlich. Dennoch so, dass er schnell eingreifen könnte, sollte sie nun doch irgend in Ding drehen wollen. Denn der kleine Spaziergang hatte nichts daran geändert, dass er Syrena nicht soweit vertraute, wie er sie am liebsten werfen würde.
Es dauerte nicht lange, da wurde ihnen die Türe geöffnet. Man hörte den Schlüssel, der ihm Schloss herumgedreht wurde und durch einen schalen Spalt blickte ihnen das blasses Gesicht einer Zwölfjährigen entgegen.

