08.09.2026, 21:57
Was er hier tat, durfte zurecht moralisch angezweifelt werden. Die Frau vor ihm bräuchte neben sauberen Klamotten und einer Einweisung in eine psychiatrische Klink allen voran medizinische Hilfe. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, ihr dies zukommen zu lassen. So wie er ihren Schmerz gerade kanalisierte, hätte er ihn auch wegnehmen können. Zusammen mit der Wundheilung und einem allgemeinen Upgrade zu einem wieder gesund funktionierenden Körper. Stattdessen verstärkte der Hexer ihren Schmerz. Seine Magie spürte ihn auf, umschloss ihn und sorgte dafür, dass sie ihn um so viel intensiver und stärker wahrnahm. Denn an ihrer Wunde veränderte Antares rein gar nichts. So sadistisch veranlagt war er nun auch nicht. Zumindest heute nicht. Und für einen ganz kleinen Moment ging es nicht mehr nur alleine um die Münze. Es war ein minimaler Triumph darüber, was sie ihm vor vier Jahren angetan hatte. Bereits als er ihr in dieser Gasse die Erinnerung an den wahren Grund nahm, warum ihre Mutter verschwand, fühlte es sich gut an. Jetzt und hier aber wurde das noch um einiges gesteigert. Antares hatte nie behauptet nett zu sein. Vor allem nachdem er die einzige Person verlor, die ihm jemals wirklich etwas bedeutete. Seinem Vater war er grundsätzlich gleichgültig, der erwartete einen perfekten Sohn, wenn er zwischendurch mal Zuhause war. Und seine Großmutter machte es sich zum Ziel, genau diese Erwartungen noch zu perfektionieren und aus ihm einen mächtigen Hexer zu machen. Noch heute hörte er ihre felsenfeste Überzeugungen darüber, dass er angeblich von den Salem-Hexen abstammte. Einen Beweis dafür gab es nie und mittlerweile suchte er auch nicht mehr danach. Aber was beiden mit ihrem Verhalten gelang, war aus ihm jemanden zu machen, der nach außen hin nichts anderes zeigte als Stärke. Egal wie mies der Tag in der Schule war, wer einen ärgerte oder was auch immer einen belastete, es interessierte niemanden. Schwäche zeigte man nicht.
Bis es plötzlich jemanden gab, die sich dafür interessierte. Amy konnte ihn lesen wie ein offenes Buch. Sie sprach nicht einmal oft darüber, sie lächelte ihn einfach nur an und für Antares war der Tag gerettet. Sie kannte seine Vorliebe für Schokolade und wann immer er eine Tasche öffnete, fand er darin eine kleine Packung von ihr. Meistens mit einem lustigen oder sinnigen Spruch versehen, den sie mit ihrem kitschigen Glitzerstift fein säuberlich darauf schrieb. Und wenn sie sich nach der Schule trafen, erzählte sie ihm von ihrem Tag. Jede Kleinigkeit, alles was sie erlebte. Damals war es ihm manchmal zu viel und er unterbrach sie, weil er fürchtete, sie könnten zu spät ins Kino kommen, wenn sie mal wieder keinen Punkt fand. Heute wünschte Antares sich so sehr, er hätte sie jedes einzelne Wort aussprechen lassen. Wie sie ihre Nase kraus zog, wenn sie lachte. Oder über was sie sich alles begeistern konnte. Nie würde er den Abend vergessen, an der er ihr die Armkette schenkte, weil sie ihm Tage zuvor ihre Sorgen anvertraute, für die bevorstehenden Prüfungen nicht genügend vorbereitet zu sein. Der darin enthaltene, rote Edelstein, sollte ihr helfen. Sie fiel ihm um den Hals und er glaubte einen Tinnitus zu bekommen, so quietschte sie vor Freude. Sie wollte ihn gar nicht mehr loslassen und das ausgemachte Abendessen fiel an dem Abend aus, denn sie zog ihn hinter sich her ins Schlafzimmer. Mit Amy war alles wundervoll und er fing an, sich ebenfalls zu öffnen. Sie musste nicht mehr alles magisch erfragen. Er begann tatsächlich ihr von seinen Zukunftsängsten zu erzählen. Sie war die erste Person, die ihm wirklich zuhörte. Nicht zwischen Tür und Angel und dann mit einer abwinkenden Geste meinte, er würde das schon schaffen. Nein, sie wollte es wirklich wissen. Und wenn sie tatsächlich mal keinen Rat wusste, küsste sie ihn lange. Es war ihr Glückskuss für ihn, wie sie es stets nannte.
Und dann war sie weg. Einfach so. Und er war schuld daran. Heute noch zerbrach er bei der Erinnerung an ihren enttäuschten, traurigen und gekränkten Blick, als sie ihn mit der Rothaarigen im Bett sah. Er hatte es extra so ausgelegt, weil sie ihn immer an diesem Abend in der Woche und um diese Uhrzeit besuchen kam. Ihre fröhliche Begrüßung im Flur, dann ihre Schritte, die sich näherten und schließlich ihre unendliche Trauer. Antares hatte um diese Erinnerungen einen Zauber gesprochen, sie in ein Kästchen gesperrt, mit Ketten gesichert und den Schlüssel dazu weggeworfen. Zu groß war seine eigene Trauer um ihren Verlust. Der noch mehr wurde, als er erfuhr, was mit Amy geschah.
Und als wäre diese Scham, diese Trauer und seine Wut auf seine eigene Familie, auf die Frau, die ihn aufzog und ihm nun das wegnahm, was er als einziges bisher wirklich begehrte, nicht bereits ausreichend, kam dann auch noch Syrena. Als hätte er sich mit seinem Tun selbst nicht schon für den Rest seines Lebens verflucht, tat sie es tatsächlich. Jetzt und hier nahm er sich ein bisschen was dieser Genugtuung zurück. Nicht lange, nicht viel und doch spürbar.
Das dieser Moment nicht lange anhielt, war absehbar. Als Syrena ihn angriff, wehrte Antares ihren magischen Wutball ab. Nichts anderes als das war es nämlich. Sie war angegriffen und nicht auf der Höhe, weswegen es ihm vergleichsweise leicht fiel. Er selbst war ebenfalls niemand, der Magie nur in seiner Freizeit ausübte und dennoch war Wut und Zorn sehr brauchbar dafür, die eigene Magie zu verstärken. Etwas, auf das er nur sehr selten zurück griff, denn je unkontrollierter man sein Können einsetzte umso verehrender waren die Auswirkungen. Was man nun auch wieder erkannte. Antares war der Kerl egal, der nun auch niemanden mehr angreifen würde. Aber er konnte für einen kurzen Moment unter die Maske der Wut blicken, welche Syrenas eigentlich gar nicht so unansehnliches Gesicht die ganze Zeit zu einer weniger ansehnlichen Fratze werden ließ. Sie hatte das nicht geplant. Und diese Erkenntnis war nicht sonderlich aufbauend. Daher lockerte er seinen Zauber etwas, wenngleich er ihn nicht gänzlich von ihr nahm. Nun auch aus Eigenschutz. Wenn sie plötzlich ihn angriff und ihre Magie nicht unter Kontrolle hatte, war er der nächste über den sie sich beugen konnte und mit einem Ups, darüber hinwegsteigen. Diesen finalen Sieg gönnte er der etwas Jüngeren wahrlich noch nicht.
Wobei er sich nicht allzu lange danach beinahe wünschte, es würde irgend etwas passieren, dass sie endlich zu reden aufhörte. Was war das? Eine nervöse Übersprungshandlung? Wollte sie das Purple Heart in Keksform verliehen bekommen für ihre Taten? "Sag mal, hört das auch mal wieder auf?" Wollte er von ihr wissen, als sie zwischen ihren Wasauchimmer das sein sollte, mal Luft holen musste. Ihn beleidigen? Sich selbst auf ein Podest stellen? Ihn wieder beleidigen, sich selbst dabei größer machen? Ihn wieder beleidigen und dann behaupten moralisch besser dazustehen? Irgendwann war der Dunkelhaarige ausgestiegen und ließ es in seinem Kopf nur noch klingen wie das Zirpen der Grillen.
"Die Typen haben von dir die Münze verlangt, du lässt dir nichts sagen und hast wie ein verzogenes Kind mit dem Fuß aufgestampft. Das soll ich nun würdigen? Du warst einfach du." Er zuckte mit den Schultern und lachte humorlos. "Aber bitte, du darfst reingehen und dir dafür an der Bar eine Kirsche abholen." Mit einer übertriebenen Geste, deutete er Antares auf den Hintereingang.
Auf ihre Behauptungen, er hätte nicht das Recht die Münze zu verlangen, weil sie seine eigenen Moralvorstellungen anzweifelte, schüttelte er nur den Kopf. Das Thema fing er gar nicht erst an und sie bekam nur ein absichtlich fieses Grinsen, als sie anmerkte, er habe die ganze Zeit zugesehen. Beinahe hätte er noch bedauert, kein Popcorn gehabt zu haben, aber selber er erkannte, dass man gewisse Grenzen besser nicht überschreiten sollte. "Im Grunde verlange ich gar nichts von dir. Nur die Münze. Dein Vertrauen kannst du schenken wem du willst. Ich weiß, dass ich dir nicht vertrauen kann und deine moralische Einstellung hast du gerade sehr eindrucksvoll bewiesen." Nein, er verdeutlichte seine Aussage jetzt nicht auch noch mit einer dramatischen Geste zu den beiden Körpern, die nicht mehr aufstehen würden. "Gib mir die Münze und du kannst zu deiner Seelenverkäufer Anwaltsfirma zurück gehen und deine Provision pro Körper abholen." Allerdings verstummte dann auch Antares, als Syrena die Finger ihrer Hand wieder öffnete und die Münze zum Vorschein kam. Er beobachtete ihr Tun und tatsächlich war es so, wie der Hexer behauptete. Man konnte anhand des Lichtscheins erkennen, ob man auf der richtigen Spur war. Was wollte Syrena mit dem Kind? Es morgen zum Frühstück verspeisen? Es als Haussklaven halten? Nein, da war noch mehr. Aber er konnte es schlecht aus der Hexe herausprügeln. Teilnahmslos sah er zu, wie sie aus einer Phiole irgend eine übel riechende und wohl auch ähnlich schmackhafte Brühe zu sich nahm. Bitte, wenn sie meinte, ausgedrückte Kröten halfen ihr besser würde er sich nicht einmischen. Stattdessen genoss er auch diesen kleinen Sieg, denn so wie sie ihr Schnütchen verzog, schmeckte das Zeug wirklich schlecht.
Nun aber musste er sich entscheiden. Eigentlich machte er gerade nur Pause. Andererseits war es ein Ding der Unmöglichkeit, Syrena mit der Münze alleine los zu schicken. Vielleicht musste er seine Auszeit nur ein klein wenig ausweiten. Antares sprang nämlich nicht auf ihre freundliche Einladung an, da konnte sie sich die Zunge pelzig reden, wenn sie meinte ihn beleidigen zu können. Ins Koma reden klappte eventuell schon besser. Aber bis dahin sollte er ihr Unterfangen weiterhin verfolgen.
Blitzschnell packte er das Handgelenk der Hexe. Das, des verletzten Armes an dem sie den Streifschuss einstecken musste. Schraubstockartig packte er zu und sah sie dabei direkt an. Das hier war kein Scherz und genau das sollte sie wissen. "Ich komme mit dir mit. Aber wenn du irgendwelche Tricks vorhast, lass ich dich bluten, verstanden?" Und mit seinen Worten zuckte ein magischer Blitz durch ihren Arm, der die Wunde erneut schmerzen ließ. Kurzzeitig und nicht so extrem wie eben, aber deutlich spürbar. "Da hilft dir dann auch dein Gesöff von eben nichts mehr." Danach ließ er sie los. So plötzlich, wie er sie packte. "Ladies first." Mimte er nun wieder den Galant und deutete mit der Hand in die Richtung, welche aus der Gasse hinaus führte.
Bis es plötzlich jemanden gab, die sich dafür interessierte. Amy konnte ihn lesen wie ein offenes Buch. Sie sprach nicht einmal oft darüber, sie lächelte ihn einfach nur an und für Antares war der Tag gerettet. Sie kannte seine Vorliebe für Schokolade und wann immer er eine Tasche öffnete, fand er darin eine kleine Packung von ihr. Meistens mit einem lustigen oder sinnigen Spruch versehen, den sie mit ihrem kitschigen Glitzerstift fein säuberlich darauf schrieb. Und wenn sie sich nach der Schule trafen, erzählte sie ihm von ihrem Tag. Jede Kleinigkeit, alles was sie erlebte. Damals war es ihm manchmal zu viel und er unterbrach sie, weil er fürchtete, sie könnten zu spät ins Kino kommen, wenn sie mal wieder keinen Punkt fand. Heute wünschte Antares sich so sehr, er hätte sie jedes einzelne Wort aussprechen lassen. Wie sie ihre Nase kraus zog, wenn sie lachte. Oder über was sie sich alles begeistern konnte. Nie würde er den Abend vergessen, an der er ihr die Armkette schenkte, weil sie ihm Tage zuvor ihre Sorgen anvertraute, für die bevorstehenden Prüfungen nicht genügend vorbereitet zu sein. Der darin enthaltene, rote Edelstein, sollte ihr helfen. Sie fiel ihm um den Hals und er glaubte einen Tinnitus zu bekommen, so quietschte sie vor Freude. Sie wollte ihn gar nicht mehr loslassen und das ausgemachte Abendessen fiel an dem Abend aus, denn sie zog ihn hinter sich her ins Schlafzimmer. Mit Amy war alles wundervoll und er fing an, sich ebenfalls zu öffnen. Sie musste nicht mehr alles magisch erfragen. Er begann tatsächlich ihr von seinen Zukunftsängsten zu erzählen. Sie war die erste Person, die ihm wirklich zuhörte. Nicht zwischen Tür und Angel und dann mit einer abwinkenden Geste meinte, er würde das schon schaffen. Nein, sie wollte es wirklich wissen. Und wenn sie tatsächlich mal keinen Rat wusste, küsste sie ihn lange. Es war ihr Glückskuss für ihn, wie sie es stets nannte.
Und dann war sie weg. Einfach so. Und er war schuld daran. Heute noch zerbrach er bei der Erinnerung an ihren enttäuschten, traurigen und gekränkten Blick, als sie ihn mit der Rothaarigen im Bett sah. Er hatte es extra so ausgelegt, weil sie ihn immer an diesem Abend in der Woche und um diese Uhrzeit besuchen kam. Ihre fröhliche Begrüßung im Flur, dann ihre Schritte, die sich näherten und schließlich ihre unendliche Trauer. Antares hatte um diese Erinnerungen einen Zauber gesprochen, sie in ein Kästchen gesperrt, mit Ketten gesichert und den Schlüssel dazu weggeworfen. Zu groß war seine eigene Trauer um ihren Verlust. Der noch mehr wurde, als er erfuhr, was mit Amy geschah.
Und als wäre diese Scham, diese Trauer und seine Wut auf seine eigene Familie, auf die Frau, die ihn aufzog und ihm nun das wegnahm, was er als einziges bisher wirklich begehrte, nicht bereits ausreichend, kam dann auch noch Syrena. Als hätte er sich mit seinem Tun selbst nicht schon für den Rest seines Lebens verflucht, tat sie es tatsächlich. Jetzt und hier nahm er sich ein bisschen was dieser Genugtuung zurück. Nicht lange, nicht viel und doch spürbar.
Das dieser Moment nicht lange anhielt, war absehbar. Als Syrena ihn angriff, wehrte Antares ihren magischen Wutball ab. Nichts anderes als das war es nämlich. Sie war angegriffen und nicht auf der Höhe, weswegen es ihm vergleichsweise leicht fiel. Er selbst war ebenfalls niemand, der Magie nur in seiner Freizeit ausübte und dennoch war Wut und Zorn sehr brauchbar dafür, die eigene Magie zu verstärken. Etwas, auf das er nur sehr selten zurück griff, denn je unkontrollierter man sein Können einsetzte umso verehrender waren die Auswirkungen. Was man nun auch wieder erkannte. Antares war der Kerl egal, der nun auch niemanden mehr angreifen würde. Aber er konnte für einen kurzen Moment unter die Maske der Wut blicken, welche Syrenas eigentlich gar nicht so unansehnliches Gesicht die ganze Zeit zu einer weniger ansehnlichen Fratze werden ließ. Sie hatte das nicht geplant. Und diese Erkenntnis war nicht sonderlich aufbauend. Daher lockerte er seinen Zauber etwas, wenngleich er ihn nicht gänzlich von ihr nahm. Nun auch aus Eigenschutz. Wenn sie plötzlich ihn angriff und ihre Magie nicht unter Kontrolle hatte, war er der nächste über den sie sich beugen konnte und mit einem Ups, darüber hinwegsteigen. Diesen finalen Sieg gönnte er der etwas Jüngeren wahrlich noch nicht.
Wobei er sich nicht allzu lange danach beinahe wünschte, es würde irgend etwas passieren, dass sie endlich zu reden aufhörte. Was war das? Eine nervöse Übersprungshandlung? Wollte sie das Purple Heart in Keksform verliehen bekommen für ihre Taten? "Sag mal, hört das auch mal wieder auf?" Wollte er von ihr wissen, als sie zwischen ihren Wasauchimmer das sein sollte, mal Luft holen musste. Ihn beleidigen? Sich selbst auf ein Podest stellen? Ihn wieder beleidigen, sich selbst dabei größer machen? Ihn wieder beleidigen und dann behaupten moralisch besser dazustehen? Irgendwann war der Dunkelhaarige ausgestiegen und ließ es in seinem Kopf nur noch klingen wie das Zirpen der Grillen.
"Die Typen haben von dir die Münze verlangt, du lässt dir nichts sagen und hast wie ein verzogenes Kind mit dem Fuß aufgestampft. Das soll ich nun würdigen? Du warst einfach du." Er zuckte mit den Schultern und lachte humorlos. "Aber bitte, du darfst reingehen und dir dafür an der Bar eine Kirsche abholen." Mit einer übertriebenen Geste, deutete er Antares auf den Hintereingang.
Auf ihre Behauptungen, er hätte nicht das Recht die Münze zu verlangen, weil sie seine eigenen Moralvorstellungen anzweifelte, schüttelte er nur den Kopf. Das Thema fing er gar nicht erst an und sie bekam nur ein absichtlich fieses Grinsen, als sie anmerkte, er habe die ganze Zeit zugesehen. Beinahe hätte er noch bedauert, kein Popcorn gehabt zu haben, aber selber er erkannte, dass man gewisse Grenzen besser nicht überschreiten sollte. "Im Grunde verlange ich gar nichts von dir. Nur die Münze. Dein Vertrauen kannst du schenken wem du willst. Ich weiß, dass ich dir nicht vertrauen kann und deine moralische Einstellung hast du gerade sehr eindrucksvoll bewiesen." Nein, er verdeutlichte seine Aussage jetzt nicht auch noch mit einer dramatischen Geste zu den beiden Körpern, die nicht mehr aufstehen würden. "Gib mir die Münze und du kannst zu deiner Seelenverkäufer Anwaltsfirma zurück gehen und deine Provision pro Körper abholen." Allerdings verstummte dann auch Antares, als Syrena die Finger ihrer Hand wieder öffnete und die Münze zum Vorschein kam. Er beobachtete ihr Tun und tatsächlich war es so, wie der Hexer behauptete. Man konnte anhand des Lichtscheins erkennen, ob man auf der richtigen Spur war. Was wollte Syrena mit dem Kind? Es morgen zum Frühstück verspeisen? Es als Haussklaven halten? Nein, da war noch mehr. Aber er konnte es schlecht aus der Hexe herausprügeln. Teilnahmslos sah er zu, wie sie aus einer Phiole irgend eine übel riechende und wohl auch ähnlich schmackhafte Brühe zu sich nahm. Bitte, wenn sie meinte, ausgedrückte Kröten halfen ihr besser würde er sich nicht einmischen. Stattdessen genoss er auch diesen kleinen Sieg, denn so wie sie ihr Schnütchen verzog, schmeckte das Zeug wirklich schlecht.
Nun aber musste er sich entscheiden. Eigentlich machte er gerade nur Pause. Andererseits war es ein Ding der Unmöglichkeit, Syrena mit der Münze alleine los zu schicken. Vielleicht musste er seine Auszeit nur ein klein wenig ausweiten. Antares sprang nämlich nicht auf ihre freundliche Einladung an, da konnte sie sich die Zunge pelzig reden, wenn sie meinte ihn beleidigen zu können. Ins Koma reden klappte eventuell schon besser. Aber bis dahin sollte er ihr Unterfangen weiterhin verfolgen.
Blitzschnell packte er das Handgelenk der Hexe. Das, des verletzten Armes an dem sie den Streifschuss einstecken musste. Schraubstockartig packte er zu und sah sie dabei direkt an. Das hier war kein Scherz und genau das sollte sie wissen. "Ich komme mit dir mit. Aber wenn du irgendwelche Tricks vorhast, lass ich dich bluten, verstanden?" Und mit seinen Worten zuckte ein magischer Blitz durch ihren Arm, der die Wunde erneut schmerzen ließ. Kurzzeitig und nicht so extrem wie eben, aber deutlich spürbar. "Da hilft dir dann auch dein Gesöff von eben nichts mehr." Danach ließ er sie los. So plötzlich, wie er sie packte. "Ladies first." Mimte er nun wieder den Galant und deutete mit der Hand in die Richtung, welche aus der Gasse hinaus führte.


