01.09.2026, 22:27
Ach es war so ein schönes Gefühl, wenn seine Gegenüber sich wand, wie eine Ameise im Lichtschein eines Vergrößerungsglases. Ihr Blick sagte ihm, sie wusste, was er wusste. Oder glaubte zumindest, es zu wissen. Aber bevor man jemanden ohne Sinn und Verstand und vor allem ohne dessen Argumente zu hören, verfluchte, sollte man sich vielleicht doch ein klein wenig über denjenigen informieren. Nicht, dass er Syrena damals auch nur mit einem Wort erklärt hätte, warum er das tat, für was er sich bis in alle Tage hassen würde. Mehr noch, nachdem er nun wusste, was aus Amy geworden war. Kurzzeitig legte sich ein dunkler Schatten über seinen Blick, der nicht einmal vom gedämpften Licht des Clubs verdeckt oder damit erklärt werden konnte. Jeder einzelne Gedanke an seine einstige Liebe tat weh. Das Gefühl, jemand erdolchte ihn von hinten mitten ins Herz war in den vier Jahren nicht weniger geworden. Allerdings war jetzt weder der richtige Ort, noch die richtige Zeit, geschweige denn auch nur annährend die richtige Gesellschaft um über so etwas zu sprechen. Das war und blieb sein ganz eigenes Leid und den Fluch den er dafür auferlegt bekam, hatte er bis zu einem gewissen Punkt sogar verdient. Was nicht bedeutete, dass er ihn akzeptierte. Er musste, doch dagegen rebellieren, war sein neuer Lebensinhalt geworden. Und alleine der winzige Moment des Triumphes, als sie ihre Niederlage erkannte, weil er hier vor ihr stand und ihr nicht als vierbeiniges Wesen um die Füße schnurrte, (wobei er ihr eher auf die Designerschuhe brechen würde) war all den bisherigen Aufwand wert.
Natürlich stritt sie es ab, auch nur das geringste Interesse an ihm zu haben, bei ihrer Bemerkung musste er jedoch wieder lachen. Er stellte sich gerade vor, wie sie ihre Spiegelung in ihrem Getränk anhimmelte. "Das sagt mir, du kannst Leid sehr gut ertragen."
Um sich aber tatsächlich nicht noch mehr zu verraten und vor allem, sich nicht den Magen zu verderben, wenn er noch etwas genauer auf die Gefühlswelt der Zicke einging, die da auf dem Barhocker saß, wandte er sich wieder seiner eigentlichen Arbeit zu. Immerhin war er ja auch deswegen hier. Das Erscheinen der Dämonin jedoch verschob die Realität ein klein wenig und es galten mit einem Mal andere Prioritäten.
Das Syrena seine Warnung, die ein einziges Mal nicht gänzlich dafür gedacht war, sie auf Abstand zu halten und in ihre Schranken zu weißen, selbstredend nicht ernst nahm, entlockte ihm nur ein Hochziehen der Schulter. "Ich werde mir in den Finger stechen um auf deiner Beerdigung ein halbwegs trauriges Gesicht machen zu können." Doch damit nicht genug. Sie konnte ihre Niederlage nicht anerkennen und trat sogar nochmal nach. Erneut schnaubte er belustigt. "Dein kleines Geschenk vor vier Jahren hat nichts daran geändert, das ich all das, was mir gegeben wird, in vollen Zügen genieße. Momentan ist es die Tatsache, dass ich wirklich weiß, wer da gerade herein gekommen ist. Und du scheinbar nicht. Aber du bist aber ja angeblich diejenige von uns Beiden die sich für so viel besser hält als alle in ihrer Umgebung." Er machte einen Wink in Richtung der Dämonin. "Have fun!"
Dieser Schuss war daneben gegangen. So sehr er Syrena auch auf den Mond wünschte oder besser gesagt in dessen Planetenkern, so wichtig und bedeutsam war ihm sein Job. Also ignorierte er alle weiteren Sticheleien der Jüngeren, sah nur nochmal kurz zu der Dämonin, die sich weiterhin ihren Weg durch den Club bahnte, als würde er ihr gehören und machte sich daran, ihren Drink zu mischen. Nachdem ein paar harmlosere Zutaten in den Shaker wanderten, konnte Syrena und jede in der Nähe anwesende Hexe mitbekommen, wie Antares einen Sichtschutz hochzog. Die kichernden Mitglieder des Junggesellenabschiedes mussten das nicht sehen. Deren Eltern gehörten sicherlich zu der Spitze der Nahrungskette, aber sie mussten nicht alles wissen. Und auch so manch anderer Besucher sollte nicht unbedingt jedes Detail mitbekommen. Für die Brünette jedoch war es ein Leichtes durch den magischen Schleier zu blicken, sollte ihre Neugier zu groß sein. Nach außen hin arbeitete Antares vollkommen normal weiter, allerdings wurde der Eidechsenkopf, den er soeben aus einem Fach neben den normalen Eiswürfeln nahm durch den Zauber verschleiert. Genauso wie das Horn eines Einhorns, von dem er mit einer Raspel etwas in den Shaker gab. Zudem konnte man mit magischem Blick erkennen, dass der Barkeeper die ganze Zeit einen Zauberspruch wiederholte. Zu guter Letzt, bückte sich der Dunkelhaarige, öffnete mit einem Zauber ein Schubfach im unteren Bereich und holte eine Phiole mit einem roten, zähflüssigen Inhalt heraus. Davon gab er nur einige Tropfen in den Shaker und verschloss alles im Anschluss wieder sorgfältig. Hier war kein Anfänger am Werk. Antares wusste genau, was er tat. Eine Handbewegung folgte, die den zusammengemischten Inhalt im Behältnis in einem grellen Orange aufleuchten ließ, von dem außerhalb der Schutzbarriere nicht zu sehen war. Erst, als der Hexer den Deckel aufsetzte und den Shaker, dieses Mal auf eine ganz andere Weise aber für ein unwissendes Auge einfach nur auf und ab schwenkte, erlosch die Barriere und alles war wie immer.
Naja fast, gäbe es da nicht so ein quakendes Geräusch von der Seite. Cool und gelassen lehnte Antares sich mit der Hüfte gegen den hinteren Teil der Bar und schüttelte weiter. Langsam, bedacht. "Wirklich rührend von dir, dass du dir über den Geschäftssinn meines Chefs Gedanken machst. Ich werde es ihm auf eine Klopapierrolle schreiben und ihm beim nächsten Teammeeting zukommen lassen." Sein Blick ging verächtlich zu der Sprecherin. "Es gibt nicht viele Gäste, ehrlich gesagt habe ich hier drinnen seit ich hier arbeite noch nie jemanden gesehen, der so dämlich ist, die Dämonin offen anzugehen. Aber hey, es muss immer mal ein loses Ende in der Evolution geben, welches keine Überlebenschancen hat." Er sah kurz zu Syrena hinüber, bevor er den Inhalt seines Shakers in ein blickdichtes Gefäß umfüllte und einer Bedienung aufs Tablett stellte, die gerade vorbei kam, als wäre dies ein perfekt einstudierter Tanz. Im Anschluss daran, räumte er den Shaker beiseite und sah nur nochmal einige lange Sekunden zu Syrena hinüber, die sich gerade die größte Mühe gab, ihn aus der Reserve zu locken. Aber wenn sie den Antares von damals erwartete, würde sie vielleicht sogar zum zweiten Mal an diesem Abend überrascht werden. "Deine Beobachtungsgabe ist phänomenal."
Und damit wandte er ihr die kalte Schulter zu. Schließlich hatte sie ihn vor einigen Minuten ja schon drauf aufmerksam gemacht, dass sein Publikum wartete. Und daher wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der kleinen Frauengruppe zu. Auf die Frage, ob er ihnen auch so etwas mixte, lachte Antares geschäftsmäßig und versprach, ihnen stattdessen etwas viel besseres zu machen. Zu wissen, dass da auf der anderen Seite gerade jemand unbedingt mehr von ihm wissen wollte, dies aber nicht erreichte, war ein sehr befriedigendes Gefühl.
Natürlich stritt sie es ab, auch nur das geringste Interesse an ihm zu haben, bei ihrer Bemerkung musste er jedoch wieder lachen. Er stellte sich gerade vor, wie sie ihre Spiegelung in ihrem Getränk anhimmelte. "Das sagt mir, du kannst Leid sehr gut ertragen."
Um sich aber tatsächlich nicht noch mehr zu verraten und vor allem, sich nicht den Magen zu verderben, wenn er noch etwas genauer auf die Gefühlswelt der Zicke einging, die da auf dem Barhocker saß, wandte er sich wieder seiner eigentlichen Arbeit zu. Immerhin war er ja auch deswegen hier. Das Erscheinen der Dämonin jedoch verschob die Realität ein klein wenig und es galten mit einem Mal andere Prioritäten.
Das Syrena seine Warnung, die ein einziges Mal nicht gänzlich dafür gedacht war, sie auf Abstand zu halten und in ihre Schranken zu weißen, selbstredend nicht ernst nahm, entlockte ihm nur ein Hochziehen der Schulter. "Ich werde mir in den Finger stechen um auf deiner Beerdigung ein halbwegs trauriges Gesicht machen zu können." Doch damit nicht genug. Sie konnte ihre Niederlage nicht anerkennen und trat sogar nochmal nach. Erneut schnaubte er belustigt. "Dein kleines Geschenk vor vier Jahren hat nichts daran geändert, das ich all das, was mir gegeben wird, in vollen Zügen genieße. Momentan ist es die Tatsache, dass ich wirklich weiß, wer da gerade herein gekommen ist. Und du scheinbar nicht. Aber du bist aber ja angeblich diejenige von uns Beiden die sich für so viel besser hält als alle in ihrer Umgebung." Er machte einen Wink in Richtung der Dämonin. "Have fun!"
Dieser Schuss war daneben gegangen. So sehr er Syrena auch auf den Mond wünschte oder besser gesagt in dessen Planetenkern, so wichtig und bedeutsam war ihm sein Job. Also ignorierte er alle weiteren Sticheleien der Jüngeren, sah nur nochmal kurz zu der Dämonin, die sich weiterhin ihren Weg durch den Club bahnte, als würde er ihr gehören und machte sich daran, ihren Drink zu mischen. Nachdem ein paar harmlosere Zutaten in den Shaker wanderten, konnte Syrena und jede in der Nähe anwesende Hexe mitbekommen, wie Antares einen Sichtschutz hochzog. Die kichernden Mitglieder des Junggesellenabschiedes mussten das nicht sehen. Deren Eltern gehörten sicherlich zu der Spitze der Nahrungskette, aber sie mussten nicht alles wissen. Und auch so manch anderer Besucher sollte nicht unbedingt jedes Detail mitbekommen. Für die Brünette jedoch war es ein Leichtes durch den magischen Schleier zu blicken, sollte ihre Neugier zu groß sein. Nach außen hin arbeitete Antares vollkommen normal weiter, allerdings wurde der Eidechsenkopf, den er soeben aus einem Fach neben den normalen Eiswürfeln nahm durch den Zauber verschleiert. Genauso wie das Horn eines Einhorns, von dem er mit einer Raspel etwas in den Shaker gab. Zudem konnte man mit magischem Blick erkennen, dass der Barkeeper die ganze Zeit einen Zauberspruch wiederholte. Zu guter Letzt, bückte sich der Dunkelhaarige, öffnete mit einem Zauber ein Schubfach im unteren Bereich und holte eine Phiole mit einem roten, zähflüssigen Inhalt heraus. Davon gab er nur einige Tropfen in den Shaker und verschloss alles im Anschluss wieder sorgfältig. Hier war kein Anfänger am Werk. Antares wusste genau, was er tat. Eine Handbewegung folgte, die den zusammengemischten Inhalt im Behältnis in einem grellen Orange aufleuchten ließ, von dem außerhalb der Schutzbarriere nicht zu sehen war. Erst, als der Hexer den Deckel aufsetzte und den Shaker, dieses Mal auf eine ganz andere Weise aber für ein unwissendes Auge einfach nur auf und ab schwenkte, erlosch die Barriere und alles war wie immer.
Naja fast, gäbe es da nicht so ein quakendes Geräusch von der Seite. Cool und gelassen lehnte Antares sich mit der Hüfte gegen den hinteren Teil der Bar und schüttelte weiter. Langsam, bedacht. "Wirklich rührend von dir, dass du dir über den Geschäftssinn meines Chefs Gedanken machst. Ich werde es ihm auf eine Klopapierrolle schreiben und ihm beim nächsten Teammeeting zukommen lassen." Sein Blick ging verächtlich zu der Sprecherin. "Es gibt nicht viele Gäste, ehrlich gesagt habe ich hier drinnen seit ich hier arbeite noch nie jemanden gesehen, der so dämlich ist, die Dämonin offen anzugehen. Aber hey, es muss immer mal ein loses Ende in der Evolution geben, welches keine Überlebenschancen hat." Er sah kurz zu Syrena hinüber, bevor er den Inhalt seines Shakers in ein blickdichtes Gefäß umfüllte und einer Bedienung aufs Tablett stellte, die gerade vorbei kam, als wäre dies ein perfekt einstudierter Tanz. Im Anschluss daran, räumte er den Shaker beiseite und sah nur nochmal einige lange Sekunden zu Syrena hinüber, die sich gerade die größte Mühe gab, ihn aus der Reserve zu locken. Aber wenn sie den Antares von damals erwartete, würde sie vielleicht sogar zum zweiten Mal an diesem Abend überrascht werden. "Deine Beobachtungsgabe ist phänomenal."
Und damit wandte er ihr die kalte Schulter zu. Schließlich hatte sie ihn vor einigen Minuten ja schon drauf aufmerksam gemacht, dass sein Publikum wartete. Und daher wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der kleinen Frauengruppe zu. Auf die Frage, ob er ihnen auch so etwas mixte, lachte Antares geschäftsmäßig und versprach, ihnen stattdessen etwas viel besseres zu machen. Zu wissen, dass da auf der anderen Seite gerade jemand unbedingt mehr von ihm wissen wollte, dies aber nicht erreichte, war ein sehr befriedigendes Gefühl.

