01.09.2026, 11:08
Der selbstgefällige Ausdruck in Antares’ Gesicht war bereits Grund genug, Syrenas mühsam wieder zusammengesammelte Beherrschung einer weiteren Belastungsprobe zu unterziehen. Dass er jedoch ausgerechnet ihren Stolz und ihre magische Stärke zum Gegenstand seiner ersten Spitze machte, ließ etwas Heißes unter ihrer Haut aufflammen. Zum Glück hatte sie heute genug Make-Up draufgelegt.
Ihre Finger spannten sich einen Moment gegen die Kante des Tresens. Und dieses misslungene Häufchen magischer DNA-Ansammlung wagte es hinter seiner Hausfrauen-Theke tatsächlich, ihre Macht infrage zu stellen! Nicht irgendein Hexer, dessen Fähigkeiten sie vielleicht noch respektiert hätte. Antares. Der Mann, der überhaupt nur deshalb so selbstgefällig vor ihr stehen konnte, weil er seit vier Jahren offenbar beträchtliche Energie darauf verwendete, mit den Folgen ihrer Magie fertigzuwerden. Das war kein Sieg, sondern Schadensbegrenzung mit erstaunlich großer Klappe. Syrena hob mit unbewegter Miene lediglich eine Augenbraue. „Wenn das für dich bereits ein Sieg ist, habe ich deine Ansprüche offenbar überschätzt.“
Dass er anschließend auch noch meinte, ihre Selbstbeherrschung kommentieren und sie über die Gepflogenheiten des Clubs belehren zu müssen, setzte dem Ganzen die Krone auf. Sie war hier nicht zum ersten Mal! Für einen Augenblick kribbelte es wieder in ihren Fingern, und der ausgesprochen kindische Impuls, ihm allein aus Prinzip zu demonstrieren, wie wenig sie sich von ihm vorschreiben ließ, was sie mit ihrer Magie tat, war erschreckend verlockend.
Ein plötzlich verrutschender Shaker, ein begossener Antares, dem die Kleidung am Leib klebte und die Flecken wohl nie wieder aus seinem gewöhnungsbedürftigen Hemd herausbekommen würde - herrlich! Ein versagender Barhocker, nichts Gefährliches, sondern lediglich lehrreich. Doch sie war nicht hier, um sich von Antares Lexington zu einer Szene provozieren zu lassen. „Wie rührend. Vier Jahre später sorgst du dich noch immer um meine Selbstbeherrschung.“ Ihr Mundwinkel hob sich um einen kaum sichtbaren Hauch. „Keine Sorge. Für dich würde ich meine Magie ohnehin nicht verschwenden.“ Sie hatte es damals für Amy getan. Nur für sie.
Sein übertriebener Diener bekam daraufhin nicht einmal mehr eine Antwort. Syrena sah ihm mit immer noch leicht gehobener Braue zu und wandte sich schon wieder dem Raum zu. Wenigstens hatte das Katerchen in vier Jahren offenbar gelernt, Anweisungen entgegenzunehmen. Vielleicht war ihr Fluch pädagogisch betrachtet also doch noch wertvoller gewesen, als sie ursprünglich angenommen hatte.
Ihre Aufmerksamkeit hätte damit wieder Gideon Ashcroft gehören können, wenn Antares nicht im nächsten Moment genau das getan hätte, wozu niemand ihn aufgefordert hatte: Er folgte ihrer Blickrichtung. Syrenas Augen verengten sich kaum merklich. Es war keine große Bewegung gewesen, nur ein Blick über die Schulter, aber ihr entging er nicht. Ob Antares lediglich neugierig geworden war oder Ashcroft tatsächlich kannte, ließ sich daraus nicht ablesen, und genau das störte sie. Sie ließ den eigenen Blick deshalb bewusst weiterwandern, streifte ein Paar an einem Tisch, den Eingang, zwei Männer in dunklen Anzügen und schließlich die ausgelassene Gruppe an der Bar, als hätte es nie einen bestimmten Punkt gegeben, auf dem ihre Aufmerksamkeit gelegen hatte. Natürlich.
Der Auftrag hatte wie ein entspannter Nebenverdienst gewirkt. Ein bisschen beobachten, einen Namen mitnehmen, vielleicht ein Artefakt identifizieren und dafür absurd gut bezahlt werden. Nun fragte Syrena sich ernsthaft, ob ihre Abrechnung nicht um einen Zuschlag ergänzt werden sollte. Für besondere Belastungen. Oder schlicht für den Umstand, dass Antares Lexington ihr bereits nach wenigen Minuten gewaltig auf den Sack ging.
Als hätte er sich vorgenommen, diesen Gedanken noch zu unterstreichen, schüttelte er ihren Cocktail mit jener Selbstverständlichkeit aus dem Handgelenk, die offensichtlich nicht nur der Zubereitung diente. Das Kichern von der Seite ließ Syrenas Blick zu den Weibern vom Junggesellinnenabschied gleiten, gerade rechtzeitig, um deren begeistertes Zuwinken mitzubekommen. Für einen Moment lag blanke Geringschätzung in ihrem Gesicht. Manche Männer wurden älter, andere perfektionierten lediglich dieselbe Vorstellung vor immer neuem Publikum. Offenbar hatte sich zumindest in dieser Hinsicht erschreckend wenig verändert. Die Weiber konnten einem beinahe leidtun. Beinahe.
Als Antares ihr schließlich das Glas hinschob, blieb Syrenas Blick zunächst darauf liegen. Das vorgekühlte Martiniglas, die Farbe, die Limette am Rand – rein optisch gab es wenig auszusetzen. Das Problem stand hinter dem Tresen und hieß Antares Lexington.
Ihre Finger schlossen sich deshalb nicht sofort um den Stiel. Vier Jahre waren eine lange Zeit. Er war ein Hexer und sie hatte ihn verflucht. Er hasste sie vermutlich mindestens annähernd so sehr, wie sie ihn hasste. Dass sie ihm zutraute, einem Drink irgendeine magische Gemeinheit beizumischen, war weniger Paranoia als gesunder Menschenverstand. Ihr Blick hob sich langsam zu ihm. Dann meldete sich ihr Stolz. Sie und Angst vor Antares Lexington? Ganz sicher nicht! Syrena griff nach dem Glas und nahm bewusst nur einen kleinen Schluck.
Verdammt. Der Cosmopolitan war gut. Nicht gerade noch akzeptabel oder mit viel Wohlwollen trinkbar. Gut. Ausgewogen, sauber gemischt und genau so, wie sie ihn mochte. Ausgerechnet er!
Syrena senkte das Glas wieder und betrachtete es, als hätte es sie persönlich enttäuscht, bevor ihre Augen zu Antares zurückkehrten. „Trinkbar. Offenbar gibt es doch etwas, das du kannst.“ Abgesehen davon, die Gefühle von Frauen mit deinen stillosen Schuhen zu zertrampeln. Darin bist du schließlich unübertroffen.
Beim Absetzen des Glases fiel ihr Blick erneut auf den Anhänger an seinem Hals. Diesmal blieb er dort einen Moment länger. „Antares hatte gerade ausgesprochen selbstgefällig damit geprahlt, ihrem Fluch offenbar längst nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein, und plötzlich erschien die fremde Signatur des Schmuckstücks weniger nebensächlich. Vielleicht war seine derzeitige Erscheinungsform eben doch nicht ausschließlich das Resultat seines eigenen Könnens. Oder jemand hatte nachgeholfen. Etwas daran gefiel Syrena überhaupt nicht. Nicht, weil sie sich darum scherte, wie viel Zeit Antares auf zwei oder vier Beinen verbrachte, von ihr aus konnte er den Rest seines Lebens Fell aus seinen Polstern bürsten.
Aber der Fluch war ihrer. Sie hatte ihn geschaffen und an ihn gebunden. Der Gedanke, dass irgendeine fremde Magie daran herumarbeitete, ging ihr entschieden gegen den Strich. Trotzdem fragte sie nicht. Noch wusste sie zu wenig, und Antares würde ganz sicher nicht erfahren, dass dieser Klunker inzwischen auch nur einen Funken ihrer Aufmerksamkeit verdient hatte.
Eine Bewegung bei Ashcroft beendete den Gedanken. Der ältere Mann stellte sein Glas ab und richtete sich etwas auf. Seine bisher lässige Haltung war verschwunden, sein Blick wanderte zum Eingang. Syrena folgte ihm erst mit kurzer Verzögerung und entdeckte eine Frau Ende vierzig, die gerade den Club betreten hatte. Elegant, offensichtlich teuer gekleidet, aber nicht auf eine Weise, die hier besonders herausstach. Dunkles Haar rahmte ein attraktives, reifes Gesicht, entlang ihrer Schläfen zeichneten sich bei genauerem Hinsehen kleine hornartige Erhebungen ab, ihre Ohren liefen einen Hauch zu spitz aus und auf den Handrücken saßen feine stachelartige Auswüchse. Dämonisch, ohne es ausstellen zu müssen. Viel interessanter war das schmale schwarze Etui unter ihrem Arm. Die Fremde sah sich nicht suchend um, sondern steuerte ohne Zögern auf Ashcroft zu. Da bist du also.
Syrenas Aufmerksamkeit schärfte sich augenblicklich. Name unbekannt. Verbindung zu Ashcroft unbekannt. Inhalt des Etuis ebenfalls unbekannt. Endlich wurde der Abend wenigstens beruflich interessant.
Leider stand Antares noch immer viel zu nah. Syrena drehte den Kopf gerade weit genug in seine Richtung, um ihm einen kurzen Seitenblick zu schenken, ehe ihre Augen demonstrativ zu den kichernden Weibern hinüberwanderten. „Dein Publikum wartet.“ Geh weg. Kümmere dich um deinen Job. Hör auf, deine Nase in Dinge zu stecken, die dich nichts angehen. Sie nahm noch einen Schluck ihres ärgerlicherweise gelungenen Cosmopolitans und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ashcroft und die unbekannte Dämonin. Antares hatte für diesen Abend bereits mehr Raum bekommen, als Syrena jemals vorgesehen hatte. Und wenn er auch nur einen Funken Selbsterhaltungstrieb besaß, würde er sich damit zufriedengeben und abziehen.
Ihre Finger spannten sich einen Moment gegen die Kante des Tresens. Und dieses misslungene Häufchen magischer DNA-Ansammlung wagte es hinter seiner Hausfrauen-Theke tatsächlich, ihre Macht infrage zu stellen! Nicht irgendein Hexer, dessen Fähigkeiten sie vielleicht noch respektiert hätte. Antares. Der Mann, der überhaupt nur deshalb so selbstgefällig vor ihr stehen konnte, weil er seit vier Jahren offenbar beträchtliche Energie darauf verwendete, mit den Folgen ihrer Magie fertigzuwerden. Das war kein Sieg, sondern Schadensbegrenzung mit erstaunlich großer Klappe. Syrena hob mit unbewegter Miene lediglich eine Augenbraue. „Wenn das für dich bereits ein Sieg ist, habe ich deine Ansprüche offenbar überschätzt.“
Dass er anschließend auch noch meinte, ihre Selbstbeherrschung kommentieren und sie über die Gepflogenheiten des Clubs belehren zu müssen, setzte dem Ganzen die Krone auf. Sie war hier nicht zum ersten Mal! Für einen Augenblick kribbelte es wieder in ihren Fingern, und der ausgesprochen kindische Impuls, ihm allein aus Prinzip zu demonstrieren, wie wenig sie sich von ihm vorschreiben ließ, was sie mit ihrer Magie tat, war erschreckend verlockend.
Ein plötzlich verrutschender Shaker, ein begossener Antares, dem die Kleidung am Leib klebte und die Flecken wohl nie wieder aus seinem gewöhnungsbedürftigen Hemd herausbekommen würde - herrlich! Ein versagender Barhocker, nichts Gefährliches, sondern lediglich lehrreich. Doch sie war nicht hier, um sich von Antares Lexington zu einer Szene provozieren zu lassen. „Wie rührend. Vier Jahre später sorgst du dich noch immer um meine Selbstbeherrschung.“ Ihr Mundwinkel hob sich um einen kaum sichtbaren Hauch. „Keine Sorge. Für dich würde ich meine Magie ohnehin nicht verschwenden.“ Sie hatte es damals für Amy getan. Nur für sie.
Sein übertriebener Diener bekam daraufhin nicht einmal mehr eine Antwort. Syrena sah ihm mit immer noch leicht gehobener Braue zu und wandte sich schon wieder dem Raum zu. Wenigstens hatte das Katerchen in vier Jahren offenbar gelernt, Anweisungen entgegenzunehmen. Vielleicht war ihr Fluch pädagogisch betrachtet also doch noch wertvoller gewesen, als sie ursprünglich angenommen hatte.
Ihre Aufmerksamkeit hätte damit wieder Gideon Ashcroft gehören können, wenn Antares nicht im nächsten Moment genau das getan hätte, wozu niemand ihn aufgefordert hatte: Er folgte ihrer Blickrichtung. Syrenas Augen verengten sich kaum merklich. Es war keine große Bewegung gewesen, nur ein Blick über die Schulter, aber ihr entging er nicht. Ob Antares lediglich neugierig geworden war oder Ashcroft tatsächlich kannte, ließ sich daraus nicht ablesen, und genau das störte sie. Sie ließ den eigenen Blick deshalb bewusst weiterwandern, streifte ein Paar an einem Tisch, den Eingang, zwei Männer in dunklen Anzügen und schließlich die ausgelassene Gruppe an der Bar, als hätte es nie einen bestimmten Punkt gegeben, auf dem ihre Aufmerksamkeit gelegen hatte. Natürlich.
Der Auftrag hatte wie ein entspannter Nebenverdienst gewirkt. Ein bisschen beobachten, einen Namen mitnehmen, vielleicht ein Artefakt identifizieren und dafür absurd gut bezahlt werden. Nun fragte Syrena sich ernsthaft, ob ihre Abrechnung nicht um einen Zuschlag ergänzt werden sollte. Für besondere Belastungen. Oder schlicht für den Umstand, dass Antares Lexington ihr bereits nach wenigen Minuten gewaltig auf den Sack ging.
Als hätte er sich vorgenommen, diesen Gedanken noch zu unterstreichen, schüttelte er ihren Cocktail mit jener Selbstverständlichkeit aus dem Handgelenk, die offensichtlich nicht nur der Zubereitung diente. Das Kichern von der Seite ließ Syrenas Blick zu den Weibern vom Junggesellinnenabschied gleiten, gerade rechtzeitig, um deren begeistertes Zuwinken mitzubekommen. Für einen Moment lag blanke Geringschätzung in ihrem Gesicht. Manche Männer wurden älter, andere perfektionierten lediglich dieselbe Vorstellung vor immer neuem Publikum. Offenbar hatte sich zumindest in dieser Hinsicht erschreckend wenig verändert. Die Weiber konnten einem beinahe leidtun. Beinahe.
Als Antares ihr schließlich das Glas hinschob, blieb Syrenas Blick zunächst darauf liegen. Das vorgekühlte Martiniglas, die Farbe, die Limette am Rand – rein optisch gab es wenig auszusetzen. Das Problem stand hinter dem Tresen und hieß Antares Lexington.
Ihre Finger schlossen sich deshalb nicht sofort um den Stiel. Vier Jahre waren eine lange Zeit. Er war ein Hexer und sie hatte ihn verflucht. Er hasste sie vermutlich mindestens annähernd so sehr, wie sie ihn hasste. Dass sie ihm zutraute, einem Drink irgendeine magische Gemeinheit beizumischen, war weniger Paranoia als gesunder Menschenverstand. Ihr Blick hob sich langsam zu ihm. Dann meldete sich ihr Stolz. Sie und Angst vor Antares Lexington? Ganz sicher nicht! Syrena griff nach dem Glas und nahm bewusst nur einen kleinen Schluck.
Verdammt. Der Cosmopolitan war gut. Nicht gerade noch akzeptabel oder mit viel Wohlwollen trinkbar. Gut. Ausgewogen, sauber gemischt und genau so, wie sie ihn mochte. Ausgerechnet er!
Syrena senkte das Glas wieder und betrachtete es, als hätte es sie persönlich enttäuscht, bevor ihre Augen zu Antares zurückkehrten. „Trinkbar. Offenbar gibt es doch etwas, das du kannst.“ Abgesehen davon, die Gefühle von Frauen mit deinen stillosen Schuhen zu zertrampeln. Darin bist du schließlich unübertroffen.
Beim Absetzen des Glases fiel ihr Blick erneut auf den Anhänger an seinem Hals. Diesmal blieb er dort einen Moment länger. „Antares hatte gerade ausgesprochen selbstgefällig damit geprahlt, ihrem Fluch offenbar längst nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein, und plötzlich erschien die fremde Signatur des Schmuckstücks weniger nebensächlich. Vielleicht war seine derzeitige Erscheinungsform eben doch nicht ausschließlich das Resultat seines eigenen Könnens. Oder jemand hatte nachgeholfen. Etwas daran gefiel Syrena überhaupt nicht. Nicht, weil sie sich darum scherte, wie viel Zeit Antares auf zwei oder vier Beinen verbrachte, von ihr aus konnte er den Rest seines Lebens Fell aus seinen Polstern bürsten.
Aber der Fluch war ihrer. Sie hatte ihn geschaffen und an ihn gebunden. Der Gedanke, dass irgendeine fremde Magie daran herumarbeitete, ging ihr entschieden gegen den Strich. Trotzdem fragte sie nicht. Noch wusste sie zu wenig, und Antares würde ganz sicher nicht erfahren, dass dieser Klunker inzwischen auch nur einen Funken ihrer Aufmerksamkeit verdient hatte.
Eine Bewegung bei Ashcroft beendete den Gedanken. Der ältere Mann stellte sein Glas ab und richtete sich etwas auf. Seine bisher lässige Haltung war verschwunden, sein Blick wanderte zum Eingang. Syrena folgte ihm erst mit kurzer Verzögerung und entdeckte eine Frau Ende vierzig, die gerade den Club betreten hatte. Elegant, offensichtlich teuer gekleidet, aber nicht auf eine Weise, die hier besonders herausstach. Dunkles Haar rahmte ein attraktives, reifes Gesicht, entlang ihrer Schläfen zeichneten sich bei genauerem Hinsehen kleine hornartige Erhebungen ab, ihre Ohren liefen einen Hauch zu spitz aus und auf den Handrücken saßen feine stachelartige Auswüchse. Dämonisch, ohne es ausstellen zu müssen. Viel interessanter war das schmale schwarze Etui unter ihrem Arm. Die Fremde sah sich nicht suchend um, sondern steuerte ohne Zögern auf Ashcroft zu. Da bist du also.
Syrenas Aufmerksamkeit schärfte sich augenblicklich. Name unbekannt. Verbindung zu Ashcroft unbekannt. Inhalt des Etuis ebenfalls unbekannt. Endlich wurde der Abend wenigstens beruflich interessant.
Leider stand Antares noch immer viel zu nah. Syrena drehte den Kopf gerade weit genug in seine Richtung, um ihm einen kurzen Seitenblick zu schenken, ehe ihre Augen demonstrativ zu den kichernden Weibern hinüberwanderten. „Dein Publikum wartet.“ Geh weg. Kümmere dich um deinen Job. Hör auf, deine Nase in Dinge zu stecken, die dich nichts angehen. Sie nahm noch einen Schluck ihres ärgerlicherweise gelungenen Cosmopolitans und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Ashcroft und die unbekannte Dämonin. Antares hatte für diesen Abend bereits mehr Raum bekommen, als Syrena jemals vorgesehen hatte. Und wenn er auch nur einen Funken Selbsterhaltungstrieb besaß, würde er sich damit zufriedengeben und abziehen.

