31.08.2026, 22:39
She who dabbles in shadows shall have darkness linger in her soul.
Every spell comes at a cost and the price of magic will be paid by all.
- Lanne Garrett
Every spell comes at a cost and the price of magic will be paid by all.
- Lanne Garrett
Outfit (KI)
[Einstiegspost]
Wie bereits einige Male zuvor, war Antares auch am heutigen Abend auf leisen Pfoten in die Bar gekommen. Nachdem er sein Apartment verließ, auf die Straße ging und einen Straßenecke erreichte, die nicht gänzlich einsehbar war, gab er seinen Widerstand gegen den Fluch auf, sodass lautlos und unspektakulär im nächsten Moment ein schwarzer Kater aus den Schatten heraus trat. In den letzten Jahren hatte er diese Prozedur nun schon so oft vollzogen, dass er mittlerweile nicht mehr an Gleichgewichtsstörungen litt, sobald er in die wesentlich kleinere Gestalt wechselte oder zurück. Auch erschlugen ihn all die Gerüche und Geräusche nicht mehr gänzlich so, wie bei der allerersten Wandlung, als der Fluch vollzogen wurde. Es hieß ja, man gewöhnte sich an vieles. Dank des Talismans, den nun auch der samtpfotige Vertreter seiner Rasse um den Hals trug, war es ihm seit einigen Monaten nun um ein vielfaches einfacher, zwischen den Gestalten zu wechseln. Der Fluch zwang ihn immer noch in die Knie und mehr als seine Schicht im Nachtclub hielt er es am Stück auch kaum aus. Damit der Zwang jedoch so gering wie möglich gehalten werden konnte, nutzte der Kater viele Abende um seinen Arbeitsweg bereits dafür zu nutzen. Selbstredend brauchte er auf seinen kleinen Pfoten um einiges länger als in seinem schicken Sportwagen. Wobei das auch nicht immer so selbstverständlich war. Oft genug zwang einen ein Stau in der Innenstadt zu einem unerwünschten Stopp. Da trugen die Katzenpfoten ihn doch zuverlässiger durch die Hinterhöfe und Gassen der Stadt. Und mittlerweile kannte er diese Strecke in und auswendig, sodass er jede, sich bietende Abkürzung nehmen konnte.
So kam Antares auch heute in der Gasse an, über die man den Hintereingang der Bar erreichte. Eine kurze Weile blieb er noch auf einer Mauer sitzen, weil direkt vor der Türe zwei der Putzfrauen entschieden hatten, ihr Zigarettenpläuschchen abzuhalten. Wie immer drehte das Tier seine Ohren in deren Richtung und lauschte aufmerksam. Am Gesicht des Katers ließ nichts vermuten, dass er jedes Wort verstand und wenn er wollte, sogar antworten könnte. Ein Geschenk seiner Magie, wenn man es so nennen wollte, welche als Gegenangriff auf den Fluch damals sofort die für ihn besten Möglichkeiten erkannte. Nicht, dass er es unbedingt als Verbesserung ansah, aber er hatte, genau, gelernt damit umzugehen. Sein Groll gegen die Hexe, die ihm das angetan hatte, war seit jenem Tag ungebrochen. Er hielt sich die Waage mit der Verzweiflung, weil er wusste, er konnte den Fluch niemals zur Gänze brechen. Und natürlich gab es Tage, an denen Letztere die Oberhand gewinnen wollte. Das waren dann diejenigen, an denen der Hexer seine Wohnung nicht verließ und sich mit der Erforschung und Erprobung verschiedenster Zaubersprüche ablenkte. Vor allem musste er einen finden, der verhinderte, dass ihm seine einstige Liebe Amy im Traum erschien. Sie war nicht mehr hier. Der Tag, als ihm ein Informant dies zuflüsterte, war der Schwärzeste in seinem bisherigen Leben. Niemals hatte er gewollt, das dies geschah. In seiner Vorstellung hätte Amy ihn irgendwann vergessen, einen netten Mann kennengelernt, Kinder bekommen und wäre bis an ihr Lebensende glücklich gewesen. Wie es in diesen dämlichen Märchen doch auch immer hieß. Aber sie war nicht mehr glücklich geworden. Und dieses Wissen höhlte ihn innerlich mehr aus, als der elende Fluch der ihn jeden Tag für mehrere Stunden in die Gestalt eines schwarzen Katers zwang.
Doch all das hatte jetzt und hier bei der Arbeit nichts zu suchen. Er war der Barkeeper im angesagtesten Club der Stadt. Der Lohn stimmte, die Location sowieso und nicht nur, dass er während der Arbeit seine Magie anwenden durfte, er erfuhr auch noch so einiges. Klar musste er davon dem Boss das Meiste zustecken, doch hin und wieder griff er auch eine Information für sich selbst ab, mit der Absicht diese irgendwann zu seinen Gunsten nutzen zu können. Wenn man schon mit den Haien schwamm, durfte man sich auch etwas von der Beute sichern.
Das Reinigungspersonal war sowohl mit ihrer Plauderei als auch mit ihren Zigaretten zum Ende gekommen und verschwanden wieder im Gebäude. Der Kater streckte sich einmal genüsslich und sprang schließlich von der Mauer. Unten angekommen, trat Antares auf seinen zwei Beinen wieder aus dem Schatten und betrat das Gebäude. Man wechselte ein paar freundliche Worte mit dem restlichen Personal, dann war es aber auch schon soweit, dass seine Schicht begann. Er richtete sich die Utensilien hinter der Bar so her, wie er es für den restlichen Abend brauchte und bald schon, strömten die ersten Gäste herein. Es war eine bunte Mischung, wie jeden Abend. Es gab ein paar Drinks hier und ein kleiner Flirt da. Bisher war noch nichts interessantes vorbei gekommen, weswegen der Dunkelhaarige sich auf die kleine Gruppe konzentrierte, die ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern bestand und an der kitschigen Tiara und der Scherpe der Hauptperson als Junggesellenabschied zu erkennen war. Noch so ein Lamm, welches zur Schlachtbank geführt wurde, dachte der Hexer bei sich, als er sich den Frauen zuwandte. Sie gaben ihre Bestellungen auf und kicherten bereits jetzt, als hätte jede davon einen zu viel in der Krone. Da er aber genau den Überblick darüber hatte, was er wem servierte, konnte das nicht von seinen Getränken kommen. Als er diese anmischte, blies er ungesehen über jedes einzelne der Gläser. Die Damen würden ein weiteres Hochgefühl erleben, ohne aber die Hemmungslosigkeit des Alkohols als Nebenwirkung zu haben. Ja, man würde es dem Hexer nicht zutrauen, doch auch er kannte so etwas wie Verantwortungsgefühl. War zwar etwas schlechter fürs Geschäft aber die kleine Gruppe war ein verschmerzbarer Verlust. Mit großer Begeisterung nahmen sie seine Drinks in Empfang und er wollte sich gerade noch etwas mit ihnen unterhalten, als es Antares mit einem Mal eiskalt den Rücken hinunterlief.
Verwundert, aber natürlich professionell genug, sich das nicht anmerken zu lassen, wandte er sich von der Mädelsgruppe ab und sah sich unauffällig um. Und als er sie sitzen sah, vergaß er einen Moment sogar zu atmen. Alles in ihm wollte sie mit einem kräftigen, magischen Stoß von diesem dämlichen Hocker fegen. Am besten soweit, dass ihr kantiger, flacher Hintern bis raus auf die Straße getragen wurde. Für einen Moment überwog sein Zorn dermaßen, dass seine braunen Augen, die des Katers wurden. Große emotionale Schübe waren nicht gerade förderlich für den Fluch. Daher zwang der Hexer sich zur Ruhe, blinzelte und fand seine menschliche Mitte wieder. Schädlicher fürs Geschäft, als eine Gruppe Frauen, die nach einer Runde bereits so gut drauf waren, als hätten sie ein halbes Vermögen ausgegeben, war eine Katze hinter dem Tresen. Da blieb dann nur die Frage was war schneller hier. Animal Control oder die Gesundheitsbehörde. Da Antares seinen Job aber gerne noch behalten wollte, intonierte er einen Heilspruch, der seine beruhigende Wirkung schnell entfaltete. Und so blieb sowohl ein felliges Unglück aus, wie auch ein durchaus sehenswerter Abgang der rothaarigen Hexe.
Stattdessen war er nun wieder der professionelle Barkeeper, dessen Aufgabe es war, die Gäste zu bedienen. Scheinbar war Madame auch viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, sodass sie ihn zuerst gar nicht richtig wahrnahm. Warum auch? Sie hatte ihn verflucht und sicherlich schon längst wieder vergessen. Allerdings blieb Antares ruhig stehen und wartete. So wie er seit vier Jahren eine verstärkt aufkommende Naschliebe für Milch entwickelte, war seine Geduld durch den felinen Fluch um einiges ausgeprägter geworden.
Und dann kam er. Sein Moment des Triumphes.
Antares hatte nicht damit gerechnet und schon gar nicht an diesem Abend. Aber nun war er da und der Dunkelhaarige kostete ihn in vollen Zügen aus. Damit hatte dieses Miststück nicht gerechnet. Mit einem selbstgefälligen, wenn auch nicht allzu übertriebenem Lächeln sah er seine Gegenüber an, der scheinbar erst mit Verspätung klar wurde, wen sie vor sich hatte. Ein einziges Nicken folgte, als er erkennen konnte, der Groschen war endlich gefallen. Oh ja, sie sah richtig. Die Selbstgefälligkeit wurde sogar noch etwas verstärkt, als auch er bemerkte, wie sehr sie sich zusammenreißen musste um hier drinnen keine Szene zu machen. Schade, er hätte gerne den Sicherheitsdienst gerufen um sie mit großem TamTam hinausbefördern zu lassen. Aber so blieb es eben bei seinem eigenen, kleinen Triumph.
"Ach das war das brechende Geräusch gerade. Es war dein Stolz, der feststellte, du bist wohl doch nicht so mächtig, wie du immer dachtest." War ja nicht so, dass Antares auf den Mund gefallen wäre. Selbst wenn ein offener Schlagabtausch hier drinnen nicht möglich war, durfte man ja immerhin noch mit der Kundschaft 'reden'. "Bring deine Enttäuschung unter Kontrolle, hier drinnen ist deine Magie nicht gern gesehen." Ließ er sie kühl wissen. Und nein, das war kein freundschaftlicher Hinweis.
Ihren neugierigen Blick ließ er gewähren. Kam schließlich nicht jeden Tag vor, dass sie ihrer eigenen Niederlage ins Gesicht blickte. Und natürlich klang ihre Bestellung daraufhin wie ein Befehl. Antares ließ sie gewähren. Noch zu berauscht von seinem eigenen Sieg, sollte sie sich ruhig damit zufriedenstellen, um sich zu keifen wie so ein kleiner Taschenhund, den die verwöhnten Ehefrauen hin und wieder mit hier reinschleppten. "Sehr wohl die Dame." Antares machte ihr übertrieben den Diener. Was Drinks angeht, konnte sie ihn nicht beleidigen. Also wandte er sich dem hinteren Bereich der Bar zu und begann die Zutaten in einen Cocktailshaker zu füllen. Während er die Eiswürfel abzählte, blickte er nochmal zur Hexe hinüber. Sie schien jemand ganz anderen interessant zu finden, weswegen er über seine Schulter in die entsprechende Richtung blickte. Er glaubte ihr Ziel zu erkennen und nahm sich vor, seinen Chef zu informieren, sollte Syrena hier irgend ein krummes Ding drehen wollen. Mr. Ashcroft war ein guter Kunde, soweit ihm bekannt war. Außerdem gab er hohes Trinkgeld, was seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellte. Doch so sehr er Vorurteile gerne schon als Grund anfügen würde, reichte das nicht aus und so blieb es dabei, dass er beobachten musste.
Zehn Sekunden lang wurde der Shaker geschüttelt. Gekonnt aus dem Handgelenk, wobei Antares nochmal zu den Mitgliedern des Junggesellinnenabschieds sah und diese ihm kichernd zuwinkten. Mit einer kleinen Showeinlage, seihte er den Inhalt des Shakers in ein vorgekühltes Martiniglas und steckte zuletzt noch eine Limettenscheibe zur Garnitur an den Glasrand. Er könnte nun mit Magie dafür sorgen, dass Syrena beim Trinken des Glases ein gewissen Hochgefühl erlebte. Doch Antares unterließ es und reichte ihr den Drink rein mit seinem Können weiter. "Bitteschön, die Dame." Oh ja, er konnte sehr wohl auch eine gewissen Distanziertheit aufbauen.

