14.09.2026, 21:14
Mammons Frage traf Hope unangenehm, gerade weil sie so beiläufig klang. Als wäre das, worüber sie sich seit so langer Zeit den Kopf zerbrach, etwas, das man einfach beiseiteschieben konnte. „Weil es für mich einen Unterschied macht“, sagte sie leise. Mehr erklärte sie nicht, denn er hatte ihre Frage ohnehin nicht beantwortet.
Seine nächsten Worte trafen dafür einen ganz anderen Punkt. Hinter Lamia herräumen, Schäden verhindern, Folgen abschätzen. Hope senkte kurz den Blick. Verdammt, wenn sie ehrlich war, bestand ein erschreckend großer Teil ihres Lebens genau daraus. Wann hatte sie eigentlich zuletzt darüber nachgedacht, was sie mit ihrer Zeit anfangen wollte, wenn sie einmal nicht damit beschäftigt war, irgendeine Katastrophe zu verhindern? Gab es diesen Zeitpunkt überhaupt?
Als Mammon sie auf die beiden Frauen aufmerksam machte, sah Hope sofort nach rechts – viel zu direkt! Kaum fiel ihr ein, dass die beiden womöglich zurücksehen könnten, riss sie den Blick wieder fort. Erst danach riskierte sie einen erneuten, jedoch deutlich vorsichtigeren Seitenblick. Die Frauen wirkten attraktiv, selbstsicher, vollkommen zuhause in dieser Umgebung. Und sie sollten ausgerechnet auf Hope neidisch sein?! Auf sein „Das ist das kleine Einspluseins“ kam deshalb von ihr nur ein leises: „Für dich vielleicht.“
Nach kurzem Zögern spähte sie noch einmal zu den beiden Frauen hinüber. „Woran… merkt man sowas… überhaupt?“ Sie zögerte merklich. „Ich… ich hätte nie gedacht, dass jemand mich ansieht und dabei… sowas denkt.“ Allein die Vorstellung fühlte sich seltsam an, beinahe traurig fremd, als hätte es diese Möglichkeit die ganze Zeit gegeben und Hope nie gelernt, sie überhaupt zu erkennen. Während Mammon sprach, fiel Hopes Blick nur noch gelegentlich zu ihren Füßen. Dass sie das überhaupt bemerkte, überraschte sie beinahe – doch ehe sie länger darüber nachdenken konnte, zog er sein Gesicht etwas zurück und beantwortete endlich ihre Frage.
„Gar nicht.“ Hope starrte ihn an. Ihr nächster Schritt geriet prompt aus dem Takt. „Was?!“ Sein Grinsen machte es nicht besser, im Gegenteil. „Du… du wusstest es gar nicht?!“ Für einen Moment war da nur blanke Fassungslosigkeit – und dann beinahe ein Lachen. Er hatte überhaupt keinen Plan gehabt. Keine geheime Erkenntnis, keine ausgeklügelte Methode, keine Gewissheit. Mammon hatte sie einfach auf diese Bühne gezerrt und geschaut, was passierte. Das nahm ihm für einen Augenblick etwas von dieser unheimlichen Wirkung, als würde er immer alles wissen. Offenbar tat er manchmal einfach irgendeinen Wahnsinn und sah nach, was daraus wurde. Natürlich nicht auf seine eigenen Kosten.
Dass er anschließend auch noch erklärte, dass ihm am wichtigsten gewesen sei, dass er dabei seinen Spaß gehabt habe, entlockte Hope tatsächlich ein leichtes, aber unterschwellig amüsiertes Augenrollen. Natürlich. Hauptsache Mammon hatte Spaß. Das Schlimmste war nur, dass er damit auch noch durchgekommen war. Es hatte funktioniert. Leider. Ihr Mundwinkel zuckte, ehe echte Neugier die Empörung überlagerte. „Gab es mal etwas, das überhaupt nicht so gelaufen ist, wie du wolltest?“ fragte sie vorsichtig und wenn man genau hinhörte, war dabei sogar ein leicht spöttischer Unterton zu vernehmen, nicht ohne, dass sie ihre Lippen aufeinanderpresste um nicht erneut fassungslos aufzulachen. Sie wollte es wirklich wissen. Was passierte mit jemandem wie Mammon, wenn die Welt einmal nicht nach seiner Nase tanzte?
Dann endete das Lied. Der Rhythmus, auf den sie sich eben erst eingestellt hatte, verschwand so plötzlich, dass Hope für einen Moment aus der Bewegung geriet. Ihr Körper wollte beinahe noch im alten Takt weiter, ehe die neue Musik ihn erreichte. Merkwürdigerweise brachte selbst dieser Wechsel sie nicht mehr völlig aus dem Konzept.
Mammons nächste Frage überraschte sie deshalb fast noch mehr. Er ließ sie wählen, so, wie an der Bar. Die Dunkelhaarige sah kurz zur Tanzfläche, und ihre Füße schienen den neuen Takt noch immer nicht ganz loslassen zu wollen. „Die Führung“, sagte sie schließlich. Dann blieb ihr Blick einen Moment länger bei den Tanzenden hängen. „Aber… vielleicht später nochmal.“ Kaum waren die Worte draußen, wurde sie wieder ein wenig rot. Hatte sie das gerade wirklich freiwillig gesagt?! Oh ja und ein Teil in ihr konnte dazu nur bekräftigend nicken. Und diesmal konnte sie nicht einmal Lamia dafür verantwortlich machen. Ihr Blick kehrte zu Mammon zurück, nun mit deutlich vorsichtigerem Misstrauen. Nach seiner letzten Interpretation einer harmlosen Bitte um die Tanzfläche hatte sie gelernt. „Wo bringst du mich jetzt hin?“
Seine nächsten Worte trafen dafür einen ganz anderen Punkt. Hinter Lamia herräumen, Schäden verhindern, Folgen abschätzen. Hope senkte kurz den Blick. Verdammt, wenn sie ehrlich war, bestand ein erschreckend großer Teil ihres Lebens genau daraus. Wann hatte sie eigentlich zuletzt darüber nachgedacht, was sie mit ihrer Zeit anfangen wollte, wenn sie einmal nicht damit beschäftigt war, irgendeine Katastrophe zu verhindern? Gab es diesen Zeitpunkt überhaupt?
Als Mammon sie auf die beiden Frauen aufmerksam machte, sah Hope sofort nach rechts – viel zu direkt! Kaum fiel ihr ein, dass die beiden womöglich zurücksehen könnten, riss sie den Blick wieder fort. Erst danach riskierte sie einen erneuten, jedoch deutlich vorsichtigeren Seitenblick. Die Frauen wirkten attraktiv, selbstsicher, vollkommen zuhause in dieser Umgebung. Und sie sollten ausgerechnet auf Hope neidisch sein?! Auf sein „Das ist das kleine Einspluseins“ kam deshalb von ihr nur ein leises: „Für dich vielleicht.“
Nach kurzem Zögern spähte sie noch einmal zu den beiden Frauen hinüber. „Woran… merkt man sowas… überhaupt?“ Sie zögerte merklich. „Ich… ich hätte nie gedacht, dass jemand mich ansieht und dabei… sowas denkt.“ Allein die Vorstellung fühlte sich seltsam an, beinahe traurig fremd, als hätte es diese Möglichkeit die ganze Zeit gegeben und Hope nie gelernt, sie überhaupt zu erkennen. Während Mammon sprach, fiel Hopes Blick nur noch gelegentlich zu ihren Füßen. Dass sie das überhaupt bemerkte, überraschte sie beinahe – doch ehe sie länger darüber nachdenken konnte, zog er sein Gesicht etwas zurück und beantwortete endlich ihre Frage.
„Gar nicht.“ Hope starrte ihn an. Ihr nächster Schritt geriet prompt aus dem Takt. „Was?!“ Sein Grinsen machte es nicht besser, im Gegenteil. „Du… du wusstest es gar nicht?!“ Für einen Moment war da nur blanke Fassungslosigkeit – und dann beinahe ein Lachen. Er hatte überhaupt keinen Plan gehabt. Keine geheime Erkenntnis, keine ausgeklügelte Methode, keine Gewissheit. Mammon hatte sie einfach auf diese Bühne gezerrt und geschaut, was passierte. Das nahm ihm für einen Augenblick etwas von dieser unheimlichen Wirkung, als würde er immer alles wissen. Offenbar tat er manchmal einfach irgendeinen Wahnsinn und sah nach, was daraus wurde. Natürlich nicht auf seine eigenen Kosten.
Dass er anschließend auch noch erklärte, dass ihm am wichtigsten gewesen sei, dass er dabei seinen Spaß gehabt habe, entlockte Hope tatsächlich ein leichtes, aber unterschwellig amüsiertes Augenrollen. Natürlich. Hauptsache Mammon hatte Spaß. Das Schlimmste war nur, dass er damit auch noch durchgekommen war. Es hatte funktioniert. Leider. Ihr Mundwinkel zuckte, ehe echte Neugier die Empörung überlagerte. „Gab es mal etwas, das überhaupt nicht so gelaufen ist, wie du wolltest?“ fragte sie vorsichtig und wenn man genau hinhörte, war dabei sogar ein leicht spöttischer Unterton zu vernehmen, nicht ohne, dass sie ihre Lippen aufeinanderpresste um nicht erneut fassungslos aufzulachen. Sie wollte es wirklich wissen. Was passierte mit jemandem wie Mammon, wenn die Welt einmal nicht nach seiner Nase tanzte?
Dann endete das Lied. Der Rhythmus, auf den sie sich eben erst eingestellt hatte, verschwand so plötzlich, dass Hope für einen Moment aus der Bewegung geriet. Ihr Körper wollte beinahe noch im alten Takt weiter, ehe die neue Musik ihn erreichte. Merkwürdigerweise brachte selbst dieser Wechsel sie nicht mehr völlig aus dem Konzept.
Mammons nächste Frage überraschte sie deshalb fast noch mehr. Er ließ sie wählen, so, wie an der Bar. Die Dunkelhaarige sah kurz zur Tanzfläche, und ihre Füße schienen den neuen Takt noch immer nicht ganz loslassen zu wollen. „Die Führung“, sagte sie schließlich. Dann blieb ihr Blick einen Moment länger bei den Tanzenden hängen. „Aber… vielleicht später nochmal.“ Kaum waren die Worte draußen, wurde sie wieder ein wenig rot. Hatte sie das gerade wirklich freiwillig gesagt?! Oh ja und ein Teil in ihr konnte dazu nur bekräftigend nicken. Und diesmal konnte sie nicht einmal Lamia dafür verantwortlich machen. Ihr Blick kehrte zu Mammon zurück, nun mit deutlich vorsichtigerem Misstrauen. Nach seiner letzten Interpretation einer harmlosen Bitte um die Tanzfläche hatte sie gelernt. „Wo bringst du mich jetzt hin?“

