06.09.2026, 22:12
Mammon verstand nicht. Er nahm ihre Aussage so wörtlich, dass es beinahe bizarr schien – selbstverständlich hatte sie sich nicht auf seinen Kleiderschrank bezogen, als sie von ‚raus‘ gesprochen hatte. Außerdem hatte sie ja auch nicht von der Vergangenheit geredet, sondern von etwas, das noch immer im Begriff war, zu geschehen; und es war nun wahrlich offensichtlich genug, dass sie noch an der Umsetzung ihres Vorhabens arbeitete.
Genau das frustrierte sie oftmals im Umgang mit ihm so sehr: Wie naiv und unwissend er schien in Bezug auf solch alltägliche Dinge, Umgangsfloskeln, Formulierungen hier auf der Erde, weil er so lange Zeit keinen Fuß hinaus gesetzt hatte aus seinem sicheren Kosmos zuhause. Und manchmal brachte sie weniger Geduld dafür auf, diese Lücken zu kompensieren.
Oder aber… er wollte nicht verstehen. Weil es leichter war, den Weg zu gehen, den er kannte: Die nüchterne Wörtlichkeit auf die Sachebene zu bringen, anstatt die Implikationen dessen, was sie wirklich sagte – was sie meinte, was es bedeutete, dass sie nicht dort bleiben konnte – zu realisieren. Dass ihr Plan, den sie alle gemeinsam in Ermangelung besserer Optionen geschlossen hatten, offensichtlich nicht funktionierte.
Was auch immer es war – heute hatte sie keinerlei Energie übrig dafür, frustriert oder genervt von ihm zu sein. Sie konnte sich auch nicht aufregen oder ihm den Schlagabtausch bieten, den er ganz deutlich gern von ihr gehabt hätte, egal in welcher Intensität. Jede seine Aussagen boten ihr einen so leichten Einstieg… aber sie hatte es einfach nicht in sich. Nicht, solange ihre Arme und Beine schwer schienen wie Blei, während ihr Herz raste und ihre Muskeln unter ihrer Haut zuckten.
Mammon gab die Provokationen auf. Trotz aller fehlenden Erfahrung im Lesen anderer war wohl auch bei ihm nun angekommen, dass sie ihm nichts zurückgab. Sie ließ sich erschöpft auf einen Stuhl sinken – zwei Finger auf ihre Stirn gepresst, weil ihre Gedanken ähnlich rasten wie ihr Puls, und es schwer war, einer Unterhaltung vollends zu folgen – während er seine Fragen mehr oder weniger wiederholte. Oder vielmehr… konkretisierte, gepaart mit einem Vorschlag, wie sie mit ihrem Wunsch stattdessen umgehen konnten: Einem Glas guten Scotch, draußen auf der Terrasse.
Normalerweise würde Lilith das nicht ablehnen – sie teilten die Vorliebe für schottischen Single Malt Whisky, und sie wusste daher, dass Mammon eine entsprechend hochwertige Auswahl vorrätig hatte. Eine ruhige Nacht auf der Dachterrasse, unter freiem Himmel, würde sie ebenfalls zu den deutlichen Vorzügen der Erde zählen… auch wenn sie in der Regel Tans Gesellschaft und ein wenig mehr... Körperlichkeit präferierte.
Doch allein die Vorstellung, ruhig auf der Terrasse sitzen zu müssen, brachte Lilith fast zum Schreien.
Sie stand wieder auf, hielt sich mit einer Hand aber noch an der Lehne des Stuhls fest, um ihren Stand zu stabilisieren, während die andere zum wiederholten Male unruhig den Saum des Mantels hoch- und wieder runter fuhr.
„So spät… ist es doch noch gar nicht“, entgegnete sie stattdessen, während sie nun an ihm vorbeiging, hinaus in den Wohnbereich. Der war dunkel, weil sie bis vor Kurzem noch versucht hatte zu schlafen und er gar nicht hier gewesen war. Das wechselnde Licht des Clubs warf hin und wieder farbige Reflexe durch den Raum, aber Geräusche drangen keine zu bis nach oben.
Tatsächlich hatte Lilith keine Ahnung, wie spät es wirklich war, aber ein einziger Blick auf die Glasfront bestätigte ihr, was sie eben noch selbst beobachtet hatte und eigentlich wusste – die Tanzfläche war noch gut gefüllt. Der Anblick des unruhigen Gedränges dort unten machte ihr nur noch einmal deutlich, dass sie dringend hinaus musste.
„Was tust… du schon hier?“ Dass das wieder keine Antwort auf seine Frage war, das war ihr bewusst. Aber wenn sie ihn vielleicht einfach daran erinnerte, dass es unterhaltsamere Dinge gab, als sich mit ihr zu beschäftigen, dann würde sich die Notwendigkeit einer Erklärung vielleicht… in Luft auflösen? Zumindest in der Theorie.
Genau das frustrierte sie oftmals im Umgang mit ihm so sehr: Wie naiv und unwissend er schien in Bezug auf solch alltägliche Dinge, Umgangsfloskeln, Formulierungen hier auf der Erde, weil er so lange Zeit keinen Fuß hinaus gesetzt hatte aus seinem sicheren Kosmos zuhause. Und manchmal brachte sie weniger Geduld dafür auf, diese Lücken zu kompensieren.
Oder aber… er wollte nicht verstehen. Weil es leichter war, den Weg zu gehen, den er kannte: Die nüchterne Wörtlichkeit auf die Sachebene zu bringen, anstatt die Implikationen dessen, was sie wirklich sagte – was sie meinte, was es bedeutete, dass sie nicht dort bleiben konnte – zu realisieren. Dass ihr Plan, den sie alle gemeinsam in Ermangelung besserer Optionen geschlossen hatten, offensichtlich nicht funktionierte.
Was auch immer es war – heute hatte sie keinerlei Energie übrig dafür, frustriert oder genervt von ihm zu sein. Sie konnte sich auch nicht aufregen oder ihm den Schlagabtausch bieten, den er ganz deutlich gern von ihr gehabt hätte, egal in welcher Intensität. Jede seine Aussagen boten ihr einen so leichten Einstieg… aber sie hatte es einfach nicht in sich. Nicht, solange ihre Arme und Beine schwer schienen wie Blei, während ihr Herz raste und ihre Muskeln unter ihrer Haut zuckten.
Mammon gab die Provokationen auf. Trotz aller fehlenden Erfahrung im Lesen anderer war wohl auch bei ihm nun angekommen, dass sie ihm nichts zurückgab. Sie ließ sich erschöpft auf einen Stuhl sinken – zwei Finger auf ihre Stirn gepresst, weil ihre Gedanken ähnlich rasten wie ihr Puls, und es schwer war, einer Unterhaltung vollends zu folgen – während er seine Fragen mehr oder weniger wiederholte. Oder vielmehr… konkretisierte, gepaart mit einem Vorschlag, wie sie mit ihrem Wunsch stattdessen umgehen konnten: Einem Glas guten Scotch, draußen auf der Terrasse.
Normalerweise würde Lilith das nicht ablehnen – sie teilten die Vorliebe für schottischen Single Malt Whisky, und sie wusste daher, dass Mammon eine entsprechend hochwertige Auswahl vorrätig hatte. Eine ruhige Nacht auf der Dachterrasse, unter freiem Himmel, würde sie ebenfalls zu den deutlichen Vorzügen der Erde zählen… auch wenn sie in der Regel Tans Gesellschaft und ein wenig mehr... Körperlichkeit präferierte.
Doch allein die Vorstellung, ruhig auf der Terrasse sitzen zu müssen, brachte Lilith fast zum Schreien.
Sie stand wieder auf, hielt sich mit einer Hand aber noch an der Lehne des Stuhls fest, um ihren Stand zu stabilisieren, während die andere zum wiederholten Male unruhig den Saum des Mantels hoch- und wieder runter fuhr.
„So spät… ist es doch noch gar nicht“, entgegnete sie stattdessen, während sie nun an ihm vorbeiging, hinaus in den Wohnbereich. Der war dunkel, weil sie bis vor Kurzem noch versucht hatte zu schlafen und er gar nicht hier gewesen war. Das wechselnde Licht des Clubs warf hin und wieder farbige Reflexe durch den Raum, aber Geräusche drangen keine zu bis nach oben.
Tatsächlich hatte Lilith keine Ahnung, wie spät es wirklich war, aber ein einziger Blick auf die Glasfront bestätigte ihr, was sie eben noch selbst beobachtet hatte und eigentlich wusste – die Tanzfläche war noch gut gefüllt. Der Anblick des unruhigen Gedränges dort unten machte ihr nur noch einmal deutlich, dass sie dringend hinaus musste.
„Was tust… du schon hier?“ Dass das wieder keine Antwort auf seine Frage war, das war ihr bewusst. Aber wenn sie ihn vielleicht einfach daran erinnerte, dass es unterhaltsamere Dinge gab, als sich mit ihr zu beschäftigen, dann würde sich die Notwendigkeit einer Erklärung vielleicht… in Luft auflösen? Zumindest in der Theorie.

