02.09.2026, 00:08
Sie stand noch halb vor dem Spiegel, ihr Blick fast gefesselt vom bemitleidenswerten Anblick, den die Person abgab, dir ihr von dort entgegen starrte. Sie zog den Mantel etwas enger um ihren Körper, um das Licht zu verdecken einerseits, gleichzeitig aber auch… weil er sie verdeckte.
Und das hatte nichts mit ihrer Kleidung zu tun – Lilith konnte kaum weniger darauf geben, ob und wie sie gekleidet war. Das bedeutete nicht, dass sie sich nicht für Mode interessierte, im Gegenteil: Sie war kreatives Mittel, konnte ein Statement sein, eine Waffe, oder ein Spielzeug, wenn man mit ihr Vorgaben und Normen brach. Aber sie nutzte sie nicht als Krücke, so wie die Erdlinge das taten. Sie brauchte sie nicht, weder um ihren Körper zu bedecken, noch um sich zu schützen. Ihr Auftreten, ihre Ausstrahlung… all das hatte nichts mit ihrer Kleidung zu tun. Es war in ihrem Wesen, ihrer Aura, ihrem Selbst.
Und davon war nichts mehr übrig. Das, was hier noch stand, war eine blasse, kränklich anmutende Hülle, gefüllt mit Magie, die ihr nicht gehörte und die sie nicht loswerden konnte. Das musste sie verdecken. Weil es zu sehen, es anzuerkennen… das war schwerer als alles, was sie jemals zuvor erlebt hatte. Die Gefühle, die sie dazu hatte…
Nun, sie konnte sie nicht benennen, natürlich. Aber es waren viele, und sie fraßen sich durch ihren Bauchraum als hätten sie einen Anspruch auf ihren Körper. Und der... war derzeit schon ziemlich überfüllt.
Lilith hatte gerade unter Mühe ihren Blick von ihrem eigenen Spiegelbild losgerissen, als plötzlich Mammon vor ihr stand, im Hemd, ohne Jackett… aber er war allein. Natürlich musste er ihr Handeln zunächst mit einer provokanten Bemerkung kommentieren – das war ihr Umgangston miteinander, damit fühlten sie sich wohl. Es war wie ein Ping-Pong-Spiel, normalerweise, und in der Regel hätte sie ihm schon einen Konter an den Kopf geworfen, noch bevor er den Satz vollkommen beendet hatte.
Jetzt nicht. Ihr Blick wandte sich nur langsam zu ihm, träge und unfokussiert, fast als wäre ihr Geist zu langsam darin, seine Worte überhaupt zu verarbeiten. Eine kurze Sekunde huschte etwas über ihr Gesicht, das eventuell ihrer üblichen Reaktion geähnelt hätte… aber dann war es verschwunden, geschluckt von jener Kraftlosigkeit, die ihren gesamten Körper eingenommen hatte. Die Müdigkeit hatte jede Vehemenz aus ihrer Haltung getilgt; ihre Augen waren schwer, gerötet… nicht einmal einen halbwegs genervten Gesichtsausdruck konnte sie noch für ihn erübrigen.
Aber die Unruhe, die war konstant da. In ihrem Blick, wenn man etwas genauer hinsah, hinter dem ersten Eindruck: Da war die prickelnde Energie, die unter ihrer Haut entlang raste, so unentbrannt, das man wahrscheinlich auch von außen fast spüren konnte; die nervösen Gesten, mit denen ihre Finger sich immer wieder in den Saum des Mantels krallten und ihn dann wieder losließen; ihr Stand, der nie ganz still war, sondern geprägt von einer permanenten Verlagerung ihres Gewichts, von einem auf das andere Bein.
Sie hätte sich gern irgendwo angelehnt, hielt es aber nicht länger als ein paar Sekunden an einer Stelle aus. Rastlos und widersprüchlich, als würde etwas in ihr unentwegt nach Bewegung schreien, während ihr Körper nichts mehr wollte als einfach zu kapitulieren.
Ihre Hände zitterten, als sie den Mantel kurz losließ, dann wieder griff und ihn erneut enger um ihren Brustkorb zog… eine Bewegung so ungewöhnlich fremdartig für ein Wesen, das keinerlei Schamgefühl besaß. Ihr Kiefer zitterte, als sie versuchte zu einer Antwort anzusetzen.
„Ich muss… raus“, war die schlichte Erwiderung, die sie ihm gab. Definitiv nicht die Erklärung, die er sich vermutlich erhofft hatte, aber offen gestanden fehlten Lilith die Worte, um zu beschreiben, wie sie sich aktuell fühlte und warum sie es nicht mehr ausgehalten hatte in dem Raum, der sich zuletzt mehr anfühlte wie ein Gefängnis als ein Schlafzimmer.
Wozu sie den Mantel brauchte, war offensichtlich, nicht?
„Und ich gebe einen verdammten Dreck auf seinen Namen“
Und das hatte nichts mit ihrer Kleidung zu tun – Lilith konnte kaum weniger darauf geben, ob und wie sie gekleidet war. Das bedeutete nicht, dass sie sich nicht für Mode interessierte, im Gegenteil: Sie war kreatives Mittel, konnte ein Statement sein, eine Waffe, oder ein Spielzeug, wenn man mit ihr Vorgaben und Normen brach. Aber sie nutzte sie nicht als Krücke, so wie die Erdlinge das taten. Sie brauchte sie nicht, weder um ihren Körper zu bedecken, noch um sich zu schützen. Ihr Auftreten, ihre Ausstrahlung… all das hatte nichts mit ihrer Kleidung zu tun. Es war in ihrem Wesen, ihrer Aura, ihrem Selbst.
Und davon war nichts mehr übrig. Das, was hier noch stand, war eine blasse, kränklich anmutende Hülle, gefüllt mit Magie, die ihr nicht gehörte und die sie nicht loswerden konnte. Das musste sie verdecken. Weil es zu sehen, es anzuerkennen… das war schwerer als alles, was sie jemals zuvor erlebt hatte. Die Gefühle, die sie dazu hatte…
Nun, sie konnte sie nicht benennen, natürlich. Aber es waren viele, und sie fraßen sich durch ihren Bauchraum als hätten sie einen Anspruch auf ihren Körper. Und der... war derzeit schon ziemlich überfüllt.
Lilith hatte gerade unter Mühe ihren Blick von ihrem eigenen Spiegelbild losgerissen, als plötzlich Mammon vor ihr stand, im Hemd, ohne Jackett… aber er war allein. Natürlich musste er ihr Handeln zunächst mit einer provokanten Bemerkung kommentieren – das war ihr Umgangston miteinander, damit fühlten sie sich wohl. Es war wie ein Ping-Pong-Spiel, normalerweise, und in der Regel hätte sie ihm schon einen Konter an den Kopf geworfen, noch bevor er den Satz vollkommen beendet hatte.
Jetzt nicht. Ihr Blick wandte sich nur langsam zu ihm, träge und unfokussiert, fast als wäre ihr Geist zu langsam darin, seine Worte überhaupt zu verarbeiten. Eine kurze Sekunde huschte etwas über ihr Gesicht, das eventuell ihrer üblichen Reaktion geähnelt hätte… aber dann war es verschwunden, geschluckt von jener Kraftlosigkeit, die ihren gesamten Körper eingenommen hatte. Die Müdigkeit hatte jede Vehemenz aus ihrer Haltung getilgt; ihre Augen waren schwer, gerötet… nicht einmal einen halbwegs genervten Gesichtsausdruck konnte sie noch für ihn erübrigen.
Aber die Unruhe, die war konstant da. In ihrem Blick, wenn man etwas genauer hinsah, hinter dem ersten Eindruck: Da war die prickelnde Energie, die unter ihrer Haut entlang raste, so unentbrannt, das man wahrscheinlich auch von außen fast spüren konnte; die nervösen Gesten, mit denen ihre Finger sich immer wieder in den Saum des Mantels krallten und ihn dann wieder losließen; ihr Stand, der nie ganz still war, sondern geprägt von einer permanenten Verlagerung ihres Gewichts, von einem auf das andere Bein.
Sie hätte sich gern irgendwo angelehnt, hielt es aber nicht länger als ein paar Sekunden an einer Stelle aus. Rastlos und widersprüchlich, als würde etwas in ihr unentwegt nach Bewegung schreien, während ihr Körper nichts mehr wollte als einfach zu kapitulieren.
Ihre Hände zitterten, als sie den Mantel kurz losließ, dann wieder griff und ihn erneut enger um ihren Brustkorb zog… eine Bewegung so ungewöhnlich fremdartig für ein Wesen, das keinerlei Schamgefühl besaß. Ihr Kiefer zitterte, als sie versuchte zu einer Antwort anzusetzen.
„Ich muss… raus“, war die schlichte Erwiderung, die sie ihm gab. Definitiv nicht die Erklärung, die er sich vermutlich erhofft hatte, aber offen gestanden fehlten Lilith die Worte, um zu beschreiben, wie sie sich aktuell fühlte und warum sie es nicht mehr ausgehalten hatte in dem Raum, der sich zuletzt mehr anfühlte wie ein Gefängnis als ein Schlafzimmer.
Wozu sie den Mantel brauchte, war offensichtlich, nicht?
„Und ich gebe einen verdammten Dreck auf seinen Namen“

