Vor 5 Stunden
[Mammon - Lilith: Hauptbühne]
Obwohl sie ihn nicht direkt sah, weil er noch immer in ihrem Rücken stand – direkt hinter ihr, so als würde er sie decken – spürte Lilith deutlich Mammons kurzen Missmut, als sie das Publikum zur Ruhe zwang. Er badete zu gern im Geschrei und dem Aufruhr der Menge, als dass die Ruhe und die daher automatisch damit einhergehende Spannung, die sich über den Raum legte, für ihn angenehm auszuhalten war.
Aber sie liebte das Prickeln, das sich durch die Atmosphäre einer Menge an Erdlingen zog, wenn sich besondere Stimmungen, die Macht einer Masse, von null aufbaute und bis zum Höhepunkt steigerte. Es war eine Kunst, sie zunächst herunter zu regeln, sie zu fesseln und anschließend kontrolliert zu spielen, ähnlich wie ein gutes Instrument. Diesen war Mammon immerhin nicht abgeneigt, aber im Gegensatz zu seinem Flügel fehlte ihm zum Spielen von Gefühlsregungen offenkundig die nötige Geduld.
Jetzt gerade kam ihm die auch ein klein wenig abhanden, er nahm ihr das Mikrofon wieder aus der Hand. Lilith ließ ihn gewähren – warum sollte sie auch nicht. Sie spürte weiterhin die Blicke der Erdlinge auf sich, Menschen, magische wie nicht-magische, Dämonen, Wolfmischlinge, Vampire. Und das waren nur die prominentesten Auren, die sie aus dem großen Konglomerat herausspüren konnte; der Rest verschwamm lediglich zu einem großen, undurchsichtigen Brei. Sie alle hatten aber eins gemein… einmal gefesselt, fiel es ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit wieder loszureißen. Und Mammon tat währenddessen sein Übriges, indem er schlussendlich die Namen der beiden Hauptkämpfer fallen ließ.
Lilith wandte sich in diesem Augenblick ein Stück weit aus seinem Griff heraus, ging zwei zügige Schritte zur Seite und ließ sich von einem der bulkigen Security-Hünen mit einem kleinen Boost ihres Fußes hinauf auf den Käfig helfen.
Der war sicherlich nicht dazu gedacht gewesen, oben drauf zu stehen, geschweige denn zu laufen – aber Mammon wollte eine große Show, und für diesen Augenblick spielte sie mit… oder vielleicht spielte sie auch mit, um ihn ein klein wenig auszuspielen. Weil sie genau wusste, dass er das hier nur tat, um sie zu bestrafen.
Die metallenen Streben vibrierten förmlich unter ihren Sohlen, als er schlussendlich den Auftritt des Grak’Tanes ankündigte und die gesamte Menge in frenetischen Jubel explodierte.
Es war vollkommen klar, wer der Favorit dieses Abends war, und selbstverständlich waren die meisten im Raum doch anwesend, um einer brutalstmöglichen Hinrichtung beizuwohnen. Es gab ihnen allen – den körperlich annehmbar Ausgestatteten ebenso wie den Mickrigsten – das Gefühl, selbst mächtiger zu sein. Traurig, wie durchschaubar sie waren, wie vorhersehbar ihr Verhalten und wie einfach es sich gestaltete, sie um ihr Geld zu bringen.
Lilith machte ein paar leichtfüßige Schritte die Längsseite des Käfigs entlang, zurück dorthin, wo Mammon noch immer stand, und pflückte das Mikrofon aus der Luft, sobald er es ihr nach oben geworfen hatte. Ein paar wenige Sekunden Publikumsbeifall gönnte sie ihrem besten Ringkämpfer noch, auch wenn der aufgrund seiner vollkommenen Blindheit weder das Rampenlicht, noch seine Bewunderer sehen konnte, ehe sie erneut das Wort übernahm.
„Einige von euch kennen Kaelus womöglich, oder ihr habt schon von ihm gehört. Sein Ruf eilt ihm voraus, und lasst mich euch versichern… alles was ihr glaubt, über ihn zu wissen, ist wahr.“
Er hatte inzwischen den Käfig erreicht, die Security öffnete ihm den Eingang, und er schlug energisch gegen den Rand der Türöffnung. Die Vibration ließ Lilith selbst unbeeindruckt, ging aber direkt auf die Energie der Menge über, die in einer Mischung aus Ehrfurcht und Angst zu grölen begannen. Auch drinnen im Käfig schlug er weiterhin gegen die Gitterstäbe, was sich nach ein paar Sekunden im Einklang mit der Menge zu einem synchron-bebenden Rhythmus an Schlägen und Stampfen entwickelte.
„Aber viele von euch haben wahrscheinlich auch schon von unserem zweiten Kämpfer gehört, und ich würde wetten, dass nicht wenige auch hier sind, um sich einfach zu überzeugen, ob er es wirklich ist“, setzte sie wieder an, während sie ein paar Schritte weiter hinein in die Käfigmitte ging. Dort drehte sie sich um, diesmal in eine der anderen Richtungen sprechend. Diese Seite des Publikums verdiente immerhin auch ein wenig Aufmerksamkeit, wenn sie schon mal hier oben war.
„Auch sein Ruf eilt ihm Voraus, auch wenn niemand so richtig sagen kann, ob dahinter tatsächliches Können steckt oder schlichtweg anderthalb Jahrhunderte dummes Glück–“ Womöglich tat sie ihm damit Unrecht und beleidigte sein Ego, aber wahrscheinlich war Spike ohnehin gerade nicht in einer Verfassung, dass er wahrnahm, was sie sagte.
„Sie nennen ihn William den Blutigen, den Jäger der Jägerinnen. Und falls ihr hier seid, um euch zu überzeugen – tut es nun, denn er ist es. Kaelus’ Herausforderer heute Abend ist… Spike!“
Kaelus’ Schläge gegen den Käfig wurden schneller, die Abstände immer kürzer. Die Menge bebte, grölte, und Spike wurde nun von den Sicherheitsleuten zum Eingang des Käfigs geführt. Sein Auftritt stand dem des Kolosses kurz zuvor nicht so deutlich nach, wie man hätte vermuten können; natürlich war er deutlich kleiner, schmächtig nahezu im Vergleich, sein Körper lange nicht so einschüchternd wie die glänzend-undurchdringliche, pechschwarze Erscheinung eines Grak’Tane-Dämons.
Aber er brachte die entsprechende Stimmung mit, die das ein wenig ausglich, und dass er Mammon kurz zuvor gestanden hatte, sein innigster Wunsch sei Blut und Gewalt, war nun deutlich erkennbar. Für einen Vampir machte er einen ungewöhnlich verwilderten Eindruck, allerdings schien die Menge das gutzuheißen. Ein nicht zu verachtender Anteil von ihnen war scheinbar doch an einem spannenden Kampf interessiert.
Lilith für ihren Teil genoss noch ein klein wenig die Energie des Raumes und die immer stärker werdenden Erschütterungen der Metallstreben unter ihren Füßen. Der Käfig schien förmlich zu erbeben unter dem Druck all derer, die den Beginn der Show kaum noch erwarten konnten.
Zwei Streben überspringend, war sie in wenigen Sätzen zurück an der Seite, an der Mammon sich befand, und ließ das Mikro wieder zu ihm nach unten fallen.
Obwohl sie ihn nicht direkt sah, weil er noch immer in ihrem Rücken stand – direkt hinter ihr, so als würde er sie decken – spürte Lilith deutlich Mammons kurzen Missmut, als sie das Publikum zur Ruhe zwang. Er badete zu gern im Geschrei und dem Aufruhr der Menge, als dass die Ruhe und die daher automatisch damit einhergehende Spannung, die sich über den Raum legte, für ihn angenehm auszuhalten war.
Aber sie liebte das Prickeln, das sich durch die Atmosphäre einer Menge an Erdlingen zog, wenn sich besondere Stimmungen, die Macht einer Masse, von null aufbaute und bis zum Höhepunkt steigerte. Es war eine Kunst, sie zunächst herunter zu regeln, sie zu fesseln und anschließend kontrolliert zu spielen, ähnlich wie ein gutes Instrument. Diesen war Mammon immerhin nicht abgeneigt, aber im Gegensatz zu seinem Flügel fehlte ihm zum Spielen von Gefühlsregungen offenkundig die nötige Geduld.
Jetzt gerade kam ihm die auch ein klein wenig abhanden, er nahm ihr das Mikrofon wieder aus der Hand. Lilith ließ ihn gewähren – warum sollte sie auch nicht. Sie spürte weiterhin die Blicke der Erdlinge auf sich, Menschen, magische wie nicht-magische, Dämonen, Wolfmischlinge, Vampire. Und das waren nur die prominentesten Auren, die sie aus dem großen Konglomerat herausspüren konnte; der Rest verschwamm lediglich zu einem großen, undurchsichtigen Brei. Sie alle hatten aber eins gemein… einmal gefesselt, fiel es ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit wieder loszureißen. Und Mammon tat währenddessen sein Übriges, indem er schlussendlich die Namen der beiden Hauptkämpfer fallen ließ.
Lilith wandte sich in diesem Augenblick ein Stück weit aus seinem Griff heraus, ging zwei zügige Schritte zur Seite und ließ sich von einem der bulkigen Security-Hünen mit einem kleinen Boost ihres Fußes hinauf auf den Käfig helfen.
Der war sicherlich nicht dazu gedacht gewesen, oben drauf zu stehen, geschweige denn zu laufen – aber Mammon wollte eine große Show, und für diesen Augenblick spielte sie mit… oder vielleicht spielte sie auch mit, um ihn ein klein wenig auszuspielen. Weil sie genau wusste, dass er das hier nur tat, um sie zu bestrafen.
Die metallenen Streben vibrierten förmlich unter ihren Sohlen, als er schlussendlich den Auftritt des Grak’Tanes ankündigte und die gesamte Menge in frenetischen Jubel explodierte.
Es war vollkommen klar, wer der Favorit dieses Abends war, und selbstverständlich waren die meisten im Raum doch anwesend, um einer brutalstmöglichen Hinrichtung beizuwohnen. Es gab ihnen allen – den körperlich annehmbar Ausgestatteten ebenso wie den Mickrigsten – das Gefühl, selbst mächtiger zu sein. Traurig, wie durchschaubar sie waren, wie vorhersehbar ihr Verhalten und wie einfach es sich gestaltete, sie um ihr Geld zu bringen.
Lilith machte ein paar leichtfüßige Schritte die Längsseite des Käfigs entlang, zurück dorthin, wo Mammon noch immer stand, und pflückte das Mikrofon aus der Luft, sobald er es ihr nach oben geworfen hatte. Ein paar wenige Sekunden Publikumsbeifall gönnte sie ihrem besten Ringkämpfer noch, auch wenn der aufgrund seiner vollkommenen Blindheit weder das Rampenlicht, noch seine Bewunderer sehen konnte, ehe sie erneut das Wort übernahm.
„Einige von euch kennen Kaelus womöglich, oder ihr habt schon von ihm gehört. Sein Ruf eilt ihm voraus, und lasst mich euch versichern… alles was ihr glaubt, über ihn zu wissen, ist wahr.“
Er hatte inzwischen den Käfig erreicht, die Security öffnete ihm den Eingang, und er schlug energisch gegen den Rand der Türöffnung. Die Vibration ließ Lilith selbst unbeeindruckt, ging aber direkt auf die Energie der Menge über, die in einer Mischung aus Ehrfurcht und Angst zu grölen begannen. Auch drinnen im Käfig schlug er weiterhin gegen die Gitterstäbe, was sich nach ein paar Sekunden im Einklang mit der Menge zu einem synchron-bebenden Rhythmus an Schlägen und Stampfen entwickelte.
„Aber viele von euch haben wahrscheinlich auch schon von unserem zweiten Kämpfer gehört, und ich würde wetten, dass nicht wenige auch hier sind, um sich einfach zu überzeugen, ob er es wirklich ist“, setzte sie wieder an, während sie ein paar Schritte weiter hinein in die Käfigmitte ging. Dort drehte sie sich um, diesmal in eine der anderen Richtungen sprechend. Diese Seite des Publikums verdiente immerhin auch ein wenig Aufmerksamkeit, wenn sie schon mal hier oben war.
„Auch sein Ruf eilt ihm Voraus, auch wenn niemand so richtig sagen kann, ob dahinter tatsächliches Können steckt oder schlichtweg anderthalb Jahrhunderte dummes Glück–“ Womöglich tat sie ihm damit Unrecht und beleidigte sein Ego, aber wahrscheinlich war Spike ohnehin gerade nicht in einer Verfassung, dass er wahrnahm, was sie sagte.
„Sie nennen ihn William den Blutigen, den Jäger der Jägerinnen. Und falls ihr hier seid, um euch zu überzeugen – tut es nun, denn er ist es. Kaelus’ Herausforderer heute Abend ist… Spike!“
Kaelus’ Schläge gegen den Käfig wurden schneller, die Abstände immer kürzer. Die Menge bebte, grölte, und Spike wurde nun von den Sicherheitsleuten zum Eingang des Käfigs geführt. Sein Auftritt stand dem des Kolosses kurz zuvor nicht so deutlich nach, wie man hätte vermuten können; natürlich war er deutlich kleiner, schmächtig nahezu im Vergleich, sein Körper lange nicht so einschüchternd wie die glänzend-undurchdringliche, pechschwarze Erscheinung eines Grak’Tane-Dämons.
Aber er brachte die entsprechende Stimmung mit, die das ein wenig ausglich, und dass er Mammon kurz zuvor gestanden hatte, sein innigster Wunsch sei Blut und Gewalt, war nun deutlich erkennbar. Für einen Vampir machte er einen ungewöhnlich verwilderten Eindruck, allerdings schien die Menge das gutzuheißen. Ein nicht zu verachtender Anteil von ihnen war scheinbar doch an einem spannenden Kampf interessiert.
Lilith für ihren Teil genoss noch ein klein wenig die Energie des Raumes und die immer stärker werdenden Erschütterungen der Metallstreben unter ihren Füßen. Der Käfig schien förmlich zu erbeben unter dem Druck all derer, die den Beginn der Show kaum noch erwarten konnten.
Zwei Streben überspringend, war sie in wenigen Sätzen zurück an der Seite, an der Mammon sich befand, und ließ das Mikro wieder zu ihm nach unten fallen.

