27.07.2026, 00:38
„Du glaubst wirklich, dass alles in Ordnung ist, solange man selbst dabei Freude empfindet.“ Kurz nachdem Hope dies gesagt hatte, hob Mammon seine rechte Hand. Nur der Zeigefinger war gestreckt, welchen er nun hin und her bewegte. “Na, na, na so, habe ich das nie behauptet.” Korrigierte er sie. “Ich hab lediglich gesagt, wenn es sowieso danach ins Chaos hinausläuft, dann kannst du auch genauso deiner Begierde nachgehen, wenn es auf Gleiche hinausläuft.” Nichts Anderes hatte der Teufelssohn behauptet gehabt. Wieso auch nicht diesen Weg einschlagen? Mal ehrlich, wenn sowieso klar war, dass man mit den Konsequenzen leben musste, egal, ob mit Vernunft oder ohne, wieso dann nicht den Weg wählen, wo man wenigstens noch behaupten konnte, dass man seinen Spaß dabei hatte? Aber gut, vielleicht war das wirklich so ein Ding der Erdlinge. Dann wurde es plötzlich überraschend interessant. Hope meinte, dass sie es nicht konnte, doch als sie das zweite Mal diese Worte aussprach, war da mehr als nur die Angst und der Trotz. Da war noch etwas Anderes gewesen. Mammon konnte (noch) nicht genau zuordnen, was da gerade passiert war, aber es war offensichtlich, DAS etwas war. Das merkte man auch deutlich an Hopes Reaktion danach. Sie hatte sich über sich selbst erschrocken. Doch Mammon musste unweigerlich nach diesem kleinen Ausbruch grinsen. “Uh, was war denn das gerade?” Fragte er nach. “Klang ganz danach, als hätte sich da noch jemand eingemischt.” Zumindest war es seine erste Vermutung. Ob dies nun stimmte oder nicht, war einmal dahingestellt. Fakt war, dass da etwas gewesen war, etwas mächtigeres als Hope es eigentlich war. Ja, das war durchaus interessant und dann war da wieder diese leise Stimme, noch immer erschrocken über sich selbst. “Oh so langsam verstehst du es ja doch.” Meinte er erfreut. “Wenn du sowieso aufräumen musst, wieso dann nicht vorher ebenso genießen? Es kommt doch dann aufs Gleiche hinaus.” Ob sie es jetzt verstanden hatte?
Doch genug von diesem ‘ich kann nicht’, ‘ich will nicht’ oder sonst was. Mammon wollte Klarheit. Ihn interessierte es durchaus, was eine menschliche Hülle mit einem Dämon in sich so begehrte. Unbeachtet von dem, das Hope nicht wollte, benutze er seine Fähigkeit und fragte sie, was sie sich am meisten tief in sich wünschte. Sein Blick ließ ihren nicht los, denn dieser musste bewahrt bleiben. Die ersten Worte waren leider eher langweilig und so…unwichtig. Sie wollte als eigenständige Person gesehen werden und nicht mehr allein sein. Sie wollte anscheinend geliebt werden. Die menschlichen Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und die Angst vor der Vereinsamung. Kannte er alles schon. Schließlich wurde es dann doch noch spannend. Plötzlich sprach Hope von Rache. Sie musste dieses Wort noch nicht einmal aussprechen, damit Mammon dies erkannte. Man hörte es auch so deutlich aus ihrer Stimme und aus ihren Worten heraus. Ein breites, teuflisches Grinsen machte sich nun breit und er unterbrach seinen Blick zu ihrem, sodass sie nicht mehr unter seinem Bann stand. “Sieh einer an. Wer hätte gedacht, dass in dir so böse Wünsche stecken.” Dabei hatte er ein breites Grinsen auf den Lippen.
Unbeeindruckt ließ er Hope reden, davon, dass er doch gehört hatte, dass sie es nicht wollte. Ja, das hatte er und nun? Mit der Arroganz eines Prinzen der Hölle, sah Mammon sie dann an. “Du hast doch gesehen, dass ich es kann.” Meinte er trocken. “Ich bin der Prinz der Hölle! Wenn ich deine tiefsten Begierden erfahren will, dann mach ich das, wie es mir beliebt und dabei ist mir egal, ob du es mir vorher gesagt hast, ob du das willst oder nicht.” Wer war er denn, dass ihm wichtig war, wie sich der Andere dabei fühlte? Es war ihm schlichtweg egal, erst Recht, wenn es sich dabei um einen Menschen handelte. Hatte Hope etwas vergessen, wen sie hier vor sich hatte? Wenn ja, dann spätestens nach dieser Aktion wohl nicht mehr.
“Es ist nicht die Frage, ob du deine Schuld bezahlen kannst, sondern ob du sie dann so bezahlen willst.” Sprach er. Mammon war niemand, der Unmögliches verlangte. Meist passten die Aufgaben schon zu demjenigen, der sie ausführen sollte. Es sollte sich ja auch für Mammon lohnen und was brachte es ihm, wenn er Aufgaben stellte, die von vornherein zum Scheitern verurteilt waren? “Und zu seiner Frage…” Fing er nun an. “Solltest du dich weigern, dann gibt es viele Möglichkeiten der Bestrafung.” Dabei sah man ein leichtes Aufleuchten in seinen Augen, was nichts Gutes hieß. “Meine Kellermeisterin würde sicher entzückt sein, wenn sie solch hübsches Ding foltern dürfte.” Ja, ein kleiner Vorgeschmack, was es werden könnte, aber wie gesagt, es gab mehrere Wege Hope zu bestrafen, wenn sie nicht ihre Schuld abbezahlen wollte.
Und dann ging es um Musik. Erst, wie Musik in der Hölle eingesetzt wurde und das der Teufel nicht viel von schöner Musik hielt und dann hatte Mammon erklärt, dass er herausgefunden hatte, dass schöne Musik durchaus nützlich sein konnte. Dies entsprach alles der Wahrheit. Jedoch gab es noch einen Grund, wofür er Musik nutzte. Ein Grund, der jedoch eher unbewusst bei ihm ablief. Durch Musik verarbeitete er all das, was ihn gerade beschäftigte oder fühlte. Es war im Grunde seine Therapie, ohne dass er es jemals wollte oder bewusst nutzte. Aber diesen Grund würde er nie zugeben. Wieso auch? Er selbst gestand es sich ja noch nicht einmal ein. “Ist es denn nicht schon Grund genug?” Meinte Mammon und hörte schließlich ihren Wunsch, dass er etwas für sie spielte. Jedoch sollte es etwas sein, was er so nicht seinen Gästen spielen würde. Er sollte etwas spielen, was er nur spielte, wenn niemand zuhörte. Klang nach einer kleinen Herausforderung. Wie konnte er das nur ablehnen? Generell, wenn es darum ging, seine unglaubliche Stimme und seine geschickten Finger beim Spielen zu präsentieren, konnte er schlecht nein sagen. “Also gut.” Meinte Mammon schließlich und ging an Hope vorbei, um sich auf seinen Klavierhocker zu setzen. Mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit legten sich seine Finger auf die einzelnen Tasten. Mammon musste nicht lange überlegen, was er spielte. Das tat er nie, wenn er einfach aus Lust spielte. Die ersten Töne erlangen und schließlich fing er an zu singen:
“Ich kenne tausend fremde Namen,
doch keiner bleibt bis zum Morgen.
Ein Blick, ein Lächeln, eine Nacht –
mehr sind sie für mich nie.
Sie fallen vor mir, nicht ich vor ihnen.
Sie wollen mehr, ich will nichts.
Ich bin das Feuer, das sie suchen…
und ging, bevor die Glut verglomm.
Ich kenne Lust.
Ich kenne Gier.
Ich kenne jede Form der Versuchung.
Doch dieses Gefühl...
hat keinen Namen, den ich kenne.
Ich bin die Begierde.
Ich bin die Versuchung.
Der Blick, dem niemand widersteht.
Ich ziehe andere in meinen Bann...
Doch wer zieht plötzlich mich?
Ich bin kein Mann, der fällt.
Ich bin der Grund, warum andere fallen.
Warum also...
Fühlt sich mein Herz so anders an?
Ich glaubte immer,
Gefühle seien Ketten,
geschmiedet für Sterbliche.
Schwäche...
war etwas,
das anderen widerfuhr.
Nicht mir.
Nicht dem Sohn des Teufels.
Wenn Macht genügt...
warum fühlt sie sich plötzlich so bedeutungslos an?
Wenn Verlangen alles wäre...
warum suche ich nach etwas,
das ich nie gesucht habe?
Warum zweifle ich...
an Wahrheiten,
die älter sind als jede Erinnerung?
Ich bin die Begierde.
Die Sünde.
Die Versuchung.
Ich bin niemals derjenige,
der den Blick senkt.
Niemals derjenige,
der den Atem verliert.
Und doch...
stehe ich hier...
und erkenne den Mann
im Spiegel nicht mehr.”
Dass er so viel von sich preisgab, war so natürlich nicht gewollt. Mammon spielte die letzten Töne und dann verstummte irgendwann nicht nur seine Stimme für einen Moment, sondern auch das Klavier. Es dauerte einen längeren Moment, ehe er dann zu Hope sah.
Doch genug von diesem ‘ich kann nicht’, ‘ich will nicht’ oder sonst was. Mammon wollte Klarheit. Ihn interessierte es durchaus, was eine menschliche Hülle mit einem Dämon in sich so begehrte. Unbeachtet von dem, das Hope nicht wollte, benutze er seine Fähigkeit und fragte sie, was sie sich am meisten tief in sich wünschte. Sein Blick ließ ihren nicht los, denn dieser musste bewahrt bleiben. Die ersten Worte waren leider eher langweilig und so…unwichtig. Sie wollte als eigenständige Person gesehen werden und nicht mehr allein sein. Sie wollte anscheinend geliebt werden. Die menschlichen Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und die Angst vor der Vereinsamung. Kannte er alles schon. Schließlich wurde es dann doch noch spannend. Plötzlich sprach Hope von Rache. Sie musste dieses Wort noch nicht einmal aussprechen, damit Mammon dies erkannte. Man hörte es auch so deutlich aus ihrer Stimme und aus ihren Worten heraus. Ein breites, teuflisches Grinsen machte sich nun breit und er unterbrach seinen Blick zu ihrem, sodass sie nicht mehr unter seinem Bann stand. “Sieh einer an. Wer hätte gedacht, dass in dir so böse Wünsche stecken.” Dabei hatte er ein breites Grinsen auf den Lippen.
Unbeeindruckt ließ er Hope reden, davon, dass er doch gehört hatte, dass sie es nicht wollte. Ja, das hatte er und nun? Mit der Arroganz eines Prinzen der Hölle, sah Mammon sie dann an. “Du hast doch gesehen, dass ich es kann.” Meinte er trocken. “Ich bin der Prinz der Hölle! Wenn ich deine tiefsten Begierden erfahren will, dann mach ich das, wie es mir beliebt und dabei ist mir egal, ob du es mir vorher gesagt hast, ob du das willst oder nicht.” Wer war er denn, dass ihm wichtig war, wie sich der Andere dabei fühlte? Es war ihm schlichtweg egal, erst Recht, wenn es sich dabei um einen Menschen handelte. Hatte Hope etwas vergessen, wen sie hier vor sich hatte? Wenn ja, dann spätestens nach dieser Aktion wohl nicht mehr.
“Es ist nicht die Frage, ob du deine Schuld bezahlen kannst, sondern ob du sie dann so bezahlen willst.” Sprach er. Mammon war niemand, der Unmögliches verlangte. Meist passten die Aufgaben schon zu demjenigen, der sie ausführen sollte. Es sollte sich ja auch für Mammon lohnen und was brachte es ihm, wenn er Aufgaben stellte, die von vornherein zum Scheitern verurteilt waren? “Und zu seiner Frage…” Fing er nun an. “Solltest du dich weigern, dann gibt es viele Möglichkeiten der Bestrafung.” Dabei sah man ein leichtes Aufleuchten in seinen Augen, was nichts Gutes hieß. “Meine Kellermeisterin würde sicher entzückt sein, wenn sie solch hübsches Ding foltern dürfte.” Ja, ein kleiner Vorgeschmack, was es werden könnte, aber wie gesagt, es gab mehrere Wege Hope zu bestrafen, wenn sie nicht ihre Schuld abbezahlen wollte.
Und dann ging es um Musik. Erst, wie Musik in der Hölle eingesetzt wurde und das der Teufel nicht viel von schöner Musik hielt und dann hatte Mammon erklärt, dass er herausgefunden hatte, dass schöne Musik durchaus nützlich sein konnte. Dies entsprach alles der Wahrheit. Jedoch gab es noch einen Grund, wofür er Musik nutzte. Ein Grund, der jedoch eher unbewusst bei ihm ablief. Durch Musik verarbeitete er all das, was ihn gerade beschäftigte oder fühlte. Es war im Grunde seine Therapie, ohne dass er es jemals wollte oder bewusst nutzte. Aber diesen Grund würde er nie zugeben. Wieso auch? Er selbst gestand es sich ja noch nicht einmal ein. “Ist es denn nicht schon Grund genug?” Meinte Mammon und hörte schließlich ihren Wunsch, dass er etwas für sie spielte. Jedoch sollte es etwas sein, was er so nicht seinen Gästen spielen würde. Er sollte etwas spielen, was er nur spielte, wenn niemand zuhörte. Klang nach einer kleinen Herausforderung. Wie konnte er das nur ablehnen? Generell, wenn es darum ging, seine unglaubliche Stimme und seine geschickten Finger beim Spielen zu präsentieren, konnte er schlecht nein sagen. “Also gut.” Meinte Mammon schließlich und ging an Hope vorbei, um sich auf seinen Klavierhocker zu setzen. Mit einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit legten sich seine Finger auf die einzelnen Tasten. Mammon musste nicht lange überlegen, was er spielte. Das tat er nie, wenn er einfach aus Lust spielte. Die ersten Töne erlangen und schließlich fing er an zu singen:
“Ich kenne tausend fremde Namen,
doch keiner bleibt bis zum Morgen.
Ein Blick, ein Lächeln, eine Nacht –
mehr sind sie für mich nie.
Sie fallen vor mir, nicht ich vor ihnen.
Sie wollen mehr, ich will nichts.
Ich bin das Feuer, das sie suchen…
und ging, bevor die Glut verglomm.
Ich kenne Lust.
Ich kenne Gier.
Ich kenne jede Form der Versuchung.
Doch dieses Gefühl...
hat keinen Namen, den ich kenne.
Ich bin die Begierde.
Ich bin die Versuchung.
Der Blick, dem niemand widersteht.
Ich ziehe andere in meinen Bann...
Doch wer zieht plötzlich mich?
Ich bin kein Mann, der fällt.
Ich bin der Grund, warum andere fallen.
Warum also...
Fühlt sich mein Herz so anders an?
Ich glaubte immer,
Gefühle seien Ketten,
geschmiedet für Sterbliche.
Schwäche...
war etwas,
das anderen widerfuhr.
Nicht mir.
Nicht dem Sohn des Teufels.
Wenn Macht genügt...
warum fühlt sie sich plötzlich so bedeutungslos an?
Wenn Verlangen alles wäre...
warum suche ich nach etwas,
das ich nie gesucht habe?
Warum zweifle ich...
an Wahrheiten,
die älter sind als jede Erinnerung?
Ich bin die Begierde.
Die Sünde.
Die Versuchung.
Ich bin niemals derjenige,
der den Blick senkt.
Niemals derjenige,
der den Atem verliert.
Und doch...
stehe ich hier...
und erkenne den Mann
im Spiegel nicht mehr.”
Dass er so viel von sich preisgab, war so natürlich nicht gewollt. Mammon spielte die letzten Töne und dann verstummte irgendwann nicht nur seine Stimme für einen Moment, sondern auch das Klavier. Es dauerte einen längeren Moment, ehe er dann zu Hope sah.

