Gestern, 21:19
Mammon schien die mitschwingende zweite Bedeutung – dass sie durchaus der Meinung war, dass es etwas Naives an sich hatte, den Großteil seiner Zeit die reale Welt inklusive all ihrer Probleme zu ignorieren und stattdessen an nichts anderes zu denken als an unterhaltsame Dinge – Sex, Gewalt, all sowas – gar nicht wahrgenommen. Oder er hatte es gekonnt ignoriert, bei ihm wusste man nie so genau. Es gab schon Gründe, warum er es nicht zurückgeschafft hatte in die Hölle… die Lektion, die er hatte lernen sollen, war ganz offensichtlich zu null Prozent angekommen.
Und andererseits saß sie jetzt auch hier. Hatte die Regeln befolgt (zumindest da, wo es anderweitig aufgefallen wäre), die politischen Verknüpfungen gelernt, die Arbeit gemacht. Und was hatte es ihr gebracht? Nichts. Trotz allem war sie nun verletzt – verstümmelt, sogar – an gleicher Stelle wie ihr Bruder. Mit mehr Hintergrundwissen, sicherlich, und sobald sie wieder nüchtern war und bei vollem Verstand, nicht mehr geplagt von betäubendem Schmerz, würde sie auch einen Plan fassen, wie sie sich an Lucifer rächen würden. Eventuell musste es aber auch nicht augenblicklich sein… vielleicht hatte sie sich vorher noch einen Urlaub verdient, in Mammons Welt. Da, wo nichts eine Rolle spielte außer das, was man gerade begehrte.
Womöglich waren das Feuertänzer, oder -tänzerinnen. Er sagte ihr zu, dass er sie jederzeit bestellen würde, wenn ihr danach war. Lilith nickte, die Aussage zur Kenntnis nehmend, blätterte aber weiter. Ein paar spannende Einträge fand sie noch, hier und da, die Sirene hielt ihre Aufmerksamkeit ganze 10 Sekunden lang. Aber definitive Aussagen traf sie dennoch nicht. Mammon schien das auch aufzufallen, er deutete ihr Schweigen als Zurückhaltung.
„Das ist es nicht, ich–“ Ja, was? Ihre Gedanken gingen drunter und drüber, ihre neugewonnenen Emotionen wurden inzwischen zwar dumpfer, ähnlich wie der Schmerz, aber das anfängliche, euphorische High ihres Drogen-induzierten Trips ließ leider auch wieder etwas nach. Womöglich doch eine zu geringe Dosis.
Sie klappte den Ordner zu und ließ ihn seufzend auf den Beistelltisch fallen.
„–ich kann mich nicht mal bewegen. An meinem Körper klebt ein nicht zu verachtender Anteil meines eigenen Blutes. Das, das aktuell durch meine Adern fließt, war gestern noch nicht meins. Sex ist das letzte, woran ich jetzt denken kann“, antwortete sie nüchtern. Ja, das tötete den eben noch so lockeren Ton ihrer Unterhaltung wieder etwas. Vielleicht war sie auf der melancholischen Seite ihres Highs angekommen, vielleicht war es doch die Unsicherheit, wie lange es dauern würde, bis sie wieder auf die Beine kam. Einen Engel zu finden, der alle seine Prinzipien verriet, indem er sie heilte… er würde Verbannung riskieren. Das würde keiner ihrer Verwandten tun. Oder…?
Eins wusste Lilith an dieser Stelle bereits mit Sicherheit: Angst und Unsicherheit waren ihr von all den Gefühlen, die jetzt an ihr hafteten, die verhasstesten.
Und andererseits saß sie jetzt auch hier. Hatte die Regeln befolgt (zumindest da, wo es anderweitig aufgefallen wäre), die politischen Verknüpfungen gelernt, die Arbeit gemacht. Und was hatte es ihr gebracht? Nichts. Trotz allem war sie nun verletzt – verstümmelt, sogar – an gleicher Stelle wie ihr Bruder. Mit mehr Hintergrundwissen, sicherlich, und sobald sie wieder nüchtern war und bei vollem Verstand, nicht mehr geplagt von betäubendem Schmerz, würde sie auch einen Plan fassen, wie sie sich an Lucifer rächen würden. Eventuell musste es aber auch nicht augenblicklich sein… vielleicht hatte sie sich vorher noch einen Urlaub verdient, in Mammons Welt. Da, wo nichts eine Rolle spielte außer das, was man gerade begehrte.
Womöglich waren das Feuertänzer, oder -tänzerinnen. Er sagte ihr zu, dass er sie jederzeit bestellen würde, wenn ihr danach war. Lilith nickte, die Aussage zur Kenntnis nehmend, blätterte aber weiter. Ein paar spannende Einträge fand sie noch, hier und da, die Sirene hielt ihre Aufmerksamkeit ganze 10 Sekunden lang. Aber definitive Aussagen traf sie dennoch nicht. Mammon schien das auch aufzufallen, er deutete ihr Schweigen als Zurückhaltung.
„Das ist es nicht, ich–“ Ja, was? Ihre Gedanken gingen drunter und drüber, ihre neugewonnenen Emotionen wurden inzwischen zwar dumpfer, ähnlich wie der Schmerz, aber das anfängliche, euphorische High ihres Drogen-induzierten Trips ließ leider auch wieder etwas nach. Womöglich doch eine zu geringe Dosis.
Sie klappte den Ordner zu und ließ ihn seufzend auf den Beistelltisch fallen.
„–ich kann mich nicht mal bewegen. An meinem Körper klebt ein nicht zu verachtender Anteil meines eigenen Blutes. Das, das aktuell durch meine Adern fließt, war gestern noch nicht meins. Sex ist das letzte, woran ich jetzt denken kann“, antwortete sie nüchtern. Ja, das tötete den eben noch so lockeren Ton ihrer Unterhaltung wieder etwas. Vielleicht war sie auf der melancholischen Seite ihres Highs angekommen, vielleicht war es doch die Unsicherheit, wie lange es dauern würde, bis sie wieder auf die Beine kam. Einen Engel zu finden, der alle seine Prinzipien verriet, indem er sie heilte… er würde Verbannung riskieren. Das würde keiner ihrer Verwandten tun. Oder…?
Eins wusste Lilith an dieser Stelle bereits mit Sicherheit: Angst und Unsicherheit waren ihr von all den Gefühlen, die jetzt an ihr hafteten, die verhasstesten.

