15.02.2026, 22:15
Lilith wusste nicht, was sie sich erhofft hatte. Vielleicht, dass Mammon ihr eine sinnige Erklärung servieren würde. Dass die Nummer mit den Gefühlen sich abnutzte, dass sie jetzt noch intensiv waren, weil sie so neu für sie waren, bald aber stumpf wurden, unbemerkbar und sie dann nicht mehr beeinflussen würden in jedem Gedanken und allen Handlungen, die sie tat. Oder dass er den Schlüssel hervorzauberte und ihr erläuterte, wie das Ding mit dem Ignorieren so funktionierte, das er selbstverständlich gelernt hatte zu beherrschen, in all den Jahrhunderten, in denen er das schon tat. Besser, als es den Menschen je gelingen konnte, einfach aufgrund der schieren Dauer seiner Erfahrung.
Ein klein wenig in die zweite Richtung ging seine Antwort dann letztendlich auch. Aber der ‚Schlüssel‘, den sie sich erhofft hatte, war eher eine dürftige Anweisung, die sie zunächst mit mäßig großer Zuversicht in deren Erfolgsquote erfüllte.
“Konzentrier dich einfach auf etwas Anderes. Sex klappt ganz gut oder Folter.”
Nun, immerhin das leuchtete ihr ein. Beides waren wirklich reizvolle Aktivitäten, die die Chance boten, sich mental in ihnen zu verlieren. Wenig anderes ermöglichte das in der gleichen Intensität.
„Wen nutzt du hier so für Sex?“ Sicher gab es ausreichend reguläre, abendliche Groupies, an denen er sich bedienen konnte – die klassischen Clubgänger, die offen waren für alles und auf der Jagd nach dem nächsten High. Und Mammon strahlte Macht aus, das spürten auf unterschwelliger Ebene auch viele Menschen, selbst wenn ihre mentalen Fähigkeiten zu verkümmert waren, um Auren wahrnehmen zu können. Aber sie kannte ihren Bruder… er hätte sicherlich noch bessere Empfehlungen als dahergelaufene Partygäste.
Seine restlichen Ratschläge – sich zu konzentrieren auf die Gefühle, die sie haben wollte, und Schwachstellen an der Person zu suchen, mit der sie sich unterhielt, wenn ein Entfernen aus der Situation nicht möglich war – waren nicht ganz so ermutigend.
„Wir werden sehen, wie viele ich noch finde, die ich tatsächlich haben will“, gab sie skeptisch zurück. Aber seine Hinweise waren immerhin ein Anfang. Es würde ihr zunächst nichts anderes übrig bleiben als sie im Kopf zu behalten, auszuprobieren und dann eventuell zu gegebener Zeit noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen. Vielleicht wenn sie selbst mehr Erfahrungen gesammelt hatte.
Und dann schlug ihr auf einmal eine Welle an Verteidigung entgegen, nachdem sie Rückfragen zu den Folterräumen gestellt hatte. Das erste Thema, das aufrichtig ihr Interesse geweckt und ihre Stimmung in Ansätzen verbessert hatte, aber anstatt die Informationen mit ihr zu teilen, würde Mammon defensiv. So als hätte sie sein Konzept kontrollieren und auf Schwachstellen prüfen wollen.
In einer anderen Situation hätte Lilith ihn darauf wahrscheinlich hingewiesen. Seine Unsicherheit hervorgezerrt, sich womöglich lustig gemacht darüber, dass sie das in ihm auslösen konnte, und den Finger noch ein wenig in die Wunde gelegt, weil er sich ihr gegenüber offenbar unzulänglich fühlte. Aber heute… war sie nicht in Stimmung. Vielleicht waren es die Rauschmittel, die langsam aber sicher ihre Wirkung zeigten.
„Entspann’ dich. Das waren Interesse und Anerkennung für die Idee, beides zu verbinden. Je nachdem wie laut die Musik ist, wäre eine Isolierung vielleicht auch gar nicht nötig gewesen“, entgegnete sie beschwichtigend. Sicher war natürlich sicher, und mit Schalldämmung eröffneten sich gleich ganz andere Möglichkeiten. Ja, sie war definitiv interessiert. Dann stahl sich allerdings doch noch ein kleines Schmunzeln auf ihre Lippen.
„Ich bin mir sicher, Kisai hat an alles gedacht.“ Ehre, wem Ehre gebührte – die Planung und Umsetzung hatte sicherlich nicht Mammon betreut. Jenseits von der finalen Abnahme zumindest.
Er gewährte ihr freien Zugang zu den Räumlichkeiten, eine Tatsache, die Lilith tatsächlich wohlwollend zur Kenntnis nehmen wollte – hätte er nicht anschließend den… nun ja, missglückten Sicherheitshinweis angeschlossen, was seine Kellermeisterin anging. Sie schnaubte, direkt gefolgt von einem kurzen, dunklen Lachen.
„Du solltest ihr direkt Bescheid geben. Wenn sie mich einmal anrührt, wird es das Letzte sein, was sie je tun wird.“ Für wen hielt er sie? Ja, ohne ihre Gnade mochte sie sterblich sein, für den Moment. Und eventuell war sie aktuell auch körperlich ein wenig eingeschränkt, aber wie sie ihn vorhin schon einmal erinnert hatte: Sie war ein Erzengel, kein simpler niederrangiger Himmelsbote. Egal welche Art von Dämon er dort platziert hatte, und egal ob sie ihre Kräfte noch in dem Ausmaße beherrschte, wie sie das vor dem Angriff getan hatte – sie waren nicht weg. Womöglich musste sie sich an die neuen Begebenheiten gewöhnen, die Feinheiten ausloten… aber sie würde die Dämonin auch weiterhin ohne Mühe dazu bringen können, dass sie sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Und selbst wenn nicht – sie machte nicht sonderlich oft Gebrauch davon, weil ihre Präferenzen im Umgang woanders lagen, aber… sie war mit und teils auch von Tan ausgebildet worden. Das sollte ihm eigentlich klar sein.
„Es sei denn sie ist heiß. Dann… habe ich vielleicht nichts einzuwenden dagegen, wenn sie ein wenig mit mir spielt“, endete sie mit einem verheißungsvollen Schmunzeln, ehe sie ihr Glas noch einmal an die Lippen hob.
Immerhin hatte dieser Teil der Unterhaltung den netten Nebeneffekt, dass sie sich ihrer selbst wieder bewusst wurde. Wer sie war. Was in ihr steckte.
Dass sie auch dazu erst einmal wieder halbwegs auf den Beinen sein müsste, bevor sie über Spielereien mit Schmerz überhaupt nachdenken sollte… wurde langsam ein wenig sekundär. Die Wichtigkeit des Themas rutschte irgendwie in den Hintergrund, weil auch die Schärfe ihrer Schmerzen langsam abnahm. Sie waren nicht weg, wurden aber milder. Über sowas wie Rollstühle wollte Lilith in dieser Situation dann gar nicht erst nachdenken. Das wäre definitiv unter ihrer Würde, auch wenn Mammon gute Gedanken beisteuerte. Sitzend anwesend sein, ja. Sich mit einem Stuhl bewegen? Auf gar keinen Fall. Das würde es nur offensichtlicher machen, dass ihre Selbstheilungskräfte beeinträchtigt waren und sie potenziell angreifbar wäre.
Und noch war es ja auch eher eine hypothetische Frage. Medea hatte einen absolut fähigen Eindruck gemacht, wenn sie so überzeugt davon war, dass sie einen Engel auftreiben könnte… dann würde Lilith zunächst einmal abwarten, ob sie lieferte, egal wie nahe an der Unmöglichkeit die Aufgabe war. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Mammon ihr scheinbar auch noch ein zeitliches Ultimatum gestellt hatte, wie sie hörte.
Darauf, dass Kisai ihr ein Opfer bringen würde, wenn sie ihre Kräfte testen wollte, würde Lilith wohl zu gegebener Zeit zurückkommen. Sollte sie sich nicht doch mit der Kellermeisterin vergnügen wollen, verstand sich – aber womöglich wäre Mammon ein wenig ungehalten, wenn sie die in Stücke zerlegte. Er schien viel von ihr zu halten.
Plötzlich verkündete Mammon, dass ihm nach Musik war, und natürlich machte er die dann selbst. Das ganze Klavier-Ding hatte er offenbar wirklich für sich wiederentdeckt, und Lilith hielt ihn nicht davon ab. Er war gut darin, und anders als ihr Vater war sie keine Verächterin menschlicher Künste. Sie schenkte sich noch einmal nach und lehnte sich dann wieder zurück in die Kissen; zum ersten Mal seit Stunden mit einem tatsächlich ansatzweisen Gefühl von Bequemlichkeit, da ihre Schmerzen nicht mehr so sehr pulsierten.
Die Augen geschlossen, hörte sie ihm zu, während er sang. Es war kein Stück, das ihr bekannt war… was nichts heißen musste. Entweder der Urheber hatte ihr Interesse bisher einfach noch nicht geweckt, oder Mammon ließ sich spontan von seinen Bedürfnissen treiben und spielte einfach, was ihm in den Sinn kam. In jedem Fall war es eingängig und… bedeutsam. Der Text, die Worte… sie hatten Gewicht. Gepaart mit der düsteren Melodie war es ein Stück, das unter die Haut ging.
We own the future…
In der letzten Wiederholung des Choruses gab sie ihm eine Harmonie zu seiner Melodiestimme. Leise nur, womöglich hörte er es gar nicht. Sie hatte lange keinen so hohen Geltungsdrang und kein Bedürfnis nach großen, dramatischen Auftritten wie er. Aber die Tragweite, die in seinem Gesang mitschwang… sie machte etwas mit ihr. Gab ihr das Bedürfnis, sich zu beteiligen.
Als er geendet hatte, ließ sie seine Worte noch ein wenig im Raum verhallen, ließ ihre Bedeutungsschwere und die Botschaft dahinter nachwirken. Wozu sie in der Lage wären, wenn sie ihre Kräfte verbinden würden...
Dann setzte sie sich langsam auf, um ihn sehen zu können, drüben am Flügel.
„Was du vorhin gesagt hast, hast du das Ernst gemeint?“ Sie hatte zum entsprechenden Zeitpunkt nicht auf seine Aussage eingehen können, weil irgendein Gefühl ihre Gedanken wieder weggerissen hatte, aber jetzt, im Zusammenhang mit seinem Lied, fiel es ihr wieder ein.
„Dass du mich unterstützen würdest? Gegen ihn?“
Ein klein wenig in die zweite Richtung ging seine Antwort dann letztendlich auch. Aber der ‚Schlüssel‘, den sie sich erhofft hatte, war eher eine dürftige Anweisung, die sie zunächst mit mäßig großer Zuversicht in deren Erfolgsquote erfüllte.
“Konzentrier dich einfach auf etwas Anderes. Sex klappt ganz gut oder Folter.”
Nun, immerhin das leuchtete ihr ein. Beides waren wirklich reizvolle Aktivitäten, die die Chance boten, sich mental in ihnen zu verlieren. Wenig anderes ermöglichte das in der gleichen Intensität.
„Wen nutzt du hier so für Sex?“ Sicher gab es ausreichend reguläre, abendliche Groupies, an denen er sich bedienen konnte – die klassischen Clubgänger, die offen waren für alles und auf der Jagd nach dem nächsten High. Und Mammon strahlte Macht aus, das spürten auf unterschwelliger Ebene auch viele Menschen, selbst wenn ihre mentalen Fähigkeiten zu verkümmert waren, um Auren wahrnehmen zu können. Aber sie kannte ihren Bruder… er hätte sicherlich noch bessere Empfehlungen als dahergelaufene Partygäste.
Seine restlichen Ratschläge – sich zu konzentrieren auf die Gefühle, die sie haben wollte, und Schwachstellen an der Person zu suchen, mit der sie sich unterhielt, wenn ein Entfernen aus der Situation nicht möglich war – waren nicht ganz so ermutigend.
„Wir werden sehen, wie viele ich noch finde, die ich tatsächlich haben will“, gab sie skeptisch zurück. Aber seine Hinweise waren immerhin ein Anfang. Es würde ihr zunächst nichts anderes übrig bleiben als sie im Kopf zu behalten, auszuprobieren und dann eventuell zu gegebener Zeit noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen. Vielleicht wenn sie selbst mehr Erfahrungen gesammelt hatte.
Und dann schlug ihr auf einmal eine Welle an Verteidigung entgegen, nachdem sie Rückfragen zu den Folterräumen gestellt hatte. Das erste Thema, das aufrichtig ihr Interesse geweckt und ihre Stimmung in Ansätzen verbessert hatte, aber anstatt die Informationen mit ihr zu teilen, würde Mammon defensiv. So als hätte sie sein Konzept kontrollieren und auf Schwachstellen prüfen wollen.
In einer anderen Situation hätte Lilith ihn darauf wahrscheinlich hingewiesen. Seine Unsicherheit hervorgezerrt, sich womöglich lustig gemacht darüber, dass sie das in ihm auslösen konnte, und den Finger noch ein wenig in die Wunde gelegt, weil er sich ihr gegenüber offenbar unzulänglich fühlte. Aber heute… war sie nicht in Stimmung. Vielleicht waren es die Rauschmittel, die langsam aber sicher ihre Wirkung zeigten.
„Entspann’ dich. Das waren Interesse und Anerkennung für die Idee, beides zu verbinden. Je nachdem wie laut die Musik ist, wäre eine Isolierung vielleicht auch gar nicht nötig gewesen“, entgegnete sie beschwichtigend. Sicher war natürlich sicher, und mit Schalldämmung eröffneten sich gleich ganz andere Möglichkeiten. Ja, sie war definitiv interessiert. Dann stahl sich allerdings doch noch ein kleines Schmunzeln auf ihre Lippen.
„Ich bin mir sicher, Kisai hat an alles gedacht.“ Ehre, wem Ehre gebührte – die Planung und Umsetzung hatte sicherlich nicht Mammon betreut. Jenseits von der finalen Abnahme zumindest.
Er gewährte ihr freien Zugang zu den Räumlichkeiten, eine Tatsache, die Lilith tatsächlich wohlwollend zur Kenntnis nehmen wollte – hätte er nicht anschließend den… nun ja, missglückten Sicherheitshinweis angeschlossen, was seine Kellermeisterin anging. Sie schnaubte, direkt gefolgt von einem kurzen, dunklen Lachen.
„Du solltest ihr direkt Bescheid geben. Wenn sie mich einmal anrührt, wird es das Letzte sein, was sie je tun wird.“ Für wen hielt er sie? Ja, ohne ihre Gnade mochte sie sterblich sein, für den Moment. Und eventuell war sie aktuell auch körperlich ein wenig eingeschränkt, aber wie sie ihn vorhin schon einmal erinnert hatte: Sie war ein Erzengel, kein simpler niederrangiger Himmelsbote. Egal welche Art von Dämon er dort platziert hatte, und egal ob sie ihre Kräfte noch in dem Ausmaße beherrschte, wie sie das vor dem Angriff getan hatte – sie waren nicht weg. Womöglich musste sie sich an die neuen Begebenheiten gewöhnen, die Feinheiten ausloten… aber sie würde die Dämonin auch weiterhin ohne Mühe dazu bringen können, dass sie sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Und selbst wenn nicht – sie machte nicht sonderlich oft Gebrauch davon, weil ihre Präferenzen im Umgang woanders lagen, aber… sie war mit und teils auch von Tan ausgebildet worden. Das sollte ihm eigentlich klar sein.
„Es sei denn sie ist heiß. Dann… habe ich vielleicht nichts einzuwenden dagegen, wenn sie ein wenig mit mir spielt“, endete sie mit einem verheißungsvollen Schmunzeln, ehe sie ihr Glas noch einmal an die Lippen hob.
Immerhin hatte dieser Teil der Unterhaltung den netten Nebeneffekt, dass sie sich ihrer selbst wieder bewusst wurde. Wer sie war. Was in ihr steckte.
Dass sie auch dazu erst einmal wieder halbwegs auf den Beinen sein müsste, bevor sie über Spielereien mit Schmerz überhaupt nachdenken sollte… wurde langsam ein wenig sekundär. Die Wichtigkeit des Themas rutschte irgendwie in den Hintergrund, weil auch die Schärfe ihrer Schmerzen langsam abnahm. Sie waren nicht weg, wurden aber milder. Über sowas wie Rollstühle wollte Lilith in dieser Situation dann gar nicht erst nachdenken. Das wäre definitiv unter ihrer Würde, auch wenn Mammon gute Gedanken beisteuerte. Sitzend anwesend sein, ja. Sich mit einem Stuhl bewegen? Auf gar keinen Fall. Das würde es nur offensichtlicher machen, dass ihre Selbstheilungskräfte beeinträchtigt waren und sie potenziell angreifbar wäre.
Und noch war es ja auch eher eine hypothetische Frage. Medea hatte einen absolut fähigen Eindruck gemacht, wenn sie so überzeugt davon war, dass sie einen Engel auftreiben könnte… dann würde Lilith zunächst einmal abwarten, ob sie lieferte, egal wie nahe an der Unmöglichkeit die Aufgabe war. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Mammon ihr scheinbar auch noch ein zeitliches Ultimatum gestellt hatte, wie sie hörte.
Darauf, dass Kisai ihr ein Opfer bringen würde, wenn sie ihre Kräfte testen wollte, würde Lilith wohl zu gegebener Zeit zurückkommen. Sollte sie sich nicht doch mit der Kellermeisterin vergnügen wollen, verstand sich – aber womöglich wäre Mammon ein wenig ungehalten, wenn sie die in Stücke zerlegte. Er schien viel von ihr zu halten.
Plötzlich verkündete Mammon, dass ihm nach Musik war, und natürlich machte er die dann selbst. Das ganze Klavier-Ding hatte er offenbar wirklich für sich wiederentdeckt, und Lilith hielt ihn nicht davon ab. Er war gut darin, und anders als ihr Vater war sie keine Verächterin menschlicher Künste. Sie schenkte sich noch einmal nach und lehnte sich dann wieder zurück in die Kissen; zum ersten Mal seit Stunden mit einem tatsächlich ansatzweisen Gefühl von Bequemlichkeit, da ihre Schmerzen nicht mehr so sehr pulsierten.
Die Augen geschlossen, hörte sie ihm zu, während er sang. Es war kein Stück, das ihr bekannt war… was nichts heißen musste. Entweder der Urheber hatte ihr Interesse bisher einfach noch nicht geweckt, oder Mammon ließ sich spontan von seinen Bedürfnissen treiben und spielte einfach, was ihm in den Sinn kam. In jedem Fall war es eingängig und… bedeutsam. Der Text, die Worte… sie hatten Gewicht. Gepaart mit der düsteren Melodie war es ein Stück, das unter die Haut ging.
We own the future…
In der letzten Wiederholung des Choruses gab sie ihm eine Harmonie zu seiner Melodiestimme. Leise nur, womöglich hörte er es gar nicht. Sie hatte lange keinen so hohen Geltungsdrang und kein Bedürfnis nach großen, dramatischen Auftritten wie er. Aber die Tragweite, die in seinem Gesang mitschwang… sie machte etwas mit ihr. Gab ihr das Bedürfnis, sich zu beteiligen.
Als er geendet hatte, ließ sie seine Worte noch ein wenig im Raum verhallen, ließ ihre Bedeutungsschwere und die Botschaft dahinter nachwirken. Wozu sie in der Lage wären, wenn sie ihre Kräfte verbinden würden...
Dann setzte sie sich langsam auf, um ihn sehen zu können, drüben am Flügel.
„Was du vorhin gesagt hast, hast du das Ernst gemeint?“ Sie hatte zum entsprechenden Zeitpunkt nicht auf seine Aussage eingehen können, weil irgendein Gefühl ihre Gedanken wieder weggerissen hatte, aber jetzt, im Zusammenhang mit seinem Lied, fiel es ihr wieder ein.
„Dass du mich unterstützen würdest? Gegen ihn?“

