09.02.2026, 23:13
Mammon sah kurz irritiert aus, als sie lachen musste, aber Lilith konnte nicht direkt sagen warum – und anders als noch kurz zuvor sprach sie ihn an dieser Stelle auch nicht direkt darauf an. Diese subtilen Prozesse, das Lesen seiner Mimik und dessen, was implizit im Raum stand, ohne ausgesprochen zu werden… das schien ihr aktuell ein klein wenig zu entgleiten. Aber… vielleicht war es – in Anbetracht dessen, was in den letzten 24 Stunden alles passiert war – auch einfach in Ordnung, wenn sie die Haltung konstanter Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft für eine Weile… aufgab. Nur für eine Weile.
Sie nickte auf Mammons Rückfrage, ob sie von Gefühlen sprach. Darum war es doch gerade gegangen, oder nicht? Wut, die einfach verschwunden war. Und jetzt… Sorge. Angst. Unsicherheit. Sie waren ganz deutlich da, auch wenn sie von diesen Emotionen nicht offen sprach. Nicht, nachdem er sich gerade über ihre Tränen lustig gemacht hatte.
Mammon listete ihr eine ganze Reihe an Maßnahmen auf, wie er mit seinen Gefühlen umging. Genauso gut hätte er allerdings auch von der Priesterweihe in der katholischen Kirche sprechen können, so viel Sinn ergaben seine Worte für sie.
„Du ignorierst sie?“, hinterfragte sie direkt. „Wie? Manche von ihnen sind so intensiv, dass ich zeitweise denke ich kann nicht atmen. Von ‚zu meinen Gunsten verändern‘ will ich gar nicht erst anfangen. Ich ertrage sie nicht mal, wie zur Hölle kann ich sie bewusst verändern?!“ Leugnen, das klang noch am sinnigsten unter all seinen Maßnahmen. Wenn sie sich also lange genug einredete, dass sie keine Gefühle hatte, dann würden sie weggehen? Lilith runzelte nachdenklich die Stirn. Das klang nach ziemlicher Scharlatanerie, aber er war derjenige mit den Erfahrungen in diesem Bereich. Wenn er also sagte, dass es funktionierte…?
Lilith legte eine Hand auf ihre Stirn und massierte mit den Fingerspitzen ihre Schläfen, abwesend, wartend, dass sie sich endlich besser fühlte. Sie musste Mammon nicht ansehen, um genau seinen Gesichtsausdruck vor Augen zu haben, während er seufzte. Sein Augenrollen, das exakt zum Tonfall passte, den er direkt darauf anschlug. Er hatte nicht Unrecht damit, dass dieses Verhalten untypisch und unter ihrer Würde war, sicherlich nicht, aber… wie sollte sie zurückkommen in ihre vorherige Lage, wenn sie ihre eigene Gedanken nicht einmal greifen konnte, weil sie ständig aufgeweicht und weggespült wurden von irgendwelchen armseligen, menschlichen Emotionen? Die Schmerzen waren dabei eigentlich fast schon nebensächlich.
Andererseits… die Menschen waren Wesen der primitivsten Sorte. Und sie funktionierten auch irgendwie – wenngleich manche eher schlecht als recht – in der gleichen Lage, in der sie sich aktuell befand. Es musste ja einen Weg geben, wie sie damit fertig wurde.
Mammon hatte auch gleich einen Vorschlag, und Lilith war direkt interessiert.
„Du hast Folterräume einbauen lassen? Hier?“ Das klang in der Tat spannend. Sie hatte schon ewig niemanden ausgiebig und gepflegt gefoltert… es musste Wochen her sein. Weil sie so beschäftigt gewesen war mit ihrem Auftrag, bevor das ganze Drama letzte Nacht stattgefunden hatte.
„Mit Dark Rooms hätte ich gerechnet, bei einem Club dieser Größe. Folterräume… bringen die Sache aber auf ein anderes Level. Sind sie schallisoliert? Welche Hilfsmittel hast du vorrätig? Wer bekommt typischerweise Zugang?“
War das eine Illusion, oder waren das tatsächlich sowas wie Lebensgeister, die er in ihr geweckt hatte? Es war etwas so Banales… stumpfer, primitiver Spaß. War das der Schlüssel dazu, die intrusiven Gedanken loszuwerden – sich einfach mit etwas anderem zu beschäftigen? Spaß zu haben? Sicherlich eine valide Option; als Ablenkung würde es allemal dienen. Allerdings müsste sie auch dafür eigenständig aufrecht stehen und gehen können.
„Nein, du hast Recht“, gab sie schließlich zu. Es brachte sie immerhin kein Stück weiter, hier elendig herumzuliegen – davon wurde ihre Situation sicher nicht besser. Im Gegenteil, wahrscheinlich fühlte sie sich nur noch miserabler. Und letzten Endes war es nichts weiter als eine Frage der Zeit, bis sie wieder auf den Beinen war.
„Ich werde auch ohne ihre Hilfe heilen. Es ist nur… es fühlt sich alles schwerer an, wenn du an einen Ort gebunden bist. Ich müsste nicht mit dir über Eventualitäten diskutieren, wenn ich einfach rausgehen und ausprobieren könnte, welche meiner Kräfte ich noch habe und welche nicht. Aber–“, sie deutete in einer ausladenden Geste auf ihr geschientes Bein. Von der klaffenden Bauchwunde mal ganz zu schweigen.
„Gott, wie sehr ich wünschte ich könnte etwas töten“
Sie nickte auf Mammons Rückfrage, ob sie von Gefühlen sprach. Darum war es doch gerade gegangen, oder nicht? Wut, die einfach verschwunden war. Und jetzt… Sorge. Angst. Unsicherheit. Sie waren ganz deutlich da, auch wenn sie von diesen Emotionen nicht offen sprach. Nicht, nachdem er sich gerade über ihre Tränen lustig gemacht hatte.
Mammon listete ihr eine ganze Reihe an Maßnahmen auf, wie er mit seinen Gefühlen umging. Genauso gut hätte er allerdings auch von der Priesterweihe in der katholischen Kirche sprechen können, so viel Sinn ergaben seine Worte für sie.
„Du ignorierst sie?“, hinterfragte sie direkt. „Wie? Manche von ihnen sind so intensiv, dass ich zeitweise denke ich kann nicht atmen. Von ‚zu meinen Gunsten verändern‘ will ich gar nicht erst anfangen. Ich ertrage sie nicht mal, wie zur Hölle kann ich sie bewusst verändern?!“ Leugnen, das klang noch am sinnigsten unter all seinen Maßnahmen. Wenn sie sich also lange genug einredete, dass sie keine Gefühle hatte, dann würden sie weggehen? Lilith runzelte nachdenklich die Stirn. Das klang nach ziemlicher Scharlatanerie, aber er war derjenige mit den Erfahrungen in diesem Bereich. Wenn er also sagte, dass es funktionierte…?
Lilith legte eine Hand auf ihre Stirn und massierte mit den Fingerspitzen ihre Schläfen, abwesend, wartend, dass sie sich endlich besser fühlte. Sie musste Mammon nicht ansehen, um genau seinen Gesichtsausdruck vor Augen zu haben, während er seufzte. Sein Augenrollen, das exakt zum Tonfall passte, den er direkt darauf anschlug. Er hatte nicht Unrecht damit, dass dieses Verhalten untypisch und unter ihrer Würde war, sicherlich nicht, aber… wie sollte sie zurückkommen in ihre vorherige Lage, wenn sie ihre eigene Gedanken nicht einmal greifen konnte, weil sie ständig aufgeweicht und weggespült wurden von irgendwelchen armseligen, menschlichen Emotionen? Die Schmerzen waren dabei eigentlich fast schon nebensächlich.
Andererseits… die Menschen waren Wesen der primitivsten Sorte. Und sie funktionierten auch irgendwie – wenngleich manche eher schlecht als recht – in der gleichen Lage, in der sie sich aktuell befand. Es musste ja einen Weg geben, wie sie damit fertig wurde.
Mammon hatte auch gleich einen Vorschlag, und Lilith war direkt interessiert.
„Du hast Folterräume einbauen lassen? Hier?“ Das klang in der Tat spannend. Sie hatte schon ewig niemanden ausgiebig und gepflegt gefoltert… es musste Wochen her sein. Weil sie so beschäftigt gewesen war mit ihrem Auftrag, bevor das ganze Drama letzte Nacht stattgefunden hatte.
„Mit Dark Rooms hätte ich gerechnet, bei einem Club dieser Größe. Folterräume… bringen die Sache aber auf ein anderes Level. Sind sie schallisoliert? Welche Hilfsmittel hast du vorrätig? Wer bekommt typischerweise Zugang?“
War das eine Illusion, oder waren das tatsächlich sowas wie Lebensgeister, die er in ihr geweckt hatte? Es war etwas so Banales… stumpfer, primitiver Spaß. War das der Schlüssel dazu, die intrusiven Gedanken loszuwerden – sich einfach mit etwas anderem zu beschäftigen? Spaß zu haben? Sicherlich eine valide Option; als Ablenkung würde es allemal dienen. Allerdings müsste sie auch dafür eigenständig aufrecht stehen und gehen können.
„Nein, du hast Recht“, gab sie schließlich zu. Es brachte sie immerhin kein Stück weiter, hier elendig herumzuliegen – davon wurde ihre Situation sicher nicht besser. Im Gegenteil, wahrscheinlich fühlte sie sich nur noch miserabler. Und letzten Endes war es nichts weiter als eine Frage der Zeit, bis sie wieder auf den Beinen war.
„Ich werde auch ohne ihre Hilfe heilen. Es ist nur… es fühlt sich alles schwerer an, wenn du an einen Ort gebunden bist. Ich müsste nicht mit dir über Eventualitäten diskutieren, wenn ich einfach rausgehen und ausprobieren könnte, welche meiner Kräfte ich noch habe und welche nicht. Aber–“, sie deutete in einer ausladenden Geste auf ihr geschientes Bein. Von der klaffenden Bauchwunde mal ganz zu schweigen.
„Gott, wie sehr ich wünschte ich könnte etwas töten“

