08.02.2026, 12:49
Lilith musste unfreiwillig auflachen, als Mammon in voller Überzeugung mutmaßte, dass es sein Gang von der Fensterfront zurück zur Sitzgruppe gewesen war, der sie beruhigt hatte. Der Gedanke war so vollkommen abwegig, aber er präsentierte ihn wie einen Geistesblitz. Manchmal… konnte er schon unterhaltsam sein.
„Ich denke das können wir als Option ausschließen. Ich versichere dir, dass ich deinen Gang noch nie als besonders beruhigend empfunden habe.“ Sobald sie die Worte ausgesprochen hatte, drängte sich allerdings schon wieder ein anderes Gefühl auf – die pure Welle der Erleichterung, die sie überrollt hatte, als sie seine Präsenz wahrnehmen konnte, letzte Nacht, in diesem Krankenzimmer bei Wolfram & Hart. Die Sekunde, in der sie endlich, mit absoluter Überzeugung, gewusst hatte, dass sie leben würde… weil er niemals zulassen würde, dass ihr in den Händen der Ärzte dort etwas geschah. Es war nicht zwangsläufig sein Gang gewesen, aber seine Präsenz hatte ihr durchaus ein Gefühl der Beruhigung verschafft. Ihr Magen zog sich zusammen, mal wieder, und Lilith hoffte inständig, dass das eine Nebenwirkung ihrer Verletzungen war. Wenn sie ab sofort permanent Übelkeit empfand, immer wenn sie irgendwelche Emotionen hatte… dann würde sie ziemlich sicher durchdrehen, noch bevor sie die Chance hatte, ihre Gnade zurückzubekommen.
Und Gefühle zu – oder mit – oder über – Mammon brauchte sie am allerwenigsten.
„Es ist furchtbar“, kommentierte sie schließlich, die Frustration deutlich in ihrer Stimme erkennbar. Was auch immer es war, das ihre Wut gedimmt hatte, sie hatte keinen Einfluss darauf und konnte so die Energie, die offenbar stark genug gewesen war, dass sie sich aus Luzifers Falle hatte befreien können, nicht bewusst nutzen. Von all den anderen Magenproblemen gar nicht anzufangen.
„Wie erträgst du das, Tag für Tag?“
Während Lilith noch dabei war, ihre Gefühle zu sortieren und zu analysieren, vor allem in Hinblick darauf, warum sie so ungewöhnlich milde gestimmt war, sonnte sich Mammon ausgelassen in seinem Triumph darüber, dass sie nachgegeben und ihm zugestimmt hatte. Womöglich war es doch auch ein klein wenig der Alkohol, der sich so langsam in ihrem Körper ausbreitete und ihre Stimmung ebnete…
“Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.”
„Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ … oder vielleicht auch nicht. Unsicherheit macht sich in ihr breit. Angst. Sie wusste, dass Medea zuversichtlich erklärt hatte, dass sie einen Engel besorgen würde, der sie heilte. Aber was wenn nicht? Oder was, wenn es damit nicht getan wäre? Ihr Körper war sterblich. Was bedeutete das für sie? Wie verletzlich war sie wirklich? Wie… angreifbar?
Rasende Gedanken, sich hineinsteigern in Probleme… das war alles absolut untypisch für Lilith. Normalerweise war sie jemand, der klare Pläne fasste und die dann durchzog. Aber nichts funktionierte mehr wie es sollte. Ihr Körper nicht, ihr Kopf nicht. Die Welt nicht. Sie griff nach ihrem Glas, das Mammon gerade aufgefüllt hatte, während er fragte, was sie darüber hinaus haben wollte.
„Bevorzugt Opioide, aber ich bin mit allem zufrieden, das mich für eine Weile das verdammte Loch vergessen lässt.“ Zur Verdeutlichung tippte sie mit ihrem Glas kurz gegen ihr Brustbein, ehe sie es an die Lippen hob und einen tiefen Schluck nahm. Ihr Bruder enttäuschte nicht – er zog währenddessen ein Tütchen direkt aus der Innentasche seines Jacketts und reichte es ihr. Nun, das war praktisch.
Sie nahm ihm den kleinen Plastikbeutel ab, schüttelte ihn kurz untersuchend, öffnete ihn dann und ließ zunächst zwei der Tabletten auf den Tisch gleiten. Dort nutzte sie ihr Glas, um sie zu zerdrücken. Anschließend lehnte sie sich wieder rüber zu Mammon und griff in seine Innentasche – die andere diesmal – aus der sie, wie erwartet, seine Brieftasche hervorzog. Mit einer der Kreditkarten, die sie darin fand, behalf sie sich kurzerhand, ihr neu gewonnenes Pulver in zwei saubere Lines zu bringen. Natürlich hätte sie die Pillen auch einfach mit dem restlichen Alkohol runterspülen können, aber… sie brauchte sie schneller.
Dann tauschte sie die Kreditkarte gegen einen Geldschein und schnupfte beide Linien auf einmal. Anschließend reichte sie Mammon seine Brieftasche zurück. Das Tütchen ließ sie vorerst auf dem Tisch liegen – vielleicht würde sie das später noch benötigen. Oder Mammon würde sich bedienen wollen, je nachdem.
„Und, nur damit wir das direkt klargestellt haben“, verkündete sie danach, während sie sich wieder zurücklehnte in die Kissen der Sitzgruppe, darauf wartend, dass die Pillen ihre Wirkung tun würden. „Egal, welches Versprechen du mir jetzt noch aus den Rippen leierst – es ist nichtig, wenn ich mich morgen nicht mehr daran erinnern kann. Cheers.“
Sie hob ihr Glas und prostete ihm zu.
„Ich denke das können wir als Option ausschließen. Ich versichere dir, dass ich deinen Gang noch nie als besonders beruhigend empfunden habe.“ Sobald sie die Worte ausgesprochen hatte, drängte sich allerdings schon wieder ein anderes Gefühl auf – die pure Welle der Erleichterung, die sie überrollt hatte, als sie seine Präsenz wahrnehmen konnte, letzte Nacht, in diesem Krankenzimmer bei Wolfram & Hart. Die Sekunde, in der sie endlich, mit absoluter Überzeugung, gewusst hatte, dass sie leben würde… weil er niemals zulassen würde, dass ihr in den Händen der Ärzte dort etwas geschah. Es war nicht zwangsläufig sein Gang gewesen, aber seine Präsenz hatte ihr durchaus ein Gefühl der Beruhigung verschafft. Ihr Magen zog sich zusammen, mal wieder, und Lilith hoffte inständig, dass das eine Nebenwirkung ihrer Verletzungen war. Wenn sie ab sofort permanent Übelkeit empfand, immer wenn sie irgendwelche Emotionen hatte… dann würde sie ziemlich sicher durchdrehen, noch bevor sie die Chance hatte, ihre Gnade zurückzubekommen.
Und Gefühle zu – oder mit – oder über – Mammon brauchte sie am allerwenigsten.
„Es ist furchtbar“, kommentierte sie schließlich, die Frustration deutlich in ihrer Stimme erkennbar. Was auch immer es war, das ihre Wut gedimmt hatte, sie hatte keinen Einfluss darauf und konnte so die Energie, die offenbar stark genug gewesen war, dass sie sich aus Luzifers Falle hatte befreien können, nicht bewusst nutzen. Von all den anderen Magenproblemen gar nicht anzufangen.
„Wie erträgst du das, Tag für Tag?“
Während Lilith noch dabei war, ihre Gefühle zu sortieren und zu analysieren, vor allem in Hinblick darauf, warum sie so ungewöhnlich milde gestimmt war, sonnte sich Mammon ausgelassen in seinem Triumph darüber, dass sie nachgegeben und ihm zugestimmt hatte. Womöglich war es doch auch ein klein wenig der Alkohol, der sich so langsam in ihrem Körper ausbreitete und ihre Stimmung ebnete…
“Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.”
„Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ … oder vielleicht auch nicht. Unsicherheit macht sich in ihr breit. Angst. Sie wusste, dass Medea zuversichtlich erklärt hatte, dass sie einen Engel besorgen würde, der sie heilte. Aber was wenn nicht? Oder was, wenn es damit nicht getan wäre? Ihr Körper war sterblich. Was bedeutete das für sie? Wie verletzlich war sie wirklich? Wie… angreifbar?
Rasende Gedanken, sich hineinsteigern in Probleme… das war alles absolut untypisch für Lilith. Normalerweise war sie jemand, der klare Pläne fasste und die dann durchzog. Aber nichts funktionierte mehr wie es sollte. Ihr Körper nicht, ihr Kopf nicht. Die Welt nicht. Sie griff nach ihrem Glas, das Mammon gerade aufgefüllt hatte, während er fragte, was sie darüber hinaus haben wollte.
„Bevorzugt Opioide, aber ich bin mit allem zufrieden, das mich für eine Weile das verdammte Loch vergessen lässt.“ Zur Verdeutlichung tippte sie mit ihrem Glas kurz gegen ihr Brustbein, ehe sie es an die Lippen hob und einen tiefen Schluck nahm. Ihr Bruder enttäuschte nicht – er zog währenddessen ein Tütchen direkt aus der Innentasche seines Jacketts und reichte es ihr. Nun, das war praktisch.
Sie nahm ihm den kleinen Plastikbeutel ab, schüttelte ihn kurz untersuchend, öffnete ihn dann und ließ zunächst zwei der Tabletten auf den Tisch gleiten. Dort nutzte sie ihr Glas, um sie zu zerdrücken. Anschließend lehnte sie sich wieder rüber zu Mammon und griff in seine Innentasche – die andere diesmal – aus der sie, wie erwartet, seine Brieftasche hervorzog. Mit einer der Kreditkarten, die sie darin fand, behalf sie sich kurzerhand, ihr neu gewonnenes Pulver in zwei saubere Lines zu bringen. Natürlich hätte sie die Pillen auch einfach mit dem restlichen Alkohol runterspülen können, aber… sie brauchte sie schneller.
Dann tauschte sie die Kreditkarte gegen einen Geldschein und schnupfte beide Linien auf einmal. Anschließend reichte sie Mammon seine Brieftasche zurück. Das Tütchen ließ sie vorerst auf dem Tisch liegen – vielleicht würde sie das später noch benötigen. Oder Mammon würde sich bedienen wollen, je nachdem.
„Und, nur damit wir das direkt klargestellt haben“, verkündete sie danach, während sie sich wieder zurücklehnte in die Kissen der Sitzgruppe, darauf wartend, dass die Pillen ihre Wirkung tun würden. „Egal, welches Versprechen du mir jetzt noch aus den Rippen leierst – es ist nichtig, wenn ich mich morgen nicht mehr daran erinnern kann. Cheers.“
Sie hob ihr Glas und prostete ihm zu.

