01.02.2026, 12:34
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.02.2026, 21:41 von Buffy Summers.)
Natürlich war Mammons Antwort auf die Frage, was er getan hatte, eine wörtliche. Er umschrieb genau, was er getan hatte – physisch getan. Aber wenn das eines bewirkte, dann dass Lilith sich nur bestätigt sah in ihrem ersten Gedanken, dass er es nicht gewesen war, der ihre Gefühle manipuliert und ihre Wut aufgelöst hatte. Zumindest nicht bewusst. Konnte es sein, dass er im letzten Jahr, als sie ihn nicht gesehen hatte, plötzlich erwachsen geworden war, gelernt hatte, die übernatürliche Seite seines Wesens zu erkunden und zu kontrollieren und seine Kräfte feiner zu schulen und einzusetzen für mehr als nur Schmerz, Folter und sein persönliches Vergnügen?
Sie behielt diesen Gedanken ein paar Sekunden im Kopf und wog ihn ab.
Dann verwarf sie ihn allerdings mit recht deutlicher Überzeugung. Es war immer noch Mammon. Wirklich erwachsen werden würde er nie, nicht zu diesem Grad. Wenn Luzifers Verbannung aus der Hölle ihn nicht dazu gebracht hatte, über sich selbst zu reflektieren und sein Potenzial auszuschöpfen, dann würde es gar nichts tun.
Das brachte sie aber noch kein Stück weiter. Es war immer noch gleichermaßen gruselig, wie schnell ihre Wut auf ihn verflogen war und wie versöhnlich sie plötzlich gestimmt war, einfach so. Lilith hatte keine genügsame, friedvolle und versöhnliche Persönlichkeit, noch nie gehabt. Sie war bereit, einen Kampf bis zum bitteren Ende auszufechten und wenn sie eines hatte, dann war es Durchhaltevermögen.
„Vor ein paar Minuten war ich wütend genug, um Einrichtungsgegenstände durch die Gegend zu werfen. Manche davon an deinen Kopf“, erläuterte sie auf seine Rückfrage hin, völlig neutral, so als beschrieb sie einen Fakt wie das Wetter draußen vor der Tür.
„Und jetzt ist es weg. Einfach so. In so kurzer Zeit und ohne äußeres Zutun?“ Sie manipulierte die Gefühle von allen möglichen Lebewesen seit Jahrhunderten. Natürlich hatte sie schon gesehen und erlebt, wie Emotionen hoch- und wieder herunterkochten. Aber in all diesen Fällen war die Schnelligkeit der Eskalation zu Großteilen ihrem Einfluss zu verdanken gewesen. Ob Mammon für all das der richtige Ansprechpartner war… das blieb mal dahingestellt. Aber anders als sie hatte er immerhin Gefühle, seit Geburt an, auch wenn er wohl eher geübt darin war, sie zu unterdrücken als zu deuten. Aber aktuell zumindest war er der einzige Ansprechpartner, den sie hierfür hatte, und sie würde wohl mit ihm Vorlieb nehmen müssen. Besser als all das allein zu sortieren war es allemal.
Die Diskussion über seine Stecktücher ging währenddessen in eine ganz andere Richtung, als Lilith das beabsichtigt hatte.
„Nein, ich meinte eigentlich–“, setzte sie schon zu einer Antwort an, ehe ihr bewusst wurde, dass sie sich die Nummer selbst zuzuschreiben hatte. Natürlich interpretierte ihr Bruder ihr eigentlich so schon großzügiges Angebot, dass sie ihre persönlichen Ressourcen, ihr über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in dieser Stadt an sorgfältig ausgewählten und erprobten Dienstleistern mit ihm teilte, vielmehr als Chance, all seine dekorativen Accessoires auf ihre Kosten anfertigen zu lassen.
In der gleichen Sekunde wurde ihr aber auch klar, dass sie keine Lust hatte, darüber jetzt einen Streit anzufangen. Sie lehnte sich zurück in die Couch und winkte mit einer ausladenden Handbewegung ab.
„Weißt du was? In Ordnung. Mach einfach.“ Und wenn es ihn glücklich machte... Und bei diesem Gedanken hinterfragte Lilith direkt wieder, ob es nicht doch Mammon war, der irgendeine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Stimmung zu beeinflussen. Sie war nie jemand gewesen, der vor einer Diskussion zurückschreckte. Wieso war sie jetzt so milde gestimmt? Und seit wann war es verdammt nochmal überhaupt ein Gedanke in ihrem Kosmos, dass er mit etwas zufrieden oder sogar glücklich war?
Leicht frustriert – oder erschöpft, ganz sicher war sie sich nicht – legte Lilith nun auch ihren Kopf auf der Rückenlehne ab. Dieses ganze Gefühlsding widerte sie an. Sie verstand einfach nicht, wie ihr Körper funktionierte und hatte das Gefühl, dass ihr nicht mehr die komplette Kontrolle darüber oblag. Das war… beunruhigend, um es milde auszudrücken.
„Ich brauche definitiv noch einen Drink.“ Das, was Mammon beschrieben hatte – dass Alkohol auf ihn wirkte, aber lange nicht so schnell und intensiv wie auf die Menschen – schien wohl auch auf sie zuzutreffen. Noch stellte sich zumindest keine der erhofften Wirkungen ein.
„Oder was hast du sonst noch so hier?“ Wahrscheinlich würde sie alles nehmen, und wenn es nur eine simple Zigarette war. Aber Mammon war Clubbesitzer, und er war sicherlich gut vernetzt. Bestimmt hatte er auch noch andere… Betäubungsmittel, die ihre Situation erstmal entschärfen konnten.
Sie behielt diesen Gedanken ein paar Sekunden im Kopf und wog ihn ab.
Dann verwarf sie ihn allerdings mit recht deutlicher Überzeugung. Es war immer noch Mammon. Wirklich erwachsen werden würde er nie, nicht zu diesem Grad. Wenn Luzifers Verbannung aus der Hölle ihn nicht dazu gebracht hatte, über sich selbst zu reflektieren und sein Potenzial auszuschöpfen, dann würde es gar nichts tun.
Das brachte sie aber noch kein Stück weiter. Es war immer noch gleichermaßen gruselig, wie schnell ihre Wut auf ihn verflogen war und wie versöhnlich sie plötzlich gestimmt war, einfach so. Lilith hatte keine genügsame, friedvolle und versöhnliche Persönlichkeit, noch nie gehabt. Sie war bereit, einen Kampf bis zum bitteren Ende auszufechten und wenn sie eines hatte, dann war es Durchhaltevermögen.
„Vor ein paar Minuten war ich wütend genug, um Einrichtungsgegenstände durch die Gegend zu werfen. Manche davon an deinen Kopf“, erläuterte sie auf seine Rückfrage hin, völlig neutral, so als beschrieb sie einen Fakt wie das Wetter draußen vor der Tür.
„Und jetzt ist es weg. Einfach so. In so kurzer Zeit und ohne äußeres Zutun?“ Sie manipulierte die Gefühle von allen möglichen Lebewesen seit Jahrhunderten. Natürlich hatte sie schon gesehen und erlebt, wie Emotionen hoch- und wieder herunterkochten. Aber in all diesen Fällen war die Schnelligkeit der Eskalation zu Großteilen ihrem Einfluss zu verdanken gewesen. Ob Mammon für all das der richtige Ansprechpartner war… das blieb mal dahingestellt. Aber anders als sie hatte er immerhin Gefühle, seit Geburt an, auch wenn er wohl eher geübt darin war, sie zu unterdrücken als zu deuten. Aber aktuell zumindest war er der einzige Ansprechpartner, den sie hierfür hatte, und sie würde wohl mit ihm Vorlieb nehmen müssen. Besser als all das allein zu sortieren war es allemal.
Die Diskussion über seine Stecktücher ging währenddessen in eine ganz andere Richtung, als Lilith das beabsichtigt hatte.
„Nein, ich meinte eigentlich–“, setzte sie schon zu einer Antwort an, ehe ihr bewusst wurde, dass sie sich die Nummer selbst zuzuschreiben hatte. Natürlich interpretierte ihr Bruder ihr eigentlich so schon großzügiges Angebot, dass sie ihre persönlichen Ressourcen, ihr über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in dieser Stadt an sorgfältig ausgewählten und erprobten Dienstleistern mit ihm teilte, vielmehr als Chance, all seine dekorativen Accessoires auf ihre Kosten anfertigen zu lassen.
In der gleichen Sekunde wurde ihr aber auch klar, dass sie keine Lust hatte, darüber jetzt einen Streit anzufangen. Sie lehnte sich zurück in die Couch und winkte mit einer ausladenden Handbewegung ab.
„Weißt du was? In Ordnung. Mach einfach.“ Und wenn es ihn glücklich machte... Und bei diesem Gedanken hinterfragte Lilith direkt wieder, ob es nicht doch Mammon war, der irgendeine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Stimmung zu beeinflussen. Sie war nie jemand gewesen, der vor einer Diskussion zurückschreckte. Wieso war sie jetzt so milde gestimmt? Und seit wann war es verdammt nochmal überhaupt ein Gedanke in ihrem Kosmos, dass er mit etwas zufrieden oder sogar glücklich war?
Leicht frustriert – oder erschöpft, ganz sicher war sie sich nicht – legte Lilith nun auch ihren Kopf auf der Rückenlehne ab. Dieses ganze Gefühlsding widerte sie an. Sie verstand einfach nicht, wie ihr Körper funktionierte und hatte das Gefühl, dass ihr nicht mehr die komplette Kontrolle darüber oblag. Das war… beunruhigend, um es milde auszudrücken.
„Ich brauche definitiv noch einen Drink.“ Das, was Mammon beschrieben hatte – dass Alkohol auf ihn wirkte, aber lange nicht so schnell und intensiv wie auf die Menschen – schien wohl auch auf sie zuzutreffen. Noch stellte sich zumindest keine der erhofften Wirkungen ein.
„Oder was hast du sonst noch so hier?“ Wahrscheinlich würde sie alles nehmen, und wenn es nur eine simple Zigarette war. Aber Mammon war Clubbesitzer, und er war sicherlich gut vernetzt. Bestimmt hatte er auch noch andere… Betäubungsmittel, die ihre Situation erstmal entschärfen konnten.

