18.01.2026, 22:47
Selbst wenn sie gewollt hätte, Lilith hätte kein weiteres Gespräch führen können, nachdem der Engel die Heilung begonnen hatte.
Sie war noch nie zuvor in einer Situation gewesen, in der sie eine Engelsheilung nötig gehabt hätte, daher war der Vorgang für sie auch grundsätzlich neu. Natürlich wusste sie um die Theorie… aber es zu erfahren, nein, es zu durchleben war eine komplett andere Sache.
Kurz nachdem die Magie in ihren Körper getreten war, wurde der von einer augenblicklichen Kälte nahezu durchflutet. Weiße Magie war nichts, das ihr normalerweise zuträglich war – im Gegenteil. Sie schadete, verletzte, schreckte ab. Weiße Magie wurde von allen Wesen der Hölle gemieden, und sie jetzt derartig hochdosiert direkt in ihren Körper zu schicken…
Lilith war sich bewusst gewesen, dass eine Engelsheilung kein Spaziergang im Park für sie werden würde. Aber nichts was sie sich hätte vorstellen können, wäre der Realität auch nur ansatzweise nahegekommen. Die Kälte, die sie erfasste, wurde dicht gefolgt von einem enormen Druck auf ihrer Stirn, ihrem Brustbein, an ihrem Rücken, dann dem Rest ihres Körpers. Sie konnte spüren, wie das Blut in ihren Adern abrupt stockte, so als hätte jemand die Zeit angehalten. Ihr Herz stand eine Sekunde still – und begann dann wieder zu schlagen, allerdings in einem fremden Rhythmus. Aus einem Impuls heraus suchte sie den Blick des anderen Engels… selbstverständlich vergebens, sein Gesicht war nach wie vor verhüllt. Aber sie spürte direkt, ohne es zu wissen, dass es sein (nein, ihr) Herzschlag war, den sie jetzt fühlte.
Ihre Atmung wurde flach, als würde auch die kontrolliert werden. Jemand anderes übernahm die Kontrolle über ihren Körper, vollkommen und unausweichlich, und wie aus dem Nichts bekam Lilith plötzlich Angst. Ein Kontrollverlust dieser Größenordnung, mehr oder weniger eine fremde Übernahme über ihren gesamten Organismus… und dann auch noch durch ein Wesen, das theoretisch nicht uninteressiert sein dürfte daran, sie einfach zu töten.
Sie hatte unterschätzt, welche Tragweite diese Sache haben würde.
Ihre Hand in die Polster der Sitzgruppe gekrallt, um sich wenigstens die Illusion davon zu verschaffen, dass sie noch irgendeine Form von Halt hatte, gab Lilith sich alle Mühe, durch bewusstes Atmen dagegen (oder realistischerweise vielmehr mit der gezwungenen Atmung, wenn sie ehrlich war; ihr Widerstand war nicht mehr als ein Trugschluss ihres Gehirns) nicht sämtliche Herrschaft über ihren Körper aufzugeben.
Der Kälte, die sie die ganze Zeit erfüllt hatte, folgte jetzt eine brennende Hitze, die von ihrem Bein ausgehend nach oben wanderte. Gleichzeitig zog sich ein weißes Licht – helle, reine Magie, von der sie sich eigentlich fern halten sollte, unter ihrer Haut entlang, dicht gefolgt von kurzzeitig aufflammenden Engelsrunen, die direkt wieder verblassten. Alles in ihr schrie danach, sich diesem Prozess zu entziehen, ihn zu beenden und lieber des natürlichen Todes zu sterben, der ihr dann womöglich bevorstand, als diese Tortur durchzumachen.
Aber das Knacken der Knochen in ihrem Bein signalisierte immerhin – neben den Schmerzen – dass sie sich wohl wieder so ausrichteten, wie sie platziert sein sollten.
Sie war noch nie zuvor in einer Situation gewesen, in der sie eine Engelsheilung nötig gehabt hätte, daher war der Vorgang für sie auch grundsätzlich neu. Natürlich wusste sie um die Theorie… aber es zu erfahren, nein, es zu durchleben war eine komplett andere Sache.
Kurz nachdem die Magie in ihren Körper getreten war, wurde der von einer augenblicklichen Kälte nahezu durchflutet. Weiße Magie war nichts, das ihr normalerweise zuträglich war – im Gegenteil. Sie schadete, verletzte, schreckte ab. Weiße Magie wurde von allen Wesen der Hölle gemieden, und sie jetzt derartig hochdosiert direkt in ihren Körper zu schicken…
Lilith war sich bewusst gewesen, dass eine Engelsheilung kein Spaziergang im Park für sie werden würde. Aber nichts was sie sich hätte vorstellen können, wäre der Realität auch nur ansatzweise nahegekommen. Die Kälte, die sie erfasste, wurde dicht gefolgt von einem enormen Druck auf ihrer Stirn, ihrem Brustbein, an ihrem Rücken, dann dem Rest ihres Körpers. Sie konnte spüren, wie das Blut in ihren Adern abrupt stockte, so als hätte jemand die Zeit angehalten. Ihr Herz stand eine Sekunde still – und begann dann wieder zu schlagen, allerdings in einem fremden Rhythmus. Aus einem Impuls heraus suchte sie den Blick des anderen Engels… selbstverständlich vergebens, sein Gesicht war nach wie vor verhüllt. Aber sie spürte direkt, ohne es zu wissen, dass es sein (nein, ihr) Herzschlag war, den sie jetzt fühlte.
Ihre Atmung wurde flach, als würde auch die kontrolliert werden. Jemand anderes übernahm die Kontrolle über ihren Körper, vollkommen und unausweichlich, und wie aus dem Nichts bekam Lilith plötzlich Angst. Ein Kontrollverlust dieser Größenordnung, mehr oder weniger eine fremde Übernahme über ihren gesamten Organismus… und dann auch noch durch ein Wesen, das theoretisch nicht uninteressiert sein dürfte daran, sie einfach zu töten.
Sie hatte unterschätzt, welche Tragweite diese Sache haben würde.
Ihre Hand in die Polster der Sitzgruppe gekrallt, um sich wenigstens die Illusion davon zu verschaffen, dass sie noch irgendeine Form von Halt hatte, gab Lilith sich alle Mühe, durch bewusstes Atmen dagegen (oder realistischerweise vielmehr mit der gezwungenen Atmung, wenn sie ehrlich war; ihr Widerstand war nicht mehr als ein Trugschluss ihres Gehirns) nicht sämtliche Herrschaft über ihren Körper aufzugeben.
Der Kälte, die sie die ganze Zeit erfüllt hatte, folgte jetzt eine brennende Hitze, die von ihrem Bein ausgehend nach oben wanderte. Gleichzeitig zog sich ein weißes Licht – helle, reine Magie, von der sie sich eigentlich fern halten sollte, unter ihrer Haut entlang, dicht gefolgt von kurzzeitig aufflammenden Engelsrunen, die direkt wieder verblassten. Alles in ihr schrie danach, sich diesem Prozess zu entziehen, ihn zu beenden und lieber des natürlichen Todes zu sterben, der ihr dann womöglich bevorstand, als diese Tortur durchzumachen.
Aber das Knacken der Knochen in ihrem Bein signalisierte immerhin – neben den Schmerzen – dass sie sich wohl wieder so ausrichteten, wie sie platziert sein sollten.

