30.12.2025, 11:34
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.01.2026, 18:03 von Buffy Summers.)
Liliths Blick verlor sich ein paar Sekunden lang in der tiefen Bernsteinfarbe ihres Whiskys, den sie ein paar Male hin und her schwenkte, während Mammon ihre eigenen Gedanken bestätigte. Nun, sie beide kannten ihren Vater nicht erst seit gestern. Für Dinge, die die Menschen geschaffen hatten – in der Absicht, ihre eigene Existenz und die Umstände dieser Ebene, auf der sie ihr Dasein zwangsweise fristeten (weil sie zu minderbemittelt für Dimensionssprünge waren), etwas schöner und angenehmer zu gestalten – hatte er nichts übrig. Wobei, Hohn, Spott und Verachtung selbstverständlich schon, und das zuhauf. Aber die Mühe, es verstehen zu wollen? Oder zu durchdringen, was die Menschheit daran fixierte, um es unter Umständen gegen sie auszuspielen? Nein, dazu fehlte ihm die Finesse und Geduld.
In der Hinsicht waren Mammon und sie sich offensichtlich einig, auch wenn sie es gedanklich noch weitaus drastischer formulierte als er das tat. Aber dazu hatte sie aktuell wohl jedes Recht, entsprechend groß wie ihre Abneigung gegen den Erzeuger aktuell war.
Die nette Interlude wich anschließend recht direkt dem eigentlichen Thema – und zumindest war es dann raus, auch wenn Lilith sich impulsiv sicherlich gerne noch mit etwas mehr Unterhaltungen über Nichtigkeiten vor der Erklärung gedrückt hätte. Sie wusste selbst, wie töricht das war… je früher sie sich damit auseinander setzte, was genau geschehen war, welche Konsequenzen das nun hatte, für sie, eventuell auch für Mammon(?) desto besser. Wer stehen blieb, den fraß der Wandel. Ihre Aufgabe war es, ihn mit offenen Augen zu verfolgen und einzugreifen, sobald sie konnte.
Das Eingreifen war nur besonders schwierig, wenn jede Faser ihres Körpers noch vor Schmerz pochte.
Mammon brauchte eine Weile, um zu verstehen, was sie ihm gesagt hatte. Nein, nicht um zu verstehen… um zu akzeptieren, was sie ihm gesagt hatte. Er hatte sehr gut gehört und verstanden, was sie gemeint hatte, dessen war Lilith sich sicher. Es war ihm nicht zu verübeln, die gesamte Situation war immerhin so abwegig, wie sie nur sein konnte. Vor nicht einmal 24 Stunden hatte sie an der Seite ihres Vaters die Hölle regiert. Sie war das Lieblingskind, auch wenn Mammon sich lieber die Zunge abbeißen würde, als das zuzugeben. Erbin, Kronprinzessin, in Ermangelung seiner Eignung, diesen Platz einzunehmen. Und jetzt saß sie hier – und nicht einmal das konnte sie komplett aufrecht.
Sie kommentierte seine zunächst verwirrte Reaktion, die Gegenfragen, während sein Verstand noch zu leugnen versuchte, was sein Innerstes längst wusste, nicht direkt, sondern wartete einfach ab, bis der Groschen fiel. Es dauerte nicht lange. Sein Blick allein spiegelte ein ähnliches Level an Schock wider, das sie auch empfunden hatte.
Er hatte Rückfragen. Natürlich hatte er die. Lilith war sich nur nicht sicher, ob sie sie beantworten konnte.
„Das ‚Wie‘ ist recht einfach erklärt. Engelsfalle. Ich war nicht darauf vorbereitet, warum auch. Das hier–“, sie gestikulierte andeutend in Richtung der inzwischen genähten Wunde in ihrem Bauchraum, „ –seine Klinge. War nicht die spaßige Art von Folter, wie du dir denken kannst. Und dann…“ Wieder ertappte sie sich dabei, wie ihre freie Hand unwillkürlich den Weg auf ihr Brustbein gefunden hatte. Sie hob das Glas in ihrer anderen, inzwischen wieder gefüllt, und nahm einen Schluck, um es zu kaschieren. Vermutlich würde es noch eine ganze Weile dauern, bis sie dem Drang, eine gefühlt offen klaffende Wunde abzudecken, widerstehen konnte. Vermutlich sollte sie sich die Bewegung umso schneller abgewöhnen, wenn sie sich nicht unnötig angreifbar machen wollte.
„Rausgerissen“, vollendete sie ihren Satz leicht ungalant. Aber genauso grob zerstückelt fühlte sie sich auch. Sie nahm noch einen Schluck, um den Kloß in ihrem Hals runterschlucken zu können. Wahrscheinlich war es besser, nicht zu lange auf diesem Gefühl zu verharren – was auch immer es war, es war weder ihrem aktuellen Zustand zuträglich, noch war es angenehm.
„Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich entkommen bin. Ich muss sein Siegel gebrochen und damit die Falle zerstört haben“, fuhr sie direkt fort, einfach um sich an der nüchternen Art des Berichts entlanghangeln zu können. Eine Engelsfalle, die Luzifer persönlich errichtet hatte, von innen heraus zu zerstören… dass sie diese Art von Macht überhaupt besaß, war Lilith nicht klar gewesen.
In der Hinsicht waren Mammon und sie sich offensichtlich einig, auch wenn sie es gedanklich noch weitaus drastischer formulierte als er das tat. Aber dazu hatte sie aktuell wohl jedes Recht, entsprechend groß wie ihre Abneigung gegen den Erzeuger aktuell war.
Die nette Interlude wich anschließend recht direkt dem eigentlichen Thema – und zumindest war es dann raus, auch wenn Lilith sich impulsiv sicherlich gerne noch mit etwas mehr Unterhaltungen über Nichtigkeiten vor der Erklärung gedrückt hätte. Sie wusste selbst, wie töricht das war… je früher sie sich damit auseinander setzte, was genau geschehen war, welche Konsequenzen das nun hatte, für sie, eventuell auch für Mammon(?) desto besser. Wer stehen blieb, den fraß der Wandel. Ihre Aufgabe war es, ihn mit offenen Augen zu verfolgen und einzugreifen, sobald sie konnte.
Das Eingreifen war nur besonders schwierig, wenn jede Faser ihres Körpers noch vor Schmerz pochte.
Mammon brauchte eine Weile, um zu verstehen, was sie ihm gesagt hatte. Nein, nicht um zu verstehen… um zu akzeptieren, was sie ihm gesagt hatte. Er hatte sehr gut gehört und verstanden, was sie gemeint hatte, dessen war Lilith sich sicher. Es war ihm nicht zu verübeln, die gesamte Situation war immerhin so abwegig, wie sie nur sein konnte. Vor nicht einmal 24 Stunden hatte sie an der Seite ihres Vaters die Hölle regiert. Sie war das Lieblingskind, auch wenn Mammon sich lieber die Zunge abbeißen würde, als das zuzugeben. Erbin, Kronprinzessin, in Ermangelung seiner Eignung, diesen Platz einzunehmen. Und jetzt saß sie hier – und nicht einmal das konnte sie komplett aufrecht.
Sie kommentierte seine zunächst verwirrte Reaktion, die Gegenfragen, während sein Verstand noch zu leugnen versuchte, was sein Innerstes längst wusste, nicht direkt, sondern wartete einfach ab, bis der Groschen fiel. Es dauerte nicht lange. Sein Blick allein spiegelte ein ähnliches Level an Schock wider, das sie auch empfunden hatte.
Er hatte Rückfragen. Natürlich hatte er die. Lilith war sich nur nicht sicher, ob sie sie beantworten konnte.
„Das ‚Wie‘ ist recht einfach erklärt. Engelsfalle. Ich war nicht darauf vorbereitet, warum auch. Das hier–“, sie gestikulierte andeutend in Richtung der inzwischen genähten Wunde in ihrem Bauchraum, „ –seine Klinge. War nicht die spaßige Art von Folter, wie du dir denken kannst. Und dann…“ Wieder ertappte sie sich dabei, wie ihre freie Hand unwillkürlich den Weg auf ihr Brustbein gefunden hatte. Sie hob das Glas in ihrer anderen, inzwischen wieder gefüllt, und nahm einen Schluck, um es zu kaschieren. Vermutlich würde es noch eine ganze Weile dauern, bis sie dem Drang, eine gefühlt offen klaffende Wunde abzudecken, widerstehen konnte. Vermutlich sollte sie sich die Bewegung umso schneller abgewöhnen, wenn sie sich nicht unnötig angreifbar machen wollte.
„Rausgerissen“, vollendete sie ihren Satz leicht ungalant. Aber genauso grob zerstückelt fühlte sie sich auch. Sie nahm noch einen Schluck, um den Kloß in ihrem Hals runterschlucken zu können. Wahrscheinlich war es besser, nicht zu lange auf diesem Gefühl zu verharren – was auch immer es war, es war weder ihrem aktuellen Zustand zuträglich, noch war es angenehm.
„Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie ich entkommen bin. Ich muss sein Siegel gebrochen und damit die Falle zerstört haben“, fuhr sie direkt fort, einfach um sich an der nüchternen Art des Berichts entlanghangeln zu können. Eine Engelsfalle, die Luzifer persönlich errichtet hatte, von innen heraus zu zerstören… dass sie diese Art von Macht überhaupt besaß, war Lilith nicht klar gewesen.

