23.12.2025, 00:40
Hatte Lilith dennoch Gründe, misstrauisch zu sein, auch nachdem der Engel seine Klinge an Kisai übergeben hatte? Sicherlich. Reichlich. Aber ihr war sehr bewusst, dass sie nicht noch mehr verlangen konnte - die Roben abzulegen, war aus offensichtlichen Gründen keine Option. Jeder Engel trug nur eine Engelsklinge, und obwohl ihr aktuell auch reguläre Waffen gefährlich werden konnten, musste sie an dieser Stelle wohl oder übel auch das Risiko eingehen, das mit dieser Sache einherging. Es gab nunmal keine andere Möglichkeit, sie brauchte die heilenden Kräfte eines Engels. Mammon wäre wahrscheinlich noch derjenige gewesen, der sie im Zweifelsfall am besten hätte schützen können - der überhaupt eine Chance hatte, gegen einen anderen Engel zu bestehen. Aber mit ihm im Raum wäre das Gespräch definitiv alles andere als diplomatisch abgelaufen, das wusste Lilith genauso gut wie die anderen beiden. Eventuell wusste er es auch selbst, und das war der Grund, warum er Kisai geschickt hatte.
Medea willigte ein, sie zu begleiten, auch diesmal ohne zu zögern. Dafür, dass ihre eigenen Kräfte gegenüber Engeln wirkungslos waren, war sie erstaunlich furchtlos. Schon seit Beginn dieser ganzen Geschichte hatte sie kein einziges Mal gezögert oder an ihrem Vorhaben gezweifelt - eine Willensstärke, die für eine Dämonin bemerkenswert war. Das zu würdigen hatte an dieser Stelle allerdings weder Zeit noch den nötigen Raum. Er würde noch kommen, sobald sie geheilt war, dessen war Lilith sich sicher.
Sie gab schließlich ihre stille Zustimmung dazu, dass der Engel die Traumebene erzeugte - und wurde direkt überrascht. Normalerweise begann sie in einem schwarzen, inhaltsleeren Raum. Das war der Vorteil: ein Vakuum, das durch nichts von außen beeinflusst wurde. Vielen irdischen Wesen war die Abwesenheit von allem jedoch unangenehm, und ihr Unterbewusstsein füllte sie schnell mit einer entsprechenden Umgebung, um die Szenerie für ihr Bewusstsein erträglich zu machen.
So schnell wie diesmal hatte sie sich aber noch nie verändert, zumindest nicht in Liliths Erfahrung. Dieser Raum musste sich einem Unterbewusstsein nahezu aufgedrängt haben, um so schnell die Ebene zu gestalten - eine verdrängte Erinnerung? Ein Trauma? Da weder sie noch der andere Engel mit diesem Vorgang unerfahren waren, und Engel typischerweise sehr komfortabel mit der Abwesenheit von physischen Ebenen waren - einige Bereiche der Hölle waren ähnlich schwarz und leer, und auch wenn sie selbst nie im Himmel gewesen war, konnte Lilith sich nicht vorstellen, dass alle Ebenen dort beständig waren und sich aus rosa Wolken zusammensetzten - musste die Umgebung von Medea kommen.
Und passend zu diesem Gedanken spürte sie, wie sich die Aura der Dämonin veränderte. Sie hatte Angst. Noch bevor Lilith jedoch dazu kam, überhaupt irgendwas zu sagen, hatte der andere anwesende Engel schon eingegriffen - ihre Aura ebnete sich wieder aus. Gefühlsregulierung. Das hätte er nicht tun müssen, konnte ihm der Zustand einer zufällig anwesenden Dämonin nicht egal sein?
War es scheinbar nicht, auch wenn Lilith sich noch nicht so ganz im Klaren darüber war, in welche Richtung sie das einordnen sollte.
"Du kannst es beeinflussen", erklärte sie schließlich in Richtung Medeas. Das würde der Engel offensichtlich nonverbal nicht können. "Es ist wie luzides Träumen. Wenn du es nicht gewohnt bist, füllt dein Unterbewusstsein den Raum wahrscheinlich mit Bildern. Aber du musst es nicht hinnehmen, es liegt in deiner Hand." Normalerweise war das alles an Erklärung, das sie dazu abgab. Normalerweise machte es Lilith Spaß, sich noch lustig zu machen über all die Szenerien, die die Erdlinge so verdrängten und die die Traumebene dann zum Vorschein brachte. All das, worüber sie nicht sprechen wollten... ihre dunkelsten Geheimnisse. Wenn sie nicht fähig waren, sie selbst zu verbergen, dann war das ihr Problem.
Aber Medea... sie hatte so viel für sie getan, die letzten Tage. Ohne dass Damon sie beauftragt hatte. Lilith verzog kurz das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass sie da schon wieder irgendein Gefühl hatte. Sie musste dringend Mammon fragen, wie man die regelte.
Sie hob kurz die Hand in einer flüssigen Bewegung und die Szene veränderte sich. Plötzlich saßen sie in einer der diskreten, sekludierten Sitzgruppen im VIP-Bereich des Valen. Natürlich hätte sie sie auch zurück in ihr Schlafzimmer schicken können, aber... man musste dort ja keine Gäste empfangen, wenn nicht unbedingt nötig. Und der Vorteil an der Traumebene war, dass sie alles sein konnte. Einen kleinen Augenblick war Lilith verleitet gewesen, sich ihre Flügel zurückzuholen... einfach nur um sie für ein paar Minuten spüren zu können. Nicht, dass sie sie sonst auf der Erde ständig sichtbar getragen hätte, aber jetzt, wo sie weg waren... der Verlust wog immer noch schwer.
Aber strategisch gesehen wäre das kein guter Schachzug; sie musste dem anwesenden Engel ja nicht noch provokant unter die Nase reiben, was genau er im Inbegriff war zu tun.
Medea willigte ein, sie zu begleiten, auch diesmal ohne zu zögern. Dafür, dass ihre eigenen Kräfte gegenüber Engeln wirkungslos waren, war sie erstaunlich furchtlos. Schon seit Beginn dieser ganzen Geschichte hatte sie kein einziges Mal gezögert oder an ihrem Vorhaben gezweifelt - eine Willensstärke, die für eine Dämonin bemerkenswert war. Das zu würdigen hatte an dieser Stelle allerdings weder Zeit noch den nötigen Raum. Er würde noch kommen, sobald sie geheilt war, dessen war Lilith sich sicher.
Sie gab schließlich ihre stille Zustimmung dazu, dass der Engel die Traumebene erzeugte - und wurde direkt überrascht. Normalerweise begann sie in einem schwarzen, inhaltsleeren Raum. Das war der Vorteil: ein Vakuum, das durch nichts von außen beeinflusst wurde. Vielen irdischen Wesen war die Abwesenheit von allem jedoch unangenehm, und ihr Unterbewusstsein füllte sie schnell mit einer entsprechenden Umgebung, um die Szenerie für ihr Bewusstsein erträglich zu machen.
So schnell wie diesmal hatte sie sich aber noch nie verändert, zumindest nicht in Liliths Erfahrung. Dieser Raum musste sich einem Unterbewusstsein nahezu aufgedrängt haben, um so schnell die Ebene zu gestalten - eine verdrängte Erinnerung? Ein Trauma? Da weder sie noch der andere Engel mit diesem Vorgang unerfahren waren, und Engel typischerweise sehr komfortabel mit der Abwesenheit von physischen Ebenen waren - einige Bereiche der Hölle waren ähnlich schwarz und leer, und auch wenn sie selbst nie im Himmel gewesen war, konnte Lilith sich nicht vorstellen, dass alle Ebenen dort beständig waren und sich aus rosa Wolken zusammensetzten - musste die Umgebung von Medea kommen.
Und passend zu diesem Gedanken spürte sie, wie sich die Aura der Dämonin veränderte. Sie hatte Angst. Noch bevor Lilith jedoch dazu kam, überhaupt irgendwas zu sagen, hatte der andere anwesende Engel schon eingegriffen - ihre Aura ebnete sich wieder aus. Gefühlsregulierung. Das hätte er nicht tun müssen, konnte ihm der Zustand einer zufällig anwesenden Dämonin nicht egal sein?
War es scheinbar nicht, auch wenn Lilith sich noch nicht so ganz im Klaren darüber war, in welche Richtung sie das einordnen sollte.
"Du kannst es beeinflussen", erklärte sie schließlich in Richtung Medeas. Das würde der Engel offensichtlich nonverbal nicht können. "Es ist wie luzides Träumen. Wenn du es nicht gewohnt bist, füllt dein Unterbewusstsein den Raum wahrscheinlich mit Bildern. Aber du musst es nicht hinnehmen, es liegt in deiner Hand." Normalerweise war das alles an Erklärung, das sie dazu abgab. Normalerweise machte es Lilith Spaß, sich noch lustig zu machen über all die Szenerien, die die Erdlinge so verdrängten und die die Traumebene dann zum Vorschein brachte. All das, worüber sie nicht sprechen wollten... ihre dunkelsten Geheimnisse. Wenn sie nicht fähig waren, sie selbst zu verbergen, dann war das ihr Problem.
Aber Medea... sie hatte so viel für sie getan, die letzten Tage. Ohne dass Damon sie beauftragt hatte. Lilith verzog kurz das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass sie da schon wieder irgendein Gefühl hatte. Sie musste dringend Mammon fragen, wie man die regelte.
Sie hob kurz die Hand in einer flüssigen Bewegung und die Szene veränderte sich. Plötzlich saßen sie in einer der diskreten, sekludierten Sitzgruppen im VIP-Bereich des Valen. Natürlich hätte sie sie auch zurück in ihr Schlafzimmer schicken können, aber... man musste dort ja keine Gäste empfangen, wenn nicht unbedingt nötig. Und der Vorteil an der Traumebene war, dass sie alles sein konnte. Einen kleinen Augenblick war Lilith verleitet gewesen, sich ihre Flügel zurückzuholen... einfach nur um sie für ein paar Minuten spüren zu können. Nicht, dass sie sie sonst auf der Erde ständig sichtbar getragen hätte, aber jetzt, wo sie weg waren... der Verlust wog immer noch schwer.
Aber strategisch gesehen wäre das kein guter Schachzug; sie musste dem anwesenden Engel ja nicht noch provokant unter die Nase reiben, was genau er im Inbegriff war zu tun.

