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the uninvited guest - Druckversion +- Slayertime (https://slayertime.de) +-- Forum: Los Angeles (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=103) +--- Forum: Los Angeles (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=104) +---- Forum: Bars, Clubs & Restaurants (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=105) +----- Forum: Valen & Vice (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=202) +----- Thema: the uninvited guest (/showthread.php?tid=2255) Seiten:
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RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 16.08.2026 Mammons teuflisches Grinsen machte es Hope nicht leichter, den Gedanken wieder loszuwerden, den sie selbst überhaupt erst ausgesprochen hatte. Vielleicht würde sie tatsächlich gar nichts tun können, wenn einer dieser Menschen wirklich vor ihr stünde. Vielleicht würde ihre ganze Wut in dem Moment einfach verschwinden und nur noch das Mädchen übrig bleiben, das früher gelernt hatte, stillzuhalten und abzuwarten. Doch genauso wenig konnte sie ausschließen, dass das Gegenteil geschah. Dass Jahre voller Angst, Hilflosigkeit und unterdrückter Wut plötzlich einen Ausgang fanden und sie tatsächlich nicht wusste, wann genug war. Mammons Aufforderung, es einfach auszuprobieren, ließ ihre Finger sich fester um den Taschenriemen schließen. Er sagte es beinahe so beiläufig, als müsste sie lediglich herausfinden, ob ihr ein bestimmtes Getränk schmeckte. Hope erwiderte nichts darauf, doch allein die Tatsache, dass sie das Angebot noch immer nicht vollständig von sich wies, beunruhigte sie. Seine anschließende Begeisterung für Folter tat ihr Übriges. Die Dunkelhaarige hob den Blick wieder zu ihm, als er von Flehen und Schreien sprach, und etwas in seinem Gesicht erinnerte sie sehr deutlich daran, dass sie hier nicht mit einem Menschen diskutierte, der bloß einen etwas morbiden Geschmack besaß. Für Mammon war das offenbar tatsächlich Unterhaltung. Kein moralischer Abgrund, keine Grenze, die überschritten wurde, sondern etwas, mit dem er aufgewachsen war. Als er ihr schließlich erklärte, dass sie ohnehin nicht darüber zu bestimmen habe, ob er dabei zusah, weil es sein Club, sein Keller und damit seine Regeln waren, sank ihr Blick langsam zur Seite. Ein unangenehmes Gefühl legte sich in ihren Magen. In ihrer Vorstellung hatte ausgerechnet dieser Raum für einen kurzen Moment bedeutet, endlich selbst entscheiden zu können: Wann eine Tür geschlossen blieb, wer einen Schlüssel besaß und wann etwas aufhörte. Mammons Worte nahmen dieser Vorstellung einen Teil ihres Reizes, weil selbst dort letztlich wieder jemand anderes bestimmen würde, welche Regeln galten. Nicht einmal in ihrer eigenen Rache wäre die Kontrolle vollständig ihre. Hope presste die Lippen kurz aufeinander und sagte nichts mehr dazu. Sie wusste ohnehin nicht, ob sie überhaupt jemals den Mut – oder die Grausamkeit – besitzen würde, Mammons Angebot wirklich anzunehmen. Viel stärker beschäftigte sie dagegen, was er anschließend über ihren Körper behauptete. Hope sah ihn zunächst nur irritiert an, während Mammon mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes sprach, der offenbar keinerlei Zweifel daran kannte, körperliche Reaktionen richtig lesen zu können. Vielleicht konnte er das sogar. Vielleicht hatte er recht damit, dass ihr Körper seine Berührungen nicht ausschließlich als unangenehm empfunden hatte. Genau diese Möglichkeit hatte Hope im Fahrstuhl selbst bereits erschreckt. Aber je länger er redete, desto deutlicher wurde ihr, dass er auf eine Frage antwortete, die sie ihm überhaupt nicht gestellt hatte. „Ich… ich habe doch gar nicht gesagt, dass…“ Sie brach ab. Schon der Versuch, es auszusprechen, ließ erneut Wärme in ihre Wangen steigen. Ihr Blick flüchtete zur Etagenanzeige und für einen Moment bewegten sich ihre Lippen lautlos, als müsste sie erst eine Formulierung finden, bei der sie nicht am liebsten im Boden versinken wollte. „Dass mein Körper… also… dass er nicht darauf reagiert hat.“ Hope schluckte und hob den Blick nur kurz wieder zu Mammon. Allein dieses indirekte Eingeständnis fühlte sich viel zu intim an. Es bedeutete, anzuerkennen, dass diese Wärme, das Ziehen in ihrem Bauch und jene erschreckend intensive Wahrnehmung seiner Finger nicht ausschließlich Angst gewesen waren. „Aber das… das war doch nicht meine Frage“, fügte sie leiser hinzu. Ihre Stirn legte sich leicht zusammen, während sie versuchte, ihre eigenen Gedanken überhaupt zu ordnen. „Ich wollte wissen, ob… ob das automatisch heißt, dass ich es auch wollte.“ Das letzte Wort kam kaum hörbar über ihre Lippen. Vielleicht bestand das Problem tatsächlich nicht darin, dass Mammon ihren Körper falsch gelesen hatte. Vielleicht bestand es vielmehr darin, dass er glaubte, damit automatisch auch sie gelesen zu haben. Ihr Körper konnte auf seine Nähe reagieren, vielleicht sogar auf eine Art, die Mammon aus Erfahrung sehr genau kannte, und trotzdem wusste Hope noch immer nicht, ob sie ihn hätte küssen wollen. Ob sie mehr gewollt hätte. Ob sie überhaupt hätte entscheiden können, solange sie gleichzeitig zwischen Anziehung, Angst und Erinnerungen festhing. Dass all diese Dinge gleichzeitig existieren konnten, machte die Antwort für sie selbst nicht einfacher. Sein selbstzufriedenes „Gern geschehen“ brachte Hope schließlich für einige Sekunden vollständig aus dem Konzept. Ihre Augen wurden etwas größer und ihr Mund öffnete sich bereits, als wolle sie ihm sofort widersprechen. Doch kein Wort folgte. Stattdessen schloss sie die Lippen wieder, während sich die Röte in ihrem Gesicht nur noch vertiefte. Ihr Blick wich hastig aus und eine Hand hob sich beinahe unbewusst ein Stück in Richtung ihres Halses, verharrte jedoch auf halbem Weg, bevor Hope sie wieder sinken ließ. Gerade weil sie nicht ehrlich behaupten konnte, dass wirklich jede Sekunde seiner Berührung ausschließlich unangenehm gewesen war, fehlte ihr plötzlich jede passende Erwiderung. Sie hasste, wie zufrieden Mammon damit wirkte. Fast noch mehr hasste sie, dass irgendein kleiner, verwirrter Teil von ihr nicht einmal vollständig wusste, ob er mit seinem überheblichen Dank tatsächlich vollkommen danebenlag. Als der Fahrstuhl schließlich langsamer wurde und kurz darauf zum Stillstand kam, löste sich etwas in Hopes Brust, noch bevor sich die Türen vollständig geöffnet hatten. Das gedämpfte Geräusch des Clubs drang zuerst zu ihr herein, ein tiefer Bass, der mehr durch den Boden und ihre Beine zu spüren war als wirklich gehört wurde, darüber Stimmen, Gelächter und das helle Klirren von Gläsern. Dann schob sich warme Luft in die Kabine, schwer von Parfüm, Alkohol und jener kaum greifbaren Mischung aus Menschen, Wärme und Nacht, die vollkommen anders roch als das abgeschlossene Penthouse über ihnen. Hope atmete tiefer ein. Erst jetzt bemerkte sie, wie flach sie zuvor noch geatmet hatte. Ihre Beine fühlten sich weiterhin etwas weich an, und an Hals, Hüfte und Unterlippe schien ihr Körper Mammons Berührungen noch immer viel deutlicher gespeichert zu haben, als ihr lieb war, doch allein der offene Raum vor ihr ließ die Enge des Fahrstuhls weniger bedrohlich erscheinen. Menschen bewegten sich hintereinander durch Licht und Schatten, dunkle Flächen wurden von Gold durchbrochen, irgendwo spiegelte sich das Licht in Glas und Metall, während die Musik wie ein gleichmäßiger Puls durch den Raum lief. Hope blieb einen Augenblick an der Schwelle stehen und ließ ihren Blick langsam über den Club wandern. Für einen kurzen Moment verstand sie zumindest, weshalb dieser Ort Lamias Aufmerksamkeit bekommen hatte. Alles daran wirkte beinahe darauf ausgelegt, Begierden zu wecken – luxuriös, dunkel, ein wenig übertrieben und gleichzeitig so selbstverständlich sündhaft, dass Hope unwillkürlich wieder an den Mann neben sich dachte. Doch diesmal wollte sie nicht wissen, was Lamia hier gesehen oder empfunden hatte. Hope trat schließlich aus dem Fahrstuhl und ließ den Blick noch einmal durch den Raum gleiten. Sie wollte diesen Ort selbst kennenlernen. Mit ihren eigenen Augen, ihren eigenen Eindrücken und vielleicht zum ersten Mal herausfinden, was von all dem eigentlich sie selbst faszinierte. Die Musik war hier draußen deutlich lauter als noch in der Kabine, der Bass vibrierte spürbar unter ihren Sohlen und zwang Hope beinahe dazu, ihre Stimme etwas anzuheben. Trotzdem blieb ihr Blick aufmerksam im Raum hängen, ehe sie schließlich wieder zu Mammon sah. „Und… was zeigst du mir zuerst?“, fragte sie, noch immer ein wenig zurückhaltend, aber mit einer Neugier, die inzwischen kaum noch zu verbergen war. RE: the uninvited guest - Mammon - 20.08.2026 Mammon sah, wie sie ihren Blick leicht zur Seite glitt, als er meinte, dass es seine Regeln waren. Vielleicht sollte er dies genauer erklären? “Im Grunde gibt es nur eine Regel da unten im Folterbereich…” Er hielt kurz inne, wiegte mit dem Kopf kurz hin und her, ehe er wieder zu Hope da. “Nun ja… in deinem Fall eher 2 Regeln.” Gestand er und hob nun seine rechte Hand. Man sah, wie sich nur der Zeigefinger streckte. “Regel Nummer eins, ich schaue zu.” Sprach er und streckte dann noch den Mittelfinger aus. “Regel Nummer zwei, gehe deinen Begierden nach.” Das war es auch schon. “Ich schreib dir nicht vor, was du mit demjenigen tun sollst. Ich will einfach nur mit im Raum sein. Der Rest ist ganz dir überlassen.” Das musste aber als Erklärung genügen. Sie sollte sich frei entfalten können, aber er wollte eben dabei zusehen. Somit hatten sie doch beide, was sie begehrten. Hope konnte ihrer Begierde der Rache nachkommen und Mammon eben der Unterhaltung daran. Ein fairer Deal, wie er fand. Irritiert sah er sie an. Was sollte das denn bitte heißen? Mammons eine Augenbraue ging nach oben. “Natürlich heißt es das! Was ist das für eine Frage?” Also wirklich! Er war fast schon ein wenig empört! Nein, das verstand er absolut nicht und Hope würde feststellen, dass er es wirklich so meinte. Ob Mammon sich fragte, was es sonst heißen sollte? Vielleicht wäre das keine schlechte Idee, aber warum sollte er? Bisher war es doch immer eindeutig gewesen, zumindest mit denen er intim wurde. Sie wollten es schlussendlich alle! Konnte der Teufelssohn auch gut verstehen. Wer konnte schon bei solch einem Körper, wie er ihn hatte, widerstehen? Dazu noch der Reiz der Gefahr! Da war es doch nur logisch, dass jeder schwach werden würde. Deswegen war er sich auch sicher, dass Hope es wollte, sie es aber eben noch nicht gewusst hatte. War doch klar! Deswegen hatte Mammon schließlich auch gemeint, dass es gern geschehen war. Großzügig, wie er fand. Ob sie es auch so sah? Mammon wusste es nicht und ehrlicherweise machte er sich darüber auch keine weiteren Gedanken, auch weil nun die Aufzugstür sich öffnete und die Stille sofort vorbei war. Im Club war es laut, die Lichter flackerten und man spürte regelrecht, wie es hier pulsierte durch all diese Menschen und Dämonen. Es war das reinste Kontrastprogramm zu seinem Penthouse. Mammon grinste bei dem Anblick. Die Idee mit dem Nachtclub war ein reinster Goldgriff gewesen. Die Leuten kamen, ließen sich von ihren Begierden treiben und gaben Geld aus. Mammons Blick wanderte dann jedoch zu Hope. Er konnte nicht direkt deuten, was durch ihren Kopf durchging. War sie mit diesem kompletten Gegenteil von gerade eben überfordert? Fasziniert? Vielleicht irgendwie… beides? Jedoch sagte Mammon nichts, sondern beobachtete sie weiter. „Und… was zeigst du mir zuerst?“ Seine Augen ruhten auf ihr und das Grinsen war er beim Anblick in seinen Club sich gebildet hatte, wurde zu einem neugierigen Lächeln. “Dort wäre die Bar, die Tanzfläche, die privaten Räume, die VIP-Galerie und den Keller.” Zählte er auf und deutete dabei jeweils in die Richtung, wo sich was befand. Danach erfolgte wieder eine kleine Pause, ehe er dann sie wieder direkt ansah. “Und? Was begehrst du denn als erstes zu sehen?” Fragte er dann schließlich. Warum er sie fragte? Nun, sein Plan war, dass sie sich wirklich ihren Begierden hingab und irgendwo musste man da damit anfangen. RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 21.08.2026 Dass Mammon seine Regeln nun noch einmal so deutlich auf zwei Punkte herunterbrach, machte die Vorstellung von dem Keller nicht unbedingt beruhigender. Hopes Blick blieb einen Moment an den beiden ausgestreckten Fingern hängen, während er erklärte, dass er lediglich zusehen und sie ansonsten ihren Begierden überlassen würde. Ausgerechnet das war es, was sich danach in ihren Gedanken festsetzte. Er würde ihr nicht vorschreiben, was sie tun sollte. Sollte sie tatsächlich irgendwann einem dieser Menschen gegenüberstehen und nichts tun können, wäre auch das ihre Entscheidung. Sollte sie dagegen anfangen und nicht wissen, wann sie aufhören musste, könnte sie ebenso wenig behaupten, jemand anderes hätte sie dazu gebracht. Doch noch eine andere Frage schob sich dazwischen, während Hope bereits den Mund öffnete und ihn gleich darauf wieder schloss. Wenn Mammons einzige Regel lautete, ihren Begierden nachzugehen – was geschah dann, wenn sie irgendwann einfach aufhören wollte? Wenn genau das in diesem Moment ihr stärkster Wunsch wäre? Müsste er sie dann nicht ebenso gewähren lassen? Für einen Augenblick hob sie den Blick zu ihm, als läge die Frage bereits auf ihrer Zunge, doch schließlich ließ sie sie unausgesprochen. Gerade jetzt wollte sie die Antwort gar nicht wissen. Dass Mammon ihren Wunsch nach Rache überhaupt in etwas verwandelt hatte, das plötzlich erreichbar erschien, beschäftigte sie schon genug. Seine Reaktion auf ihre andere Frage ließ Hope dagegen beinahe regungslos werden. Sie sah ihn länger an, die Stirn leicht zusammengezogen, und begriff erst nach einigen Sekunden, dass er sie tatsächlich nicht missverstanden hatte. Für Mammon war die Antwort wirklich so einfach. Ihr Körper hatte reagiert, also hatte sie gewollt, was er mit ihm getan hatte. Punkt. Als wäre alles, was Hope darüber hinaus dachte, lediglich eine nachträgliche Ausrede. Ihr Blick glitt schließlich zur Seite, ohne dass sie erneut versuchte, ihm den Unterschied zu erklären. Sie hatte es bereits getan. Trotzdem blieb etwas von seiner Gewissheit in ihr hängen, weil sie sich nicht vollständig davon freimachen konnte, wie verführerisch einfach diese Vorstellung eigentlich war. Was wäre, wenn sie für einen Moment tatsächlich nur darauf hörte, was ihr Körper sagte? Wenn sie aufhörte, jede Berührung durch Erinnerungen hindurchzuzwingen, jede Reaktion zu überprüfen, jede Regung danach zu sortieren, ob sie zu ihr oder vielleicht doch zu Lamia gehörte? Kein Was, wenn. Kein Das solltest du nicht. Kein Nachdenken darüber, welche Konsequenz ein Gefühl haben konnte. Nur die Frage, ob sich etwas gut anfühlte. Im Fahrstuhl hätte ihr Körper darauf zumindest nicht ausschließlich mit Nein geantwortet. Allein diese Erkenntnis ließ Wärme erneut in ihr Gesicht steigen. Vielleicht wäre es tatsächlich leichter, die Gedanken einfach auszublenden. Doch Hope wusste ebenso, dass genau diese Gedanken sie bisher gewarnt, geschützt und Grenzen überhaupt erst sichtbar gemacht hatten. Leichter bedeutete nicht automatisch sicherer. Als Mammon sie nach dem Hinaustreten aus dem Fahrstuhl schließlich aufforderte, zu entscheiden, was sie als Erstes begehrte, löste sich ihr Blick von ihm und folgte seiner Hand beinahe automatisch durch den Club. Bar, Tanzfläche, private Räume, Galerie, Keller. Jedes Mal, wenn seine Finger in eine andere Richtung deuteten, schien ihr Blick von der Bewegung regelrecht mitgezogen zu werden. Bei den privaten Räumen verweilte sie kaum; nach der Enge des Fahrstuhls übte die Vorstellung einer weiteren abgeschiedenen Tür gerade keinerlei Reiz auf sie aus. Auch die Tanzfläche war ihr im ersten Moment zu viel – zu viele Menschen, zu viele Körper, zu wenig Abstand. An der Galerie blieb ihr Blick dagegen merklich länger hängen. Von dort oben müsste man wahrscheinlich fast alles sehen können. Als Mammon schließlich zum Keller deutete, folgten ihre Augen auch diesmal, nur kehrten sie nicht sofort zurück. Irgendwo dort unten lagen also tatsächlich jene Räume, über die sie gerade gesprochen hatten. Einen Augenblick zu lange sah Hope in diese Richtung, ehe sie sich selbst dabei ertappte und den Blick beinahe hastig wieder löste. Erst danach drang Mammons Wortwahl wirklich zu ihr durch. Was begehrst du? Natürlich hatte er nicht gefragt, was sie sehen wollte. Hope sah kurz zu ihm zurück. Sie verstand inzwischen durchaus, was er versuchte. Er wollte keine vernünftige Entscheidung von ihr. Er wollte etwas, das sie einfach haben wollte. Und vielleicht konnte sie ihm genau das geben, ohne gleich in einem Folterkeller zu landen. „Die Bar“, antwortete sie schließlich, noch immer etwas zurückhaltend, und deutete mit dem Blick dorthin. „Ich möchte… etwas trinken, das mir auch wirklich schmeckt.“ Der Gedanke an den Scotch ließ ihre Nase kaum merklich kräuseln. „Etwas Süßes. Aber nicht nur süß.“ Sie überlegte sichtbar, weil ihr die Namen irgendwelcher Cocktails ohnehin nichts sagten. „Fruchtig vielleicht. Und ein bisschen säuerlich.“ Nach kurzem Zögern ergänzte sie leiser: „Nur nichts so Bitteres wie der Scotch von eben.“ Der Blackberry Bramble, der schließlich vor ihr stand, sah bereits erheblich freundlicher aus als Mammons Scotch. Hope betrachtete die dunkelviolette Flüssigkeit zunächst misstrauisch, hob das Glas dann aber an die Lippen und nahm vorsichtig einen kleinen Schluck. Brombeere kam zuerst, süß und fruchtig, unmittelbar gefolgt von einer frischen Säure, die verhinderte, dass der Geschmack schwer wurde; der Alkohol meldete sich erst danach als Wärme, statt ihr wie beim Scotch beinahe die Kehle hinunterzubrennen. Hopes Augen wurden für einen Moment ein wenig größer. „Oh.“ Ein zweiter, diesmal weniger vorsichtiger Schluck folgte. Ihre Mundwinkel hoben sich leicht. „Das ist viel besser.“ Es war nur eine Kleinigkeit, und dennoch gefiel ihr der Gedanke, diesmal nicht einfach etwas zu trinken, weil Mammon es ihr hingestellt hatte. Das hier schmeckte ihr. Vielleicht war genau das die harmloseste Möglichkeit, mit seiner Aufforderung zu beginnen. Während sie das Glas in einer Hand hielt, wanderte ihr Blick erneut nach oben zur Galerie. „Können wir auf die Galerie…?“ fragte sie schließlich und sah kurz zu Mammon. „Von dort kann man bestimmt alles sehen, oder?“ Dieses Mal musste sie nicht lange darüber nachdenken. „Da würde ich gern als Nächstes hin.“ Beinahe unbeholfen wagte Hope sich damit Schritt für Schritt weiter vor: Sich zunächst überhaupt einzugestehen, dass sie etwas wollte, und sei es noch so simpel, und diesen Wunsch anschließend sogar auszusprechen. Auf der Treppe bemerkte Hope schon nach den ersten Stufen, dass die Entscheidung noch einen unangenehmen Nebeneffekt hatte: Mammon ging hinter ihr. Ihre Schultern spannten sich unwillkürlich ein wenig an, der Blackberry Bramble wurde fester zwischen ihren Fingern gehalten und nach einigen weiteren Stufen warf sie einen kurzen Blick über die Schulter, nur um festzustellen, wie nah er tatsächlich war. Ihre freie Hand griff beinahe gleichzeitig nach dem unteren Saum ihres Kleides und hielt ihn vorsichtig fest, damit der Stoff beim Hinaufsteigen nicht weiter nach oben rutschte. Ausgerechnet nach dem Fahrstuhl war ihr die Vorstellung, Mammons Blick könnte ihr folgen, deutlich bewusster, als sie es gern gehabt hätte. Ohne wirklich vor ihm wegzulaufen, wurden ihre Schritte für die letzten Stufen dennoch ein wenig schneller. Oben auf der Galerie änderte sich das Gefühl beinahe augenblicklich. Der Bass war weiterhin da, vibrierte unter ihren Füßen und durch das Geländer, doch die Menschenmenge lag nun unter ihr statt unmittelbar um sie herum. Hope blieb zunächst stehen und ließ den Blick über das dunkle Gold, die bewegenden Lichter und die Körper auf der Tanzfläche wandern. Etwas daran kam ihr unerwartet vertraut vor. Nicht der Luxus, nicht die Musik und ganz sicher nicht Mammons Vorstellung von Vergnügen – sondern die Höhe. Das Gefühl, über dem Trubel zu stehen und trotzdem noch Teil derselben Welt zu sein. Für einen Moment dachte sie an das Dach "ihres" Hochhauses, an die Lichter von Los Angeles weit unter ihr und daran, wie viel einfacher die Stadt manchmal wirkte, wenn zwischen ihr und all ihrem Lärm ein paar Stockwerke lagen. Die Anspannung wich sichtbar aus ihren Schultern. Hope trat näher an das Geländer, ohne sich noch an ihrem Kleidersaum festzuhalten, und diesmal erschien auf ihrem Gesicht kein vorsichtiges, halb zurückgenommenes Lächeln. Sie lächelte offen. Frei genug, dass sogar das Begehren darin sichtbar wurde, das Mammon die ganze Zeit aus ihr herauslocken wollte: Sie mochte es hier oben. Sie mochte den Abstand, den Überblick, den Raum zum Atmen. Einen kleinen Schluck ihres Brambles nehmend ließ sie den Blick erneut über die Menge schweifen, diesmal mit deutlich wacherer Aufmerksamkeit, ehe sie schließlich leicht den Kopf zu Mammon drehte und ihn mit großen Augen ansah, in denen sich nun erstmals unverhohlene Neugier zeigte. „Sind das alles Menschen?“ RE: the uninvited guest - Mammon - 24.08.2026 Hope wollte das geballte Kontrastprogramm zu Penthouse? Das bekam sie das auch! Kaum hatte sich die Aufzugstür geöffnet, zeigte sich der Nachtclub von seiner besten Seite, eben so, wie Mammon es am besten gefiel. Oh ja, die Leute sollten sich ihren Wünschen und Begierden hingeben, sollten sich fallen lassen, Spaß haben, sich betrinken oder sonst irgendetwas machen, hauptsache sie ließen ihr Geld hier. Tja und Hope? Mammon bekam sie noch dazu, dass auch sie sich mal fallen ließ, aber dazu musste er nun einmal klein bei ihr anfangen. Erst einmal erklärte er ihr alle Optionen, die sie hier hatten. na gut, es waren nicht alle, denn den Devils Balcony ließ er fürs Erste aus. Er musste ihr ja nicht sofort die ganze Hand hinhalten. Der kleine Finger reichte da auch schon aus und so hatte sich Hope erst einmal für die Bar entschieden. Natürlich ließ der Teufelssohn sie bewusst zuerst gehen. SIE sollte ja entscheiden und danach gehen, was SIE wollte. Alles Teil seines Plans. Sie wollte etwas trinken, was ihr wirklich schmeckte? “Oh, meine Barkeeper werden dir genau das Richtige zaubern.” Versprach er ihr, ehe sie dann an die Bar ankamen und Hope nun dem Barkeeper erklärte, wie ihr Getränk schmecken sollte. Ohne, dass Mammon es sah, gab dieser seinem Angestellten das Zeichen, dass er diesen Drink bevorzugt zubereiten sollte und nur wenige Augenblicke später, war Hopes Getränk auch schon da. Mammon nahm jedoch einen Bourbon, um genau zu sein, einen Macallan, ein wirklich edler und teurer Tropfen. Hope schien zufrieden mit Ihrem, was Mammon zu einem triumphierenden Grinsen brachte. “Ich sagte doch, dass meine Barkeeper dir genau das Richtige zaubern werden.” Er hatte nicht gelogen, etwas, was er sowieso nie tat. Hope hatte derweil sich ein neues Ziel ausgesucht. Sie wollte gern nach oben auf die VIP-Galerie. “Natürlich! Du hast freie Wahl.” Nur, dass sie das noch einmal gehört hatte. Sie sollte schließlich Gefallen daran finden und wie es schien, klappte das langsam. Mit den Getränken in den Händen, ließ er Hope wieder den Vortritt, deutete aber schon von weitem die Security an, dass es vollkommen in Ordnung war, dass Hope passierte. Schließlich kam man nur hier die Treppe hoch, wenn man es auf die Gästeliste geschafft hatte. Hier oben waren schließlich all die einflussreichen Leute zu treffen, die sogenannten VIP-Gäste und mit Verlaub… Hope gehörte sicher nicht dazu. Dank Mammon durfte sie aber die Treppenstufen empor steigen und Mammon tat es hinter ihr gleich. Er bemerkte, wie sie versuchte, ihr Kleid daran zu hindern, weiter nach oben zu rutschen. Mammon mochte zwar Sex, aber so plump war er dann doch nicht und erst Recht nicht hier auf der Treppe! Anscheinend hatte die Sache im Aufzug sie dahingehend beeindruckt. Dabei müsste ihr doch klar sein, dass, WENN Mammon sie nehmen wollte, er es schon längst getan hätte. Auch oben angekommen, ließ Mammon ihr freie Hand, wo sie hingehen wollte. Er folgte ihr und nickte ab und zu grüßend einige Leute. So war das eben, wenn man einen so beeindruckenden Nachtclub besaß. Da musste man eben auch andere Leute begrüßen, selbst, wenn es nur ein Kopfnicken war. Hope blieb schließlich stehen und schaute auf die Leute dort unten herab. Mammon tat es ihr anfangs gleich, ehe er nun seinen Blick zu ihr wandern ließ. Dabei das Glas zu seinem Mund führend, sodass er etwas trinken konnte. Moment… war es das erste Mal, dass er sie offen lächeln sah? Interessant! Hier oben schien sie sich wohler zu fühlen. Ihr ganzer Körper war auch nicht mehr so angespannt. Lag es an der Höhe? Daran, dass hier oben nicht der Pöbel einfach so hinkam? Leicht zogen sich seine Augenbrauen zusammen, entspannten sich aber auch wieder, als er merkte, dass Hopes Blick zu ihm glitt und sie ihn fragte, ob das alles Menschen waren. Mammon schüttelte lachend den Kopf. “Wo denkst du hin?” Waren die ersten Worte, die er zu ihr sprach. “Hier ist jeder willkommen, der sich fallen lassen will, Spaß haben will und seinen tiefsten Wünschen und Begierden hingeben will. Eben jeder, der seinen Geldbeutel erleichtern möchte.” Erklärte er kurz. Es war ein simples Konzept, aber gleichzeitig so genial. “Hier findest du jede Rasse, von Menschen über Werwölfe, Dämonen oder Vampiren.” Fügte er jedoch noch hinzu. “Jeder hat tiefe Wünsche und Begierden oder Schulden, die eben beglichen werden müssen.” Ja, das war die Kehrseite hier. Man konnte sich verschulden. Egal, ob es nun finanziell war, oder weil man den Gefallen, den man eingefordert hatte, nicht zurückzahlen wollte. Denn ja, auch das gab es hier. “Wie es mir scheint, gefällt es dir hier oben sichtlich. Deine Körperhaltung ist sichtlich entspannter. Was ist der Grund? Weil der Pöbel hier oben nicht hinkommt oder an dem Getränk?” RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 24.08.2026 Mammons triumphierendes Grinsen über den gelungenen Blackberry Bramble entging Hope natürlich nicht. Über den Rand ihres Glases hinweg sah sie kurz zu ihm, und ihre Mundwinkel hoben sich beinahe widerwillig ein wenig, ehe sie noch einen Schluck nahm. Diesmal musste sie ihm tatsächlich recht geben. Das Getränk schmeckte ihr, und vielleicht lag gerade darin etwas ungewohnt Beruhigendes: Sie hatte gesagt, was sie wollte, ohne den Namen dafür zu kennen, hatte dabei nicht überlegt, was Lamia wohl bestellt hätte oder was Mammon für angemessen hielt, sondern einfach beschrieben, was ihr selbst gefiel – und tatsächlich etwas bekommen, das zu ihr passte. Brombeere, die angenehme Säure, gerade genug Süße und diese Wärme des Alkohols, die diesmal nicht bitter über ihre Zunge kroch, sondern sich erst danach langsam in ihrem Körper ausbreitete. Vielleicht war es nur ein Drink. Trotzdem fühlte es sich ein wenig an wie ein winziger Beweis dafür, dass etwas zu wollen nicht automatisch kompliziert oder gefährlich werden musste. Dass sie auf dem Weg zur Galerie nur deshalb an der Security vorbeikam, weil Mammon bereits aus der Entfernung ein kaum merkliches Zeichen gegeben hatte, fiel ihr allerdings ebenso auf wie die Menschen, die ihn oben grüßten. Ein Nicken hier, ein kurzer Blick dort, selbstverständlich genug, dass Mammon kaum darauf reagieren musste. Hope zog ihr Glas etwas näher an den Körper und ließ den Blick flüchtig über die Gäste schweifen. Sie gehörte eigentlich überhaupt nicht hierher. Nicht zu Menschen, die auf irgendwelchen Gästelisten standen, nicht zwischen Leute, die offenbar wichtig genug waren, um von der Menge unter ihnen abgeschirmt zu werden, und schon gar nicht in diese Welt, durch die Mammon sich bewegte, als gehörte jeder Quadratmeter davon ohnehin ihm. Für einen kurzen Moment kehrte die Unsicherheit zurück; ihre Schultern spannten sich leicht an und sie fragte sich, ob irgendeiner der Anwesenden längst bemerkte, dass sie hier nur wegen des Mannes neben ihr geduldet wurde. Doch dann glitt ihr Blick wieder über das Geländer hinunter und die Höhe schuf erneut genau jene Distanz, die sie brauchte. Als Mammon erklärte, dass dort unten längst nicht nur Menschen waren, wanderte Hopes Aufmerksamkeit sofort zurück in die Menge. Menschen, Werwölfe, Vampire, Dämonen… Sie sah dieselben Körper plötzlich anders an, obwohl sie bei den meisten überhaupt keinen Unterschied erkennen konnte. Ein Paar stand dicht beieinander an der Bar, irgendwo weiter hinten bewegte sich jemand beinahe zu geschmeidig durch die Menschen, und auf der Tanzfläche verschwammen Gesichter im wechselnden Licht ohnehin viel zu schnell, um irgendetwas daraus lesen zu können. Das Wort Schulden ließ ihren Blick allerdings für einen Moment wieder zu Mammon gleiten. Sie sagte nichts dazu. Trotzdem war der Gedanke sofort da: Wie viele von denen dort unten kamen wirklich freiwillig, weil sie tanzen, trinken, jemanden kennenlernen oder irgendeinem anderen Wunsch nachgeben wollten – und wie viele waren hier, weil sie Mammon irgendwann etwas versprochen hatten? Der Club verlor dadurch nichts von seiner Faszination, doch unter all dem Gold, der Musik und den sich bewegenden Körpern tauchte wieder diese zweite, dunklere Ebene auf, die Mammon selbst offenbar überhaupt nicht als Widerspruch empfand. Auf seine Frage, weshalb es ihr hier oben offensichtlich besser gefiel, verzog Hope bei dem Wort Pöbel kaum merklich die Stirn. „Nicht wegen des… Pöbels“, antwortete sie und sprach das Wort so aus, als wäre sie sich noch immer nicht sicher, warum Mammon Menschen überhaupt so bezeichnete. Dann sah sie wieder hinunter. „Weil ich von hier alles sehen kann, ohne mittendrin sein zu müssen.“ Ihre Stimme war deutlich ruhiger geworden. Sie nahm einen kleinen Schluck ihres Brambles, ließ das Glas anschließend locker in ihrer Hand sinken und betrachtete die Lichtreflexe unter ihnen. „Es erinnert mich ein bisschen an mein Dach.“ Ein offenes Lächeln legte sich erneut auf ihr Gesicht. „Da unten ist die Stadt genauso laut. Aber wenn ich oben bin, ist sie weit genug weg, dass ich einfach nur zusehen kann.“ Einen Moment suchte sie nach den richtigen Worten. „Ich kann neugierig sein… ohne zu direkt von etwas überrascht zu werden.“ Genau das schien es zu sein. Unten konnte jederzeit jemand gegen sie stoßen, sie ansprechen oder einfach zu nah kommen. Hier oben sah sie alles vorher. Bewegungen wurden berechenbarer, Menschen kleiner, Geräusche weniger unmittelbar. Es war keine wirkliche Sicherheit, aber genug Abstand, damit die Dunkelhaarige nicht ständig das Gefühl hatte, reagieren zu müssen. Vielleicht bemerkte sie deshalb auch erst einige Sekunden später, dass die Spitze ihres Schuhs begonnen hatte, im Takt der Musik mit zu wippen. Ganz leicht nur, beinahe verborgen unter dem Saum ihres Kleides. Ihr Blick sank überrascht nach unten. Wieder hatte ihr Körper etwas getan, bevor sie darüber nachgedacht hatte. Nach dem Fahrstuhl hätte allein diese Erkenntnis wahrscheinlich sofort neue Fragen ausgelöst, doch diesmal geschah etwas anderes: Hope ließ den Fuß einfach weitermachen. Die Musik gefiel ihr. Der Rhythmus wanderte durch den Boden, über ihre Beine und irgendwo hinein in ihren Körper, und zum ersten Mal an diesem Abend empfand sie es nicht als Bedrohung, dass eine Reaktion entstand, bevor ihr Verstand sie genehmigt hatte. Ein kaum sichtbares Lächeln blieb auf ihren Lippen, während sie wieder nach unten sah. Vielleicht musste nicht jede spontane Regung sofort untersucht, zerlegt und auf ihre Herkunft geprüft werden. Manchmal konnte ein mitwippender Fuß vielleicht wirklich nur bedeuten, dass ihr ein Lied gefiel. „Kannst du bei allen sehen, was sie sind?“, fragte sie schließlich und deutete mit ihrem Glas leicht in Richtung der Menge. Ihre großen Augen wanderten von einem Gast zum nächsten, als könnte Mammon ihr irgendeinen Hinweis verraten, den sie bisher übersehen hatte. Gerade weil Menschen, Vampire, Werwölfe und Dämonen hier offenbar so selbstverständlich nebeneinander existierten, wollte sie plötzlich wissen, wie viel davon für ihn sichtbar war und wie viel lediglich verborgen unter menschlichen Gesichtern blieb. Ihre Aufmerksamkeit blieb schließlich an zwei Gestalten hängen, die sich so eng zueinander neigten, dass zwischen ihnen kaum noch Raum vorhanden war. Einer sagte etwas, das Hope bei der Musik unmöglich hören konnte; der andere lächelte und kam noch näher. Sie beobachtete sie einen Moment länger, ehe eine neue Frage in ihr auftauchte. „Und… merkst du, wenn jemand sich zu jemand anderem hingezogen fühlt?“ Ihre Stimme wurde gegen Ende wieder etwas vorsichtiger. Das Glas hob sich ein wenig, blieb jedoch kurz vor ihren Lippen stehen. „Also… ohne dass er etwas sagt?“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, begriff Hope, welche Richtung Mammon ihnen ebenso leicht geben konnte. Die Wärme, die eben noch angenehm vom Bramble gekommen war, schien sich augenblicklich wieder in ihren Wangen zu sammeln. Ihr Blick blieb zunächst auffällig lange bei den Gästen unter ihnen, bevor er schließlich doch zu Mammon wanderte. Neugier lag noch immer offen darin, nun allerdings vermischt mit jener vertrauten Unsicherheit, die immer dann auftauchte, wenn eine harmlose Frage plötzlich viel persönlicher werden konnte, als sie beabsichtigt hatte. Denn während sie ihn ansah, formte sich bereits die nächste Frage in ihrem Kopf, und diesmal war Hope klug genug, sie dort zu behalten. Konnte er das bei ihr auch sehen? RE: the uninvited guest - Mammon - 26.08.2026 Was hatte Hope auch erwartet? Dass sie einfach so die Treppe zur VIP-Galerie emporsteigen könnte? Oh nein, man sah ihr ja förmlich an, dass sie eigentlich hier oben nicht dazu gehörte. Nichts für Ungut, ja, sie war ein hübsches Ding, aber schon allein, wie sie auftrat, schrie schon danach, dass sie eher zu denjenigen gehörte, die ihren Spaß unten genossen. Sie kam gerade in den Genuss eines Privileges, welches sie vermutlich ohne Mammon nicht sonderlich schnell erreicht hätte. Hier oben, erhöht über den normalen Pöbel, wie man ihn bezeichnen konnte. Hier oben hatte man den Überblick und zeigte denen da unten deutlich, dass sie nicht in der gleichen Liga spielten. Tja und Mammon? Er genoss durchaus beide Ebenen, nein eigentlich drei, denn es gab im Club ja noch eine Ebene höher, nämlich sein persönlicher Devils Balcony. Dort oben kam man nur in Begleitung von Lilith, Kisai oder gar ihm selbst hoch. Es reichte somit nicht aus, wenn einer dieser drei Personen vorher bescheid sagte, oh nein, nur mit deren physischer Anwesenheit war dies nur möglich. Aber gut, das war sowieso noch kein Thema, denn noch hatte der Teufelssohn nicht vorgehabt Hope dorthin mitzunehmen. Wieso auch? Bisher hatte sie auch nichts, was Mammon dazu bringen könnte. Ihre Begierde, was das Rächen angeht, ging auch eher Richtung Keller als den Devils Balcony. Ob ihr Wunsch, dorthin zu gehen, bald kommen würde? Einen geeigneten Kandidaten hatte Mammon schließlich schon im Kopf. Ein lächerlicher Arzt, der um den Gefallen gebeten hatte, dass Mammon einen fatalen Fehler von diesem vertuschte. Als Gegenzug hatte Mammon lediglich nur verlangt, dass er ein paar hochdosierte Medikamente springen ließ. Tja, der Arzt wollte dieser wirklich ‘netten’ Bitte nicht nachkommen und so war er nun in einem der Folterräume im Keller. War das nicht ein hervorragendes erstes Opfer für Hope? Doch noch war auch dies erst einmal etwas, was in der Ferne lag. Für einen Moment fragte der Teufelssohn sich, wie Hope darauf kam, dass hier nur Menschen waren. Menschen waren schließlich nicht die einzigen Wesen, die Dinge begehrten, um Gefallen baten oder einfach nur Spaß haben wollten. In jedem Wesen steckte doch so etwas, zumindest, wenn man ihn fragte. Tja und ja, natürlich waren hier Wesen, die in seiner Schuld standen. Doch der überwiegende Teil war hier wirklich nur um Spaß zu haben und im besten Falle Geld hier zu lassen. Mammon sah ihren Blick zu ihm, sagte aber ebenso wenig. Wieso auch? Es wäre Verschwendung und die Frage war sowieso, ob Hope dies wirklich hören wollte. So, wie sie schon ungern das Wort Sex in den Mund nahm, mochte Hope es anscheinend auch genauso wenig das Wort Pöbel sagen. Dies lag aber sicher eher daran, dass sie sich vermutlich selbst dazu zählte, ein Umstand, den Mammon nie passieren würde. Er würde niemals zu dem Pöbel gehören. Oh nein, er war für Größeres bestimmt. Irritiert zogen sich seine Augenbrauen zusammen und sein Kopf bewegte sich kurz leicht nach hinten. “Dein Dach?” Kam ungläubig. Was sollte das denn bitte bedeuten? Dass, sie wie ein Obdachloser irgendwo oben sich ein Plätzchen gesucht hatte? Ja, er hatte sie zuvor schon getroffen gehabt, aber nie hatten sie darüber geredet, wie Hope wohnte. Zugegeben, es hatte Mammon ja auch nie vorher interessiert gehabt. Ehrlicherweise auch jetzt nicht, auch wenn das doch komisch klang. “Oh bitte, wie dumm ist das denn? Neugierig nur aus der Ferne sein. Ich mein… da bekommt man nur einen Bruchteil mit.” Meinte er. WENN Mammon auf etwas oder jemanden neugierig war, dann ging er einfach zu diesem. Was sollte ihm auch schon passieren, so als Sohn des Teufels und Prinz der Hölle? „Kannst du bei allen sehen, was sie sind?“ Mammon sah wieder zu Hope und grinste teuflisch. “Ich kann ihre Auren lesen, genauso, wie deine. Deine ist nicht rein menschlich, oh nein, da ist auch noch etwas Anderes… dämonisches.” Genau deshalb hatte Mammon doch von Anfang an gewusst, dass sie kein reiner Mensch war. Eine wirklich nette Fähigkeit, die er da hatte. Bei weitem nicht die Stärkste, aber dennoch durchaus Wirkungsvoll. Sein Blick folgte schließlich ihrem Glas und dann hin zur Menge und auch Mammon blieb bei diesem Pärchen hängen, die eng umschlungen waren, dass nicht mal mehr ein Löschblatt hindurchpasste. Ob er es merkte, wenn sich zwei zueinander hingezogen fühlen? Mammon lachte kurz auf. “Das ist doch wohl offensichtlich bei den beiden!” Dabei deutete er mit einem Kopfnicken zu den beiden. “Obwohl… ich vermute eher, dass sie sich eher zu seinem Blut hingezogen fühlt.” Jetzt bei genauerer Betrachtung konnte er ‘sehen’ dass es sich bei der Frau um eine Vampirin handelte. Aber hey, es war ihm gleich, ob sie den Typen nachher aussaugte und tötete oder nicht. Hier sollte jeder seiner Begierde nachgehen. Danach sah er jedoch wieder zu Hope und schüttelte jedoch den Kopf. “Aber nein, ich kann es nicht sehen oder spüren und ehrlicherweise ist es mir auch egal, wer sich zu wem hingezogen fühlt, außer es ist deren sehnlichster Wunsch, was ich dann ausnutzen kann, wenn ich es brauche.” So war das nun einmal. “Oder meinst du in Bezug auf mich?” Das konnte ja durchaus möglich sein. “Tja, was soll ich sagen? Jeder fühlt sich in meiner Gegenwart zu mir hingezogen. Ich kann ja auch nichts dafür, dass ich so gutaussehend und anziehend bin.” Meinte er mit einem überheblichen und arroganten Lächeln. Ok, es gab da noch andere Faktoren, wie eben seine Rasse als Nephilim. Menschen fühlten sich zu engelhaften Wesen angezogen und Dämonen wussten um seine Verwandtschaft als Sohn des Teufels. Jeder wollte doch irgendwie ein Kuchenstück davon abhaben. Nur… Mammon allein entschied, wer davon ein Stück probieren durfte und wer nicht. Er sah noch einmal zu den Pöbel hinunter und führte sein Glas abermals an seine Lippen, um sich noch einen Schluck seines Getränks zu gönnen. Es verging ein wenig Zeit, ehe er sich wieder Hope zuwandte. “Und? Wie sieht es aus? Wo möchtest du als nächstes hin?” RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 30.08.2026 Dass Mammon ihre Art, neugierig zu sein, offenbar für vollkommen unsinnig hielt, ließ Hope ihn einen Moment lang ansehen, als hätte er ihr gerade bestätigt, dass er kommunikativ tatsächlich ungefähr so feinfühlig wie eine Abrissbirne war. Ihr offenes Lächeln verschwand nicht ganz, wurde aber etwas schmaler. „Vielleicht bekomme ich weniger mit“, gab sie zögerlich zu und sah wieder über das Geländer hinunter zur Tanzfläche. „Aber ich kann erst schauen und selbst entscheiden, ob ich näher ran will.“ Ihre Finger drehten das Glas leicht zwischen sich, während der Bass unter ihren Sohlen vibrierte. „Von hier oben kann mich nichts so schnell überraschen.“ Ja, irgendwie hatte sie gerade das Gefühl, sich zu rechtfertigen. Mammon mochte es bevorzugen, einfach mitten in etwas hineinzulaufen, sobald es seine Aufmerksamkeit weckte; Hope gefiel es erheblich besser, zunächst zu wissen, worauf sie sich überhaupt einließ. Vertrauen war gut – Kontrolle allerdings um Längen besser! Die Erklärung, die er ihr über die Auren gab, sorgte jedoch dafür, dass sich ihre Aufmerksamkeit sofort vollständig von der Menge löste. „Du kannst meine Aura lesen?“ Ihre Augen wurden größer und richteten sich nun ganz auf ihn, ehe der Zusatz über das Dämonische darin ihr Gesicht wieder ernster werden ließ. Sie musste schlucken. Dann zog sie das Glas etwas näher an sich. „Kannst du… unterscheiden, was davon… sie ist?“ Ihre Worte wurden gegen Ende des Satzes immer leiser, und Hope zögerte kurz, bevor sie die eigentliche Frage nachschob, konnte seinem Blick dabei jedoch nicht mehr standhalten. „Und was davon… zu mir gehört?“ Kurz glitt ihr Blick seitlich zu ihm, als könne sie durch diese Pforte etwas vor ihm verbergen. Sie wollte die Antwort tatsächlich wissen, keine Frage, und vielleicht mehr, als ihr lieb war. Gerade deshalb lag in ihren Augen gerade auch eine Spur Angst. Wenn Mammon wirklich erkennen konnte, wo Lamia endete und Hope begann, könnte er ihr möglicherweise etwas sagen, das sie selbst noch immer nicht begreifen konnte. Seine beiläufige Bemerkung über die Vampirin zog ihren Blick gleich darauf wieder nach unten. Hope suchte das Paar sofort in der Menge und beobachtete die beiden nun erheblich genauer. Vor wenigen Augenblicken hatten sie noch einfach wie zwei Menschen ausgesehen, die einander ausgesprochen interessant fanden; jetzt stellte sie sich unwillkürlich Zähne, Blut und die Eventualität vor, dass der Mann womöglich überhaupt nicht wusste, worauf er sich einließ. Ihre Unterlippe geriet kurz zwischen die Zähne. „Ob er das weiß?“, murmelte sie mehr zu sich selbst, bevor sie doch zu Mammon sah. Nach kurzem Zögern dann fragte sie vorsichtig: „Würde sie ihn hier töten?“ Dass Mammon darüber wahrscheinlich wesentlich weniger besorgt wäre als sie selbst, ahnte Hope inzwischen durchaus. Als er anschließend erklärte, dass er gewöhnliche Anziehung weder sehen noch spüren konnte, tauchte in ihrem Kopf zunächst nur ein einziges, erstaunlich erleichtertes Wort auf. Gut. Sie hatte kaum Zeit, sich darüber zu wundern, wie schnell diese Erleichterung gekommen war, als Mammon bereits nachsetzte, ob sie etwa ihn gemeint habe. Hope hatte gerade einen Schluck von ihrem Blackberry Bramble genommen und verschluckte sich prompt daran. Sie hustete, zog das Glas hastig von den Lippen weg und legte die freie Hand kurz vor den Mund, während die Wärme ihr innerhalb weniger Sekunden bis in die Ohren stieg. Einen Moment dauerte es, bis sie wieder nach Luft ringen konnte – und sich auch innerlich halbwegs gefangen hatte. „Ich… ich habe allgemein gefragt“, brachte sie viel zu schnell hervor. Technisch gesehen war das nicht einmal gelogen. Sie hatte allgemein gefragt. Nur eben nicht ausschließlich. Ihr Blick flüchtete sofort wieder zur Tanzfläche hinunter, während sie mit einem wesentlich kleineren Schluck versuchte, ihre Kehle zu beruhigen. Zum Glück konnte sie das leuchtende Rot ihrer Wangen auf ihr Verschlucken schieben. Doch ganz so hilfreich war Mammons Antwort ohnehin nicht. Vielleicht konnte er ihre Anziehung nicht übernatürlich wahrnehmen, doch nach dem Fahrstuhl wusste er bereits genug über die Art, wie ihr Körper auf ihn reagiert hatte. Er brauchte dafür vermutlich überhaupt keine besondere Fähigkeit mehr. Seine anschließend vollkommen selbstverständliche Behauptung, jeder fühle sich zu ihm hingezogen, hätte Hope unter anderen Umständen wahrscheinlich nur die Augen verdrehen lassen. Stattdessen sah sie doch wieder zu ihm. Diesmal nicht nur flüchtig. Ihr Blick wanderte prüfend über sein Gesicht, seine Kleidung unter der sich sein Körper nur erahnen ließ, die lässige Haltung, mit der er sein Glas hielt, und verweilte länger an ihm, als sie eigentlich gewollt hatte. Die unangenehme Antwort auf die unausgesprochene Frage lautete leider: Ja. Er war attraktiv. Sehr sogar. Hope spürte sofort, wie die eben erst abgeklungene Röte wieder stärker wurde, und senkte beinahe ertappt den Blick auf ihren Bramble. Dabei kam ihr beinahe automatisch der gegenteilige Gedanke. Sie selbst wusste kaum, wie sie auf andere wirkte. Normalerweise tat sie genug dafür, gar nicht erst auf diese Weise angesehen zu werden; weite Kleidung, wenig Aufmerksamkeit auf ihren Körper, nichts, was besonders weiblich oder auffällig wirken sollte. Dass Lamia sie heute völlig anders herausgeputzt hatte, änderte nichts daran, dass Hope keine Ahnung hatte, was Männer sahen, wenn sie sie ansahen. „Wir können uns das ja nicht aussuchen“, murmelte sie schließlich so leise in Richtung ihres Glases, dass sie fest davon ausging, Mammon könne es bei der Musik ohnehin nicht hören. Als er sie fragte, wohin sie als Nächstes wollte, wäre ihre ehrlichste erste Antwort vermutlich gewesen: Nirgendwo. Denn hier oben gefiel es ihr. Eigentlich wollte sie gar nicht weg… Trotzdem wanderte ihr Blick erneut über das Geländer. Unten drängten sich die Gäste noch immer im wechselnden Licht, doch der Anblick löste diesmal nicht mehr denselben unmittelbaren Rückzugsimpuls in ihr aus. Gleichzeitig bewegte sich die Spitze ihres Schuhs längst wieder leicht zum Rhythmus der Musik. Sie bemerkte es, sah kurz hinunter und wunderte sich schon deutlich weniger als beim ersten Mal, wo ihr Fuß offenbar ein Eigenleben entwickelt hatte. Wenn sie hier oben blieb, würde sie weiterhin nur beobachten. Sicherer, ja. Aber vielleicht hatte Mammon zumindest in einem Punkt recht: Von hier bekam sie tatsächlich nur einen Teil mit. Hope atmete tief ein. Hielt die Luft einen kurzen Moment in der Brust fest und ließ sie langsam wieder hinausströmen, während ihr Blick auf der Tanzfläche blieb. Wie ein Turmspringer, der zum ersten Mal von einem Zehn-Meter-Brett springen musste. Oder hundert Meter. Doch sie musste sich eingestehen: Das Beobachten hatte seinen Zweck erfüllt. Sie wusste inzwischen, wie der Raum aussah, wo die Menschen standen, wie sich die Menge bewegte. Niemand zwang sie, mitten hineinzulaufen. Vielleicht konnte sie selbst bestimmen, wie nah sie heranging und wann es genug war. War genau das der Unterschied zwischen Mammons Vorstellung und ihrer eigenen? Schließlich musste die Dunkelhaarige nicht blind springen, um irgendwann freiwillig einen Schritt näher zu treten. „Vielleicht… die Tanzfläche“, sagte sie schließlich beim Ausatmen. Ihre Finger schlossen sich etwas fester um das Glas, obwohl sie ihre Entscheidung nicht zurücknahm. „Aber erst einmal nur an den Rand.“ Einen Moment blieb sie noch stehen, ehe ihr Blick fast verlegen zu Mammon wanderte. Jetzt, wo sie es ausgesprochen hatte, fiel ihr noch etwas ein, das die ganze Sache keineswegs einfacher machte. Ihre Lippen öffneten sich, doch zunächst kam kein Wort heraus. Erst beim zweiten Anlauf, gelang es ihr, die Worte herauszubringen. „A-aber… ich… ich kann nicht tanzen.“ Nun war es heraus und sie verzog das Gesicht, als wenn sie gerade beim Glücksspiel eine Niete gezogen hatte. Er würde sie jetzt sicher auslachen, oder hier oben stehen lassen. RE: the uninvited guest - Mammon - 01.09.2026 Mammon sagte nichts mehr dazu. Was brachte das auch? Natürlich hätte er sagen können, dass auch hier oben sie nicht vor Überraschungen geschützt war. Das galt sowohl für hier als auch ihr ‘Dach’, wie auch immer sie ihr Zuhause bezeichnete. Da war es doch viel sinnvoller, wenn er auf ihre andere Frage antwortete. Ok, auch nicht sofort, denn es folgte erst einmal nur ein Nicken, bevor Mammon sich noch einen Schluck gönnte. Wieso sollte er sich auch wiederholen? Gerade eben hatte der Teufelssohn schließlich gesagt, dass er Auren lesen kann und somit auch ihre. “Jaein.” Antwortete er ehrlich. “Ich sehe, dass dich mehr als nur die Aura eines Menschen umgibt. Etwas dunkles, was sich aber auch nicht vermischt.” Auch dies entsprach der Wahrheit. “Aber wenn deine bessere Hälfte deinen Körper übernimmt, sieht man an ihr ebenso, dass sie keine reine dämonische Aura hat.” Ja, er nannte die dämonische Hälfte nicht umsonst bessere Hälfte. Aus seiner Sicht war dies ja auch der Fall. Diese Dämonin war schließlich nicht so… eingeschränkt in ihrem Handeln. Sie tat das, wie es sich für einen guten Dämon gehörte. Sie verbreitete Schmerz und Tod. Hope hingegen… naja, man musste sie nur ansehen und wusste, dass das nicht gerade ihre Leidenschaft war. Schon allein, wie sie hier stand. Schließlich ging es dann um dieses Paar auf der Tanzfläche. Für jemanden, der weder Auren lesen konnte, noch die Erfahrung damit hatte, wie z.B. eine Jägerin, hätte hier sicher nur 2 Menschen gesehen, die nicht mehr die Finger voneinander lassen konnten. Doch Mammon sah, dass der weibliche Part eine Vampirin war. Ob diese jedoch einfach nur sexuell befriedigt werden wollte oder doch nur an dem Blut des Mannes interessiert war, das konnte der Teufelssohn nicht wissen. “Keine Ahnung, aber die Hauptsache ist doch, dass er seiner Begierde nachgeht und eindeutig mehr von ihr will.” Das war schließlich offensichtlich. Als Hope Mammon fragte, ob die Vampirin den Menschen hier töten würde, sah er zu Hope mit einem Blick, der sie fragte, was sie denn wohl dachte. “Es wäre möglich. Ich hoffe nur, dass sie dabei keine Möbel mit seinem Blut versaut. Meine Angestellten haben schließlich besseres zu tun als Blut aus Möbelstücken wieder herauszubekommen.” Dabei sagte Mammon es so, als würde es sich dabei lediglich um etwas Normales handeln und er sich darüber nur ärgern würde, wenn jemand Rotweinflecken dabei entstehen lassen würde, die nur schwer rauszubekommen wären. Da zeigte sich abermals, dass Mammon eben nicht zu den ‘Guten’ gehörte. Schmerz und Tod gehörten einfach zu seinem Alltag und er sah es als etwas völlig Normales an. Und natürlich hatte sie nur allgemein gefragt gehabt. Na klar! Komisch nur, dass Hope ihn danach plötzlich anfing direkter anzusehen, gerade zu zu mustern. Mammon entging dies nicht und so konnte er sich ein gewisses Grinsen auch nicht verkneifen. Doch er sah sie nicht direkt an, sondern hatte dabei seinen Blick noch auf die Tanzfläche gerichtet gehabt. “Und? Gefällt dir, was du im angezogenen Zustand siehst?” Fragte er sie frei heraus. “Glaub mir… alles darunter ist noch attraktiver, als du dir vorstellen kannst.” Nur, damit sie gleich mal Bescheid wusste. “Ab und zu finden hier Sex-Orgien statt, falls du also interesse hast.” Dabei legte sich nun ein teuflisches Grinsen auf seine Lippen und er bewegte bei diesen Worten leicht seinen Kopf in ihre Richtung. Na, ob sie gleich wieder rot werden würde? So, wie er sie bisher kennengelernt hatte, definitiv. “Was? Wie wir auf andere wirken? Natürlich!” Widersprach er ihr. “Glaub mir, in diesem Fummel wirkst du auf einige Männer sicher attraktiv." Tja und wäre da nicht Fred… wer wusste schon, ob Mammon nicht vielleicht auch… Aber nein, er hatte dieses Versprechen abgegeben und an dieses würde er sich auch halten. Aber zurück zu Hope und ihre Begierden, denn Mammon wollte schließlich wissen, wo sie nun hinwollen. Es dauerte diesmal um einiges länger, ehe er eine Antwort bekam, aber er bekam eine. Moment… hatte er das gerade richtig gehört? Sie wollte auf die Tanzfläche? Überrascht hob sich eine seiner Augenbrauen und auch sein Blick, der nun auf ihr ruhte, machte deutlich, dass ihm diese Wahl überraschte. “Also gut.” Meinte er nur knapp, ehe Hope auch schon weitersprach, dass sie erst einmal nur am Rande der Tanzfläche sein wollte. Auch dies war noch nichts, was ihn dann auf eine sehr spezielle Idee brachte. Oh nein, diese Idee bekam der Teufelssohn erst, als Hope dann noch preisgab, dass sie nicht tanzen konnte. Wie? Nicht Tanzen? Mammon konnte nicht anders als auf zu lachen. “Das ist doch ein Scherz!” Ja, das war seine erste Vermutung, aber als er sie so ansah, wurde deutlich, dass es die Wahrheit war. “Gut… dann werden wir das jetzt ändern.” Kam es plötzlich von ihm und er trank noch sein Glas leer um es dann dem Keller in die Hand zu drücken, der als erstes an ihnen beiden vorbei lief. Was dann folgte, passierte so schnell, dass Hope keine andere Wahl hatte, als einfach nur das Kommende geschehen zu lassen. Er umschloss mit seiner Hand ihr Handgelenk und zog die junge Frau dann schließlich mit sich. Immernoch hinterherziehend, ging er zusammen mit ihr die Treppe hinunter. Schon beim Hinabsteigen der Treppen, hatte er einem seiner Mitarbeiter ein kleines Zeichen gegeben, dass er zur Bühne gehen würde. Jedoch war das Zeichen nicht offensichtlich, sodass Hope damit, falls sie es gesehen hatte, nichts damit anfangen konnte. Schließlich zog er sie dann weiter und ging mit ihr auf die Bühne. Kaum hatten sie beide die Bühne betreten, hörte die Musik auf, das Licht wurde gedimmt und nur die Bühne wurde hell beleuchtet. Mammon ließ erst jetzt Hope los und ging zum Klavier, an das er sich setzte. Mit seiner rechten Hand schnappte er sich das Mikrofon, welches von der Decke nach unten hing, sodass er beim Klavierspielen kein Mikro halten musste. “Entschuldigt diese kleine Unterbrechung.” Fing er an und deutete dann auf Hope. “Aber in Notfällen ist das leider nun einmal notwendig und dies ist ein extremer Notfall!” Was Mammon da ankündigte? Nun, er jedenfalls hatte jetzt schon extreme Freude daran. “Aber diese junge Dame dort…” Dabei deutete er auf Hope. “hat mir gerade offenbart, dass sie nicht tanzen kann.” Man hörte ein leises Raunen bei einigen Gästen. “Ja, ich weiß, schockierend! Aber wir können ihr alle zusammen helfen.” Wie das aussah? Nun, Mammon legte seine Finger auf die Tasten und fing an zu spielen und dann fing auch noch an dazu zu singen. Welches Lied war denn besser dafür geeignet als dieser Klassiker namens Time Warp? Kaum hatte Mammon die ersten Töne gespielt und gesungen, fingen nun auch wieder die Gäste an zu tanzen. Woher er dieses Lied kannte? Oh in der Hölle gab es da diese eine gequälte Seele, ein Mann, der zu Lebzeiten ein eingebildeter und hochmütiger Mensch war und auf niedere Kunst herab geblickt hat, als wäre es Dreck und die Karriere junger talentierter Künstler nur zu gern zerstört hat. Tja und in der Hölle musste jeder Mann in einem schrillen Glitzerkostüm bis in Ewigkeit nur dieses Lied nicht nur singen, sondern auch performen. Ein wirklich amüsanter Zeitvertreib war das in der Hölle und hier nun auf Erden konnte Mammon dieses amüsierte Gefühl wieder aufleben lassen. Nur hier wurden keine Seelen gequält, sondern dazu animiert Spaß zu haben und sich sozusagen fallen zu lassen. Auch Mammon sah man an, dass dieser Spaß hatte. RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 01.09.2026 Mammons Antwort auf ihre Frage nach den Auren traf Hope in zwei vollkommen unterschiedliche Richtungen. Zuerst war da beinahe Erleichterung: Nicht vermischt. Da war also noch eine Grenze, etwas, das sich unterscheiden ließ, selbst wenn Hope längst nicht mehr wusste, wo genau sie verlief. Dann folgte der Rest seiner Erklärung und machte alles wieder komplizierter. Auch Lamias Aura war nicht rein dämonisch, wenn sie den Körper übernahm. Natürlich konnte diese verdammte Antwort nicht einfach sein. Und bessere Hälfte? Selbstverständlich fand Mammon als Sohn des Teufels ausgerechnet Lamia besser. Hope schluckte den kleinen Stich hinunter und sah ihn dann ungewöhnlich direkt an. „Heißt das… dass bei ihr auch etwas von mir bleibt?“ Ihre Stimme wurde während sie dies sagte, etwas leiser. „Auch wenn sie… die Kontrolle hat?“ Sie wollte die Antwort wissen und fürchtete sie gleichzeitig. Vielleicht bedeutete es aber auch, dass selbst während Lamias Übernahmen etwas von Hope in diesem Körper zurückblieb – und dieser Gedanke stellte plötzlich einiges mehr auf den Kopf. Seine Reaktion auf das Paar unter ihnen half kein bisschen. Hope suchte die Vampirin zwischen den Lichtern. „Aber wenn er nicht weiß, dass sie…“ Sie brach ab. Wozu auch? Mammon hatte mit seiner Sorge um blutverschmierte Möbel ziemlich eindeutig klargemacht, wo seine Prioritäten lagen. Nicht der Mann. Nicht die Möglichkeit, dass er sterben könnte. Hauptsache, seine verdammten Polster blieben sauber. Himmel. Hope fragte sich, ob sie ihn warnen sollte, doch sie wusste nicht einmal, ob die Vampirin ihn wirklich töten wollte. Mit einem Mal sah Hope unter all dem Gold und den Lichtern wieder deutlicher, was für Mammon hier ebenso selbstverständlich zum Vergnügen gehörte wie Musik und Alkohol. Und dann erwischte Mammon sie auch noch beim Mustern. Verdammt. Hope hob ihren Bramble so hastig an die Lippen, dass das Glas beinahe ihre Nase streifte, und benutzte es als Versteck. „Ich hab dich doch gar nicht—“ Sie brach ab. Doch. hatte sie. Und er wusste es natürlich. Seine Bemerkung darüber, dass darunter alles noch attraktiver sei, ließ ihre Augen über dem Glasrand nur noch größer werden, und als er auch noch Sex-Orgien erwähnte und ihr anbot, daran teilzunehmen, war endgültig Schluss mit irgendeiner würdevollen Reaktion. „Nein!“ Viel zu schnell. Großartig. Hope presste das Glas gegen die Lippen, ohne zu trinken. Seine nächste Bemerkung traf anders. In diesem Fummel wirkst du auf einige Männer sicher attraktiv. Hopes Blick sank automatisch an sich hinunter. Das Kleid. Die Beine. Die feminine Silhouette, die sie sonst eher verbarg. Lamia hatte das ausgesucht und konnte so etwas tragen, als gehörte diese Weiblichkeit selbstverständlich zu ihr. Hope wusste ja nicht einmal, ob Männer sie überhaupt so wahrnahmen. „Wegen… des Kleides?“ fragte sie beinahe ungläubig. Ausgerechnet Mammon sagte es so selbstverständlich, als wäre daran überhaupt nichts Überraschendes. Für Hope war es das sehr wohl. Und verdammt noch mal, irgendein kleiner Teil von ihr mochte, wie sich diese Gewissheit anfühlte. Als Mammon über ihr Eingeständnis lachte, nicht tanzen zu können, brach dieses kleine warme Gefühl sofort wieder in sich zusammen. Natürlich. Man erzählte etwas Peinliches über sich und bekam prompt bestätigt, warum man solche Dinge besser für sich behielt. Hope zog die Schultern näher an den Körper und senkte verlegen den Blick. „Ich hab doch gesagt, dass ich es nicht kann“, murmelte sie. Das bisschen Mut zog sich schon wieder zurück, als Mammon plötzlich verkündete: „Gut… dann werden wir das jetzt ändern.“ Hope hob den Kopf. „Was?!“ Doch mehr Zeit bekam sie nicht. Seine Hand schloss sich um ihr Handgelenk und im nächsten Moment bestand ihre Welt nur noch aus Bewegung. Ein Ruck, Brombeerdrink, der gefährlich gegen den Glasrand schwappte, viel zu hohe Pumps und Stufen, die schneller unter ihren Füßen auftauchten, als irgendein vernünftiger Mensch verlangen durfte. „Mammon—!“ Verdammt, das Glas! Die Schuhe! Das Kleid! Und warum zum Teufel lief dieser Mann so schnell?! Ihre freie Hand versuchte gleichzeitig den Bramble zu retten und einen Sturz zu verhindern. „Warte— ich meinte doch nur—“ Zu spät. Natürlich war es zu spät. Die Galerie verschwand über ihr, der Bass wurde lauter, die Menschen größer. Empathische Abrissbirne. Verfluchte empathische Abrissbirne! Sie hatte gesagt, sie wollte erst einmal an den Rand der Tanzfläche. Dann begriff sie, wohin er sie brachte. Die Bühne. Oh nein. Nein, nein, nein! Irgendwo in ihrem Gedächtnis existierte tatsächlich so ein Albtraum – plötzlich vor einer Menge stehen, alle Augen auf sich gerichtet, ohne zu wissen, was man tun sollte. Stechende Blicke, die wirklich verdammt weh taten! Damals hatte sie wenigstens aufwachen können. Jetzt spürte sie den Bühnenboden unter ihren Pumps, das Glas in ihrer Hand, die Scheinwerfer auf ihrer Haut. Alles war viel zu echt. Dann verstummte die Musik. Ausgerechnet die Stille war schlimmer als der Lärm. Hope fuhr zu Mammon herum. Was. Tust. Du?! „Mammon…“ Ihre Stimme war nicht mehr als ein Krächzen und mehr schaffte sie nicht. Denn er nahm das Mikrofon. Als er von einem „extremen Notfall“ sprach, auf sie zeigte und dem ganzen Club erzählte, dass sie nicht tanzen konnte, brach in Hope endgültig alles gleichzeitig los. Das Raunen der Menge traf sie beinahe körperlich. Ihr Herz schoss los; ihr Gesicht brannte, während es ihr eiskalt über den Rücken lief. Weg. Sie musste hier weg, sofort! Nur wohin zum Teufel?! Überall Augen, hinter ihr Licht. Neben ihr Mammon und unter ihren Füßen natürlich keine rettende Falltür. Das Raunen wurde dumpf, ein dünnes Pfeifen legte sich darüber, und plötzlich wurden die Ränder ihres Blickfelds dunkel. Der Boden schwankte. Oder war sie es? Oh Gott. Nicht ohnmächtig werden. Bitte nicht. Nicht hier. Nicht vor allen Leuten! Die Vorstellung, Mammon müsste sie vor dem ganzen Club vom Boden aufsammeln, war so entsetzlich, dass sie sich zu einem Atemzug zwang. Und noch einem. Der Bramble war längst kein Getränk mehr, sondern ein Schutzschild. Sie hätte gerade impulsiv jeden seiner Folterräume genommen. Er durfte sogar dabei zusehen! Alles war gerade besser als das hier. Dann begann er zu spielen, und Hope stand zunächst einfach nur da. Knallrot und steif wie ein Brett, ohne auch nur mit einem Muskel zu zucken, beinahe katatonisch. Verloren im Bühnenlicht, während Mammon sang und unter ihr wieder Bewegung in die Menge kam. Erst nach einigen Sekunden begriff sie es. Die Leute tanzten. Fast alle. Und sie machten dieselben Bewegungen. Nicht besonders elegant, teilweise chaotisch. Einer setzte zu spät ein, zwei Gäste stießen beinahe zusammen und machten trotzdem weiter. Noch immer raste ihr Herz und die Sekunden, nein, es waren Minuten, verstrichen. Das Lied ging verdammt lang, oder zog er es absichtlich in die Länge, bis sie einsetzen würde? In ihrer katatonischen Panik entstand langsam ein winziger Riss. Niemand schien darauf zu warten, dass sie versagte. Niemand verlangte eine komplizierte Choreografie. Dieses Lied war offenbar dafür gemacht, einfach mitzumachen und sich irgendwie zu bewegen. War es tatsächlich egal, dass sie es nicht konnte? Der Gedanke fühlte sich so ungewohnt an, dass Hope ihm kaum traute. Sie sah zu Mammon hinüber, und ihr Blick versprach ziemlich eindeutig, dass sie ihn für diese öffentliche Hinrichtung ihres letzten Restes Würde noch hassen durfte. Dann glitt ihr Blick wieder zu den Gästen und es dauerte weitere Minuten, in denen die Situation in ihr weiterwirken konnte. Ihr Fuß kannte den Rhythmus von oben und bewegte sich wieder, klein zunächst, als würde er testen, ob Hope ihn zurückpfiff, doch sie tat es nicht. Noch ein Schritt. Es war zu spät. Hope erstarrte, sah hastig hinunter – niemand schien es bemerkt zu haben. Also noch einmal. Diesmal bewusster und näher am Rhythmus. Für die Dunkelhaarige war dies ein riesiger Schritt im wahrsten Sinne des Wortes. Dann eine der einfachen Bewegungen der anderen. Ungelenk und zögerlich, danach sofort mit dem Bedürfnis, sie ungeschehen zu machen. Dann noch eine, verdammt vorsichtig. Aber sie tat es. Mammon hatte sie von ihrer Galerie heruntergezerrt und vor einem ganzen Nachtclub bloßgestellt – aber diesen Schritt hatte er nicht für sie gemacht. Den hatte sie gewählt. Als sie bei der nächsten Bewegung prompt wieder falsch lag und unten gleichzeitig irgendein Mann fast genauso unbeholfen seinen Nachbarn streifte, entkam ihr plötzlich ein kurzes Lachen. Echt und hell, was sie vollkommen überraschte. Dann sah sie zu Mammon, die Wangen glühend, die Augen voller Überforderung und mit einem Rest jenes eindeutigen Du bist unmöglich, das er sich redlich verdient hatte. Doch auch gleichzeitig irgendetwas an das sie sich festhalten wollte, wenn auch nur mit einem Blick. Denn geheuer war es ihr beileibe nicht. Aber da war nun noch etwas anderes. Ein winziger Teil von ihr wagte gerade Spaß zu haben… RE: the uninvited guest - Mammon - 03.09.2026 Hallo?! Hatte Hope etwa gerade nicht zugehört? Er hatte doch vor wenigen Augenblicken gesagt, dass man, wenn Lamia den Körper übernahm, anhand der Aura sehen konnte, dass diese nicht rein dämonisch war, sondern da noch etwas Anderes war. Aus diesem Grund sah Mammon Hope auch leicht genervt an. “Hast du mir gerade etwa nicht zugehört?” Meinte er schnippisch und entschied sich dafür, es nicht noch einmal zu wiederholen. Danach ging sein Blick weg von Hope und zu dem Pärchen, bei dem die Frau definitiv eine Vampirin war. Ja, das konnte Mammon anhand der Aura sehen, aber ein Gedankenleser war er dennoch nicht. So wusste der Teufelssohn weder, ob die Vampirin den Kerl nachher das Blut aussaugen würde und sogar töten würde, noch, ob der Typ überhaupt wusste, mit wem er da eng umschlungen tanzte. Ehrlich? Es war Mammon auch schlichtweg egal. Sollte sie diesen Kerl doch töten, aber dann doch bitte nicht dabei kleckern, denn das war wiederum ihm nicht egal. Als Hope mit Sprechen anfing, hatte sich sein Gesicht wieder zu ihr gewandt, aber Hope unterbrach einfach ihren Satz. Leicht hob sich die Augenbraue von Mammon. “Ja, was dann? Soll ich ihn warnen?” Fragte er belustigend und schmunzelte, ehe er sie mit einem teuflischen Grinsen ansah. “Wer bin ich denn? Die Wohlfahrt? Den barmherzigen Samariter?“ Ganz sicher nicht, was er noch mit einem arroganten Auflachen unterstrich und er seinen Kopf amüsiert schüttelte, ehe er noch einen Schluck trank. “Außer…” Mammon sah Hope nun wieder direkt an. “Außer… du bietest mir etwas lukratives an.” Tja, konnte sie ihm überhaupt irgendetwas bieten, was für ihn attraktiv war? Mammon bezweifelte dies. Und dann wurde es plötzlich interessant, denn Hope musterte ihn auf eine Weise, die ihm sehr wohl bekannt war. Natürlich gefiel es dem Teufelssohn! Jeder würde schließlich so angesehen werden wollen. Ein amüsiertes Grinsen folgte, als Hope erneut einen Satz anfing, diesen aber wieder unterbrach. “Natürlich nicht.” Meinte er wissend. Tja und wenn sie ihn schon so ansah und vielleicht sogar ein gewisses Kopfkino hatte, wieso ihr nicht auch gleich das mit den Sex-Orgien anbieten? Doch viel zu schnell verneinte sie es. “Du hast ja keine Ahnung, was du dadurch verpasst.” Dabei wurde sein Grinsen nicht nur eindeutig, sondern noch breiter. Wieso warum die meisten Menschen dahingehend so verklemmt? Sex konnte ja durchaus allein Spaß machen, aber es machte mit mehreren noch mehr Spaß. Zumindest war dies einst so gewesen, bevor das Ganze mit Fred war. Hach… diese guten alten Zeiten. Er sollte definitiv mit Fred darüber sprechen. Vielleicht fand sie daran ja gefallen und sie konnten zusammen mit mehreren Spaß haben. Doch zurück zu Hope, die in diesem Fummel wirklich heiß aussah. Vor Fred hätte er es sicher nicht ausgeschlossen mit Hope das Bett zu teilen um körperlich zu werden und er wusste somit auch, dass es hier sicher Männer gab, die es jetzt auch tun würden. Irritiert blickte Mammon sie an, als sie fragte, ob es wegen des Kleides war. “Natürlich!” kam es prompt. “Es zeigt weder zu viel noch zu wenig Haut. Genug für gewisse Fantasien.” Offenbarte Mammon Hope. “Deine Figur ist ebenso nicht zu verachten. Ich kenne einige Frauen, die sofort neidisch auf dich wären.” Warum sollte er ihr das auch nicht sagen? Das waren doch normale Dinge, über die sie da sprachen. Und dann folgte ein Schlag auf den Anderen. Kaum hatte die Andere ihm ehrlich gesagt, dass sie nicht tanzen konnte, handelte Mammon sofort. Er hatte ihr Handgelenk geschnappt und mit sich gezogen. Egal, was sie gerade alles sagte, Mammon ignorierte es konsequent, denn das, was er jetzt vorhatte, davon würde sie ihn sowieso nicht mehr abbringen lassen. Sie wollte am Rand der Tanzfläche? Nun die Bühne war doch am Rand der Tanzfläche. Somit hatte er doch irgendwo ihren Wunsch respektiert. Hope hatte ja die Bühne nicht ausgeschlossen und sowieso… er war in der Hölle aufgewachsen und hatte selbst auch gefoltert. Da war es doch nicht verwunderlich, dass er den Spaß am Foltern auch hier auf Erden praktizierte. Mal ehrlich, jemanden konnte man auf verschiedene Arten und Weisen foltern. Es war nicht immer nur die reine physische Folter. Oh nein, man sollte auch keineswegs die psyschiche Folter unterschätzen. Jemanden bloßstellen? War durchaus in der Welt der Hölle ein guter Tag. Tja und somit auch jetzt, denn Mammon verband nun zwei Dinge. Einmal diese kleine Folter an Hope und seine Leidenschaft zum Spielen und Singen. Hope hatte keine Chance und musste sich ihrem Schicksal ergeben. Die Gäste tanzten, bei weitem alle nicht perfekt, aber sie hatten Spaß und feierten ausgelassen. Mammon hatte im Übrigen auch seinen Spaß und deutete dann auch schon einen Mitarbeiter an, dass dieser dafür sorgen sollte, dass dieses Lied weiterspielte, obwohl Mammon gleich nicht mehr spielen würde und dann war da plötzlich dieser Blick von Hope. Pf… es war ihm herzlich egal, ob sie das als unmöglich abtat oder nicht. Er hatte sich jedenfalls seiner Begierde Spaß zu haben hingegeben und das würde sie auch noch machen. Schließlich sah er wieder zu seinem Angestellten und nickte diesem zu. Dieser schaffte es einen sehr guten Übergang hinzubekommen, sodass Mammon mit dem Klavierspielen und singen aufhörte, obwohl die Musik nun weiterlief. Was Mammon jetzt tat? Nun, fürs Erste stand er von Klavierhocker auf und grinste dann Hope breit an, ehe er zu ihr kam, erneut ihr Handgelenk schnappe, etwas Abstand zwischen ihnen brachte, um sie dann mit einem Ruck zu sich zu ziehen. Mit seiner freien Hand nahm er ihr einfach das Glas weg und trank es aus, ehe er es Richtung Bar schmiss. Entweder jemand fing das leere Glas auf oder… nein, es würde schon jemand auffangen. Ohne auch nur Hope irgendwie eine Pause zu gönnen, nahm er schließlich ihre eine Hand in seine und seine andere Hand platzierte er an ihrem Rücken. Egal, welche Bewegung er jetzt tun würde, Hope musste sich einfach mitbewegen. Erneut hielt der Teufelssohn sie dann nur an einer Hand fest, brachte wieder etwas Abstand zwischen ihnen, um sie abermals wieder zu sich zu ziehen. Diesmal jedoch so dicht zu ihr, dass er mit seinen Lippen Nahe ihres einen Ohres war. “Und? Wie fühlt sich Spaß haben an?” fragte er sie schließlich, während sie weitertanzten. RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 06.09.2026 Mammons genervter Blick tat ihr beinahe weh, so sehr traf er sie. Für einen Moment zog sich etwas in ihr zusammen, als hätte sie tatsächlich eine vollkommen überflüssige Frage gestellt. „Doch…“ brachte sie leise hervor. Natürlich hatte sie zugehört, sehr genau sogar! „Ich meinte nicht, ob man noch etwas Menschliches sieht.“ Sie suchte kurz nach den richtigen Worten und ließ den Blick dabei über den Boden irren, als könne sie dort eben jene finden. „Ich meinte… ob das dann wirklich noch ich bin. Ob ich noch irgendwie da bin, wenn sie die Kontrolle hat.“ Mehr fügte sie nicht hinzu. Mammon hatte deutlich genug gezeigt, dass er keine Lust auf weitere Erklärungen hatte, und Hope wollte das Gefühl, etwas Dummes gefragt zu haben, nicht noch größer machen. Als er sich wieder dem Paar zuwandte und aus ihrer Sorge beinahe beiläufig eine Verhandlung machte, sagte sie ebenfalls nichts mehr. Nach seinem „Außer… du bietest mir etwas Lukratives an“ schüttelte sie nur stumm den Kopf. Ihr Blick wanderte verunsichert von Mammon zu dem eng umschlungenen Paar und zurück. Das war sein Club, seine Welt, seine Regeln. Hope wusste viel zu wenig darüber, was eine Einmischung auslösen konnte. Und sie hatte draußen auf der Straße sowie zu Genüge gelernt, dass man sich in andere Angelegenheiten tunlichst nicht einmischte, wenn man Ärger vermeiden wollte. Dass Mammon ihr Mustern natürlich bemerkt hatte, war dagegen eine wesentlich unmittelbarere Katastrophe. Sein wissendes „Natürlich nicht“ machte jedes weitere Leugnen sinnlos, und Hope spürte, wie die Wärme wieder bis in ihre Ohren kroch. Sie wollte wirklich überhaupt keine Ahnung davon haben, was sie bei diesen Orgien angeblich verpasste! Wirklich nicht! Überhaupt gar keine. Hope versteckte den unteren Teil ihres Gesichts erneut halb hinter ihrem Bramble-Glas. Statt ihr Ruhe zu gönnen, erklärte Mammon auch noch, weshalb das Kleid funktionierte – und nahm ihr damit den sicheren Gedanken, an den sie sich geklammert hatte. Nicht nur der Stoff. Nicht nur Lamias Auswahl. Ihre Figur. Hopes Blick blieb beinahe wider Willen an ihrer eigenen Silhouette hängen. Diesmal war es nicht mehr der Stoff, den sie betrachtete. Mammon hatte ihre Figur gemeint – Taille, Hüften, Beine, all die Dinge, die für sie bislang vor allem Teile eines Körpers gewesen waren, den sie lieber unter weiteren Sachen verschwinden ließ. „Auf… mich?“ fragte sie leise, ehrlich ungläubig. Frauen sollten ausgerechnet auf sie neidisch sein? Absurd! Sie traute sich nicht so ganz sein Kompliment anzunehmen… wirklich viel zu absurd war es! Viel Gelegenheit, sich darüber zu wundern, blieb ihr nicht. Die letzten Minuten hatten sich noch immer wie eine besonders perfide Form psychischer Folter angefühlt, doch wenigstens war dieses entsetzliche Gefühl verschwunden, die gesamte Menge warte nur darauf, dass sie sich blamierte. Ihr Puls hatte sich etwas beruhigt, ihre Knie fühlten sich wieder zuverlässiger an – gerade genug, dass allein der Gedanke, noch immer auf dieser Bühne zu stehen, keinen neuen Fluchtreflex mehr durch sie jagte. Gerade begann sie also sich daran zu gewöhnen, da veränderte sich die Musik. Mammon spielte nicht mehr. Hope sah zum Klavier – und dann zu ihm. Er stand auf und… er grinste. Allein das genügte, um ihre eben erst zurückgewonnene Ruhe wieder ins Wanken zu bringen. Ihr eben noch mitwippender Fuß wurde still. Was jetzt?! Mammon kam direkt auf sie zu, und ihr Oberkörper wich bereits instinktiv ein Stück nach hinten, noch bevor er wieder ihr Handgelenk griff. Einen Augenblick später zog er sie mit einem Ruck zu sich. Nähe… Wärme… seine Kraft in der Bewegung. Ihr Rücken spannte sich, das Kinn wich ein wenig zurück – und gleichzeitig schickte ihr Körper wieder diese viel zu deutlichen Signale durch sie hindurch: Ihr Atem stockte für einen winzigen Moment, Wärme zog ihr über Hals und Gesicht. Dieses weiche, irritierende Ziehen tief in ihr. Nichts davon bekam einen Namen, es war einfach da, gleichzeitig mit dem reflexhaften Bedürfnis nach Abstand und der verwirrenden Tatsache, dass sich nicht alles daran unangenehm anfühlte. Doch dann nahm er ihr den Bramble weg – der einzige Gegenstand, an den sie sich gerade noch hatte klammer können! „Hey!“ Mammon trank einfach den Rest aus. Ihren Rest von ihrem Drink. Dem ersten Getränk an diesem Abend, das sie wirklich mochte! Und ehe sie einen zweiten Protest herausbrachte, flog das leere Glas Richtung Bar. Hope starrte hinterher. Hatte er gerade ernsthaft ihr Glas durch den Club geworfen? Offenbar schon. Die Perplexität stand ihr ins Gesicht geschrieben, als Mammon im nächsten Moment ihre Hand nahm und die andere an ihren Rücken legte. Hope wurde augenblicklich wieder steif. Tanzen…? Mit… ihm?! Das war etwas völlig anderes als allein auf der Bühne. Seine Führung gab die Richtung gnadenlos vor, während ihre Füße verzweifelt versuchten, hinterherzukommen. Zu schnell! Zu nah! Wo musste sie jetzt hin? Ihre Augen klebten am Boden und ihre zusammengezogene Stirn ließ nur erahnen, wie sehr sie sich gerade anstrengte. Sie setzte einen Schritt zu spät, korrigierte, kam ihm dabei leicht auf den Schuh und zuckte zusammen. „Entschuldigung!“ Natürlich. Selbstverständlich trat sie ihm innerhalb der ersten Sekunden auf den Fuß. Je mehr Hope versuchte, Mammons nächste Bewegung vorherzusehen, desto schlimmer wurde es. Ihr Kopf wollte planen, berechnen, kontrollieren – und ihre Füße kamen genau deshalb ständig einen halben Augenblick zu spät. Erst als sie keine andere Wahl mehr hatte, als sich an seiner Hand und dem Druck an ihrem Rücken zu orientieren, veränderte sich etwas. Sie wusste nicht, was als Nächstes kam. Sie folgte einfach. Und erschreckenderweise funktionierte es. Nicht gut, aber besser. Ihr Körper fand den Rhythmus leichter als ihr Kopf, nahm eine Bewegung auf, bevor Hope sie bewusst verstanden hatte, ließ Schultern und Hüfte folgen, ohne jedes Detail vorher abzufragen. Die völlige Starre war inzwischen aus ihrer Haltung gewichen, wirklich locker oder beweglich war sie deshalb noch lange nicht. Kontrolle abzugeben hätte sich furchtbar anfühlen müssen. Stattdessen waren da für ein paar Sekunden nur Musik, Bewegung und die überraschende Erfahrung, nicht sofort zu fallen, nur weil sie den nächsten Schritt nicht vorhersehen konnte. Dann ließ Mammon Abstand entstehen – nur um sie kurz darauf erneut zu sich zu ziehen. Diesmal so nah, dass Hope seinen Atem an ihrem Ohr spürte. Ihr Körper erinnerte sich augenblicklich an den Fahrstuhl, noch bevor ihr Kopf hinterherkam. Die Nähe... seine Stimme… und nun die Hand an ihrem Rücken. Ein Schauder zog ihr über die Haut, und doch war etwas anders. Hinter ihr war keine Wand. Kein Arm versperrte ihr den Weg, der freie Raum hinter ihr war beinahe ebenso deutlich spürbar wie Mammons Nähe vor ihr. Doch statt zu flüchten, blieb sie in seiner Bewegung, rot, ein wenig außer Atem und viel zu aufmerksam darauf, wie nah er war, als seine Frage direkt an ihrem Ohr ankam. Wie sich Spaß haben anfühlte? Nach allem, was er gerade mit ihr veranstaltet hatte? Hope sah ihn einen Moment völlig fassungslos an. „A-a-anstrengend“, brachte sie hervor. Ihr Blick glitt kurz zur Menge und wieder zu ihm. „Und… erschreckend.“ Auch das stimmte, doch sie tanzte noch immer. Sie hatte gelacht. Ihre Füße bewegten sich inzwischen tatsächlich, ohne dass jedes Mal Panik durch ihren Körper schoss, wenngleich sich ihr Blick immer noch zwischendurch nach unten verirrte. Sie schluckte. „Aber… auch gut.“ Die Worte machten sie fast sofort wieder verlegen, trotzdem wich sie nicht zurück. Mammon war noch immer viel zu nah, seine Hand noch immer an ihrem Rücken, und irgendwo zwischen Musik, Wärme und der Bewegung ließ Hope sich weiter von ihm führen. Nicht weil sie keine Wahl hatte, diesmal hatte sie eine. Sie nutzte sie nur nicht, um Abstand zu schaffen. Ihr Blick hob sich zu seinem Gesicht, unsicher, noch immer mit einem Rest jener Überforderung darin, die sie seit der Bühne nicht ganz abgeschüttelt hatte. „Woher…“ begann sie leise, brach ab und versuchte es noch einmal. „Woher… wusstest du, dass es… funktioniert?“ RE: the uninvited guest - Mammon - 09.09.2026 Was meinte sie denn dann? Genau mit solch einem Blick sah Mammon zu der Dunkelhaarigen. Schnell folgte auf seine nicht verbal gestellte Frage schließlich eine Antwort. Das war es, was sie wissen wollte? Mammons Augen wanderten nach oben und ein leichtes Kopfschütteln folgte. Nein, er verstand es einfach nicht. Das hörte man im Übrigen auch bei seinen nächsten Worten. “Warum ist das so wichtig? Anstatt dir darüber den Kopf zu zerbrechen, was vernünftig ist, wenn du die Kontrolle hast, solltest du dich lieber darauf konzentrieren, was du mit deiner Zeit dann anfangen willst. Willst du sie sinnlos damit vergeuden, jemanden hinterherzuräumen, der es dir doch nicht dankt oder fängst du einfach selbst an, daran zu denken, was dir Spaß machen würde oder gar nützlich sein könnte.” Damit war für ihn dann auch das Thema erledigt. Ja, er hatte ihre Frage damit zwar nicht beantwortet, aber wer war er denn hier? Die Wohlfahrt? Genauso sah es im Übrigen auch aus, was dieses Pärchen anging. Würde Hope Mammon ein gutes Angebot machen, dann würde sich darüber ja noch mal verhandeln lassen können, aber so? Nein, so würde er ganz sicher nicht diese Vampirin aufhalten, was immer sie auch mit diesem… Menschen da vorhatte. Als es dann um ihr Aussehen ging, kam es dem Teufelssohn fast so vor, als hätte das junge Ding keinerlei Ahnung davon, was sie da für einen Traumkörper hatte. Wie konnte man das nicht wissen? Wieder etwas, was er nicht verstand. Aber gut, dann war er mal so gnädig und erklärte das Ganze mal. Dabei ging er nicht nur auf ihre Kleidung ein, sondern auch auf ihren Körper. Natürlich gab es da genügend Frauen, die neidisch waren. “Schau doch mal zum Beispiel nach rechts. Siehst du an dem Tisch diese beiden reizenden Damen? Natürlich schauen sie mich an, aber anhand ihres Gesichtsausdrucks kann ich deutlich erkennen, dass sie auf dich neidisch sind, dass du hier neben mir stehst und nicht sie. Das lässt sie denken, dass ich dich ausgewählt habe, weil du attraktiver bist als sie.” Erklärte er und nippte nochmal an sein Glas. “Ehrlich, das ist das kleine Einspluseins.” Wie zumindest Mammon fand. Es war wahrlich nicht schwer, zumindest für ihn. Doch sich in andere hineinzuversetzen, nein, das war noch nie seine Stärke gewesen und mal ehrlich, das war in der Hölle auch nicht sonderlich erwünscht. Nicht umsonst hatte der Teufel so viel daran gesetzt, dass er Mammon dahingehend eine Gehirnwäsche gab, dass er über gewissen Gefühlen stand oder gar, dass Gefühle Schwäche bedeuteten. Doch dann war erst einmal Schluss mit dem Erklären und dem ganzen Smalltalk. Jetzt war Zeit für ein wenig Folter oder aus Mammons Sicht für eine gute Tat, nämlich jemanden bloßzustellen zumindest für eine kurze Zeit. Sie glaubte doch nicht wirklich, dass er es machte, um ihr zu helfen, oder? Oh nein, es hatte ihn sichtlich amüsiert, sie dort auf der Bühne zu sehen und wie sie am liebsten geflüchtet wäre. Ja, da kam doch ein kurzes Gefühl der Nostalgie und ein Gefühl von Heimat in ihm hoch. Obendrein war Mammon auch einfach seiner Gier nach Spaß nachgegangen und er hatte immer Spaß daran zu singen, zu spielen oder gar zu tanzen und ja, er hatte durchaus damit gerechnet, dass Hope anfangs wie ein Trampel war. Es kam ja dann auch so und ja, kurz verzog er leicht das Gesicht nach dem Motto, wie man so tollpatschig sein kann, aber nach einer gewissen Zeit machte die Dunkelhaarige etwas das, was ihr Körper wollte. Mammon war niemand, der so sonderlich weit vorausplante oder einen Plan B im Kopf hatte, wenn Plan A nicht aufging. Das war eher Lilith Ding gewesen, nicht seines. Aber hey, im Endeffekt ging sein Plan doch auf und Hope fing an, Spaß zu haben. Ok, es dauerte einen Moment, ehe Hope von Anstrengend, erschreckend zu gut kam. Woher Mammon wusste, dass es funktionieren würde? Mammon bewegte seinen Kopf wieder etwas von ihr weg, sodass sie sein ganzes Gesicht und somit sein Grinsen sehen konnte. “Gar nicht. Hauptsache es hat geklappt und ich hatte und hab meinen Spaß dabei.” Gab er ehrlich zu und tanzte weiter zumindest so lange, bis schließlich das Lied endete und es dann nahtlos an der Musik davor wieder anknüpfte. “Und? Willst du noch weiter das Tanzbein schwingen oder soll die persönliche Führung weitergehen?” Schließlich hatte sie ja den Club sehen wollen und noch hatte Hope nicht alles gesehen. RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 14.09.2026 Mammons Frage traf Hope unangenehm, gerade weil sie so beiläufig klang. Als wäre das, worüber sie sich seit so langer Zeit den Kopf zerbrach, etwas, das man einfach beiseiteschieben konnte. „Weil es für mich einen Unterschied macht“, sagte sie leise. Mehr erklärte sie nicht, denn er hatte ihre Frage ohnehin nicht beantwortet. Seine nächsten Worte trafen dafür einen ganz anderen Punkt. Hinter Lamia herräumen, Schäden verhindern, Folgen abschätzen. Hope senkte kurz den Blick. Verdammt, wenn sie ehrlich war, bestand ein erschreckend großer Teil ihres Lebens genau daraus. Wann hatte sie eigentlich zuletzt darüber nachgedacht, was sie mit ihrer Zeit anfangen wollte, wenn sie einmal nicht damit beschäftigt war, irgendeine Katastrophe zu verhindern? Gab es diesen Zeitpunkt überhaupt? Als Mammon sie auf die beiden Frauen aufmerksam machte, sah Hope sofort nach rechts – viel zu direkt! Kaum fiel ihr ein, dass die beiden womöglich zurücksehen könnten, riss sie den Blick wieder fort. Erst danach riskierte sie einen erneuten, jedoch deutlich vorsichtigeren Seitenblick. Die Frauen wirkten attraktiv, selbstsicher, vollkommen zuhause in dieser Umgebung. Und sie sollten ausgerechnet auf Hope neidisch sein?! Auf sein „Das ist das kleine Einspluseins“ kam deshalb von ihr nur ein leises: „Für dich vielleicht.“ Nach kurzem Zögern spähte sie noch einmal zu den beiden Frauen hinüber. „Woran… merkt man sowas… überhaupt?“ Sie zögerte merklich. „Ich… ich hätte nie gedacht, dass jemand mich ansieht und dabei… sowas denkt.“ Allein die Vorstellung fühlte sich seltsam an, beinahe traurig fremd, als hätte es diese Möglichkeit die ganze Zeit gegeben und Hope nie gelernt, sie überhaupt zu erkennen. Während Mammon sprach, fiel Hopes Blick nur noch gelegentlich zu ihren Füßen. Dass sie das überhaupt bemerkte, überraschte sie beinahe – doch ehe sie länger darüber nachdenken konnte, zog er sein Gesicht etwas zurück und beantwortete endlich ihre Frage. „Gar nicht.“ Hope starrte ihn an. Ihr nächster Schritt geriet prompt aus dem Takt. „Was?!“ Sein Grinsen machte es nicht besser, im Gegenteil. „Du… du wusstest es gar nicht?!“ Für einen Moment war da nur blanke Fassungslosigkeit – und dann beinahe ein Lachen. Er hatte überhaupt keinen Plan gehabt. Keine geheime Erkenntnis, keine ausgeklügelte Methode, keine Gewissheit. Mammon hatte sie einfach auf diese Bühne gezerrt und geschaut, was passierte. Das nahm ihm für einen Augenblick etwas von dieser unheimlichen Wirkung, als würde er immer alles wissen. Offenbar tat er manchmal einfach irgendeinen Wahnsinn und sah nach, was daraus wurde. Natürlich nicht auf seine eigenen Kosten. Dass er anschließend auch noch erklärte, dass ihm am wichtigsten gewesen sei, dass er dabei seinen Spaß gehabt habe, entlockte Hope tatsächlich ein leichtes, aber unterschwellig amüsiertes Augenrollen. Natürlich. Hauptsache Mammon hatte Spaß. Das Schlimmste war nur, dass er damit auch noch durchgekommen war. Es hatte funktioniert. Leider. Ihr Mundwinkel zuckte, ehe echte Neugier die Empörung überlagerte. „Gab es mal etwas, das überhaupt nicht so gelaufen ist, wie du wolltest?“ fragte sie vorsichtig und wenn man genau hinhörte, war dabei sogar ein leicht spöttischer Unterton zu vernehmen, nicht ohne, dass sie ihre Lippen aufeinanderpresste um nicht erneut fassungslos aufzulachen. Sie wollte es wirklich wissen. Was passierte mit jemandem wie Mammon, wenn die Welt einmal nicht nach seiner Nase tanzte? Dann endete das Lied. Der Rhythmus, auf den sie sich eben erst eingestellt hatte, verschwand so plötzlich, dass Hope für einen Moment aus der Bewegung geriet. Ihr Körper wollte beinahe noch im alten Takt weiter, ehe die neue Musik ihn erreichte. Merkwürdigerweise brachte selbst dieser Wechsel sie nicht mehr völlig aus dem Konzept. Mammons nächste Frage überraschte sie deshalb fast noch mehr. Er ließ sie wählen, so, wie an der Bar. Die Dunkelhaarige sah kurz zur Tanzfläche, und ihre Füße schienen den neuen Takt noch immer nicht ganz loslassen zu wollen. „Die Führung“, sagte sie schließlich. Dann blieb ihr Blick einen Moment länger bei den Tanzenden hängen. „Aber… vielleicht später nochmal.“ Kaum waren die Worte draußen, wurde sie wieder ein wenig rot. Hatte sie das gerade wirklich freiwillig gesagt?! Oh ja und ein Teil in ihr konnte dazu nur bekräftigend nicken. Und diesmal konnte sie nicht einmal Lamia dafür verantwortlich machen. Ihr Blick kehrte zu Mammon zurück, nun mit deutlich vorsichtigerem Misstrauen. Nach seiner letzten Interpretation einer harmlosen Bitte um die Tanzfläche hatte sie gelernt. „Wo bringst du mich jetzt hin?“ RE: the uninvited guest - Mammon - 18.09.2026 Tse… weil es für sie einen Unterschied machte. Mammon erwiderte nicht darauf, sondern schüttelte einfach nur den Kopf und rollte einmal mit den Augen. Echt… wieso war ihr das so wichtig? Sollte sie sich doch darüber freuen, dass wenigstens einer von ihnen beiden in ihrem Körper Spaß hatte. Hope schien ja nicht gerade der Part zu sein, der wusste, was Spaß bedeutete. Ob sie es wenigstens schreiben konnte? Oh, was sah er da? Hatte er mit seinen Worten doch ins Schwarze getroffen? Schließlich hatte Hope ihren Kopf gesenkt. Uh, fing sie endlich mal an, darüber nachzudenken, selbst mal an sich zu denken und Spaß zu haben? Das war vielleicht einfacher, als ihr das Einspluseins nahezubringen, was das anging, was er ihr gerade offenbart hatte. Ja, diese wirklich attraktiven Frauen waren neidisch auf Hope. Das sah doch wohl ein Blinder, der eben nicht sehen konnte. “Und deine bessere Hälfte.” Fügte er frech hinzu. So, wie er Lamia kennengelernt hatte, hatte sie durchaus ebenso ein Auge dafür. Diese hätte es sicher nicht nur erkannt, sondern bestimmt auch dafür gesorgt, dass diese Damen noch neidischer werden würden. Aber Hope? Hope war dahingehend vielleicht ein hoffnungsloser Fall! “Sie dir doch einmal ihre ganze Körperhaltung an. Steif, immer wieder zu uns hin sehend und dieser gewisse Gesichtsausdruck. Das verrät doch schon alles.” Mammon hob eine Augenbraue, als sie ihm offenbarte, dass sie niemals daran gedacht hätte, dass jemand so etwas denken könnte. “Tja, allein natürlich nicht, aber du stehst hier an meiner Seite und ich schenke dir gerade meine volle Aufmerksamkeit. Da werden andere schnell neidisch.” Tse… als ob es nur an ihr allein lag! So hübsch war sie dann ja auch wieder nicht, auch wenn Mammon zugab, dass er sie nicht von der Bettkante geschubst hätte, wäre er nicht gerade in diesem ganzen Beziehungskram. Natürlich hatte Mammon keine Ahnung gehabt, ob es funktionieren würde. Wieso sollte er auch? Das war ja nie sein primäres Ziel gewesen! Er wollte einfach nur Spaß haben und nicht nur mit der Musik, sondern auch damit jemanden eben ein wenig zu foltern. Da war es ihm doch vollkommen egal, ob sein kleiner Spaß dazu führte, dass sie Gefallen am Tanzen fand. “Ich hatte keinen blassen Schimmer und wie gesagt, es war auch nicht mein Ziel. Ich wollte einfach nur Spaß daran haben dich ein wenig zu foltern und mich der Musik hinzugeben.” Meinte er ehrlich, was auch nicht verwunderlich war, schließlich war Mammon stets ehrlich. Moment… glaubte sie wirklich, dass der Teufelssohn dazu etwas sagen würde? Tse! Wer war er denn? Eine Augenbraue hob sich nun etwas. “Glaubst du wirklich, dass ich dir das sagen würde?” Sie war ein Niemand, kein hochrangiger Dämon oder gar ein gefallener Engel. Er musste ihr so etwas gar nicht sagen und Mammon würde das auch nicht tun. Oh nein… fast hätte Hope ihn vielleicht geknackt, aber er hatte es noch rechtzeitig mitbekommen. “Vergiss nie, dass ich der Teufelssohn bin.” Das musste dahingehend als Aussage reichen. Schließlich änderte sich die Musik und Mammon fragte Hope schließlich, ob sie noch weitertanzen wollte oder sich noch ihrem Spaß hingeben wollte. Doch Hope entschied sich, wieder in ihre Normalität überzugehen. Nichts mit tanzendem Spaß. Aber gut, sollte Mammon Recht sein. Wo er sie nun hinführen würde? Ein schiefes Grinsen machte sie auf seinen Lippen breit. “Du hast die Wahl zwischen den privaten Räumen und dem Keller. Sie wollte alles sehen? Dann bekam sie es auch, ja, selbst die privaten Räume, wo es alles gab, was das Herz begehrte, um intim werden zu können. Ob Hope da wirklich hin wollte? Ansonsten eben der Keller mit seinen Folterräumen. “Wie lautet deine Entscheidung?” Wollte er dann schließlich von ihr wissen. RE: the uninvited guest - Hope Marshall - 18.09.2026 Mammons Augenrollen genügte, um Hope die Lippen fester aufeinanderpressen zu lassen. Gut. Er verstand es nicht – und offenbar wollte er es auch gar nicht verstehen. Also würde sie ihm nicht noch einmal erklären, weshalb es für sie wichtig war. Als er Lamia dann wieder ihre „bessere Hälfte“ nannte, störte Hope diesmal weniger die Bezeichnung selbst als das, was er danach sagte. Natürlich konnte Lamia solche Blicke lesen. Sie wusste, wie man Aufmerksamkeit erzeugte, sie festhielt und ausnutzte. Hope musste sich dagegen gerade erklären lassen, woran Neid überhaupt zu erkennen war. Sie sah erneut zu den beiden Frauen hinüber und musterte ihre Haltung nun fast konzentriert. Steif, ja, vielleicht. Immer wieder zu ihnen herübersehend, auch das stimmte. Aber dieser Gesichtsausdruck? Ihre Stirn zog sich leicht zusammen. „Welcher Gesichtsausdruck?“ fragte sie schließlich. „Ich hätte wahrscheinlich gedacht, dass sie einfach nur dich ansehen.“ Als Mammon erklärte, dass seine Aufmerksamkeit einen großen Teil des Neids ausmachte, glitt ihr Blick wieder zu ihm. „Also… eigentlich wegen dir.“ Das war wenigstens verständlicher und irgendwie auch beruhigender. Offenbar ging es nicht ausschließlich um sie, sondern ebenso darum, wessen Aufmerksamkeit sie gerade bekam. Sie stand dabei nicht im Fokus, sondern der Sohn des Teufels. Doch nun wollte sie es genauer wissen. „Warum reagieren Menschen eigentlich so stark auf dich? Ich meine… stärker als auf andere Männer.“ Sie zögerte. „War das schon immer so? Auch… in der Hölle?“ Ihre Frage klang vielleicht ungelenk und furchtbar dumm, aber die Neugier bahnte sich zusehends ihren Weg. Die eben noch vorhandene Leichtigkeit verschwand augenblicklich aus ihrem Gesicht. Er hatte sie tatsächlich bloßstellen wollen. Nicht um ihr zu helfen, sondern schlicht, weil ihm ihre Überforderung Spaß gemacht hatte. Es klang beinahe sadistisch. Ihre Haltung wurde unwillkürlich wieder vorsichtiger. „Du wolltest also wirklich nur, dass ich mich unwohl fühle“, sagte sie leise. Ernüchternd – und trotzdem nicht die ganze Wahrheit dessen, was auf dieser Bühne passiert war. Mammon hatte entschieden, weshalb er sie hinaufgebracht hatte. Aber nicht, was Hope für sich selbst daraus gemacht hatte. Einen Moment sah sie ihn nur an, dann schlich sich trotz allem ein kleines, ungläubiges Lächeln auf ihre Lippen. „Dann… dann hat mir ein Teil deiner Folter gefallen.“ Himmel, das klang völlig absurd! Und doch stimmte es, ein bisschen zumindest. Fast noch interessanter war, wie abrupt Mammon ihrer nächsten Frage einen Riegel vorschob. Eben hatte er offen erzählt, dass er keinen Plan gehabt und einfach seinen Spaß gesucht hatte; jetzt genügte eine Frage danach, ob einmal etwas gegen seinen Willen gelaufen war, und plötzlich lag sein Fokus wieder auf seiner Rolle als Teufelssohn, seinem Rang und damit auch eine Distanz zwischen ihnen. „Das vergesse ich nicht“, murmelte sie und blinzelte nervös dabei. „Ich… ich dachte nur, dass jemand wie der Teufelssohn kein Problem damit hätte, so etwas zuzugeben.“ Das war keinesfalls spitzzüngig von ihr gemeint gewesen. Für Hope war Mammon stark genug, um sich von einer Niederlage nicht kleiner machen lassen zu müssen. Umso auffälliger war, dass gerade dieses Thema offenbar eine Tür war, die er tunlichst geschlossen halten wollte. Ihre Neugier verschwand deshalb nicht, sie wurde nur bedachtsamer. Dann bot er ihr ausgerechnet zwei Möglichkeiten an, von denen keine wirklich beruhigend klang. Private Räume oder Keller. Beim Keller wusste Hope immerhin, was sie erwartete – und genau das war das Problem. Dort unten warteten Dinge, von denen sie bereits wusste, dass sie unangenehm werden würden. Die privaten Räume dagegen waren ein schwarzes Loch voller Möglichkeiten, und nach allem, was Mammon über Sex und Orgien erzählt hatte, war „privat“ ganz sicher kein automatisch harmloses Wort für die Dunkelhaarige. Immerhin würde sie dort nicht wieder auf irgendeiner Bühne stehen. „Was genau meinst du mit… privaten Räumen? Was geschieht dort?“ fragte sie vorsichtig. „Den Keller kenne ich zumindest schon aus deiner Beschreibung.“ Das Bekannte war gefährlich. Das Unbekannte vielleicht weniger – oder nur anders. Eigentlich hätte allein dieses Nichtwissen sie zuverlässig zum Keller treiben müssen. Seltsamerweise tat es das nicht. Einige Sekunden brauchte sie trotzdem, ehe sie leise einatmete. „Die privaten Räume.“ Ihr Blick blieb bei Mammon, vorsichtig genug, um deutlich zu machen, dass diese Entscheidung kein Freifahrtschein war. „Aber… du sagst mir vorher, was du vorhast.“ Noch eine kleine Pause. „Und falls ich es mir anders überlege… dann möchte ich wieder gehen.“ RE: the uninvited guest - Mammon - 28.09.2026 Musste Mammon ihr das wirklich erklären? “Das sieht man doch!” Meinte er leicht genervt und man hörte ein leises Stöhnen. “Siehst du das nicht? Ihre Augen sind verengt, sie mustern dich von unten bis oben und ihre Gesichter sehen extrem angespannt aus.” Er musste dabei die beiden Damen noch nicht einmal genau ansehen. Er hatte diesen Blick einfach schon zu oft gesehen und erkannte diese neidischen Blicke sehr schnell. “Natürlich sehen sie mich an, aber auch, wer neben mir steht, mit wem ich spreche und wie meine Körpersprache dabei ist.” Oh Gott, dass er soetwas einem Erdlinge wirklich erklären musste. “Das ist Grundwissen. Tse…” Konnte er sich dann aber nicht verkneifen, ehe er noch einen Schluck von einem Getränk nahm. “Natürlich wegen mir!” Warum denn sonst? Ja, Hope war attraktiv, aber mal ehrlich… er war noch attraktiver. Woher das kam und seit wann? “Ich bin die Verkörperung des Verbotenen und der Gefahr. Die Menschen spüren es, sie wissen unbewusst, dass ich mächtig bin. Dazu noch mein wirklich attraktives Aussehen, Sexappeal und mein selbstbewusstes Auftreten, gepaart mit meiner Ausstrahlung, was Lust und Begierden angeht. Das alles ist sehr anziehend, besonders auf Menschen, egal welchen Geschlechts oder welcher sexuellen Ausrichtung.” Erneut eine Erklärung, aber diese gab er diesmal sehr gern, denn dabei konnte Mammon ja sich selbst darstellen. “In der Hölle gibt es keinen Neid oder sonst irgendso einen Irrsinn. Wer Lust auf Sex hat, der hatte einfach Sex, egal ob mit nur einer Person oder mehreren.” Oh, da musste er sofort an all diese Orgien zurückdenken. Ja, die hatten definitiv etwas. “Wenn du willst, kann ich dir irgendeinen attraktiven Mann zur Verfügung stellen, falls die Lust doch noch in dir aufsteigt oder stehst du eher auf Frauen?” Fragte er schließlich. Hatten sie das irgendwann einmal erwähnt gehabt? Mammon konnte sich jedenfalls nicht daran erinnern. Und dann ging sowieso alles schnell vonstatten. Mammon nahm nun gar keine Rücksicht mehr auf Hope, sondern schliff sie auf die Bühne, sang und tanzte dann schließlich mit ihr. “In erster Linie wollte ich meinen Spaß haben und das hat es am meisten, wo du hier standest und am liebsten im Erdboden versunken wärst.” Gab er offen und ehrlich zu. Warum auch Lügen? Er log schließlich nicht und damit würde er auch nicht jetzt anfangen. Moment… was? Leicht überrascht hoben sich kurz seine Augenbrauen. Ihr hatte dieser Teil der Folter gefallen? “Sieh einer an. Du hast ja doch noch Überraschungen auf Lager.” Ja, damit hatte er definitiv nicht gerechnet gehabt. Genauso wenig, wie sie sich erdreistete zu fragen, ob etwas schon einmal schief gelaufen wäre. Tse… als ob er jemals so etwas zugeben würde und dann auch noch vor ihr. Nein, das würde er nun nicht beantworten und so erinnerte der Teufelssohn Hope lieber noch einmal daran, mit wem sie es hier zutun hatte. “Natürlich habe ich keine Probleme damit soetwas zuzugeben, wenn es überhaupt soetwas gegeben hätte.” Tse… bei ihm und was schiefgelaufen! Dabei gab es durchaus solche Momente. Diese drehte er dann eben jedoch so, dass es nicht mehr danach klang, als wäre etwas schief gelaufen. Schließlich kam der Musikwechsel, was Mammon ganz recht war. Hope wollte doch seinen Nachtclub kennenlernen und da gab es noch zwei Bereiche, die sie nicht gesehen hatte. Einmal die privaten Räume und zum anderen den Keller. Für was sie sich wohl entscheiden würde? Doch bevor er darauf eine Antwort bekam, wollte sie natürlich wissen, was er genau damit meinte. “Ist das nicht offensichtlich?” Mal ehrlich… wie hatten die Menschen es nur geschafft, so erfolgreich die Welt zu beherrschen, wenn es solche Exemplare, wie Hope gab? Nur wenige Sekunden nach seiner Gegenfrage, meinte sie dann aber auch schon, dass sie die privaten Räume erst einmal sehen wollte, aber unter Bedingungen. Mammons eine Augenbraue ging kurz in die Höhe. “Wie kommst du eigentlich darauf mir Bedingungen zu stellen?” Es war sein Club, somit herrschten hier seine Regeln und er saß am längeren Hebel. Was hatte sie zu bieten? “Sag mir… was siegt bei dir? Deine Neugierde, was sich in einem der privaten Räume befindet oder die Angst, dass ich dort mit dir Dinge anstellen könnte, die dir vielleicht sogar gefallen würden?” Natürlich waren diese Worte mit einem teuflischen Grinsen gepaart. “Und? Willst du noch immer die privaten Räume sehen, doch zuerst den Keller oder hast du genug von all dem und willst dich wieder in dein Schneckenhaus verkriechen?” |