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No Secrets Between Us - Druckversion +- Slayertime (https://slayertime.de) +-- Forum: Los Angeles (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=103) +--- Forum: Los Angeles (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=104) +---- Forum: Bars, Clubs & Restaurants (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=105) +----- Forum: Valen & Vice (https://slayertime.de/forumdisplay.php?fid=202) +----- Thema: No Secrets Between Us (/showthread.php?tid=2194) Seiten:
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RE: No Secrets Between Us - Mammon - 30.01.2026 Katastrophales Farbverständnis? Hallo?! Er hatte einen ausgezeichneten Geschmack, sowohl was die Kleiderwahl anbelangte als auch in der Farbauswahl. Es passte alles zusammen und das von den Schuhen bis hin zu seiner Frisur. Alles war miteinander abgestimmt. Mammon lag viel an seinem Aussehen und das, was sie da gerade gesagt hatte, hatte ihn irgendwie verletzt. Bevor es zu einer wirklich hitzigen Diskussion kam, wo Lilith sich vielleicht so aufregte, dass sie noch mehr Schmerzen hatte, hatte sich Mammon dafür entschieden aufzustehen und zur Glasfront zu gehen. Seine Tänzer*innen dort unten zu sehen, lenkte ihn ab, sodass er für einen Moment einfach nur durchatmen konnte. So verflog auch ein wenig seine Wut. Wieder entspannter, ging der Teufelssohn zurück zu seiner Schwester und zeigte ihr so etwas, wie… Verständnis? Es fühlte sich ungewöhnlich an und so… neu. „Was hast du getan?“ Was Mammon getan hatte? Leicht runzelte der Teufelssohn die Stirn. Was hatte er gerade getan? Fragte er sich nun selbst und blickte dann zur Glasfront, wo er gerade eben noch stand. Kurz schaute er zu der Stelle, ehe er sich nun zu seiner Schwester drehte. “Ich bin zur Glasfront gegangen und hab meine wirklich attraktiven Tänzerinnen und Tänzer beim Aufwärmen beobachtet.” Meinte er und nickte zu seinem vorherigen Standort. “Tja und dann bin ich wieder hierher gekommen." Das war es und das war doch auch das, was sie gemeint hatte, oder? “Oder was meinst du mit was ich getan habe?” Hatte Lilith vielleicht etwas Anderes gemeint? Nun, wenn dem so war, dann würde er es sicher gleich erfahren. Aber erst einmal ging es wieder um sein Stecktuch. WENN er schon so großzügig war und gerade so viel Verständnis zeigte, dann konnte sie ja wenigstens die Rechnung für die Reinigung bezahlen. Innerlich hatte Mammon ja eigentlich schon mit Gegenwehr gerechnet. “Ich finde, dass ist das gerin…” Hatte er schon mit seinem Satz angefangen, als ihm klar wurde, WAS Lilith da gerade gesagt hatte. "Moment…" Hatte er das gerade richtig verstanden? “Du bietest mir wirklich an, dass deine Schneiderin mir 10 Stecktücher für jedes meiner Outfits schneidert?” Damit hatte Mammon definitiv nicht gerechnet und das sah man ihm deutlich an. “Ich hatte zwar mit Widerstand gerechnet… aber umso besser.” Sprach er dann weiter und grinste dann zufrieden. “Natürlich nehme ich das Angebot an!” Also wirklich, wer würde so etwas ablehnen? Derjenige wäre ja wirklich schön blöd. “Dir ist aber schon klar, dass ich eine Menge Anzüge habe, oder?” Damit rechnete sie, oder? RE: No Secrets Between Us - Lilith - 01.02.2026 Natürlich war Mammons Antwort auf die Frage, was er getan hatte, eine wörtliche. Er umschrieb genau, was er getan hatte – physisch getan. Aber wenn das eines bewirkte, dann dass Lilith sich nur bestätigt sah in ihrem ersten Gedanken, dass er es nicht gewesen war, der ihre Gefühle manipuliert und ihre Wut aufgelöst hatte. Zumindest nicht bewusst. Konnte es sein, dass er im letzten Jahr, als sie ihn nicht gesehen hatte, plötzlich erwachsen geworden war, gelernt hatte, die übernatürliche Seite seines Wesens zu erkunden und zu kontrollieren und seine Kräfte feiner zu schulen und einzusetzen für mehr als nur Schmerz, Folter und sein persönliches Vergnügen? Sie behielt diesen Gedanken ein paar Sekunden im Kopf und wog ihn ab. Dann verwarf sie ihn allerdings mit recht deutlicher Überzeugung. Es war immer noch Mammon. Wirklich erwachsen werden würde er nie, nicht zu diesem Grad. Wenn Luzifers Verbannung aus der Hölle ihn nicht dazu gebracht hatte, über sich selbst zu reflektieren und sein Potenzial auszuschöpfen, dann würde es gar nichts tun. Das brachte sie aber noch kein Stück weiter. Es war immer noch gleichermaßen gruselig, wie schnell ihre Wut auf ihn verflogen war und wie versöhnlich sie plötzlich gestimmt war, einfach so. Lilith hatte keine genügsame, friedvolle und versöhnliche Persönlichkeit, noch nie gehabt. Sie war bereit, einen Kampf bis zum bitteren Ende auszufechten und wenn sie eines hatte, dann war es Durchhaltevermögen. „Vor ein paar Minuten war ich wütend genug, um Einrichtungsgegenstände durch die Gegend zu werfen. Manche davon an deinen Kopf“, erläuterte sie auf seine Rückfrage hin, völlig neutral, so als beschrieb sie einen Fakt wie das Wetter draußen vor der Tür. „Und jetzt ist es weg. Einfach so. In so kurzer Zeit und ohne äußeres Zutun?“ Sie manipulierte die Gefühle von allen möglichen Lebewesen seit Jahrhunderten. Natürlich hatte sie schon gesehen und erlebt, wie Emotionen hoch- und wieder herunterkochten. Aber in all diesen Fällen war die Schnelligkeit der Eskalation zu Großteilen ihrem Einfluss zu verdanken gewesen. Ob Mammon für all das der richtige Ansprechpartner war… das blieb mal dahingestellt. Aber anders als sie hatte er immerhin Gefühle, seit Geburt an, auch wenn er wohl eher geübt darin war, sie zu unterdrücken als zu deuten. Aber aktuell zumindest war er der einzige Ansprechpartner, den sie hierfür hatte, und sie würde wohl mit ihm Vorlieb nehmen müssen. Besser als all das allein zu sortieren war es allemal. Die Diskussion über seine Stecktücher ging währenddessen in eine ganz andere Richtung, als Lilith das beabsichtigt hatte. „Nein, ich meinte eigentlich–“, setzte sie schon zu einer Antwort an, ehe ihr bewusst wurde, dass sie sich die Nummer selbst zuzuschreiben hatte. Natürlich interpretierte ihr Bruder ihr eigentlich so schon großzügiges Angebot, dass sie ihre persönlichen Ressourcen, ihr über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in dieser Stadt an sorgfältig ausgewählten und erprobten Dienstleistern mit ihm teilte, vielmehr als Chance, all seine dekorativen Accessoires auf ihre Kosten anfertigen zu lassen. In der gleichen Sekunde wurde ihr aber auch klar, dass sie keine Lust hatte, darüber jetzt einen Streit anzufangen. Sie lehnte sich zurück in die Couch und winkte mit einer ausladenden Handbewegung ab. „Weißt du was? In Ordnung. Mach einfach.“ Und wenn es ihn glücklich machte... Und bei diesem Gedanken hinterfragte Lilith direkt wieder, ob es nicht doch Mammon war, der irgendeine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Stimmung zu beeinflussen. Sie war nie jemand gewesen, der vor einer Diskussion zurückschreckte. Wieso war sie jetzt so milde gestimmt? Und seit wann war es verdammt nochmal überhaupt ein Gedanke in ihrem Kosmos, dass er mit etwas zufrieden oder sogar glücklich war? Leicht frustriert – oder erschöpft, ganz sicher war sie sich nicht – legte Lilith nun auch ihren Kopf auf der Rückenlehne ab. Dieses ganze Gefühlsding widerte sie an. Sie verstand einfach nicht, wie ihr Körper funktionierte und hatte das Gefühl, dass ihr nicht mehr die komplette Kontrolle darüber oblag. Das war… beunruhigend, um es milde auszudrücken. „Ich brauche definitiv noch einen Drink.“ Das, was Mammon beschrieben hatte – dass Alkohol auf ihn wirkte, aber lange nicht so schnell und intensiv wie auf die Menschen – schien wohl auch auf sie zuzutreffen. Noch stellte sich zumindest keine der erhofften Wirkungen ein. „Oder was hast du sonst noch so hier?“ Wahrscheinlich würde sie alles nehmen, und wenn es nur eine simple Zigarette war. Aber Mammon war Clubbesitzer, und er war sicherlich gut vernetzt. Bestimmt hatte er auch noch andere… Betäubungsmittel, die ihre Situation erstmal entschärfen konnten. RE: No Secrets Between Us - Mammon - 04.02.2026 Wenn er wirklich dafür verantwortlich war, dass ihre Wut so schnell herunter gekocht war, dann hatte Mammon es unbewusst getan. Er war nicht dafür bekannt bei Anderen die Gefühle zu manipulieren, zumindest nicht in dem Maßen, dass sich Gefühle, wie Wut wieder abflachten. Tja und erst Recht würde es ihm nicht einfallen Lilith Gefühle zu manipulieren. Zuvor hatte es auch gar kein Sinn gemacht, weil sie keine Gefühle besaß durch ihre Gnade und jetzt? Jetzt hatte er ja eher selbst mit seinen Gefühlen zu tun. Sich um jemanden Sorgen machen? Nein, auch das gehörte nicht zu den Dingen, die man mit Mammon in Verbindung bringen würde. Sich selbst reflektieren? Auch keine Stärke von ihm. Wenn es um seine eigenen Gefühle ging, dann war der Teufelssohn der Meisterin darin, diese zu leugnen und zu ignorieren. Aber zurück zu Lilith, die auf seine Rückfrage nun antwortete. Ihre Erklärung war sachlich und Mammon fasste es auch genauso auf. Sie erklärte ihm, dass sie bis gerade eben noch zu gern Einrichtungsgegenstände durch die Gegend geworfen hätte und manche sogar an seinem Kopf. Doch dieses Gefühl der Wut war jetzt einfach weg. Mammon runzelte etwas die Stirn und legte sogar seine Hand an sein Kinn und tippte mit seinem Zeigefinger gegen seine Lippen. Ok, das war wirklich merkwürdig, oder… “Vielleicht fandest du einfach meinen Gang zurück zu dir so beruhigend und bemerkenswert.” Absoluter Irrsinn, aber es handelte sich bei diesen Worten um Mammon und es musste ja an ihm liegen. Da er selbst wusste, dass er nicht die Fähigkeiten dazu besaß, jemanden wie Lilith zu manipulieren, musste es an etwas Anderes liegen und das war das Naheliegendste. Zumindest aus der Sicht des Dunkelhaarigen. “Oder lag es an meinen Worten?” Grübelte er weiter. Er selbst war zuvor ja auch aufbrausend gewesen und danach hatte er sich erhoben, hatte zu seinen Angestellten gesehen und es irgendwie geschafft, sich zu beruhigen. Danach hatte er diese verständnisvollen Worte von sich gegeben. War das der Grund gewesen? Da bemerkte er abermals, dass Gefühle einfach nur kompliziert waren. Da war es doch viel besser über Lilith Angebot zu reden. Sie wollten ihm also ihrer Schneiderin vorstellen und sogar die Kosten dafür tragen. Naja, so hatte seine Schwester es eigentlich nicht gemeint. Mammon hatte es jedoch so verstanden und aus seiner Sicht war es auch nur fair gewesen, nachdem sie sein Einstecktuch mit ihrem Blut besudelt hatte. Es ging nicht dabei um das Blut, sondern um den Fleck an sich, der schlecht rausging. Dass Lilith zuerst Mammons Worte korrigieren wollte, bekam Mammon nicht mit bzw. überhörte es gekonnt und grinste dann als sie meinte, dass er einfach machen sollte. “Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.” Jetzt war sie schließlich noch nicht in der Lage dazu, aber dann - sollte die Brillenschlangenfrau es wirklich schaffen einen Engel zu besorgen - wäre seine Schwester soweit wieder fit, dass sie dann ihre Schulden begleichen konnte. Sie brauchten einen Drink? Oh, nicht nur sie, denn es ging ihm ähnlich mit Gefühlen. Ja, er hatte sie schon von Geburt an, aber das hieß nicht, dass er gut darin war mit diesen klarzukommen. Er war auf dem besten Weg wieder zu seinem alten Ich zu finden, jetzt, wo diese Halbdämonin schon eine Weile nicht mehr in seiner Nähe war. Er konnte wieder mit anderen schlafen, es war ihm egal, was Andere über ihn dachten und er konnte tun und lassen, was er wollte, ohne, dass er sich Gefühle nicht erklären konnte. Was immer Fred mit ihm angestellt hatte, seit sie weg war, war er wieder normal gewesen. Was das zu bedeuten hatte? Oh nein darüber würde er jetzt nicht nachdenken. Viel lieber schenkte er Lilith und sich noch etwas ein. „Oder was hast du sonst noch so hier?“ Mammons eine Augenbraue erhob sich und ein schiefes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. “Du meinst diese lustigen bunten Pillen oder Pulver, die sich die Menschen einwerfen?” Es war eher eine rhetorische Frage. “Was willst du denn haben und wofür?” Schließlich hatte jede Pille oder jedes Pulver eine andere Wirkung. Manche machten lockerer und man wurde offener und redseliger, manche beruhigten einen oder andere wiederum leistungsfähiger und man brauchte weniger Schlaf. “Ach… weißt du was?” Meinte Mammon plötzlich, stellte sein Glas von dem er zuvor getrunken hatte und noch in der Hand hatte, auf den Tisch und griff dann in eine seiner Innentasche, wo er ein kleines Tütchen mit verschiedenfarbigen Pillen herausholte und es Lilith hinhielt. “Nimm ruhig. Das ist immer mein kleiner Vorrat, den ich bei mir hab.” Gestand er. Ob er seiner Schwester sagen sollte, dass es auch hier so war, dass man einiges schlucken musste, damit es überhaupt eine Wirkung hatte? Ach nein… ein wenig Intelligenz traute er ihr schon zu und falls nicht, dann würde sie schon fragen. RE: No Secrets Between Us - Lilith - 08.02.2026 Lilith musste unfreiwillig auflachen, als Mammon in voller Überzeugung mutmaßte, dass es sein Gang von der Fensterfront zurück zur Sitzgruppe gewesen war, der sie beruhigt hatte. Der Gedanke war so vollkommen abwegig, aber er präsentierte ihn wie einen Geistesblitz. Manchmal… konnte er schon unterhaltsam sein. „Ich denke das können wir als Option ausschließen. Ich versichere dir, dass ich deinen Gang noch nie als besonders beruhigend empfunden habe.“ Sobald sie die Worte ausgesprochen hatte, drängte sich allerdings schon wieder ein anderes Gefühl auf – die pure Welle der Erleichterung, die sie überrollt hatte, als sie seine Präsenz wahrnehmen konnte, letzte Nacht, in diesem Krankenzimmer bei Wolfram & Hart. Die Sekunde, in der sie endlich, mit absoluter Überzeugung, gewusst hatte, dass sie leben würde… weil er niemals zulassen würde, dass ihr in den Händen der Ärzte dort etwas geschah. Es war nicht zwangsläufig sein Gang gewesen, aber seine Präsenz hatte ihr durchaus ein Gefühl der Beruhigung verschafft. Ihr Magen zog sich zusammen, mal wieder, und Lilith hoffte inständig, dass das eine Nebenwirkung ihrer Verletzungen war. Wenn sie ab sofort permanent Übelkeit empfand, immer wenn sie irgendwelche Emotionen hatte… dann würde sie ziemlich sicher durchdrehen, noch bevor sie die Chance hatte, ihre Gnade zurückzubekommen. Und Gefühle zu – oder mit – oder über – Mammon brauchte sie am allerwenigsten. „Es ist furchtbar“, kommentierte sie schließlich, die Frustration deutlich in ihrer Stimme erkennbar. Was auch immer es war, das ihre Wut gedimmt hatte, sie hatte keinen Einfluss darauf und konnte so die Energie, die offenbar stark genug gewesen war, dass sie sich aus Luzifers Falle hatte befreien können, nicht bewusst nutzen. Von all den anderen Magenproblemen gar nicht anzufangen. „Wie erträgst du das, Tag für Tag?“ Während Lilith noch dabei war, ihre Gefühle zu sortieren und zu analysieren, vor allem in Hinblick darauf, warum sie so ungewöhnlich milde gestimmt war, sonnte sich Mammon ausgelassen in seinem Triumph darüber, dass sie nachgegeben und ihm zugestimmt hatte. Womöglich war es doch auch ein klein wenig der Alkohol, der sich so langsam in ihrem Körper ausbreitete und ihre Stimmung ebnete… “Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.” „Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ … oder vielleicht auch nicht. Unsicherheit macht sich in ihr breit. Angst. Sie wusste, dass Medea zuversichtlich erklärt hatte, dass sie einen Engel besorgen würde, der sie heilte. Aber was wenn nicht? Oder was, wenn es damit nicht getan wäre? Ihr Körper war sterblich. Was bedeutete das für sie? Wie verletzlich war sie wirklich? Wie… angreifbar? Rasende Gedanken, sich hineinsteigern in Probleme… das war alles absolut untypisch für Lilith. Normalerweise war sie jemand, der klare Pläne fasste und die dann durchzog. Aber nichts funktionierte mehr wie es sollte. Ihr Körper nicht, ihr Kopf nicht. Die Welt nicht. Sie griff nach ihrem Glas, das Mammon gerade aufgefüllt hatte, während er fragte, was sie darüber hinaus haben wollte. „Bevorzugt Opioide, aber ich bin mit allem zufrieden, das mich für eine Weile das verdammte Loch vergessen lässt.“ Zur Verdeutlichung tippte sie mit ihrem Glas kurz gegen ihr Brustbein, ehe sie es an die Lippen hob und einen tiefen Schluck nahm. Ihr Bruder enttäuschte nicht – er zog währenddessen ein Tütchen direkt aus der Innentasche seines Jacketts und reichte es ihr. Nun, das war praktisch. Sie nahm ihm den kleinen Plastikbeutel ab, schüttelte ihn kurz untersuchend, öffnete ihn dann und ließ zunächst zwei der Tabletten auf den Tisch gleiten. Dort nutzte sie ihr Glas, um sie zu zerdrücken. Anschließend lehnte sie sich wieder rüber zu Mammon und griff in seine Innentasche – die andere diesmal – aus der sie, wie erwartet, seine Brieftasche hervorzog. Mit einer der Kreditkarten, die sie darin fand, behalf sie sich kurzerhand, ihr neu gewonnenes Pulver in zwei saubere Lines zu bringen. Natürlich hätte sie die Pillen auch einfach mit dem restlichen Alkohol runterspülen können, aber… sie brauchte sie schneller. Dann tauschte sie die Kreditkarte gegen einen Geldschein und schnupfte beide Linien auf einmal. Anschließend reichte sie Mammon seine Brieftasche zurück. Das Tütchen ließ sie vorerst auf dem Tisch liegen – vielleicht würde sie das später noch benötigen. Oder Mammon würde sich bedienen wollen, je nachdem. „Und, nur damit wir das direkt klargestellt haben“, verkündete sie danach, während sie sich wieder zurücklehnte in die Kissen der Sitzgruppe, darauf wartend, dass die Pillen ihre Wirkung tun würden. „Egal, welches Versprechen du mir jetzt noch aus den Rippen leierst – es ist nichtig, wenn ich mich morgen nicht mehr daran erinnern kann. Cheers.“ Sie hob ihr Glas und prostete ihm zu. RE: No Secrets Between Us - Mammon - 08.02.2026 Lachte sie ihn gerade aus oder… an? So ganz konnte Mammon es nicht zuordnen. Wäre Lilith noch immer im Besitz ihrer Gnade gewesen, so wäre es vollkommen klar gewesen, dass das gerade ein Auslachen war, aber jetzt? Es klang irgendwie… anders und ihr Gesichtsausdruck war auch anders gewesen. Mammon hatte durchaus Schwierigkeiten dies richtig einzuordnen. Sollte er sauer auf sie sein oder… nein irgendwie freute er sich darüber, dass sie aufgelacht hatte. Es tat gut sie so zu sehen nach allem, was ihr passiert war. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Früher wäre es ihm egal gewesen. Sie beide hatten nicht gerade eine liebevolle Beziehung zueinander. Keiner gönnte dem Anderen etwas und Streit war durchaus an der Tagesordnung gewesen. Zuneigung, Freude für den Anderen oder Hilfsbereitschaft war Fehlanzeige. Schließlich waren sie die Nachkommen des Teufels und da brauchte man niemand Anderen, sonder jeder war sich selbst der Nächste. Lag es bei ihr daran, dass sie keine Gnade mehr hatte und bei ihm, weil ihm der Aufenthalt auf der Erde irgendwie… verweichlicht hatte? Furchtbar? Mammon hob kurz fragend seine Augenbrauen, verstand jedoch bei ihren nächsten Worten, was sie mit furchtbar meinte. “Du meinst Gefühle?” Das meinte sie doch, oder? “Naja…” Fing er an zu sprechen und machte eine kleine Handbewegung. “Entweder ignoriere ich sie, leugne sie, verändere sie zu meinen Gunsten oder finde eine für mich plausible Erklärung, was die Ursache sein könnte und meistens ist natürlich jemand Anderes daran schuld." Sich mit Gefühlen auseinandersetzen? Oh nein! Das würde nur Kopfschmerzen bereiten oder sonst was für einen Rattenschwanz auslösen. Nein, das klang viel zu anstrengend und kompliziert und gar nicht so nach Spaß. Ob ihr diese Erklärung aber weiterhalf, war eine andere Frage. Er hatte eine Ewigkeit Zeit dafür gehabt dies zu üben und zu perfektionieren. Sie hingegen hatte wie lange keine Gnade mehr? Ein paar Tage? Stunden? „Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ Ein hörbarer Seufzer entwich Mammons Lippen, sowie ein Augenrollen. “Ach komm…” Sprach er und sah seine Schwester an. "Seit wann bist du so… pessimistisch geworden?” Nein, das passte so gar nicht zu ihr und schwächte auch das Bild, der eigentlich so mächtigen und selbstbewussten Lilith, Nachfahrin des Teufels. “Sieh es doch mal so. Sollte die Brillenschlangenfrau es nicht schaffen, dann können wir sie in einen meiner Folterräume einsperren und du kannst sie nach Lust und Laune foltern bis du keine Lust mehr hast.” Menschen waren Pessimistisch und Lilith war kein Mensch! Sie hatte lediglich ihre Gnade verloren. “Also komm! Du bist Lilith! Die Tochter des Teufels, die über so etwas, wie Pessimismus steht!” Sie so zu erleben, war nicht erträglich und so machte es irgendwie auch keinen Spaß mit ihr zu streiten oder sonst etwas zu tun, was sie eigentlich beide immer taten. Vielleicht half Lilith aber Drogen weiter. Sie selbst hatte schließlich danach gefragt und so hatte Mammon seinen kleinen Vorrat aus seiner Jackentasche geholt und es ihr gegeben. Sie brauchte es gerade dringender als er. Nunja, er selbst nahm es nur aus Spaß ein. Man konnte so auch durchaus Sex auf eine andere Ebene bringen. Aber gut, das war ein anderen Thema, was sie hier jetzt nicht besprachen. Lilith nahm sich der Tüte an und zerdrückte mit ihrem Glas Pillen, welche sie vorher rausgenommen hatte. Er verstand sofort, warum sie diese zerdrückt hatte. So ging es einfach schneller, auch wenn Mammon sich nicht sicher war, ob diese Dosis schon ausreichte. Dass sie ohne zu fragen an seine andere Innentasche ging und dort seine Brieftasche herauszog, ließ er zu. Er wollte schließlich, dass es ihr besser ging. Seine Brieftasche mitsamt Kreditkarte und Geldschein nahm er wieder entgegen und verstaute diese wieder in seine Innentasche. Ob er sich auch ein paar Pillen gönnte? Nein, diesmal nicht. Sollte Lilith ihren Spaß erstmal damit haben in der Hoffnung, dass diese den Zweck erfüllten, den seine Schwester sich erhoffte. Als Lilith nun dann anfing zu sagen, dass sie gleich eines klarstellen wollte, fing Mammon an zu schmunzeln. Er ahnte schon, was ihre nächsten Worte waren. Auch Mammon erhob sein Glas. “Natürlich.” Meinte er schmunzelnd, ehe er ihr zuprostete und dann ebenfalls noch einen Schluck trank. “Ich bin gespannt, wie lange es braucht, bis es winkt.” Gab er dann zu und würde Lilith jetzt definitiv nicht allein lassen. Jedoch nicht, um auf sie aufzupassen - also insgeheim schon, aber das gestand er sich nicht ein - sondern um sich hoffentlich von ihr unterhalten zu lassen, wenn die Pillen wirkten. Das könnte durchaus witzig werden. RE: No Secrets Between Us - Lilith - 09.02.2026 Mammon sah kurz irritiert aus, als sie lachen musste, aber Lilith konnte nicht direkt sagen warum – und anders als noch kurz zuvor sprach sie ihn an dieser Stelle auch nicht direkt darauf an. Diese subtilen Prozesse, das Lesen seiner Mimik und dessen, was implizit im Raum stand, ohne ausgesprochen zu werden… das schien ihr aktuell ein klein wenig zu entgleiten. Aber… vielleicht war es – in Anbetracht dessen, was in den letzten 24 Stunden alles passiert war – auch einfach in Ordnung, wenn sie die Haltung konstanter Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft für eine Weile… aufgab. Nur für eine Weile. Sie nickte auf Mammons Rückfrage, ob sie von Gefühlen sprach. Darum war es doch gerade gegangen, oder nicht? Wut, die einfach verschwunden war. Und jetzt… Sorge. Angst. Unsicherheit. Sie waren ganz deutlich da, auch wenn sie von diesen Emotionen nicht offen sprach. Nicht, nachdem er sich gerade über ihre Tränen lustig gemacht hatte. Mammon listete ihr eine ganze Reihe an Maßnahmen auf, wie er mit seinen Gefühlen umging. Genauso gut hätte er allerdings auch von der Priesterweihe in der katholischen Kirche sprechen können, so viel Sinn ergaben seine Worte für sie. „Du ignorierst sie?“, hinterfragte sie direkt. „Wie? Manche von ihnen sind so intensiv, dass ich zeitweise denke ich kann nicht atmen. Von ‚zu meinen Gunsten verändern‘ will ich gar nicht erst anfangen. Ich ertrage sie nicht mal, wie zur Hölle kann ich sie bewusst verändern?!“ Leugnen, das klang noch am sinnigsten unter all seinen Maßnahmen. Wenn sie sich also lange genug einredete, dass sie keine Gefühle hatte, dann würden sie weggehen? Lilith runzelte nachdenklich die Stirn. Das klang nach ziemlicher Scharlatanerie, aber er war derjenige mit den Erfahrungen in diesem Bereich. Wenn er also sagte, dass es funktionierte…? Lilith legte eine Hand auf ihre Stirn und massierte mit den Fingerspitzen ihre Schläfen, abwesend, wartend, dass sie sich endlich besser fühlte. Sie musste Mammon nicht ansehen, um genau seinen Gesichtsausdruck vor Augen zu haben, während er seufzte. Sein Augenrollen, das exakt zum Tonfall passte, den er direkt darauf anschlug. Er hatte nicht Unrecht damit, dass dieses Verhalten untypisch und unter ihrer Würde war, sicherlich nicht, aber… wie sollte sie zurückkommen in ihre vorherige Lage, wenn sie ihre eigene Gedanken nicht einmal greifen konnte, weil sie ständig aufgeweicht und weggespült wurden von irgendwelchen armseligen, menschlichen Emotionen? Die Schmerzen waren dabei eigentlich fast schon nebensächlich. Andererseits… die Menschen waren Wesen der primitivsten Sorte. Und sie funktionierten auch irgendwie – wenngleich manche eher schlecht als recht – in der gleichen Lage, in der sie sich aktuell befand. Es musste ja einen Weg geben, wie sie damit fertig wurde. Mammon hatte auch gleich einen Vorschlag, und Lilith war direkt interessiert. „Du hast Folterräume einbauen lassen? Hier?“ Das klang in der Tat spannend. Sie hatte schon ewig niemanden ausgiebig und gepflegt gefoltert… es musste Wochen her sein. Weil sie so beschäftigt gewesen war mit ihrem Auftrag, bevor das ganze Drama letzte Nacht stattgefunden hatte. „Mit Dark Rooms hätte ich gerechnet, bei einem Club dieser Größe. Folterräume… bringen die Sache aber auf ein anderes Level. Sind sie schallisoliert? Welche Hilfsmittel hast du vorrätig? Wer bekommt typischerweise Zugang?“ War das eine Illusion, oder waren das tatsächlich sowas wie Lebensgeister, die er in ihr geweckt hatte? Es war etwas so Banales… stumpfer, primitiver Spaß. War das der Schlüssel dazu, die intrusiven Gedanken loszuwerden – sich einfach mit etwas anderem zu beschäftigen? Spaß zu haben? Sicherlich eine valide Option; als Ablenkung würde es allemal dienen. Allerdings müsste sie auch dafür eigenständig aufrecht stehen und gehen können. „Nein, du hast Recht“, gab sie schließlich zu. Es brachte sie immerhin kein Stück weiter, hier elendig herumzuliegen – davon wurde ihre Situation sicher nicht besser. Im Gegenteil, wahrscheinlich fühlte sie sich nur noch miserabler. Und letzten Endes war es nichts weiter als eine Frage der Zeit, bis sie wieder auf den Beinen war. „Ich werde auch ohne ihre Hilfe heilen. Es ist nur… es fühlt sich alles schwerer an, wenn du an einen Ort gebunden bist. Ich müsste nicht mit dir über Eventualitäten diskutieren, wenn ich einfach rausgehen und ausprobieren könnte, welche meiner Kräfte ich noch habe und welche nicht. Aber–“, sie deutete in einer ausladenden Geste auf ihr geschientes Bein. Von der klaffenden Bauchwunde mal ganz zu schweigen. „Gott, wie sehr ich wünschte ich könnte etwas töten“ |